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Artikel Tagged ‘zentralbank’

Wirft Draghi eine Bombe auf Griechenland?

21. Januar 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 3.622 2 Kommentare

Ein Ausschluss Griechenlands von dem QE-Programm der EZB und eine gegen die SYRIZA gerichtete Stellungnahme Draghis könnten das politische Klima erheblich beeinflussen.

Drei Tage vor dem kritischen Wahlgang und während einer harter Nervenkrieg zwischen SYRIZA und Europäischer Zentralbank vorausgegangen ist, wird der Präsident der EZB, Mario Draghi, am Donnerstag aufgefordert werden, über Griechenland zu sprechen, und es kursieren bereits Szenarien über … eine „Bombe“ des italienischen Zentralbankers.

Die große Frage politischer Kreise und wirtschaftlicher Analysten ist nicht nur, ob die Beschlüsse, die von Mario Draghi über das Programm bezüglich des Ankaufs staatlicher Anleihen angekündigt werden, für Griechenland günstig sein werden. Sondern auch, ob der starke Mann in Frankfurt, der bei der etablierten monatlichen Pressekonferenz mit Sicherheit von den Journalisten einschlägig herausgefordert werden wird, auch zu einer Intervention in den Wahlprozess schreiten wird.
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EuGH-Urteil stärkt Griechenland den Rücken

19. Januar 2015 / Aufrufe: 1.633 3 Kommentare

Laut Yanis Varoufakis stärkt das aktuelle Urteil des EuGH bezüglich des OMT-Programms der EZB die Verhandlungsposition einer SYRIZA-Regierung in Griechenland.

Der Europäische Gerichtshof verkündete ein lange erwartetes Urteil, das der nächsten griechischen (wahrscheinlich SYRIZA-) Regierung hilft, über die Umstrukturierung der Verschuldung Griechenlands bei der EZB zu verhandeln.

Lassen wir uns die Geschichte von Anfang an nehmen. Am 14 Januar 2015 verkündete der Richter Pedro Cruz Villalón das Urteil, auf das die Europäische Zentralbank (EZB) schon seit geraumer Zeit mit angehaltenem Atem wartete. Das im Sommer 2012 von Herrn Draghi angekündigte Programm der „Outright Monetary Transactions“ (OMT) zum Ankauf staatlicher Anleihen wurde damit als zu den Europäischen Abkommen kompatibel erklärt.
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Griechenland: Belagerung, Guthaben und … die Geldflieger der EZB

12. Dezember 2014 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 1.065 1 Kommentar

Die EZB wird bis auf weiteres die Liquidität der Banken in Griechenland sicherstellen und damit auch der erwarteten Kapitalflucht der Anleger und Sparer entgegen wirken.

Die Europäische Zentralbank wird in der Rolle des Garanten der Liquidität des griechischen Kreditwesens bleiben, sogar auch wenn es nötig sein wird, wieder Flugzeuge mit Bargeld zu schicken, damit die ATMs der Banken in Griechenland nicht leer werden.

Dies betonen Bankfunktionäre angesichts der wenigstens dreimonatigen „Belagerung“, in der sich die griechische Wirtschaft wegen der beschleunigten Wahl eines neuen Staatspräsidenten und der großen Wahrscheinlichkeit befinden wird, dass schon am 25 Januar 2015 vorgezogene Parlamentswahlen stattfinden könnten.
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Troika stellt Griechenland Ultimatum und droht mit Liquiditätssperre

6. Dezember 2014 / Aufrufe: 1.380 2 Kommentare

Die Troika soll Griechenland ein Ultimatum gestellt und angedroht haben, dem Land und spezieller den griechischen Banken den Geldhahn abzudrehen.

Wie die deutsche Wirtschaftszeitung Handelsblatt berichtet, droht die Troika, die Bereitstellung von Liquidität an Griechenland zu stoppen, wenn innerhalb des Jahres 2014 keine Einigung über die anhängige Bewertung eintritt.

