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Artikel Tagged ‘tarifvertrag’

Mittelalterliche Arbeitsumstände in Griechenland

23. Juli 2016 / Aufrufe: 1.431 3 Kommentare

Infolge sogenannter flexibler Arbeitsverhältnisse und unverschämter Ausbeutung verdienen in Griechenland 127000 Arbeitnehmer weniger als 100 Euro brutto im Monat.

Die immer schlimmere Schrumpfung der Einkommen der Arbeitnehmer, den steilen Anstieg der Arbeitslosigkeit, das Vorherrschen der flexiblen Beschäftigungsformen und den Absturz der Löhne in den letzten fünf „memorandischen“ Jahren in Griechenland gibt ein Positionspapier über die Arbeitsverhältnisse wieder, das von dem griechischen Arbeitsministerium an den Sachverständigen-Ausschuss übermittelt wurde.

Das besagte Positionspapier reflektiert die tragischen Umstände, unter denen tausende Bürger zu leben gezwungen sind, da ihr Monatslohn … 100 Euro nicht übersteigt.
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Löhne der privaten Arbeitnehmer in Griechenland

1. Januar 2014 / Aufrufe: 1.494 Keine Kommentare

Fast 60 Prozent der Arbeitnehmer des privaten Sektors in Griechenland verdienen maximal 800 Euro und nur knapp 4 Prozent über 1900 Euro netto im Monat.

Die Substituierung der Mehrheit der Branchen-Tarifverträge durch individuelle Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen (mit einer Mindestlohngrenze von 586 bzw. 511 Euro), das Vorherrschen „flexibler“ Formen der Beschäftigung und Arbeitszeiten (6 von 10 Einstellungen erfolgen inzwischen mit Teilzeit- oder abwechselnder Beschäftigung) und die 40-Stunden-Woche nebst Abschaffung der 5-Tage-Woche haben 2013 in Griechenland auf dem Arbeitsmarkt und bei den Löhnen eine neue Landschaft gestaltet.

Aus den offiziellen Angaben des griechischen Arbeitsministeriums für das 3. Quartal 2013 geht hervor, dass etwa 57% der Arbeitnehmer des privaten Sektors nicht mehr als 800 Euro netto verdienen, wogegen der Anteil der Arbeitnehmer mit Nettobezügen von 1.900 Euro oder mehr deutlich unter 4% liegt.
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511 Euro brutto für junge Arbeitnehmer in Griechenland

7. März 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.020 9 Kommentare

In Griechenland wurde der gesetzliche Mindestlohn für junge Arbeitnehmer bis 25 Jahre in allen Branchen und Berufen global auf 511 Euro brutto pro Monat gesenkt.

Ein Beschluss des griechischen Kabinetts, der die Geltung einer gesetzlichen Verfügung hat und am 28. Februar verabschiedet wurde, sieht für junge Arbeitnehmer im Alter von bis zu 25 Jahren die Außerkraftsetzung aller Branchentarifverträge und kollektiven Tarifvereinbarungen vor. Dies bedeutet in der Praxis, dass die Arbeitgeber unabhängig von bestehenden Verträgen die Löhne aller jungen Arbeitnehmer sofort auf 511 Euro brutto senken können!

Dies stellte Anna Stratinaki am 05. März 2012 in einem Interview in einer Fernsehsendung klar und offenbarte, dass es in dem immer heftiger werdenden Angriff gegen die Arbeiter und das Volk keinerlei Limit gibt. Gleichzeitig öffnet sich jedoch mit den jungen Leuten als Fahrzeug auch der Weg für die beschleunigte Offensive zu Lasten aller Branchentarifverträge.
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Senkung der Mindestlöhne in Griechenland ab März 2012

29. Februar 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.243 1 Kommentar

In Griechenland treten rückwirkend ab Mitte Februar 2012 die Lohnkürzungen in Kraft, welche mit dem neuen Memorandum erzwungen wurden.

