Geringe Beteiligung an Schweinegrippe-Impfung in Griechenland

17. November 2009 / Aktualisiert: 23. Februar 2010 / Aufrufe: 221

Obwohl die Neuinfektionen mit dem Virus der Schweinegrippe in Griechenland ständig zunehmen und die Erkrankungen inzwischen in etlichen Fällen tödlich verliefen, ist die Teilnahme an der angelaufenen Massenimpfung gegen die neue Grippe bisher minimal. Nachdem die Infektionen insbesondere auch an den Schulen übermäßig zunehmen, wird inzwischen in Betracht gezogen, den Beginn der üblichen Weihnachtsferien um ein oder zwei Wochen vorzuziehen und die Schulen früher zu schließen.

Das Programm der öffentlichen Massenimpfung gegen die Schweinegrippe ist in Griechenland am 16. November 2009 angelaufen und sieht vorrangig die Impfung des Personals im Gesundheitswesen vor. Die Mehrzahl der Ärzte und Krankenpfleger scheint sich jedoch gegen eine Impfung entschieden zu haben. Im Krankenhaus „Evangelismos“, welches mit 3.000 Beschäftigten das größte Krankenhaus in Attika ist, ließen sich bisher gerade einmal 60 Ärzte und Pflegekräfte gegen den Virus H1N1 impfen. In zahlreichen Krankenhäusern in ganz Griechenland fiel die Beteiligung an der Massenimpfung ähnlich oder noch niedriger aus und lag in einigen Einrichtungen sogar bei Null.

Das Misstrauen hinsichtlich der Sicherheit der Impfung und die Furcht vor möglichen Nebenwirkungen wurden sowohl unter den Ärzten und Pflegern wie allgemein auch in der Bevölkerung zusätzlich durch die kritischen Stellungsnahmen maßgeblicher Personen verstärkt. So äußerte beispielsweise Stratis Plomaritis, Vorsitzender des Gremiums für die Grippe-Pandemie des Krankenhauses „Agios Pavlos“, öffentlich ernsthafte Bedenken gegen die Schutzimpfung und legte den Vorsitz des Gremiums nieder.

Die Verantwortlichen für die Durchführung der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe zeigen sich jedoch zuversichtlich und hoffen, dass die Teilnahme der Ärzte und des Pflegepersonals in den nächsten Tagen zunehmen wird. Dazu beitragen könnte der Umstand, dass inzwischen auch in Griechenland etliche Todesfälle verzeichnet wurden und immer wieder Personen mit schweren Symptomen in die zum Teil bereits hoffnungslos überlasteten Intensivstationen der Krankenhäuser eingewiesen werden müssen.

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