Laut der als „exklusiv“ charakterisierten und auf Informationen aus Brüssel, Berlin und Athen basierenden Reportage der Zeitung droht die Troika, den Finanzierungsfluss zu unterbrechen, wenn es bis Ende des Jahres 2014 keine Einigung gibt.
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Draghi als Weihnachtsmann für Griechenland

3. Oktober 2014 / Aufrufe: 637 1 Kommentar

Mit dem Vorhaben, die Kassen der EZB zu öffnen, beschert Mario Draghi Griechenland zwei unerwartete Geschenke – jedoch unter der Voraussetzung eines Programms mit der EU.

Nach den beiden unerwarteten Geschenken an Griechenland könnte Mario Draghi nur mit dem … Weihnachtsmann verglichen werden. Konkret wird Mario Draghi in einem Versuch, das Gelingen der jüngsten Bemühung der Reformer sicherzustellen, die Wirtschaft der Eurozone vor der Stagnation zu retten, Druck auf die Europäische Zentralbank ausüben, „Pakete“ als „junk“ bewerteter griechischer und zyprischer Bankkredite zu akzeptieren.

Das zweite Geschenk der EZB ist laut Reuters, dass sie bei ihren anstehenden Stresstests die diesjährigen Umstrukturierungspläne (restrukturing plans) der Banken berücksichtigt, wie Reuters unter Berufung auf drei Quellen mit Kenntnis der einschlägigen Diskussionen meldet. Bis vor kurzem war die Haltung der EZB, bei den Stresstests würden nur die Umstrukturierungspläne einbezogen werden, die bis einschließlich Dezember 2013 mit der Kommission vereinbart worden waren.
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EZB hält griechische Staatsanleihen im Wert von 25 Mrd Euro

21. Februar 2014 / Aktualisiert: 12. Mai 2016 / Aufrufe: 707 Kommentare ausgeschaltet

Die Europäische Zentralbank erzielte während der Jahre 2012 – 2013 aus aufgekauften griechischen Staatsanleihen einen Buchgewinn in Höhe von rund 1 Milliarde Euro.

Den am 20 Februar 2014 veröffentlichen Daten zufolge hat die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit griechische Staatsanleihen im Buchwert (book value) von 25,4 Mrd. Euro inne. Die Gewinne aus diesen Anleihen erreichten 2013 den Betrag von 437 Mio. Euro, gegenüber Gewinnen in Höhe von 555 Mio. Euro im Jahr 2012.

Die EZB kaufte in der Phase des Höhepunkts der Schuldenkrise in der Eurozone diese Anleihen im Rahmen des „Securities Markets Program“ (SMP) zusammen mit irländischen, spanischen, italienischen und portugiesischen Staatsanleihen auf. Die Bank wird diese Anleihen für durchschnittlich noch ungefähr 4 Jahre in ihrem Portefeuille behalten. Bezeichnenderweise gab die EZB nicht die Kosten des Erwerbs dieser Anleihen bekannt, die sie bis zu deren Fälligkeit behalten wird.

Das SMP lief am 06 September 2012 aus und wurde durch das sogenannte OMT-Programm (Outright Monetary Transactions) substituiert, das von strengen Bedingungen begleitet und bisher noch von keinem Staat in Anspruch genommen worden ist.

(Quelle: sofokleous10.gr)

Neue Ohrfeige für Regierung in Griechenland

19. Oktober 2013 / Aufrufe: 2.956 1 Kommentar

Die Zentralbank in Griechenland verpasste Finanzministerium und Regierung eine weitere Ohrfeige bezüglich des bejubelten angeblichen primären Haushaltsüberschusses.

Laut den am 15 Oktober 2013 von der Griechischen Bank veröffentlichten Daten gestaltete sich in der Periode Januar – September 2013 das laufende Kassendefizit des Haushaltsplans auf 3,31 Mrd. Euro.

