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Artikel Tagged ‘steuerfreibetrag’

Griechenland eliminiert seinen Mittelstand

6. Oktober 2015 / Aufrufe: 836 Keine Kommentare

Die Auswertung der diesjährigen Steuererklärungen in Griechenland weist über fünf Millionen Personen mit Jahreseinkommen von unter 12000 Euro aus.

Während der Finanzstab der Regierung Griechenlands Szenarien schmiedet, die sogar auch eine Anhebung des Einkommensteuerfreibetrags auf 12.000 Euro vorsehen, geben von der Zeitung „Kathimerini“ zusammengetragene Informationen über die Auswertung der diesjährigen Steuererklärungen (bezüglich der Einkommen des Jahres 2014) eine … massenweise Verlagerung der Bevölkerung zu den untersten Einkommensstufen.

Von ungefähr 5,9 Mio. bis einschließlich Ende August 2015 eingereichten gemeinsamen Steuererklärungen zeigten 3,7 Mio. bzw. der explosive Anteil von 62,82% Familieneinkommen von unter 12.000 Euro. Seit 2010 – dem Jahr des Beginns der Umsetzung der Memoranden – bis heute hat der Anteil der ärmeren Steuerpflichtigen um 14 Prozentpunkte zugenommen. 2010 betrug die Anzahl der Steuerpflichtigen mit Familieneinkommen von unter 12.000 Euro 2,782 Mio. Personen, also im Verhältnis zu heute ungefähr eine Million weniger.
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Korrektur von Steuerungerechtigkeiten in Griechenland

13. Juni 2015 / Aufrufe: 1.438 Keine Kommentare

In Griechenland wurde eine Novelle zur Vermeidung der irrwitzigen Überbesteuerung bestimmter Kategorien von Steuerpflichtigen vorgelegt.

Praktisch in letzter Minute (die Abgabefrist für die diesjährigen Einkommensteuererklärungen endet am 30 Juni 2015) wurde in Griechenland dem Parlament ein Mini-Steuergesetz vorgelegt (Anmerkung: und von dem zuständigen Ausschuss inzwischen verabschiedet), das Themen der Besteuerung von Gelegenheitsarbeitern mit sehr niedrigen Jahreseinkommen, Landwirten und im Ausland ansässigen Griechen bzw. allgemein Steuerausländern regelt.

Mit den modifizierenden Bestimmungen soll die übermäßige steuerliche Belastung eingeschränkt werden, welche die neue Einkommensteuerordnung herbeiführte, die zwar 2013 bereits ratifiziert wurde, deren Inkraftsetzung jedoch um ein Jahr verschoben wurde und die somit zum ersten Mal in diesem Jahr (2015) für die Einkommen des Jahres 2014 zur Anwendung kommen wird. Spezieller sehen die zur Verabschiedung vorgelegten Bestimmungen vor:
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Griechenlands Reformliste

31. März 2015 / Aufrufe: 2.032 5 Kommentare

Griechenland legte eine Liste mit Maßnahmen vor, die dem Fiskus Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt 3,7 Milliarden Euro einbringen sollen.

Teile der von der griechischen Regierung den Gläubigern vorgelegten Liste mit den Reformen werden an die Öffentlichkeit gegeben. Die „Durchsickerung“ erfolgte von Seite des griechischen Finanzministeriums, um auf die Kritik der ausländischen Medien, aber auch Angela Merkels zu antworten, es handele sich um einen „Bericht über Überlegungen“ und sie Sinn ergeben müssen.

Interessant ist die Tatsache, dass Athen sich zu Privatisierungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro verpflichtet, welcher Betrag um 700 Mio. Euro niedriger liegt als die Zielvorgabe von 2,2 Mrd. Euro. Mit Sicherheit werden jedoch der Hafen von Piräus und die 14 peripheren Flughäfen sowie auch die Vollendung der Ausschreibung für die Pferdewetten (ODIE) enthalten sein.
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Neue drakonische Steuermaßnahmen in Griechenland

1. November 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 2.284 17 Kommentare

Die Regierung schnürt ein neues drakonisches Steuerpaket, welches zu Mehrbelastungen der Steuerzahler in Höhe von insgesamt rund 3 Milliarden Euro führt.

Einen vollständigen Umsturz im System der Besteuerung der Einkommen von Arbeitnehmern, Rentnern, Selbständigen und Personenunternehmen und des Immobilienvermögens wird die Vorlage für das neue Steuergesetz herbeiführen, aus dessen Umsetzung die griechische Regierung mit zusätzlichen Netto-Einnahmen von 2,5 Mrd. Euro rechnet.

