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Artikel Tagged ‘streik’

Kassen-Embargo der Apotheker in Griechenland ab 26 November 2012

23. November 2012 / Aufrufe: 189 Keine Kommentare

Die Apotheker in Griechenland schreiten ab dem 26 November 2012 erneut zu einem Embargo gegen die Krankenkassen und führen Kassenrezepte nur gegen Barzahlung aus.

Ab dem kommenden Montag (26 November 2012) läuten die griechischen Apotheker eine neue Runde ihrer Protestaktionen ein und werden für unbefristete Zeit an die Versicherten des EOPYY verschriebene Medikamente nur noch gegen Barzahlung abgeben.

Parallel schreiten die Apotheker am kommenden Montag und Dienstag zu einem 48-stündigen Streik und reagieren damit auf die Verzögerung der Abzahlung von Verbindlichkeiten an sie, aber auch auf die obligatorische Ermäßigung (rebate) von 5% rückwirkend ab dem 01. Januar 2012, die mit einem aktuellen gesetzlichen Erlass verhängt wurde.

Den Beschluss fasste am Mittwochabend (21. November 2012) der Vorstand des Panhellenischen Verbands der Pharmazeuten (PFS). Es fehlten auch nicht die Stimmen, welche forderten, bereits ab Donnerstag zur Einstellung der Ausführung von Kassenrezepten “auf Rechnung” zu schreiten.

Am Montag werden die Apotheker eine Protestversammlung vor der Geschäftsstelle des EOPYY an der Allee Kifisisias durchführen, und am Samstag (01 Dezember 2012) wird die Generalversammlung der Branche einberufen werden, um die Situation zu bewerten und Beschlüsse über das weitere Vorgehen zu fassen.

(Quelle: in.gr)

Relevante Artikel:

Finanzämter in Griechenland bis Ende September 2012 geschlossen

26. September 2012 / Aufrufe: 685 1 Kommentar

Im Rahmen ihrer Protestaktionen gegen die erneuten radikalen Kürzungen ihrer Bezüge beschlossen die Finanzbeamten in Griechenland einen dreitägigen Streik.

Die Finanzbeamten in Griechenland verschärfen ihre Proteste gegen das neue Sparpaket, welches Kürzungen in Höhe von insgesamt 11,9 Mrd. Euro vorsieht.

Gemäß den gefassten Beschlüssen der Finanzbeamten bleiben die Finanzämter in Griechenland nicht nur im Rahmen des 24-stündigen Generalstreiks am Mittwoch (26 September 2012), sondern auch am nachfolgenden Donnerstag und Freitag (27/28 September 2012) geschlossen. Praktisch öffnen damit die griechischen Finanzämter erst wieder am 01 Oktober 2012.

(Quelle: in.gr)

Streik der Seeleute in Griechenland abgebrochen

20. März 2012 / Aufrufe: 158 Keine Kommentare

Das gewerkschaftliche Dachorgan der Seeleute in Griechenland hat den Abbruch der ab dem 19 März 2012 ausgerufenen aufeinanderfolgenden 48-stündigen Streiks beschlossen.

Nach einer dreistündigen Sitzung, die wegen heftiger Auseinandersetzungen zwischen den Anwesenden äußerst stürmisch verlief und wiederholt unterbrochen wurde, beschloss der Panhellenische Verband der Seeleute (PNO) den Abbruch der ab dem vergangenen Montag ausgerufenen aufeinanderfolgenden 48-stündigen Streiks.

Der Beschluss zur Beendung des Ausstands wurde mit 9 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen und einer Enthaltung gefasst. Ab Mittwochmorgen (21 März 2012 – 06:00 Uhr) werden also die Routen der griechischen Küstenschifffahrt wieder regulär bedient werden.

Der Sitzung der PNO waren in den Bemühungen um einen Kompromiss und die Beendigung der ausgerufenen Streiks Begegnungen mit Entwicklungsministerin Anna Diamantopoulou und dem Arbeitsminister Georgios Koutroumanis vorausgegangen.

(Quelle: in.gr)

Gefängniswärter in Griechenland streiken

8. März 2012 / Aufrufe: 107 Keine Kommentare

Die Gefängniswärter in Griechenland schreiten auf Beschluss des Berufsverbands des Strafvollzugspersonals ab dem 08 März 2012 zu wiederholten 24-stündigen Streiks.