Ab dem 01. März 2012 und mit der Möglichkeit zur rückwirkenden Anwendung ab dem 14. Februar 2012 treten in Griechenland auf dem privaten Sektor die von der Troika erzwungen Senkungen der gesetzlichen Mindestlöhne des nationalen Manteltarifvertrags um 22% – 32% in Kraft.

Gesetzliche Mindestlöhne auf Basis des nationalen Manteltarifvertrags in Griechenland
Dienstjahre Bruttobezüge vor dem neuen Memorandum für Bruttobezüge nach dem neuen Memorandum für
Ledige Verheiratete Ledige Verheiratete
0 – 3 751,39 € 826,53 € 586,08 € 644,69 €
3 – 6 813,98 € 889,12 € 634,40 € 693,50 €
6 – 9 887,98 € 963,12 € 692,62 € 751,23 €
9 und mehr 961,97 € 1.037,11 € 760,34 € 808,94 €

Der Vollständigkeit halber sei betont, dass die vorstehend angeführten neuen gesetzlichen Mindestlöhne für Arbeitnehmer ab 25 Jahren gelten, während für junge Arbeitnehmer unter 25 Jahren die Kürzung der Mindestlöhne nicht 22%, sondern 32% beträgt!

Für Arbeitnehmer, die derzeit auf Basis von Branchentarifverträgen entlohnt werden, können die Lohnkürzungen abhängig davon, ob rechtzeitig neue Tarifverträge ausgehandelt und unterzeichnet werden oder nicht, die Lohnkürzungen bis zu fast 50% erreichen.

(Quellen: in.gr, Vradyni)

Arbeitnehmer in Griechenland verlieren bis zu 50 Prozent ihres Lohns

18. Februar 2012 / Aufrufe: 1.540 10 Kommentare

Arbeitnehmer des privaten Sektors in Griechenland verlieren infolge der Maßnahmen des aufgezwungenen neuen Sparpakets bis zu 50% ihrer monatlichen Bezüge.

Die Kürzung der Arbeitsvergütung um bis zu 50% und die Demontage der Pyramide der kollektiven Tarifverträge zählen zu den härtesten Maßnahmen, die in Griechenland während der letzten fünf Jahrzehnte ergriffen wurden. Infolge der neuen Sparmaßnahmen, welche Griechenland von der Troika bzw. speziell auch auf Betreiben Deutschlands zur angeblichen „Rettung“ des Landes aufgezwungen werden, verlieren ungelernte Arbeiter jährlich wenigstens drei Monatslöhne. Auf Basis von Branchentarifverträgen entlohnte Arbeitnehmer werden sogar bis zur Hälfte ihrer Bezüge einbüßen, während das Arbeitsrecht hinsichtlich der kollektiven Verträge in das Jahrzehnt von 1950 zurückfällt.

Mit den neuen Maßnahmen tritt das Kollektivrecht in den Hintergrund, vorangestellt werden die individuelle Verhandlung und der persönliche Arbeitsvertrag„, betont gegenüber der Zeitung „Vima“ ein Funktionär der politischen Führung des Arbeitsministeriums. Die Verhandlung auf persönlichem Niveau endet jedoch immer zu Gunsten der „stärkeren Partei„, die im vorliegenden Fall die Arbeitgeberseite ist. Mit der Umsetzung der Maßnahmen tritt unmittelbar der Umsturz des Allgemeinen Nationalen Manteltarifvertrags ein, während in spätestens 15 Monaten auch die Gesamtheit der Branchentarifverträge gekippt wird und die Löhne auf die Mindestgrenzen gedrückt werden.
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Troika verlangt Entlassungen und Lohnsenkungen in Griechenland

15. Dezember 2011 / Aktualisiert: 02. Januar 2012 / Aufrufe: 981 21 Kommentare

Griechenland soll zu weiteren 150.000 Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor und der Senkung der Mindestlöhne auf dem privaten Sektor auf 450 Euro schreiten.