Im selben Moment vertritt jedoch das Finanzministerium, Griechenland präsentiere in dem besagten Zeitraum einen primären Überschuss der Größenordnung von 3,01 Mrd. Euro, mit der Aussicht, dass das Jahr 2013 mit einem Überschuss in Höhe von 350 Mio. Euro abschließen wird, der (sofern sich dies bestätigen wird) im Frühjahr 2014 offiziell bestätigt werden wird.
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Hamsterrad der finanziellen Sackgasse in Griechenland

10. September 2013 / Aktualisiert: 28. September 2013 / Aufrufe: 586 1 Kommentar

Deutschland und Europa halten Griechenland in einem finanziellen Laufrad gefangen, um weiterhin Druck ausüben und Forderungen durchsetzen zu können.

Der griechische Fiskus muss sich wieder Geld leihen um nächstes Jahr 25 Mrd. Euro für die Verschuldung aufzubringen, wovon 5,3 Mrd. Euro auf alte Anleihen des griechischen Staates entfallen, die nicht „geschnitten“ wurden (2009 emittierte der Fiskus Obligationen über 3,8 Mrd. Euro um gegen Vorzugsaktien für 5 Jahre die griechischen Banken zu rekapitalisieren).

Ebenfalls wird das Land 2014 weitere 10 Mrd. Euro für „ungeschnittene“ Anleihen, die sogenannten ANFAs zu zahlen haben. Dabei handelt ss sich um jene Anleihen, welche die EZB und die Zentralbanken der Eurozone inne haben und mit denen sie den griechischen Fiskus zwingen, sich zuerst Geld für die Auslösung zu leihen, und danach werden diese (Banken) die Zinsen und ihre Gewinne aus der Nennwert-Differenz der Anleihen (im Vergleich zu den Preisen, zu denen sie selbst diese aufkauften) an Griechenland zurückzahlen.

Druckmittel zur Durchsetzung der Forderungen

Letztendlich erhalten die Banken nur ihr Geld zurück, aber auch in diesem Jahr entrichteten sie erst Ende Juli einen Teil der zu erstattenden Beträge, die sich aus dem Auslaufen von Anleihen im Februar und hauptsächlich im Mai 2013 ergaben (1,5 Mrd. Euro, welche die Regierung dem 7-Monats-Überschuss hinzurechnet!). Anstatt eine (direkte) Verrechnung vorzunehmen, halten sie Griechenland somit mit den Raten und Zinsrückzahlungen gefesselt, damit es sich Geld leiht um diese Anleihen bei den Fälligkeiten auszulösen. Auf diese Weise setzen sie unter einem Regime des Drucks auch ihre Forderungen durch, um die Tranchen freizugeben.

Von den insgesamt 25 Mrd. Euro der Verschuldung, die Griechenland sich für 2014 aufgeladen hat und tilgen muss, werden 15 Mrd. von Privatleuten oder Hedge Fonds und europäischen Zentralbanken in Anleihen gehalten, die sie nicht dem „Haircut“ unterzogen hatten – im Gegensatz zu den griechischen Versicherungsträgern und Banken, die 70% ihres Kapitals verloren! Da der Kredit der Europäer mit den letzten Tranchen 2014 endet, hat der Druck schon ab jetzt begonnen. Wenn Griechenland die hinausgezögerten Tranchen in diesem Jahr regulär erhält, bleiben insgesamt nur 15 Mrd. Euro von der Gesamtheit des verbleibenden Kreditpakets. In diesen 15 Mrd. sind auch die Tranchen des IWF enthalten, die 2016 enden, im Gegensatz zu den Tranchen des europäischen Kredits (ESM), die 2014 enden.

