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Artikel Tagged ‘zwangsversteigerung’

50000 Häuser und Wohnungen in Griechenland sind gepfändet

12. Oktober 2011 / Aufrufe: 626 7 Kommentare

In Griechenland sind bereits 50.000 Häuser und Wohnungen gepfändet worden, deren Zwangsversteigerung jedoch bis Ende 2011 gesetzlich ausgesetzt bleibt.

Zwangsversteigerungen und ungedeckte Schecks stellen die Bomben an den Fundamenten privater Haushalte und Unternehmen dar. Laut dem Nationalen Verband zum Schutz der Konsumenten und Kreditnehmer Griechenlands sind für 50.000 Wohnungen und Häuser bereits Zahlungsbefehle erlassen und Pfändungsberichte ausgestellt worden. Diese Immobilien sind bisher wegen der seit 2009 bestehenden gesetzlich verfügten Aussetzung der Zwangsversteigerungen von Hauptwohnungen vor der Veräußerung gerettet worden.

Wie der Verbandsvorsitzende Evangelos Kritikos anführt, erließ das Landgericht Athen in den ersten 7 Monaten des Jahres 2011 mehr als 16.000 Zahlungsbefehle, während das selbe Gericht im gesamten Vorjahr 2010 fast 23.000 Zahlungsbefehle ausgestellt hatte. Das Beunruhigende ist, dass sich 40% dieser Zahlungsbefehle auf Hauptwohnungen beziehen.

Gemäß den Einschätzungen der Verbraucherverbände wird sich für den Zeitraum 2008 – 2012 ein explosiver Anstieg der Zahlungsbefehle in der Größenordnung von 40% zeigen. Beispielsweise beliefen sich die Zahlungsbefehle im Jahr 2008 auf 8.000 und im vergangenen Jahr (2010) stellte nur das Landgericht Athen 23.000 Zahlungsbefehle aus, während für das Jahr 2012 erwartet wird, dass sich allein bei dem Landgericht Athen die Zahlungsbefehle auf mehr als 34.000 belaufen werden.

Obwohl die Zwangsversteigerungen von Immobilien, welche die einzige bzw. Hauptwohnung des Schuldners darstellen, bis zum 31. Dezember 2011 ausgesetzt worden sind (Gesetz 3869/2010), vertreten die Verbraucher- und Bürgerorganisation dennoch, dass tausende Vermögen verloren gehen werden, falls sich bis Ende des Jahres nicht etwas ändern sollte.

Angesichts der eingetretenen erdrückenden Situation und mit dem allgemeinen Aderlass der Einkommen der Bürger als gegeben verlangt die Verbraucherorganisation EKPOIZO in einem an die gemeinsam zuständigen Minister für Finanzen, Arbeit und Sozialversicherung und Justiz gerichteten Schreiben, die Aussetzung der Versteigerungen um weitere 3 Jahre zu verlängern.

(Quelle: Vradyni)

Finanzministerium in Griechenland stellt Steuerschuldnern Ultimatum

3. Dezember 2010 / Aufrufe: 232 1 Kommentar

Das Finanzministerium in Griechenland stellt Steuerschuldnern ein Zahlungsultimatum und droht mit vorrangig betriebenen Zwangsvollstreckungen in Immobilienvermögen.

Konkret machte das griechische Finanzministerium im Rahmen einer gezielten Recherche säumige Schuldner aus, die einerseits dem Fiskus mehr oder weniger erhebliche Beträge schulden und andererseits Immobilien in den “teuren” Vorstadtbezirken von Athen (Ekali, Nea Erythrea, Filothei, Paleo Psychiko, Voula, Vouliagmeni) und Thessaloniki (Panorama, Kalamaria) besitzen. Derzeit benachrichtigt das Finanzministerium schriftlich die säumigen Zahler, die dem Fiskus mehr als 10.000 Euro schulden, und setzt ihnen eine Frist bis zum 15. Dezember 2010. Falls bis zu diesem Stichtag die fällig gestellte Schuld nicht beglichen oder zumindest eine Vereinbarung über eine Abzahlung in Raten getroffen worden ist, will das Ministerium vorrangige Vollstreckungsmaßnahmen gegen säumigen Schuldner einleiten und insbesondere auch zu Pfändung und Zwangsversteigerung ihres Immobilienvermögens schreiten.

