Bauern blockieren Grenzen und Straßen in Griechenland

21. Januar 2010 / Aktualisiert: 22. Januar 2010 / Aufrufe: 359

Trotz aller Bemühungen der Regierung eskalieren in Griechenland die Protestbewegungen der griechischen Bauern, die inzwischen fast alle Grenzübergänge sowie zahlreiche Straßen und neuralgische Verkehrswege blockieren.

Obwohl die Regierung zu einem auf den 25. und 26. Januar 2010 angesetzten öffentlichen Dialog im Athener Ausstellungs- und Kongresszentrum „Zappio“ aufruft, blockieren griechische Bauern immer mehr Straßen und verkehrstechnische Knotenpunkte.

Blockaden bestehen unter anderem seit Tagen an den Grenzübergängen nach Bulgarien und der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Makedonien, womit der internationale Transitverkehr praktisch zum Erliegen gebracht wurde. Insbesondere an dem Grenzübergang „Promachonas“ sind inzwischen sowohl auf griechischer als auch bulgarischer Seite etliche hundert Lastwagen eingeschlossen, deren Fahrer nicht einmal ihre elementaren Bedürfnisse zu befriedigen in der Lage sind – von allen übrigen Aspekten ganz zu schweigen.

Ebenso seit Tagen unterbrochen ist der Verkehr auf Abschnitten der Egnatia-Sraße. Aufgrund der ständig zunehmenden Straßensperren wie beispielsweise bei Alamana, Chrisopoulis, Elatia, Kastro, Kerdillia, Nikäa, Strimonikos und in zahlreichen weiteren Regionen droht inzwischen auch innerhalb von Griechenland nicht nur der Fernverkehr, sondern sogar auch der regionale Straßenverkehr zusammenzubrechen.

Bulgarien und Rumänien fordern Schadenersatz von Griechenland

Die bulgarische Regierung hat sich wegen der seit Jahren regelmäßig erfolgenden Blockaden der Grenzübergänge durch griechische Bauern zum wiederholten Mal an die EU gewendet und will Regressforderungen gegen Griechenland erheben. Auch Rumänien ist durch die Sperrung der Grenzübergänge nach Griechenland schwer in dem Außenhandel mit der EU betroffen und droht ebenfalls mit Schadenersatzforderungen. Die griechische Regierung scheint jedoch auch diesmal nicht gewillt zu sein, gegen die Grenzblockaden vorzugehen.

Was die andere Seite – sprich die griechischen Bauern – betrifft, dürfte ein öffentlich bzw. „on camera“ geäußertes „Statement“ bezeichnend sein: „Wenn die Bulgaren Schadenersatz haben wollen, sollen sie uns erst einmal für die Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges entschädigen – so wie es Israel gegen Deutschland durchzusetzen geschafft hat!„.

Einige Forderungen der griechischen Landwirte sind durchaus berechtigt, andere dagegen völlig utopisch. Solange sich jedoch nicht nur die zahllosen Genossenschaften und Verbände der griechischen Bauern, sondern letztere auch untereinander spinnefeind sind, wird es niemals zu einer „zivilisierten“ Lösung der globalen Probleme der griechischen Landwirtschaft kommen. Im griechischen Volksmund lautet es nicht von ungefähr „Bauern und Esel können keine Herde bilden„.

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