Kommunistische Partei Griechenlands verteidigt Berliner Mauer

10. November 2009 / Aufrufe: 383
Aleka Papariga
Aleka Papariga
Generalsekretärin der KKE

Anlässlich des 20. Jahrestages des Berliner Mauerfalls sprach sich Aleka Papariga, Generalsekretärin der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), nachhaltig für die Errichtung der Berliner Mauer aus. Die Arbeiterregierung des ehemaligen ostdeutschen Staates sei in Verteidigung gegenüber dem zusammen mit den Amerikanern und der NATO als Besatzungsmacht fungierenden Westdeutschland berechtigt gewesen, die Mauer zu errichten.

„Die Errichtung der Mauer zwang der Imperialismus auf und erfolgte genau im Vorfeld der Androhung der NATO-Truppen, in Berlin und natürlich insbesondere Ostberlin auf dem Boden der Deutschen Volksrepublik zu invadieren. … Hatte ein Volk, eine Arbeitermacht oder jede andere Regierung nicht das Recht, die Grenzen des eigenen Staates zu achten und auf seinem Gebiet die Mauer zu errichten?

Angesichts der forschen Argumentation zugunsten der Errichtung der Berliner Mauer stellt sich allerdings die Frage, ob die Vorsitzende der Kommunistischen Partei Griechenlands sich darüber bewusst ist, dass sowohl die Mauer in Berlin als auch im Anschluss daran die bewehrte Zonengrenze nebst den fatalen Todesstreifen nicht etwa zur Abwehr einer drohenden Invasion errichtet worden war, sondern einzig und allein uneinsichtige Bürger um jeden Preis an der Flucht aus dem „Paradies“ der Arbeiter und Bauern hindern sollte!

  1. bobo
    10. November 2009, 03:09 | #1

    Frau Papariga wird in diesem Sinn einzig und allein aufgrund kühler Berechnungen die eigene Tochter weder auf eine Universität in Griechenland noch gar in einem sozialistischen Bruderstaat, sondern direkt in die Höhle des Löwens (sprich auf ein amerikanischisches College) geschickt haben, oder?

    Wer glaubt, dass Volksvertreter das Volk vertreten, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten!

  2. Benni
    10. April 2010, 10:20 | #2

    „nicht etwa zur Abwehr einer drohenden Invasion errichtet worden war“

    Das hat sie auch nicht gesagt, sondern dass die Mauer (1961, im Jahr der kubanischen Raketenkrise!) im Kontext eines drohenden Kriegs errichtet wurde, was zweifellos zutrifft.

    „sondern einzig und allein uneinsichtige Bürger um jeden Preis an der Flucht aus dem “Paradies” der Arbeiter und Bauern hindern sollte!“

    Es geht nicht um „uneinsichtige Bürger“ sondern darum, dass die DDR drohte, wirtschaftlich auszubluten, weil 2 Millionen gut ausgebildeter DDR-Bürger in den Westen emigriert waren und weil Westbürger ständig in der DDR einkauften und von den billigen Konsumgüterpreisen profitierten. Der Grund dafür war nicht das böse Regime in der DDR sondern die extrem ungleichen Ausgangsbedingungen der Wirtschaftsentwicklung, weil die DDR z.B. über 98% der Kriegsreparationen zahlen musste und das 10fache an Werten demontiert wurde wie im Westen (bei ohnehin deutlich geringerem Umfang der Volkswirtschaft.).
    Der Bau der Mauer war absolut nachvollziehbar, auch wenn er natürlich viel Leid ausgelöst hat. Das vorrangige und historisch völlig gerechtfertigte Ziel war in Deutschland der Sturz des Kapitalismus, der gerade einen Krieg mit 50 Mio Toten und einen Holocaust mit über 6 Mio Toten verursacht hatte. Die Mauer war die einzige Möglichkeit, damals den Aufbau des Sozialismus zu retten. Papariga hat also in diesem Punkt völlig recht.

    „Frau Papariga wird in diesem Sinn einzig und allein aufgrund kühler Berechnungen die eigene Tochter weder auf eine Universität in Griechenland noch gar in einem sozialistischen Bruderstaat, sondern direkt in die Höhle des Löwens (sprich auf ein amerikanischisches College) geschickt haben, oder?“

    Oho! Wenn man schon den Inhalten der Frau nichts entgegensetzen kann, dann greift man sie halt persönlich, also über ihr Privatleben an. Wenn Papariga von ihrem (wahrlich nicht sehr hohen) Gehalt gerne ihren Kindern eine gute Bildung ermöglichen will, dann hat sie dazu genau so ein Recht wie jeder andere. Selbst wenn sie euren politischen Vorstellungen nicht entspricht.

Kommentare sind geschlossen