Gleichzeitig hat jedoch Griechenland 2014 die größte Last der Verschuldung für die nächsten 35 – 40 Jahre auf dem Buckel und zu tilgen. Insgesamt 25 Mrd. Euro, ohne Berücksichtigung der fortlaufend erneuerten kurzfristigen Kredite mit drei- und sechsmonatigen Schatzbriefen, die eine inländische Aufnahme von Krediten bei den Banken und griechischen Sparern sind.

Mit einer zu tilgenden Schuld von 16,1 Mrd. Euro ist 2015 ebenfalls ein schwieriges Jahr, jedoch nicht so sehr wie 2014. So wie die Verschuldung umstrukturiert wurde, sinken jedoch nach 2016 die Verpflichtungen bis einschließlich 2036 auf einstellige Milliardenbeträge … . Speziell in den zehn Jahren bis 2023 betragen die jährlichen Beträge bis zu 8 Mrd. Euro, danach variieren sie – bleiben jedoch immer im einstelligen Bereich – bis zum Jahr 2037, in dem sie auf 14,4 Mrd. Euro steigen.

2014 verlieren die Europäer Karotte und Peitsche

Aus diesem Grund gibt es den Druck, den jetzt die Deutschen und Europa ausüben. Die griechische Regierung und die Hedge-Fonds wollen keine neue Verschuldung, sondern eine Verlängerung der Tilgung der Kredite. Verlieren die Europäer ab 2014 Karotte und Peitsche der Tranchen, werden sie auch die Kontrolle über die Regierung verlieren, die dann der IWF (und die USA) übernehmen wird, der Griechenland bis 2016 Tranchen gewähren wird.

Somit erklärt sich die Absicht der Europäer, in diesem Jahr die Tranchen sowie auch die Zinsen aus den von ihnen gehaltenen „ungeschnittenen“ Anleihen hinauszuzögern. Die europäischen Zentralbanken halten derzeit insgesamt 17 Mrd. Euro in „ungeschnittenen“ Sonderanleihen, die 2012 neu aufgelegt wurden. Daher auch der Druck des Herrn Schäuble auf einen neuen Kredit, wie auch die unerhörten Forderungen der deutschen Industriellen, „die Verschuldung unter Bestellung von Hypotheken auf öffentliches Vermögen bei Energie, Häfen, Flughäfen und Immobilien zu besichern„. Deutsche und Europäer haben es eilig, Griechenland politisch mittels eines neuen Kredits oder neuer Bedingungen der Besicherung zur Geisel zu nehmen.

Die Regierung hat keine Ahnung vom Zocken

Sehen Sie jedoch, was geschieht: seit 4 Jahren der Memoranden bezahlt Griechenland Privatleuten die von ihnen gehaltenen „ungeschnittenen“ Anleihen in der Logik, „damit wir nicht zu Argentinien werden und sie uns nicht vor die internationalen Gerichte zerren„. Nur dass es einen Unterschied gibt: Die im Jahr 2014 fällig werdenden konkreten Anleihen von 5,3 Mrd. Euro sind alte Anleihen nach griechischem Recht! Es sind also keine Anleihen nach internationalem Recht, wegen denen private Gläubiger – wie sie es mit Argentinien tun – in einem ausländischen Land (USA) vor Gericht ziehen können, von dessen Recht die konkrete Schuld geregelt wird.

Sollten jedoch die Hedge-Fonds nicht bezahlt werden, wird sich dies vielleicht auf die Preise der neuen Anleihen auswirken, auch wenn sie nach englischem Recht besichert sind. Diese werden ab 2023 und nachfolgend fällig und sie werden sie nicht vorher mit Gewinn verkaufen können, wie es das Szenarium vorsah, auf dessen Basis die Hedge-Fonds die Anleihen aufkauften und auf eine Verlängerung auf 50 Jahre setzten!