Wie die ersten Begegnungen der EU-Kommissare mit den griechischen Ministern am vergangenen Montag (12.12.2011) zeigte, verlangt die Troika weitere umfangreiche Eingriffe auf dem öffentlichen und privaten Sektor in Griechenland.

Auf dem allgemeinen öffentlichen Sektor wird die Reduzierung der Beschäftigten um weitere 150.000 Personen bis 2015 gefordert. Schätzungen zufolge werden zur Erfüllung dieser Vorgabe selbst bei Forcierung der Zwangsfreistellungen und vorzeitigen Pensionierungen immer noch auch wenigstens 40.000 Entlassungen erforderlich sein.

In den nächsten zwei Jahren wird es keine regulären Pensionierungen mehr geben, da alle Pensionsberechtigten, die von der Regierung auf etwa 30.000 veranschlagt werden, bereits in die „Arbeitsreserve“ bzw. den Vorruhestand gezwungen worden sein werden. Nach Abzug von den 150.000 seitens der Troika verlangten Ausscheidungen verbleiben also immer noch weitere 120.000 Ausscheidungen.
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Griechenland soll nationalen Manteltarifvertrag abschaffen

4. Oktober 2011 / Aufrufe: 689 10 Kommentare

Griechenland soll unter dem Druck der Gläubiger den nationalen Manteltarifvertrag abschaffen, der zur Zeit einen gesetzlichen monatlichen Mindest-Nettolohn von etwa 540 Euro vorsieht.

Die Vertreter der Troika verlangten am Montag (03.10.2011) von der griechischen Regierung die Abschaffung der „letzten roten Linie“ bezüglich der Löhne auf dem privaten Sektor und provozierten damit prompt die zornige Reaktion des Dachverbands der Arbeiterorganisationen GSEE. Konkret verlangten die Vertreter der Gläubiger Griechenlands die Abschaffung des nationalen Manteltarifvertrags, um noch niedrigere Arbeitslöhne als die derzeitigen gesetzlichen Mindestlöhne von monatlich ca. 540 Euro netto / 750 Euro brutto bzw. auf Tageslohnbasis ca. 24 Euro netto / 33,50 Euro brutto durchsetzen zu können.

Diese aus heiterem Himmel gestellte Forderung schlug im Rahmen der mit Arbeitsminister Jorgos Koutroumanis geführten Besprechungen natürlich wie eine Bombe ein, zumal bis heute niemals ein solches, sondern nur das Thema der Branchen- und Unternehmenstarifverträge zur Rede gestanden hatte. Der nationale Manteltarifvertrag stellte dagegen bisher die „rote Linie“ dar, die von allen akzeptiert wurde. (Es sei angemerkt, dass mithilfe der umstrittenen Firmentarifverträge  inzwischen auf breiter Basis die bestehenden Branchentarifverträge unterlaufen werden und die Unterzeichnung  nicht selten durch massiven Druck auf die Arbeitnehmer erzwungen wird.)
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Verwirrung um Tarifverträge in Griechenland

27. Mai 2011 / Aktualisiert: 09. Juni 2011 / Aufrufe: 209 Keine Kommentare

In Griechenland ist weiterhin unklar, ob in Einzelverträgen vorgesehene Lohnminderungen rechtmäßig sind, wenn ein Branchentarifvertrag ausgelaufen und nicht erneuert worden ist.

Obwohl das griechische Arbeitsministerium ein „non paper“ mit gewissen rechtlichen Auslegungen publik machte bleibt weiterhin unklar, ob nach Ablauf der Geltung bestehender Branchentarifverträge, die jedoch nicht erneuert wurden, aus Einzelverträgen resultierende Lohn- und Gehaltsminderungen legitim oder rechtswidrig sind. In Einzelheiten führt das Ministerium Folgendes an:
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