Die Streiks haben zur Folge, dass an den jeweiligen Tagen keine Häftlingsverlegungen und – transporte erfolgen (also Häftlinge u. a. auch nicht zu Gerichtsverhandlungen vorgeführt werden), aber auch keine Besuche durch Angehörige, Rechtsanwälte usw. gestattet werden.

Das Gefängnispersonal protestiert unter anderem gegen die herrschenden Verhältnisse in den Strafvollzugsanstalten, den signifikanten Personalmangel und die Verzögerung ihrer Bezüge bzw. speziell auch Nachtdienstvergütungen.

(Quelle: in.gr)

Ausstand der Rechtsanwälte in Griechenland bis Ende Februar 2012

18. Februar 2012 / Aktualisiert: 26. Februar 2012 / Aufrufe: 61 Keine Kommentare

Die Rechtsanwälte in Griechenland beschlossen aus Protest gegen die Maßnahmen zu Lasten ihres Berufsstandes, bis Ende Februar 2012 ihren Aufgaben fernzubleiben.

Dem Streik der Athener Rechtsanwälte, die aus Protest gegen die vorgesehene Deregulierung ihres Berufszweigs bereits am 15. Februar 2012 beschlossen hatten, für den Rest des Monats in den Ausstand zu treten, schlossen sich nun alle Rechtsanwälte des Landes an.

Konkret trat am 18. Februar 2012 in den Geschäftsräumen der RAK Athen das Plenum der Präsidenten der Anwaltskammern Griechenlands zusammen und beschloss einstimmig, dass aus Protest gegen die von dem neuen Memorandum zu Lasten ihres Berufsstands vorgesehenen Lieberalisierungs-Maßnahmen die Rechtsanwälte in ganz Griechenland bis einschließlich zum 29. Februar 2012 ihren Aufgaben fernbleiben werden.

(Quelle: in.gr)

Medikamente in Griechenland nur noch gegen Barzahlung

3. Januar 2012 / Aktualisiert: 12. Januar 2012 / Aufrufe: 827 6 Kommentare

Die Apotheker in Griechenland beschlossen anlässlich der eskalierenden Konfrontation mit dem Gesundheitsministerium, Medikamente nur noch gegen Barzahlung abzugeben.

Die Apotheker in Griechenland schreiten in Reaktion auf die Ankündigungen der Ministerien für Gesundheit und Arbeit bezüglich der erneuten Senkung ihrer Gewinnspanne zu weiteren Protestaktionen. Konkret rief der Panhellenische Pharmazeuten-Verein für den 02. und 03. Januar 2012 einen 48-stündigen Streik aus und bekräftigte den bereits gegen Ende 2011 gefassten Beschluss, ab Januar 2012 Medikamente nur noch gegen Barzahlung abzugeben.

Letzteres betrifft die Versicherten aller Kassen (also auch jener, die ihren Verpflichtungen regulär nachkommen!) und bedeutet in der Praxis, dass alle Versicherten gezwungen sind, den vollen Preis der Medikamente aus eigener Tasche vorzustrecken und dann die Erstattung des ihnen nach Abzug der Selbstbeteiligung zustehenden Kassenanteils zu beantragen. Die Apotheker verlangen eine “Vereinbarung mit der Branche über einen stabilen Rahmen der Arzneimittelpolitik sowie auch, die Jagd auf die Apotheken einzustellen“.

Aktualisierung: Seit dem 12. Januar 2012 führen die Apotheken Rezepte aller Kassen wieder regulär aus.

Apotheker warnen vor Chaos in der medizinischen Versorgung

Wie in der einschlägigen Bekanntmachung angeführt wird, “wurde in einer gemeinsamen Sitzung des Vorstands des Panhellenischen Pharmazeuten-Vereins und der Pharmazeuten-Vereine von Attika und Piräus sowie Vorsitzender anderer großer Pharmazeuten-Vereine nach den Erklärungen des Gesundheitsministers und des Arbeitsministers in Zusammenhang mit den Medikamenten festgestellt, dass:

  • keine konkrete Lösung für die Zahlungen der Versicherungskassen gegeben wird,
  • nicht der wirtschaftlichen Zwangslange der Apotheken und deren Liquiditätsmangel begegnet wird,
  • ohne vorherigen Dialog Maßnahmen bekannt gegeben werden,
  • die Abwertung der medizinischen Versorgung fortgesetzt wird und die Apotheker bei ihren bereits ärmlichen Einkommen zusätzlich mit der Senkung der Gewinnspanne “abgestraft” werden.

