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Artikel Tagged ‘steuerhinterziehung’

Steuerhinterziehung ist nicht nur Griechenlands Problem

28. Februar 2015 / Aktualisiert: 03. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.072 1 Kommentar

Laut dem Leiter des Bruegel-Instituts ist die Steuerhinterziehung nicht nur ein griechisches, sondern auch ein europäisches Problem.

Guntram Wolff, Leiter der „Denkfabrik“ Bruegel in Brüssel, gab dem deutschen Programm der Deutschen Welle ein Interview bezüglich der Entwicklungen im Thema Griechenland.

Die erste ihm gestellte Frage bezog sich darauf, dass die Liste der von der neuen griechischen Regierung zugesagten Reformen die Bekämpfung der Steuerhinterziehung und Korruption als erste Priorität setzt. Ist so etwas jedoch nicht selbstverständlich?
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Griechenland nimmt Millionäre in die Zange

8. Februar 2015 / Aufrufe: 4.639 2 Kommentare

Das Finanzministerium in Griechenland nimmt erneut hohe Bankguthaben und Auslandsüberweisungen ins Visier, um den enormen Einnahmeausfällen zu begegnen.

Angesichts eines wegen der „Flexibilität“ der Steuerprüfungsmechanismen während der Wahlkampfperiode und der Steuervermeidung allein im Januar 2015 verursachten Einnahmelochs von über 1 Mrd. Euro ordnete das griechische Finanzministerium gründliche Überprüfungen der Vermögensverhältnisse tausender Steuerpflichtiger an.

Auf Anweisung der Führung des Finanzministeriums beginnen im kommenden Zeitraum das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) und das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) Kontrollen vorrangig bei natürlichen und juristischen Personen, die große Guthabenbeträge ins Ausland schafften.
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Vergessliche Immobilienkäufer in Griechenland

9. November 2014 / Aufrufe: 1.073 2 Kommentare

Tausende Großgrundbesitzer in Griechenland haben in den letzten 10 Jahren getätigte Immobilien-Käufe mit einem Volumen von rund 25 Milliarden Euro nicht deklariert.

Mehr als 25.000 Großgrundbesitzer in Griechenland mit einem Immobilienvermögen im Wert von jeweils über 1 Mio. Euro tätigten in den letzten 10 Jahren teure Immobilienkäufe, „vergaßen“ jedoch, die Details der Aufwendungen für diese Käufe zu deklarieren – mit dem Ergebnis, nicht besteuert bzw. nicht auf Basis der entsprechenden „Ausgaben-Indizien“ kontrolliert zu werden.

Laut dem griechischen Finanzministerium geht es dabei um Steuerhinterziehung, die sich auf ein Volumen von insgesamt etwa 25 Mrd. Euro bezieht.
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„Denunzierungen“ sind Nationalsport in Griechenland

9. Oktober 2014 / Aktualisiert: 12. Oktober 2018 / Aufrufe: 1.128 Kommentare ausgeschaltet

In Griechenland scheint es zu einem neuen Volkssport geworden zu sein, sich gegenseitig bei den Behörden anzuschwärzen – und zwar meistens aus Rache.

Die landesweit zum Ortstarif erreichbaren Hotlines der staatlichen Behörden in Griechenland, über die (sowohl anonyme als auch namentliche) Anzeigen von Bürgern entgegengenommen werden, „glühen“ in in letzter Zeit geradezu.

In diesem Moment sind alle unsere Leitungen besetzt. Bitte warten Sie …“ Der Betrieb über die Rufnummer 1517 ist dermaßen groß, dass es inzwischen einiger Geduld bedarf, um eine Anzeige zu machen, da – wie sich zeigt – immer mehr Griechen beschließen, jemanden „anzuschwärzen“, und zwar in den meisten Fällen, um auf diese Weise aus welchen Gründen auch immer an jemandem zu rächen.
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Hochtief ist größter Steuerschuldner in Griechenland

30. September 2014 / Aufrufe: 4.062 3 Kommentare

Die deutsche Hochtief ist derzeit der größte aktive Schuldner des Fiskus in Griechenland.

Der griechische Fiskus erhielt Recht in seinem Streit mit der deutschen Gesellschaft Hochtief, die 20 Jahre lang den internationalen Athener Flughafen „Eleftherios Venizelos“ bewirtschaftete und nun mit einem Urteil des Verwaltungs-Oberlandgerichts Athen aufgefordert ist, 600 Millionen Euro für Mehrwertsteuer zu entrichten, die sie nicht an die staatlichen Kassen abführte.

Mit dem Beschluss des Berufungsgerichts wird der deutsche Koloss zum nunmehr größten aktiven Großschuldner in Griechenland, da unter Berücksichtigung auch der übrigen Schulden der Gesellschaft an Versicherungsträger, Organismen der lokalen Selbstverwaltung usw. sogar 1 Milliarde Euro tangieren können.
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UBS weist Steuerhinterziehern aus Griechenland die Tür

28. September 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 839 1 Kommentar

Laut Bloomberg strebt die schweizerische Bank UBS an, speziell auch Steuerhinterziehern aus Griechenland die Tür zu weisen.

Laut Bloomberg hat die schweizerische UBS von ihren in europäischen Ländern ansässigen Kunden Bescheinigungen über die steuerliche Legalität des bei der Bank geführten Vermögens gefordert, wozu der Leiter der Direktion für Vermögensverwaltung der Bank neulich einschätzte, dass die meisten Kunden der Bank dies bis Ende des laufenden Jahres getan haben werden – unter Ausnahme solcher aus Italien und Griechenland.