Zu letzterem ist anzumerken, dass die Gesamtbelastung der Steuerzahler durch die neuen Steuermaßnahmen um etwa eine halbe Milliarde Euro höher ausfällt, also insgesamt rund 3 Milliarden erreicht. Da die Maßnahmen in Kombination mit der nachhaltigen Rezession und der jeden Monat neue Rekorde brechenden Arbeitslosigkeit jedoch unweigerlich zu einem weiteren Rückgang der staatlichen Einnahmen auf anderen Bereichen führen werden, ergeben sich für den Fiskus unter dem Strich die veranschlagten zusätzlichen Nettoeinnahmen von „nur“ 2,5 Milliarden Euro.

Zu den „großen Verlierern“ des neuen Steuersystems zählen u. a. auf jeden Fall „kleine“ Immobilienbesitzer, Selbständige, Kleinunternehmer und Kleinbauern, deren Einkommen fortan ab dem ersten Euro und zum Teil sogar eigenständig – sprich ggf. erheblich höher als vergleichbare Gesamteinkommen aus anderen Quellen – besteuert werden, aber auch Familien mit Kindern, da die Kinderfreibeträge ebenfalls allesamt gestrichen werden.
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Immobiliensteuer in Griechenland ab dem ersten Quadratmeter und Euro

25. Oktober 2012 / Aufrufe: 2.606 1 Kommentar

Griechenland will durch ein neues System der Immobilien-Besteuerung jährliche Steuereinnahmen in Höhe von wenigstens 3 Milliarden Euro sicherstellen.

Den bisherigen Informationen zufolge wird es in Griechenland eine neue einheitliche Immobiliensteuer ab dem ersten Euro des nach dem System der „sachwertorientierten Wertbestimmung“ oder gegebenefalls auch auf andere Weise veranschlagten Wertes des Immobilienvermögens und ab dem ersten Quadratmeter geben, bei paralleler Streichung der einschlägigen Steuerfreibeträge.

In der Bemühung, nach der anstehenden Abschaffung der über die Stromrechnungen eingezogenen „Einheitlichen Sonderabgabe auf elektrifizierte Flächen“ (ΕΕΤΗΔΕ) und der Immobilien-Vermögenssteuer ab 2013 Einnahmen in Höhe von 3 Mrd. Euro sicherzustellen, forciert das Ministerium einen neuen Plan für die Besteuerung der Immobilien. Wie die Veranlagung hinsichtlich der Immobilien erfolgen wird, die in Regionen liegen, in denen das System der „sachwertorientierten Wertbestimmung“ (noch) nicht zur Anwendung kommt, ist allerdings bisher unbekannt.

Die neue Steuer wird auf alle Immobilien, Wohnungen, Geschäftsräume, Büros, Grundstücke erhoben werden, wobei erstmalig auch alle Flurstücke wie beispielsweise außerhalb von Bebauungsplänen liegende Landstücke, landwirtschaftliche Nutzflächen, Brach-, Wiesen- und Waldflächen usw. sogar dann besteuert werden, wenn sie nachweislich keinerlei Einkommen oder Erträge abwerfen. Allein aus letzterer Maßnahme erwartet das Finanzministerium zusätzliche Einnahmen in Höhe von ungefähr 500 Mio. Euro.

Gemäß einem der kursierenden alternativen Basis-Szenarien könnte sich die Staffelung der neuen Immobiliensteuer analog zu dem Wert des gesamten Immobilienvermögen eines Steuerpflichtigen in etwa folgendermaßen gestalten:

  • 0 – 100.000 €: 0,15%
  • 100.001 – 300.000 €: 0,2%
  • 300.001 – 500.000 €: 0,3%
  • 500.001 – 700.000 €: 0,5%
  • 700.000 – 1.000.000 €: 0,8%
  • 1.000.001 – 1.600.000 €: 1%
  • 1.600.001 – 2.000.000 €: 1,3%
  • 2.000.001 – 2.500.000 €: 1,5%
  • 2.500.001 – 3.000.000 €: 2,0%
  • Über 3.000.000 €: 2,5%

Zu den großen „Verlierern“ des neuen Systems der Immobiliensteuer werden auf jeden Fall (wieder) all jene Eigentümer, die auf die eine oder andere Weise als Eigentümer von Immobilien erscheinen, die aus verschiedenen Gründen definitiv nicht wirtschaftlich nutzbar sind, sowie im übrigen global auch „Kleineigentümer“ zählen, die infolge der Streichung der bisherigen Freibeträge fortan ebenfalls mehr oder weniger kräftig zur Kasse gebeten werden.