Bei einer neuen Sitzung in der nächsten Woche werden die Beurteilung der Lage und die Fassung neuer Beschlüsse erfolgen.

Charakteristisch ist die Erklärung des Vorsitzenden des Panhellenischen Pharmazeiten-Vereins Theodoros Ampatzoglou, der betonte: “in einem Moment, wo die Versicherungskassen 400 Millionen Euro schulden, in einem Moment, wo die Apotheken unter dem Finanzierungsdruck der Multis und der Banken schließen, entschied Minister Loverdos, das spärliche Einkommen der Apotheker noch mehr zu senken” und warnt ausdrücklich: “Wir machen ihn (Loverdos) für das Chaos verantwortlich, das ab dem neuen Jahr auf dem Sektor der pharmazeutischen Versorgung herrschen wird“.

(Quelle: in.gr)

Bereits 800 Apotheken sollen von Schließung bedroht sein

Wie Theodoros Ampatzoglou betonte, betreffen die Aktionen der Apotheker fortan alle Kassen, weil es um das Überleben der Branche gehe. Die Verbindlichkeiten der Kassen gegenüber den Apothekern des ganzen Landes belaufen sich inzwischen auf 400 Millionen Euro, mit dem Ergebnis, dass ungefähr 800 Apotheken von der Schließung bedroht seien und 200 sich bereits außer Stande erklärt haben, den Betrieb fortzusetzen.

(Quelle: iatropedia)

Ergänzend ist anzumerken, dass die Pharma-Konzerne den griechischen Markt schon seit geraumer Zeit äußerst zurückhaltend und häufig nur noch gegen Barzahlung beliefern und nicht zuletzt deswegen bei zahlreichen Präparaten ernsthafte Versorgungsengpässe bestehen. Entsprechend werden auch die Apotheken nur noch mit geringen Mengen oder / und ausschließlich gegen Barzahlung beliefert, müssen jedoch andererseits häufig monatelang auf die Abrechnung verkaufter Medikamente mit den Kassen warten.

Auf die gängige Taktik griechischer Regierungen, einzelne Berufsstände – ob berechtigt oder nicht – gezielt öffentlich zu verunglimpfen und soziale Schichten und Gruppen der Bevölkerung systematisch gegeneinander auszuspielen, sei hier nicht weiter eingegangen. Jedenfalls stehen inzwischen tatsächlich viele Apotheker wirtschaftlich “mit dem Rücken an der Wand”, was die weiteren Verhandlungen nicht erleichtern wird.

Leidtragende sind letztendlich wieder einmal ausgerechnet diejenigen, die es am wenigsten verdient oder gar zu verantworten haben – gemäß der griechischen Redewendung: “Wenn sich die Wasserbüffel zoffen, bezahlen die Frösche die Zeche“.

Strafverfahren gegen Taxifahrer in Griechenland

29. Juli 2011 / Aktualisiert: 31. Juli 2011 / Aufrufe: 335 5 Kommentare

In Griechenland wurden wegen der Ausschreitungen der streikenden Taxibesitzer inzwischen 82 Ermittlungsverfahren eingeleitet, in die mehrere tausend Personen verwickelt sind.

Von Dienststellen der Verkehrspolizei in ganz Griechenland sind bereits zweiundachtzig Verfahren gegen Taxibesitzer eingeleitet worden, während der Präsident des Berufsverbands der Taxifahrer Athen (SATA / ΣΑΤΑ) sich ausdrücklich von den Ausschreitungen distanzierte, zu denen am 28. Juli 2011 in Piräus, Thessaloniki und anderen Orten Griechenlands randalierende Taxibesitzer speziell auch zu Lasten von Touristen geschritten waren.

Wie die griechische Polizei (ELAS / ΕΛΑΣ) bekannt gab, wurden die Verfahren, in welche 6.415 Personen verwickelt sind, in dem Zeitraum vom 18. – 27 Juli 2011 eingeleitet. 35 Akten wurden inzwischen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und betreffen 6.415 Personen. Die Strafbestände beziehen sich auf Verkehrsbehinderungen und andere Vergehen.