Die Daten kamen durch eine von der Datenverarbeitungszentrale des Finanzministeriums angestellte Recherche der Vermögensverhältnisse solcher Schuldner zutage, die Häuser oder / und Grundstücke in ausgewählten teuren Wohngebieten mit Zonen- bzw. Quadratmeterpreisen von über 2.500 Euro besitzen und parallel dem Fiskus fällig gestellte Zahlungen in Höhe von 1.000 Euro oder mehr schulden. In bezug auf insgesamt 792 Steuerpflichtige ergab die Recherche Folgendes:

  • 304 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Filothei und Paleo Psychiko mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 454,1 Millionen Euro.
  • 148 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Ekali und Nea Erythrea mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 222,7 Millionen Euro.
  • 245 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Voula und Vouliagmeni mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,4 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 350 Millionen Euro.
  • 75 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Panorama und Kalamaria mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,4 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 350 Millionen Euro.

Zusätzlich verglich die Datenverarbeitungszentrale die intern geführte Apotheken-Datenbank mit dem Verzeichnis der Schuldner fällig gestellter Verbindlichkeiten. Diese Recherche ergab 235 Schuldner mit festgestellten Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro, davon 4,1 Millionen fällig.

Den in Verzug befindlichen Schuldnern waren Aufforderungen zugestellt worden, die fälligen Verbindlichkeiten bis zum 18. November 2010 zu begleichen oder zu regulieren. Mit Ablauf dieser Frist hatten 122 säumige Schuldner ihre fällig gestellten Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 400.000 Euro beglichen, weitere 50 schritten zu Ratenzahlungsvereinbarungen über anfängliche Beträge in Höhe von insgesamt 800.000 Euro, wobei für die jeweils erste Rate insgesamt 100.000 Euro entrichtet wurden. Gegen die übrigen in Verzug befindlichen Schuldner, die der Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen waren, werden vorrangige Zwangsmaßnahmen eingeleitet.

Welle von Pfändungen und Zwangsversteigerungen in Griechenland

12. Juni 2010 / Aufrufe: 506 1 Kommentar

In Griechenland wird ein rapider Anstieg der von Finanzämtern und Banken gegen säumige Schuldner angestrengten Pfändungen und Zwangsversteigerungen verzeichnet.

In dem Bemühen, Geld in die leeren Kassen des griechischen Fiskus zu bringen, schreiten Finanzämter in letzter Zeit schon wegen geringfügiger Schulden in Höhe von nur einigen dutzend oder hundert Euro zur Pfändung und Zwangsversteigerung sogar von Gebrauchsgegenständen und Haushaltseinrichtungen, um auf diese Weise fällige Forderungen einzutreiben. Parallel ist laut Angaben des nationalen Bundes der Organisationen für den Schutz der Verbraucher und Kreditnehmer bei den Gerichten ein Anstieg von bis zu 110% bei den von Banken betriebenen Pfändungen zu verzeichnen.

3.000 Zahlungsbefehle allein Anfang März 2010

Aus den Daten des Verbandes der Kreditnehmer- und Verbraucherschutzorganisationen geht ein enormer Anstieg der Pfändungen seitens der Banken hervor. “Der minimale Anstieg bewegt sich bei 30%, während es jedoch auch Gerichte gibt, wo im Vergleich zum Vorjahr die Pfändungen um bis zu 110% angestiegen sind“, gab gegenüber der griechischen Tageszeitung Zeitung Ta Nea der Verbandsvorsitzende Vangelis Kritikos an. “Bezeichnend für das Klima, aber auch die herrschende wirtschaftliche Lage ist, dass während der ersten 10 Tage des Monats März 2010 ungefähr 3.000 Zahlungsbefehle und Pfändungsbeschlüsse beantragt und ausgestellt wurden.

Die Einzelrichterkammer des Landgerichts Athen erließ im Jahr 2009 ungefähr 12.500, im Jahr 2009 ungefähr 24.000 und allein im ersten Quartal des Jahres 2010 bereits 8.500 Zahlungsbefehle und Pfändungsbeschlüsse. Die Zwangsversteigerungen der Banken wurden per Ministererlass bis zum 30. Juni 2010 gestoppt. Gemäß der Einschätzung des Verbandes der Kreditnehmer zeigt jedoch die Zunahme der Pfändungen, dass – sobald diese wieder erlaubt sein werden – eine enorme Welle von Zwangsversteigerungen folgen wird.

