Angebliche Terroristin der Kerne des Feuers freigelassen

18. November 2009 / Aktualisiert: 23. Februar 2010 / Aufrufe: 253

Die am Samstag, dem 14. November 2009 in Athen – Griechenland unter großem Aufheben von der Polizei als angebliche Terroristin verhaftete und vorgeführte 22-jährige Studentin wurde am Mittwoch, dem 18. November 2009 auf Anweisung der zuständigen Untersuchungsrichterin unter Meldeauflagen freigelassen.

Die Polizei hatte die Frau der Zugehörigkeit zu der Terrororganisation „Kerne des Feuers“ beschuldigt und auch mit dem Bombenanschlag in Athen auf die Wohnung des Abgeordneten Mimis Androulakis am 13. November 2009 in Verbindung gebracht. Nach der auf Betreiben der Polizei zweimal verschobenen und deswegen erst am heutigen Mittwoch erfolgten Anhörung sahen allerdings weder die Untersuchungsrichterin noch der Staatsanwalt einen Anlass, die vorgeführte Frau in Untersuchungshaft zu nehmen, und verfügten die Freilassung unter einfachen Meldeauflagen und ohne Kaution.

Wie bekannt wurde, stützte die Anti-Terror-Abteilung der Polizei die Beschuldigungen zulasten der Studentin ausschließlich auf einen einzigen Fingerabdruck, der angeblich bei der Durchsuchung einer konspirativen Wohnung auf einem „beweglichen Gegenstand“ (konkret einem Kerzenständer) gefunden worden war. Es  wurde jedoch keinerlei Beweis bezüglich der Existenz eines solchen Fingerabdrucks oder gar einer Identifizierung eines Fingerabdrucks sowie auch nicht einmal über die Existenz des ominösen Kerzenständers beigebracht, der in keiner Unterlage oder Aufzeichnung auch nur erwähnt wird.

Die beschuldigte Frau wiederum bestritt von Anfang an jegliche Verbindung zu der Terrorgruppe oder irgendeiner dieser Gruppe angehörenden Person wie auch, jemals die besagte Wohnung betreten zu haben. Schließlich wurde auch bewiesen, dass sich die Studentin zur Zeit der Bombenanschläge, an denen sie angeblich beteiligt gewesen sein sollte, in Klausuren befunden hatte.

Es hinterbleibt somit der Eindruck, dass die Fahnder der Polizei sich wieder einmal einfach unbesehen an das unerschöpfliche Reservoir der „ewigen Verdächtigen“ gehalten hat und um jeden Preis einen „Erfolg“ erzeilen wollte.

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