Thomas Lymperopoulos, Präsident des SATA, distanzierte sich in einer TV-Sendung von den Geschehnissen des 28. Julis und schrieb die Ausschreitungen Einzelhandlungen verärgerter Taxibesitzer zu, die ihre Lizenzen verlieren und autonom agieren, ohne von dem Dachverband kontrolliert werden zu können. Er verurteilte diese ungesetzlichen Handlungen unverblümt und betonte, dass diese Minderheit nicht die Gesamtheit der Berufskraftfahrer ausdrückt.

Parallel kündigte der Präsident des SATA an, dass die Delegation des Dachverbands bei dem Treffen mit dem Verkehrsministers Ragkousis am 29. Juli 2011** zwei grundsätzliche Forderungen stellen wird, um den Streik umgehend zu beenden. Die erste bezieht sich auf die Umsetzung der Analogie der Taxi-Lizenzen zur Bevölkerung und die zweite auf die Erhaltung der derzeitigen Lizenzen.

(Quelle: Ethnos)

** Auch diese Begegnung verlief ergebnislos, woraufhin die Taxibesitzer beschlossen, ihren unbefristeten Streik fortzusetzen und parallel zu weiteren Protestaktionen zu schreiten.

War die Eskalation der Proteste der Taxi-Besitzer in Griechenland vermeidbar?

29. Juli 2011 / Aufrufe: 184 Keine Kommentare

Ist die Eskalation der Protestaktionen der Taxibesitzer in Griechenland auf die Unfähigkeit der Regierung zurückzuführen oder gar im Rahmen politischer Spiele in Kauf genommen worden?

Den unbefristeten Streik der Taxi-Besitzer in Griechenland und die eskalierenden Ausschreitungen speziell zu Lasten des Tourismus kommentiert Panos Kolokotronis, Chefredakteur der griechischen Tageszeitung Vradyni, in einem am 27. Juli 2011 in der Kolumne “Zeichen der Zeit” publizierten Beitrag, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

In den Schützengräben

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung überrumpelt zu werden scheint. Dies geht zumindest aus der Weise hervor, mit der sie die Streikaktionen der Taxibesitzer handhabt, deren Dynamik sich augenscheinlich trotz der Tatsache fortsetzt, dass sich bei nicht wenigen Fahrern Empörung einzustellen scheint, entweder weil nach und nach die Flucht in die Sommerferien beginnt oder weil nicht alle wirtschaftlich in der Lage sind, einen unbefristeten Streik ertragen zu können.

Die Reportage der Regierung erschöpft sich in dem Getöse, das innerhalb der Regierungspartei die Handhabung des Problems durch den Minister Giannis Ragkousis verursacht hat. Eines Problems, das keineswegs simpel ist, da die Protestaktionen bereits den Sektor des Tourismus und damit möglicherweise die einzige Branche erschüttern, die Gewinne in dieses Land bringt und zur Erhaltung – wenn nicht sogar Erhöhung – der Arbeitsplätze beiträgt.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob die Regierung in der Lage ist, dieses Problem zu lösen. Beispielsweise erschien gestern Herr Ragkousis zumindest unwillig, die Lage zu klären, und soll um Zeit gebeten haben, um … Lösungen (?) vorzuschlagen. Können wir sowohl Giannis Ragkousis als auch seinen Amtsvorgänger Dimitris Reppas als unerfahrene Politiker einstufen?

Im Fall des Herrn Reppas kann davon keine Rede sein. Das von ihm vorbereitete Präsidialdekret reflektierte seine Absicht, die “gelbe Welle” zu absorbieren, die wir während der letzten Tage sehen – auch wenn in der Praxis der bereits gesättigte Berufszweig nicht “geöffnet” wurde. Ist also Herr Ragkousis schuld, weil entweder das Gesetz umzusetzen ist oder weil er sich nicht bei einer Gruppe von Arbeitnehmern einschmeichelte?

