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Hamsterrad der finanziellen Sackgasse in Griechenland

10. September 2013 / Aktualisiert: 28. September 2013 / Aufrufe: 581 1 Kommentar

Deutschland und Europa halten Griechenland in einem finanziellen Laufrad gefangen, um weiterhin Druck ausüben und Forderungen durchsetzen zu können.

Der griechische Fiskus muss sich wieder Geld leihen um nächstes Jahr 25 Mrd. Euro für die Verschuldung aufzubringen, wovon 5,3 Mrd. Euro auf alte Anleihen des griechischen Staates entfallen, die nicht „geschnitten“ wurden (2009 emittierte der Fiskus Obligationen über 3,8 Mrd. Euro um gegen Vorzugsaktien für 5 Jahre die griechischen Banken zu rekapitalisieren).

Ebenfalls wird das Land 2014 weitere 10 Mrd. Euro für „ungeschnittene“ Anleihen, die sogenannten ANFAs zu zahlen haben. Dabei handelt ss sich um jene Anleihen, welche die EZB und die Zentralbanken der Eurozone inne haben und mit denen sie den griechischen Fiskus zwingen, sich zuerst Geld für die Auslösung zu leihen, und danach werden diese (Banken) die Zinsen und ihre Gewinne aus der Nennwert-Differenz der Anleihen (im Vergleich zu den Preisen, zu denen sie selbst diese aufkauften) an Griechenland zurückzahlen.

Druckmittel zur Durchsetzung der Forderungen

Letztendlich erhalten die Banken nur ihr Geld zurück, aber auch in diesem Jahr entrichteten sie erst Ende Juli einen Teil der zu erstattenden Beträge, die sich aus dem Auslaufen von Anleihen im Februar und hauptsächlich im Mai 2013 ergaben (1,5 Mrd. Euro, welche die Regierung dem 7-Monats-Überschuss hinzurechnet!). Anstatt eine (direkte) Verrechnung vorzunehmen, halten sie Griechenland somit mit den Raten und Zinsrückzahlungen gefesselt, damit es sich Geld leiht um diese Anleihen bei den Fälligkeiten auszulösen. Auf diese Weise setzen sie unter einem Regime des Drucks auch ihre Forderungen durch, um die Tranchen freizugeben.

Von den insgesamt 25 Mrd. Euro der Verschuldung, die Griechenland sich für 2014 aufgeladen hat und tilgen muss, werden 15 Mrd. von Privatleuten oder Hedge Fonds und europäischen Zentralbanken in Anleihen gehalten, die sie nicht dem „Haircut“ unterzogen hatten – im Gegensatz zu den griechischen Versicherungsträgern und Banken, die 70% ihres Kapitals verloren! Da der Kredit der Europäer mit den letzten Tranchen 2014 endet, hat der Druck schon ab jetzt begonnen. Wenn Griechenland die hinausgezögerten Tranchen in diesem Jahr regulär erhält, bleiben insgesamt nur 15 Mrd. Euro von der Gesamtheit des verbleibenden Kreditpakets. In diesen 15 Mrd. sind auch die Tranchen des IWF enthalten, die 2016 enden, im Gegensatz zu den Tranchen des europäischen Kredits (ESM), die 2014 enden.

Gleichzeitig hat jedoch Griechenland 2014 die größte Last der Verschuldung für die nächsten 35 – 40 Jahre auf dem Buckel und zu tilgen. Insgesamt 25 Mrd. Euro, ohne Berücksichtigung der fortlaufend erneuerten kurzfristigen Kredite mit drei- und sechsmonatigen Schatzbriefen, die eine inländische Aufnahme von Krediten bei den Banken und griechischen Sparern sind.

Mit einer zu tilgenden Schuld von 16,1 Mrd. Euro ist 2015 ebenfalls ein schwieriges Jahr, jedoch nicht so sehr wie 2014. So wie die Verschuldung umstrukturiert wurde, sinken jedoch nach 2016 die Verpflichtungen bis einschließlich 2036 auf einstellige Milliardenbeträge … . Speziell in den zehn Jahren bis 2023 betragen die jährlichen Beträge bis zu 8 Mrd. Euro, danach variieren sie – bleiben jedoch immer im einstelligen Bereich – bis zum Jahr 2037, in dem sie auf 14,4 Mrd. Euro steigen.