(Quelle: Newsbeat.gr, diverse Medienberichte)

Griechenland erwägt Streichung des Einkommensteuerfreibetrags

18. September 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 407 4 Kommentare

In Griechenland werden die völlige Streichung des Einkommensteuerfreibetrags und die Abschaffung sonstiger Steuerbefreiungen und – Steuerermäßigungen untersucht.

Die griechische Regierung untersucht die völlige Streichung des Einkommensteuerfreibetrags, die Einführung von vier Einkommensteuersätzen anstatt wie bisher acht und die Abschaffung sonstiger Steuerbefreiungen. Der Vorschlag der Regierung sieht vor:

  1. Reduzierung der Anzahl der Steuersätze der Einkommensteuer auf drei oder vier:
    • von 0 € – 22.000 €: 18%
    • 22.001 € – 45.000 €: 35%
    • 45.001 € – 100.000 €: 40%
    • über 100.001 €: 45%
  2. Streichung des derzeitigen jährlichen persönlichen Einkommensteuerfreibetrags von 5.000 € und eine eventuelle Substitution durch Ermäßigungen der Steuerschuld auf Basis von konkreten Nachweisen.
  3. Abschaffung der Steuerbefreiungen, mit dem Ziel direkter Mehreinnahmen von rund 700 Mio. Euro. Konkret wird vorgeschlagen:
    • Abschaffung oder Senkung der Steuerbefreiungen in Zusammenhang mit der Gesundheit (ärztliche und Krankenhausbehandlung).
    • Abschaffung oder Senkung der Steuerfreibeträge, welche für Familien mit Kindern gelten. Von diesen Freibeträgen, welche sich im Etat mit 438 Mio. Euro niederschlagen, profitieren rund 1,4 Mio. Steuerpflichtige. Der IWF schläft die Substitution durch irgend eine Beihilfe vor.
    • Streichung der steuermindernden Verrechnung von Baukrediten für eine Hauptwohnung.
    • Bezüglich diverser Steuerbefreiungen für Behinderte mit einem Invaliditätsgrad von über 67%, Kriegsopfer, Blinde und Dialysepatienten wird die Abschaffung der Steuerbefreiungen und die Einführung einer anderen Art von Ermäßigungen geringerer volkswirtschaftlicher Kosten vorgeschlagen. Alternativ wird die Anschaffung aller dieser Steuerbefreiungen vorgeschlagen, unter Ausnahme der Behinderten mit einem Invaliditätsgrad von über 67%.
    • Abschaffung der Steuerermäßigungen für Schenkungen an kulturelle Einrichtungen.

Es sei angemerkt, dass allein die Streichung des persönlichen Grundfreibetrags in Kombination mit den übrigen derzeit in Kraft stehenden Bestimmungen sogar für Personen ohne jegliches reales Einkommen in einer „Kopfsteuer“ von minimal 300 Euro für Ledige und 500 Euro für Ehepaare resultieren würde.

(Quelle: Vradyni)

Neue Steuerfallen in Griechenland

20. Januar 2012 / Aktualisiert: 11. April 2013 / Aufrufe: 6.092 10 Kommentare

Die für Einkommen des Jahres 2011 rückwirkend in Kraft gesetzten Steuerbestimmungen in Griechenland besteuern sogar Personen ohne jegliches Einkommen.

Das griechische Finanzministerium hat mit (rückwirkend ab Anfang 2011 geltenden) strengen Einkommensindizien für Wohnungen, Autos, Freizeitboote, Flugzeuge, Schwimmbecken, Schulgelder, Haushaltshilfen usw. viele Fallen gestellt, in welche auch die Nichtvermögenden hineingeraten können. Die diesjährige Einkommensteuererklärung (also die Steuererklärung 2012 über Einkommen des Jahres 2011) wimmelt von Fallen, welche die Steuerzahler einige hundert oder – noch schlimmer – auch tausend Euro an zusätzlichen Steuern kosten können. Dies gilt gegebenenfalls auch für aus dem einen oder anderen Grund in Griechenland steuerpflichtige Steuerausländer (siehe weiter unten).

Speziell die im Verhältnis zu den bisher geltenden um bis zu 200% erhöhten Einkommensindizien in Kombination mit der Senkung des jährlichen persönlichen Einkommensteuerfreibetrags von vormals 12.000 Euro auf nunmehr nur noch 5.000 Euro werden für tausende Steuerzahler mit besonders niedrigen (oder sogar gar keinen) Einkommen angesichts der Tatsache zu Steuerzahlungen führen, dass sie nicht für ihre tatsächlichen Einkommen, sondern auf Basis von „vermuteten“ (sprich fiktiven) Einkommen besteuert werden.
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Senkung des Steuerfreibetrags in Griechenland verfassungswidrig

22. Oktober 2011 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 474 2 Kommentare

Der wissenschaftliche Beirat des Parlaments in Griechenland beurteilt die Senkung des Steuerfreibetrags unter die Armutsgrenze und die Quittungs-Pönale als verfassungswidrig.