Wenn wir dem derzeitigen Minister etwas anzulasten haben, dann weil er die heutige Situation nicht voraussah. Und trotzdem hätte ein Politiker wie Herr Ragkousis wahrscheinlich erkannt, wohin die Sache führt. Die von ihm demonstrierte Verzögerung kann also nur beabsichtigt sein. Außerdem stellt es eine beständige Taktik der Regierung dar, die Gesellschaft mit einem Berufszweig mit dem Ziel in Konfrontation zu bringen, als “Retter” einzugreifen – entweder mittels der Polizei oder der mittels der Justiz.

Was wiederum die Abgeordneten der PASOK-Partei betrifft, die sich … “widersetzen”, ist wahrscheinlich zu betonen, dass ihre Reaktion nicht mehr als die ebenfalls bekannte Taktik darstellt, die laizistischen Begehren zu “unterstützen” und dann dem Volk den Rücken zu kehren. Deswegen hatten außerdem auch etliche Jener, die heute den Herrn Ragkousis unter Feuer nehmen, vorgestern für die Liberalisierung des Berufszweigs gestimmt. Wenn das keine politische Heuchelei ist, was ist es dann?

(Quelle: Vradyni)

Taxi-Lizenz in Griechenland zum Preis einer Eigentumswohnung

28. Juli 2011 / Aufrufe: 847 Keine Kommentare

Die Taxi-Besitzer in Griechenland setzen ihren unbefristeten Streik aus Protest gegen die Liberalisierung des Taxi-Gewerbes fort und kündigten noch drastischere Aktionen an.

Obwohl der unbefristete Streik der Taxi-Besitzer aus Protest gegen die bereits Anfang Juli 2011 bekannt gegebene Freigabe der Taxi-Lizenzen in Griechenland katastrophale Folgen für die Wirtschaft und speziell den Tourismus hat, steht keine Schlichtung der Konfrontation in Aussicht. Von Seite der Taxibesitzer wurden noch radikalere Protestaktionen angekündigt, die unter anderem erneut auf massive Behinderungen im Tourismus abzielen könnten.

Die wahren Hintergründe der unnachgiebigen Haltung der Interessenverbände der Inhaber der bisherigen Taxi-Lizenzen reflektiert ein Artikel in der griechischen Tageszeitung Ta Nea, der bereits anlässlich des Scheiterns der ersten Verhandlungen publiziert wurde und nachstehend in (mehr oder weniger freier) deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Die Taxi-Lizenz kostete so viel wie eine Zweizimmerwohnung

Er hat die Wände mit Sprüchen behängt. “Es gibt nichts umsonst zu essen”, ist auf einer Tafel zu lesen. “Der Preis einer Ware beläuft sich auf ihren Marktpreis”, steht auf einer anderen. In den letzten Wochen finden jedoch in den Ledersesseln des Büros keine Verkaufsgespräche statt. Während sich an den Taxiständen gelbe Schlangen bilden und die Fahrer sich über gesunkene Tagesverdienste beschweren, verstauben auf dem gegenüber gelegenen Bürgersteig ein Mercedes und ein Toyota. Sie warten auf einen neuen Besitzer.

Eleftherios Merkouris, Berufsfahrer und Vermittler für Taxi-Lizenzen in Athen, sucht vergeblich nach Interessenten. Er sagt, dass der Markt auf Eis liegt, bis sich die Bedingungen für die Öffnung des Berufs klären werden. Vor der beschlossenen Liberalisierung transferierte er laut seiner Aussage monatlich drei bis vier Lizenzen. “Der Preis bestimmte sich analog zu Angebot und Nachfrage.” Er selbst hatte seine eigene Lizenz in Athen im Jahr 1985 für 3,3 Millionen Drachmen gekauft, während laut seiner Aussage zu der selben Zeit eine Lizenz in Tripolis eine Million kostete.

Bis kürzlich “kostete das Taxi so viel wie eine Zweizimmerwohnung”, heißt es auf dem Markt. Laut den Vermittlern für Lizenzen und Fahrzeuge, aber auch den Taxi-Besitzern bewegten sich die auf dem Markt geltenden Preise von 30.000 bis 200.000 Euro, ohne dass darin die Kosten des Fahrzeugs enthalten waren. Nach Einschätzung der Makler und Eigentümer wurden in Athen mit seinen 14.500 Taxis auf Jahresbasis nicht mehr als 500 Lizenzen übertragen.