2014 verlieren die Europäer Karotte und Peitsche

Aus diesem Grund gibt es den Druck, den jetzt die Deutschen und Europa ausüben. Die griechische Regierung und die Hedge-Fonds wollen keine neue Verschuldung, sondern eine Verlängerung der Tilgung der Kredite. Verlieren die Europäer ab 2014 Karotte und Peitsche der Tranchen, werden sie auch die Kontrolle über die Regierung verlieren, die dann der IWF (und die USA) übernehmen wird, der Griechenland bis 2016 Tranchen gewähren wird.

Somit erklärt sich die Absicht der Europäer, in diesem Jahr die Tranchen sowie auch die Zinsen aus den von ihnen gehaltenen „ungeschnittenen“ Anleihen hinauszuzögern. Die europäischen Zentralbanken halten derzeit insgesamt 17 Mrd. Euro in „ungeschnittenen“ Sonderanleihen, die 2012 neu aufgelegt wurden. Daher auch der Druck des Herrn Schäuble auf einen neuen Kredit, wie auch die unerhörten Forderungen der deutschen Industriellen, „die Verschuldung unter Bestellung von Hypotheken auf öffentliches Vermögen bei Energie, Häfen, Flughäfen und Immobilien zu besichern„. Deutsche und Europäer haben es eilig, Griechenland politisch mittels eines neuen Kredits oder neuer Bedingungen der Besicherung zur Geisel zu nehmen.

Die Regierung hat keine Ahnung vom Zocken

Sehen Sie jedoch, was geschieht: seit 4 Jahren der Memoranden bezahlt Griechenland Privatleuten die von ihnen gehaltenen „ungeschnittenen“ Anleihen in der Logik, „damit wir nicht zu Argentinien werden und sie uns nicht vor die internationalen Gerichte zerren„. Nur dass es einen Unterschied gibt: Die im Jahr 2014 fällig werdenden konkreten Anleihen von 5,3 Mrd. Euro sind alte Anleihen nach griechischem Recht! Es sind also keine Anleihen nach internationalem Recht, wegen denen private Gläubiger – wie sie es mit Argentinien tun – in einem ausländischen Land (USA) vor Gericht ziehen können, von dessen Recht die konkrete Schuld geregelt wird.

Sollten jedoch die Hedge-Fonds nicht bezahlt werden, wird sich dies vielleicht auf die Preise der neuen Anleihen auswirken, auch wenn sie nach englischem Recht besichert sind. Diese werden ab 2023 und nachfolgend fällig und sie werden sie nicht vorher mit Gewinn verkaufen können, wie es das Szenarium vorsah, auf dessen Basis die Hedge-Fonds die Anleihen aufkauften und auf eine Verlängerung auf 50 Jahre setzten!

Wenn Sie nun verwirrt sind, werden Sie sich vorstellen können, warum die Regierung nichts unternimmt! Sie wissen einfach nicht, wie das Spiel Rendite / Risiko gespielt wird! Die Krise ist zuallererst eine Krise der Verwaltung von Gewinnen / Verlusten aus Portefeuilles großer Anleihen-Zocker und sekundär eine Schuldenkrise des Landes. Können Sie sich diese Zahlen, mit 10 multipliziert, für italienische und spanische Anleihen vorstellen? Es ist sehr viel Geld, und seit vier Jahren wird es nun aus Steuern und Kürzungen der Renten und Löhne eingesammelt … .

(Quelle: Sofokleous10)

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Premierminister Antonis Samaras spricht gerne von einer griechischen Succes Story, die jedoch eher einen Erfolg der Gläubiger darstellt, die ihre Kredite recyceln.

Sie schreiten zu Auflösungen, Ausverkäufen, Entlassungen vom Fleck weg! Es ist die Zweier-Regierung, die Regierung Samaras – Venizelos, die Regierung ND und PASOK, die Regierung, die von den Parteien gebildet wurde, die sich bei den Wahlen ihrer Stimmen versicherten, indem sie die Menschen plump betrogen und eine „Neuverhandlung des Memorandums“ und „keinerlei weitere Maßnahmen“ versprachen. Es sind diejenigen, die regieren und dabei vergessen, dass sie Rechenschaft schuldig sind – nicht gegenüber Schäuble und der Zinswucherer-Clique der Gläubiger, sondern gegenüber dem Volk.

Es ist offensichtlich, dass welches kommunikative Spielchen auch immer bezüglich der Tranche veranstaltet wird, der sich die ehrenwerten Herren des von PASOK und Nea Dimokratia beherrschten neoliberalen Griechenlands versichert haben, keinerlei Eindruck zu schaffen vermag. Es sind viele, denen bewusst wird, wie viel die neue Tranche des neuen Kredits kostet, die höchstwahrscheinlich in Raten ausgezahlt werden wird, damit andere Raten diverser älterer Kredite getilgt werden.
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