Wenn Sie nun verwirrt sind, werden Sie sich vorstellen können, warum die Regierung nichts unternimmt! Sie wissen einfach nicht, wie das Spiel Rendite / Risiko gespielt wird! Die Krise ist zuallererst eine Krise der Verwaltung von Gewinnen / Verlusten aus Portefeuilles großer Anleihen-Zocker und sekundär eine Schuldenkrise des Landes. Können Sie sich diese Zahlen, mit 10 multipliziert, für italienische und spanische Anleihen vorstellen? Es ist sehr viel Geld, und seit vier Jahren wird es nun aus Steuern und Kürzungen der Renten und Löhne eingesammelt … .

(Quelle: Sofokleous10)

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Der große Betrug auf Zypern

12. April 2013 / Aktualisiert: 19. April 2014 / Aufrufe: 3.495 5 Kommentare

Die europäischen Banken – speziell Frankreichs und Deutschlands – spekulierten mit Hilfe der EZB skrupellos zu Lasten Zyperns und trieben sein Bankwesen bewusst in den Ruin.

Die europäischen Banken spekulierten ohne jeden Skrupel zu Lasten der zyprischen Banken, und zwar mit Geldern, die sie sich praktisch zinslos von der Europäischen Zentralbank (EZB) liehen. Als ihr schmutzige Spiel zu Ende zu gehen schien, verschafften sie sich mit Hilfe der EZB die erforderliche Zeit, um keinen Schaden zu erleiden.

Die eiskalte Erpressung und der vorsätzliche Mord an Zypern hätten nicht geschehen können, wenn es nicht innerhalb seiner Mauern ‚Albträume‘ gegeben hätte. Das Beharren seiner Bürger jedoch, mit ihren Erpressern und Mördern in dem selben Haus wohnen zu bleiben, ist sicher masochistisch – da es sehr wahrscheinlich ist, dass sie über viele der kommenden Jahre weiterhin erpresst sowie ebenfalls gemeuchelt werden.
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Wahrheiten und Lügen über Bankenkrise in Zypern

5. April 2013 / Aufrufe: 6.501 3 Kommentare

Laut dem ehemaligen geschäftsführenden Vorstand der Bank of Cyprus wurde das Bankwesen Zyperns vorsätzlich und systematisch in den Zusammenbruch geführt.

Der ehemalige geschäftsführende Vorstand der Bank of Cyprus (BOC), Andreas Iliadis, ist auf den Leiter der Zentralbank Zyperns und die ehemalige Regierung Zyperns wütend. In einem Artikel, den am 02 März 2013 das Internet-Portal StockWatch unter dem Titel „Wahrheiten und Lügen über den Ausverkauf der Bank of Cyprus“ publizierte, schildert er den Verlauf der Ereignisse, die Anfang Juli 2012 zu seinem Rücktritt und der heutigen Situation der Bank führten.

Andreas Iliadis löst sein 9-monatiges Schweigen und spricht von einem „gut vorbereiteten Plan zur Vernichtung des gesamten Bankwesens und hauptsächlich der Cyprus-Bank, die sich damals in einem guten wirtschaftlichen Zustand befand„.

Der ungekürzte Artikel des ehemaligen Geschäftsführers der BOC, Andreas Iliadis, wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben, die wie im griechischen Wortlaut in der 1. Person formuliert ist, die sich auf den Autor und nicht etwa das Team des Blogs bezieht.

Wahrheiten und Lügen über den Ausverkauf der Bank of Cyprus

Der neue historische Kreuzweg Zyperns, den wir durchleben, verpflichtet uns alle, nunmehr ohne große Töne und Beschimpfungen klar die absolute Wahrheit wiederzugeben.

Am 9/7/2012 reichte ich meinen Rücktritt ein, weil konkrete Faktoren – innerhalb und außerhalb – der Bank sich nicht nur nicht gemeinsam engagierten, sondern dagegen jede unserer Bemühungen untergruben, der schwierigen internationalen wirtschaftlichen Realität zu begegnen. Dies monierte ich damals in meinem Rücktrittsschreiben.