Erteilung und Übertragung von Taxi-Lizenzen in Griechenland

Eine große Anzahl von Taxi-Lizenzen war während der Periode der Militärdiktatur erteilt worden, jedoch waren sie damals nicht übertragbar. Wenn der Inhaber verstarb und nicht ein Nachkomme von ihm den Beruf ausübte, musste die Lizenz an den Staat zurückgegeben werden. 1977 gestattet Konstantinos Karamanlis die Übertragung von Taxi-Lizenzen, während der Staat in den nachfolgenden Jahren neue Lizenzen an Kinderreiche, Olympiasieger oder andere Gesellschaftsgruppen erteilt.

Die Händler übernehmen außer der Rolle des Vermittlers für die Übertragung der Lizenz (Schätzungen zufolge beläuft sich ihre Provision aus den Übertragungen auf 2% – 3%) auch die Rolle des Untervermieters. “Es gab Lizenzinhaber, welche die Fahrzeuge nicht selbst fahren wollten. Sogar Geistliche hatten Lizenzen. Diese Inhaber wählten, die Lizenzen beispielsweise für 1.000 Euro an einen Händler zu vermieten. Der Händler übernahm per Vollmacht die Verwaltung des Fahrzeugs und vermietete danach das Taxi für 1.500 Euro an Fahrer weiter”, sagt Vasilis Dimitropoulos, Generalsekretär der Föderation der Transportgewerkschaften Griechenlands.

Der Markt für Taxi-Lizenzen und Fahrzeuge in Griechenland

Diese Tage sammeln sich bei den Händlern an den Straßen Lenorman und Losion Dutzende “verwaister” Taxis an, überwiegend deutsche und japanische Modelle. Bei einigen ist an der Stelle, wo sich früher die Kennzeichen befanden, ein verstaubter Abdruck der Zulassungsnummer zurückgeblieben. Bei einem anderen Händler in Athen hatten sich vor einigen Wochen für drei Fahrzeuge Käufer gefunden. Laut dem Makler waren bereits die ersten Vereinbarungen getroffen und der jeweilige Mehrwert von den zuständigen Finanzämtern festgesetzt worden.

Eins der Fahrzeuge gehörte einem Fahrer, der in Rente geht und darauf wartet, mit dem Geld aus dem Verkauf der Lizenz und des Fahrzeugs die Aussteuer für die Hochzeit seiner Tochter zu bestreiten. Mit der Bekanntgabe der Liberalisierung des Berufs trat der potentielle Käufer zurück.

“Sollten weitere Lizenzen ausgegeben werden, werden wir alle in die Arbeitslosigkeit geführt werden. Athen hält nicht noch mehr Taxis aus”, meint ein Händler an der Lenorman-Straße und verlangt, seinen Namen nicht zu veröffentlichen. In Griechenland gibt es ungefähr 30.000 Taxis, während in Frankreich mit der sechsfachen Bevölkerung die einschlägigen Lizenzen 44.000 erreichen. Nachdem er fünf Jahre als Seemann arbeitete, wurde er für die folgenden zwölf Jahre Taxifahrer und betreibt in den letzten zwanzig Jahren im Zentrum von Athen das Geschäft für die Übertragung von Lizenzen und Taxifahrzeugen.

Griechische Taxibesitzer fürchten den Wertverlust ihrer Lizenzen

In der letzten Woche war sein Geschäft voll. Nicht mit Kunden, sondern Taxibesitzern. Rund um den Tisch sitzend und jeder mit einem Glas Tsiporo in der Hand diskutierten sie nachdenklich über ihren Berufszweig. Ab und zu riefen sie ihre Vertreter an um zu erfahren, ob sie sich mit dem Minister für Transportwesen, Infrastrukturen und Netze, Giannis Ragkousis, getroffen hatten. Je länger diese an ihren Mobiltelefonen nicht antworteten, um so mehr stieg die Beklemmung des Grüppchens. “Die meisten Taxibesitzer sind bei Banken verschuldet. Sie haben ihr Haus beliehen um die Lizenzen zu bekommen. Seit 1977, als die Übertragung freigegeben wurde, haben die meisten Lizenzen drei bis vier Mal den Besitzer gewechselt”, sagten sie. Als sie das Ergebnis der Begegnung mit dem Minister erfuhren, wich die Beklemmung der Enttäuschung.