Es ist anzumerken, dass die von Griechen bei schweizerischen Banken geführten Guthaben laut internationalen Organisationen, die Daten der Zentralbank analysieren, auf ungefähr 60 Mrd. Euro veranschlagt werden. Parallel „verflüchtigten“ sich aus Griechenland auf Basis einschlägiger Schätzungen internationaler Organisationen (Global Financial Integrity) in dem Zeitraum 2003 – 2011 ungefähr 261 Mrd. Dollar, welche Beträge mit Fällen der Korruption und kriminellen Aktivität in Zusammenhang zu stehen scheinen.
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Griechenland: Werden Mercedes, Opel und BMW Steuern zahlen?

8. September 2014 / Aktualisiert: 31. März 2018 / Aufrufe: 1.373 1 Kommentar

Aus vor über einem Jahr in Griechenland gegen deutsche Fahrzeughersteller verhängten Geldstrafen von 600 Millionen Euro wurde bisher kein einziger Euro beigetrieben.

Obwohl seit der Enthüllung des Themas der skandalösen Steuerhinterziehung deutscher Fahrzeughersteller (Daimler Benz – Mercedes, Opel und BMW) in Griechenland mehr als ein Jahr verstrichen ist und das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) Geldstrafen von 600.000.000 Euro verhängte, hat die zuständige Finanzbehörde bisher nicht einen einzigen Euro beigetrieben!

Die von dem SYRIZA-Vorsitzenden Alexis Tsipras bei seinem jüngst erfolgten Besuch bei dem SDOE auf politische „Zweckmäßigkeiten“ zurückgeführten Verzögerungen des Beitreibungsmechanismus sind inzwischen auch Gegenstand einer Anfrage des Europa-Abgeordneten der SYRIZA, Dimitris Papadimoulis, an die Europäische Kommission geworden.
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Steuerschuldner in Griechenland sind der Geldwäsche verdächtig

22. August 2014 / Aufrufe: 414 Kommentare ausgeschaltet

Mehrwertsteuer-Schulden ab 3000 Euro ziehen in Griechenland automatisch den Verdacht auf Geldwäsche und gegebenenfalls die einschlägigen Sanktionen nach sich.

Aus einem Runderlass des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen ergibt sich in Griechenland ein „Steuer-Crescendo“, das bereits wegen Nichtabführung von MwSt. von mehr als 3.00 Euro oder fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus von über 10.000 Euro bis zur Blockierung von Bankkonten, Schließfächern und Vermögenswerten reicht, da dies automatisch mit der „Wäsche von Schwarzgeldern“ in Verbindung gebracht wird.

Wenn die Kontrollbehörden Steuerverstöße oder eine nicht fristgemäße Begleichung der Schulden an den Fiskus feststellen, werden sie auf Basis der Anweisungen eine Mitteilung an die „Behörde für die Bekämpfung der Legalisierung von Einkommen aus kriminellen Aktivitäten“ schicken, dass der Steuerpflichtige der Bewegung „schwarzer Gelder“ verdächtig ist, und verlangen, gegen ihn die vorgesehenen Sanktionen einzuleiten.
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Entkriminalisierung zahlungsunfähiger Steuerschuldner in Griechenland

20. August 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 540 Kommentare ausgeschaltet

Griechenland ist derzeit das einzige EU-Land, in dem zahlungsunfähige Steuerschuldner automatisch als kriminelle Steuerhinterzieher gelten.

Die griechische Regierung arbeitet an einem Entwurf zur Änderung des Gesetzes über die Behandlung der Steuerhinterzieher, damit nicht auch wirtschaftlich schwache Bürger vor das Schnellgericht gebracht werden. Es wird erwartet, dass der Entwurf im September 2014 vor das Parlament gebracht wird und die seit 1990 geltende Gesetzgebung ändern wird.

Auf Basis des Entwurfs wird von allen, die ihre Schulden nicht zu begleichen vermögen, also den wirtschaftlich schwachen Steuerschuldnern, nicht automatisch angenommen, eine distinkte Straftat zu begehen, und sie werden sich nicht mit dem Schnellgerichtsverfahren konfrontiert sehen.
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Griechenland: Die Magie der Steuerhinterziehung

27. Juli 2014 / Aufrufe: 949 2 Kommentare

Ist in Griechenland die Steuerhinterziehung eine Äußerung gesellschaftlichen Vertrauens?

In der von dem Anthropologen bei einem „primitiven“ Volksstamm durchgeführten lokalen Untersuchung (field work) gibt es immer den kritischen „Punkt Null“ – den Punkt, ab dem der Stamm aufhört, Dich als Fremden anzusehen und Dich fortan als „einen von ihnen“ betrachtet.

Die Weise, auf die der Anthropologe wahrnimmt, an diesem begehrten Punkt angelangt zu sein, unterscheidet sich natürlich von Stamm zu Stamm. Bei manchen zeigt sich dies, wenn sie Dir einen Spitznamen anhängen und Dich mit diesem zu rufen beginnen (z. B. „Sohn der aus der Ferne kommenden weißen Stute„). Bei anderen, wenn die Omas Dir gestatten, an dem Klatsch vor dem Feuer teilzunehmen. Bei Stämmen des Amazonas wiederum äußert sich die Akzeptanz, wenn sie Dir erlauben, an den Überfällen gegen benachbarte Stämme teilzunehmen, um deren Frauen zu stehlen usw. etc.
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