Im weiteren Verlauf bestätigten die Entwicklungen leider, dass alles Teil eines gut vorbereiteten Plans zur Vernichtung des gesamten Bankwesens und hauptsächlich der Cyprus-Bank war, die sich damals in einer guten wirtschaftlichen Lage befand.

Die nachstehend von mir angeführten Tatsachen belegen die Wahrheit.

Die Rekapitalisierung der Banken in ganz Europa, einschließlich der beiden großen zyprischen Banken, hätte am 30/06/2012 vollendet werden müssen, und die Bemühungen des Cyprus-Bank befanden sich auf ihrem Höhepunkt. Ich rufe in Erinnerung, dass der Kapitalbedarf, den der Stresstest der EBA (Europäische Bankbehörde) aufzeigte, sich auf 1,56 Mrd. € belief. Die Gruppe der Bank of Cyprus schritt ab Ende 2011 zu einer Reihe von Maßnahmen, und trotz der schwierigen Periode schaffte sie es, den größten Teil des Kapitalbedarfs des Tests zu decken.

Im Mai 2012 gaben wir bekannt, dass 200 – 300 Mio. € fehlten, die wir im folgenden Zeitraum durch andere Handlungen zu decken beabsichtigten. In diese Richtung erfolgten übermenschliche Anstrengungen, die sich hauptsächlich auf Folgendes fokussierten:

  1. Zusammen mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der Bank hatten wir drei aufeinanderfolgende Begegnungen mit dem Leiter der Zentralbank (am 11/05, 13/06 und 18/06), bei denen wir verlangten:
    • Uns angesichts dessen, dass der größte Teil des Kapitals bereits gedeckt worden war, eine Nachfrist von 3 – 6 Monaten zu geben, um die Rekapitalisierung zu vollenden. Er ließ uns verstehen, sich bemühen zu werden und dass unter Voraussetzungen eine Nachfrist gewährt werden könne.
    • Uns zu erklären, inwieweit der Schnitt der griechischen Staatsanleihen schließlich wie aus dem selbigen Stresstest hervorgehend 71% betragen oder größer sein würde. Er antwortete, sich darum kümmern und darauf zurückkommen zu werden, und sagte uns konkret, „die Spielregeln dürfen sich nicht ändern“. Es sei angemerkt, dass im Fall einer positiven Antwort die Bedürfnisse des Tests um ungefähr 80 Mio. € verringert worden wären.
  2. Mit der Deutschen Bank als Berater leiteten wir den Verkauf der beiden Versicherungsgesellschaften ein, der auch das Kapital der Bank um ungefähr 270 Mio. € verstärken würde. Mit diesem Betrag hätten wir die Rekapitalisierung vollendet.

Anstatt unsere vorstehenden Bemühungen zu unterstützen und uns rechtzeitig Antworten von der EBA zu geben, torpedierte der Leiter (der Zentralbank) auch die Bemühungen um den Verkauf der Versicherungsgesellschaften mit andauernden Schreiben von ihm, die Komplikationen in dem ganzen Verfahren schafften. Es sei angemerkt, dass bezüglich des Kaufs der Versicherungsgesellschaften Interesse von einer konkreten Gruppe des Auslands an ihrem umgehenden Aufkauf bestand.

Dem Leiter der ZB war aus den Unterredungen, die wir miteinander hatten, sowie auch seiner Mitarbeiter mit allen Dienststellen der Bank of Cyprus sehr gut bekannt, dass der Rekapitalisierungs-Endbetrag sich analog zu dem Ergebnis der obigen Handlungen und natürlich mit den Gewinnen des 2. Quartals ändern konnte. Anstatt uns jedoch zu helfen, antwortete er nicht nur auf die Fragen, die wir ihm gestellt hatten, sondern brachte stattdessen wenige Tage vor dem Auslaufen der Frist in einer öffentlichen Erklärung seine Überraschung über den benötigten Betrag mit dem Ziel und dem Ergebnis zum Ausdruck, die Seriosität der Bank zu beeinträchtigen.