Finanzamt in Griechenland pfändet Gardine für 147 Euro!

Als ich das außergerichtliche Schreiben vorfand, mit dem mir das Finanzamt Korydallos den Beschluss zustellte, für eine Schuld in Höhe von ursprünglich 147 Euro meine Gardine mit einem Startgebot in Höhe von 200 Euro zur Zwangsversteigerung zu bringen, dachte ich erst an eine Farce. Danach stellte ich jedoch fest, dass irgendjemand es wirklich ernst damit meinte, bei mir eine Gardine zu pfänden und zur Zwangsversteigerung zu bringen,” gab gegenüber der Zeitung Ta Nea eine Frau Elisabet M. an (deren vollständige persönliche Daten der Redaktion vorliegen sollen, jedoch aus Datenschutzgründen nicht publiziert wurden).

Die Verbindlichkeit entstand dadurch, dass mein Gatte im Jahr 2003 seine Steuererklärung verspätet einreichte und deswegen ein Strafgeld in Höhe von 42 Euro verhängt wurde. Weiter erhielt er im Jahr 2005 ein Strafmandat, kümmerte sich jedoch nicht um die Bezahlung. Wie wir aus dem Gerichtsbeschluss erfuhren, erreichten diese beiden Strafgelder von anfänglich insgesamt 147 Euro mit den verhängten Versäumniszuschlägen den Betrag von 596 Euro. In dem Zeitraum, über den sich die Versäumniszuschläge auf die anfängliche Schuld von 147 Euro ansammelten, behielt das Finanzamt allerdings die fälligen Einkommensteuerrückzahlungen meines Gattens mit der Begründung ein, diese mit dem geschuldeten Betrag zu verrechnen.

Mit der Zustellung des Beschlusses über die Pfändung und Zwangsversteigerung der Gardine verlangte das Finanzamt von Frau Elisabet M., ihre Gardine zur “Kasse” zu bringen. “Ich beschied denen jedoch, dass ich nicht auch noch die Transportkosten für meine Gardine zahlen werde. Außerdem besitze ich zwei Gardinen: eine weiße und eine orangefarbene. Wann immer sie wollen, können sie selbst kommen und sich die aussuchen, welche ihnen am besten gefällt.

Finanzamt in Griechenland pfändet 31 Jahre altes Sofa!

Ein 31 Jahre altes Sofa und zwei “gleichaltrige” Sessel stellten die einzigen Vermögenswerte des 70-jährigen Rentners Giannis K. und seiner Gattin Evmorfia dar. Wie Giannis K. am 06. Mai erfuhr, schrieb das Finanzamt Nikäa zur Zwangsversteigerung aus: “1. ein Wohnzimmer, bestehend aus einem viersitzigen Sofa und zwei Sesseln, gebraucht, aus Holz, Farbe braun, bezogen mit braunem Stoff, Schätzwert 586,94 Euro, 2. ein Esszimmer, bestehend aus einem runden Tisch und 6 Stühlen, alles aus Holz, Stühle mit braunem Stoffbezug, gebraucht, Schätzwert 586,94 Euro. Mangels weiteren Vermögens beläuft sich der Wert der Versteigerungsgegenstände auf 1.173 Euro. Das Startgebot wird auf 939,10 Euro bestimmt“.

Der Rentner, der eine Altersrente in Höhe von monatlich 550 Euro von dem gesetzlichen Versicherungsträger  IKA bezieht, hatte dem Finanzamt erklärt, dass er die aus anhängigen Steuersachen herrührende Schuld nicht zu begleichen vermag. “Das Sofa, die Sessel, der Esstisch und die Stühle waren meine Aussteuer für unsere Ehe. Vor eineinhalb Jahren schenkte uns mein Sohn neue Möbel für Wohnzimmer und Essecke, weil unsere alten kaputt gegangen waren und wir sie auf den Müll gegeben haben. Man hatte Angst, sich auf die Stühle zu setzen, welche das Finanzamt pfänden wollte,” erklärte Frau Evmorfia gegenüber der Zeitung Ta Nea.

Das Finanzamt akzeptierte schließlich eine Abzahlungsvereinbarung mit den beiden Rentnern, da die Gegenstände, welche es zur Zwangsversteigerung bringen wollte, bereits vor etlichen Monaten auf einer Müllkippe gelandet waren … .