“Leider haben wir unsere Kinder auf dem Gewissen”, meinte Jorgos Ragkousis (er steht in keinerlei Verwandtschaft zu dem Minister), seit 30 Jahren Taxibesitzer und Taxifahrer, einer der Fahrer des Grüppchens. “2003 sagte ich, dass meine Kinder Berufsfahrer werden müssen. Ich bewegte schließlich meinen Sohn zu dem Beruf, er kaufte seine eigene Lizenz, und jetzt bereue ich das. Ich arbeite mehr als 12 Stunden am Tag, 27 Tage im Monat”, fügte er an. Wenn noch mehr Taxis auf den Markt drängen, wird auch der Umsatz seines Sohnes sinken, und Jorgos Ragkousis sucht nach alternativen Lösungen. “Ich denke darüber nach, ihn ins Ausland zu schicken, zu Verwandten”.

(Quelle: Ta Nea)

Stromausfälle in Griechenland verursachen hohe Sachschäden

26. Juni 2011 / Aufrufe: 435 6 Kommentare

In Griechenland verursachen Stromausfälle und Unregelmäßigkeiten in der öffentlichen Stromversorgung erhebliche Sachschäden zu Lasten der Verbraucher.

Die durchschnittliche Höhe eines jeden Schadens, den in Griechenland Verbraucher aufgrund von Stromversorgungsprobleme erleiden, die entweder durch Überspannungen verursacht werden, die – wie derzeit infolge des Streiks der GENOP – bei der Wiederherstellung der Stromversorgung auftreten, oder auf beschädigungsbedingte Unterbrechungen des Null-Leiters oder andere Gründe zurückzuführen sind, beläuft sich auf über 1.000 Euro.

Konkret belief sich laut den Daten, welche die griechische Energieregulierungsbehörde (RAE) auf Basis der während der letzten drei Jahre von Konsumenten erhobenen Beschwerden zusammentrug und auswertete, die durchschnittliche Höhe der verursachten Sachschäden auf 1.058 Euro Pro Schadensfall.

Vor nicht langer Zeit etablierte die RAE in Zusammenarbeit mit der öffentlichen griechischen  Elektrizitätsgesellschaft (DEI) ein Verfahren zur Entschädigung der Verbraucher für die an Geräten entstehenden Schäden mit bis zu 300 Euro bei einphasigen Anschlüssen und bis zu 400 Euro bei Drehstromanschlüssen. Die Entschädigungszahlungen liegen somit fallweise erheblich niedriger als die reale Schadenshöhe. Laut der RAE stellt jedoch die Einführung des neuen Entschädigungsverfahrens “einen bedeutenden Schritt dar, da es Lösungen für seit langer Zeit erhobene Forderungen der betroffenen Verbraucher bietet und letztere in ihrer Mehrheit befriedigen wird, ohne ein mühsames, zeitaufwändiges und teures gerichtliches Verfahren anstrengen zu müssen“.

Es ist allerdings ausdrücklich zu betonen, dass die DEI in Fällen höherer Gewalt, wozu auch Streiks gezählt werden, grundsätzlich keinerlei Entschädigung leistet.

Die Energieregulierungsbehörde (RAE) rät den Konsumenten, selbst Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Schäden bei der Wiederherstellung der Stromversorgung vorzubeugen – also beispielsweise während der Dauer des Stromausfalls die Netzverbindung über den Hauptschalter zu Unterbrechen oder insbesondere die empfindlichen elektronischen Geräte bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung von den Steckdosen zu trennen.

Die RAE präsentierte am vergangenen Dienstag (21. Juni 2011) einen Bericht über die während des Zeitraums 2008 – 2010 erhalten Meldungen und Beschwerden. Die Mehrzahl (70%) betraf Stromversorgungsthemen und 30% Themen in Zusammenhang mit dem Erdgas.

Die eingegangenen Beschwerden beziehen sich vorrangig auf Themen in Zusammenhang mit der Rechnungsstellung (Anzweiflung der Rechnungsstellungen, Irreführung), gefolgt von Beschwerden über Stromausfälle, Spannungsschwankungen, Schäden an Geräten, Verzögerungen und Probleme beim Anschluss an das Stromversorgungsnetz, Probleme mit den Verbrauchszählern und Themen in Zusammenhang mit Anschlüssen und Anschlussunterbrechungen (Verzögerungen, hohe Gebühren usw.).

(Quelle: in.gr)