Diese von ihm getroffene Wahl scheint nicht zufällig, sondern – wie ich anführte – Teil eines breiteren Plans mit Ziel die Bank of Cyprus gewesen zu sein. Lassen wir jedoch die Fakten der Cyprus-Bank zu jener Periode (30/06/2012) betrachten:

  • Einlagen: 28,1 Mrd. €
  • Nettokredite: 26,5 Mrd. €
  • Aktienkapital: 2,24 Mrd. €
  • Index eigenen Kernkapitals: 7,3%
  • Außerordentliche Liquiditätshilfe (ELA): Null
    (Anmerkung: Die Laiki Bank hatte sich am 03/07/2012 von der ELA Liquidität von 9,5 Mrd. € geliehen.)

Die Cyprus-Bank hatte also im Juni 2012:

  • Einlagen, welche die Netto-Darlehen überstiegen (die einzige systemische Bank in Zypern und Griechenland).
  • Sie hatte einen zufriedenstellenden Index eigenen Kernkapitals auf Basis von Basel II.
  • Sie war der Rekapitalisierung sehr nahe. • Sie hatte Barmittel von einigen Milliarden.
  • Sie benötigte keine ELA.

Mit all diesen Fakten unterschied sich die Bank of Cyprus von den systemischen Banken Zyperns und Griechenlands.

Es scheint jedoch, dass dies gewisse Kreise überhaupt nicht interessierte. Was sie interessierte, war, wie sie die Seriosität der Cyprus-Bank beeinträchtigen und sie demontieren könnten und zu beweisen, dass angeblich an allem der überdimensionale Bankensektor, die Bankiers und alle anderen Schuld seien, außer ihren eigenen Handlungen und ihrer eigenen Untätigkeit.

Es sei angemerkt, dass wir bis vor zwei – drei Jahren von den Rating-Agenturen, den Investment-Häusern, den Aufsichtsbehörden oder irgend einem anderen niemals vernahmen, dass in einem kleinen Staat die Banken ganz, ganz klein sein mussten. Was vorherrschte, war dass eine Bank eine solche Größe haben musste, damit sie Gewinne hat und das Vertrauern ihrer Anleger gewinnt. Ich kann die Gründe verstehen, aus denen Länder des Auslands die Seriosität des Bankensektors Zyperns schädigen wollten, jedoch kann ich immer noch nicht verstehen, warum die Regierung ihr damals mit den nachstehenden Handlungen half:

  1. Sie versuchte nicht rechtzeitig, Maßnahmen zu ergreifen um die Kreditwürdigkeit Zyperns hoch zu halten. Wahr ihr vielleicht nicht bekannt, dass die Kreditwürdigkeit der Banken beeinflusst wird und immer niedriger als die Kreditwürdigkeit des Landes ist?
  2. Warum akzeptierte die den Schnitt der griechischen Staatsanleihen per Unterschrift des Präsidenten persönlich, ohne Gegenleistungen von der Eurozone auszuhandeln, welche Zypern absichern würden?
  3. Warum hörte sie nicht auf die wiederholten Appelle aller bezüglich der Ergreifung von Maßnahmen? Zusammen mit dem Präsidenten der Bank, Herrn Aristodimos, und dem Vizepräsidenten Herrn Artemis hatten wir damals eine Reihe von Kontakten mit dem Präsidenten der Republik und dem Vorsitzenden der damaligen Regierungspartei, um ihn zu überzeugen, jedoch ohne jegliches Ergebnis. Unsere Verzweiflung über diese Bemühungen von uns hatten wir in unserer ausführlichen Bekanntmachung vom 31/08/2011 an die Presse (siehe die einschlägigen Publikationen) zum Ausdruck gebracht, aber anstatt erhört zu werden, ernteten wir einerseits Missfallen und andererseits Desinteresse.

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