Als verfassungswidrig erachtet der Wissenschaftsrat des griechischen Parlaments die Bestimmung des am 20. Oktober 2011 verabschiedeten Multi-Gesetzes, die sich auf die „Strafsteuer“ in Höhe von 10% bezieht, welche die Steuerzahler entrichten müssen, wenn die über persönliche Aufwendungen und Ausgaben beigebrachten Zahlungsbelege in ihrem Gesamtwert weniger als 25% des persönlichen Einkommens betragen.

Weiter äußert der Wirtschaftsrat seine Bedenken bezüglich der mit dem selben Gesetz rückwirkend ab Anfang Januar 2011 verfügten Senkung des persönlichen Einkommensteuerfreibetrags auf 5.000 Euro aus, obwohl die Armutsgrenze bei dem Betrag von 6.897 Euro liegt und somit Bürger steuerpflichtig werden, deren Einkommen unterhalb des offiziellen Existenzminimums liegt.

Konkret führt der Bericht des parlamentarischen Wissenschaftsrats Folgendes an:
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Zwangsbeurlaubungen und Rentenkürzungen in Griechenland

23. September 2011 / Aufrufe: 795 11 Kommentare

Die Regierung in Griechenland gab noch vor Abschluss der Gespräche mit der Troika 30.000 Zwangsbeurlaubungen, Rentenkürzungen und Steuererhöhungen bekannt.

Noch vor Beendung der Verhandlungen mit der Troika gab die griechische Regierung ein Paket am Mittwoch (21.09.2011) beschlossener neuer Maßnahmen bekannt, die unter anderem die unmittelbare Anordnung der „Arbeitsreserve“ (= Zwangsbeurlaubung) für 30.000 Bediensteten des engeren und allgemeinen öffentlichen Sektors, erneute Rentenkürzungen und nicht zuletzt auch die Senkung des jährlichen Einkommensteuerfreibetrags auf 5.000 Euro und umfassen.

(Speziell zu letzterem ist anzumerken, dass infolge der erneuten Senkung des persönlichen Steuerfreibetrags fortan selbst Empfänger von Arbeitslosengeld mit einem monatlichen Familieneinkommen von sage und schreibe 460 Euro einkommensteuerpflichtig werden – von den Fällen, in denen zusätzlich auch noch das eine oder andere der berüchtigten und alles andere als objektiven „Einkommensindizien“ zum Tragen kommt, ganz zu schweigen!)

Laut der noch am selben Tag (21.09.2011) durch Regierungssprecher Elias Mosialos erfolgten Bekanntmachung wurden unter anderem folgende Basismaßnahmen beschlossen:
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In Griechenland stehen neue Steuermaßnahmen an

22. September 2011 / Aufrufe: 707 1 Kommentar

Nachdem die griechische Regierung die mit dem aktualisierten Moratorium übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt hat, stehen in Griechenland nun erneut Steuermaßnahmen an.

Zur Kompensation der verschleppten Maßnahmen bzw. der daraus resultierenden Abweichungen von den volkswirtschaftlichen Vorgaben muss die griechische Regierung erneut zu drastischen Steuermaßnahmen wie unter anderem einer dramatischen Senkung des Steuerfreibetrags, weiteren Streichung von Steuerbefreiungen und einem neuen „Angriff“ auf die Immobilien schreiten.

Bei den laufenden Verhandlungen sollen am 19.09.2011 die Funktionäre der Troika sogar auch die Senkung des jährlichen Einkommensteuerfreibetrags auf 4.000 Euro auf den Tisch gebracht haben, da sie erachten, dass die von der Regierung bereits getroffenen Maßnahmen und selbst auch die neue Immobilien-Sonderabgabe nicht die erwarteten Einnahmen einbringen werden, um die „schwarzen Löcher“ schließen zu können.
(Anmerkung: Inzwischen wurde die Senkung des Steuerfreibetrags auf 5.000 Euro bekannt gegeben. Weiter sei daran erinnert, dass erst im Juli 2011 der Freibetrag rückwirkend ab Anfang 2011 von bis dahin 12.000 Euro auf 8.000 Euro reduziert wurde, was abgesehen von allen übrigen Aspekten unmittelbar zu erheblichen Lohnsteuernachzahlungen führte.)
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