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Artikel Tagged ‘steuerfahndung’

Bürger in Griechenland sollen Geld zu Banken zurückbringen

17. September 2015 / Aufrufe: 4.759 1 Kommentar

Die Griechen sollen ihr Geld zur Bank bringen, der ehemalige Finanzminister Tsakalotos erklärt, die Guthaben seien nicht sicher, und das Finanzamt nimmt alle Konten ins Visier.

Der stellvertretende Finanzminister Tryfonas Alexiadis rief die Bürger in Griechenland auf, die Gelder, die sie von den Banken abzogen und zu Hause in „Truhen“ und Matratzen aufbewahren, auf ihre Bankkonten zurück zu bringen.

Am vergangenen Montag (14 September 2015) in der Morgensendung des TV-Senders Mega sprechend versicherte Herr Alexiadis, jeder Bürger, der Geld zu der Bank zurück bringt, von der er es aus Angst (vor einem Grexit bzw. „Schnitt“ der Guthaben) abgehoben hatte, „kein Problem hat“ – womit er meinte, dass im Fall, wo es sich um Gelder handelt, die auf legale Weise erworben und besteuert worden sind, kein Grund zur Beunruhigung besteht, da sie nicht überprüft und (erneut) besteuert werden sollen. (Zu letzterem ist allerdings anzumerken, dass dies in der Praxis nicht zutrifft!)
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Griechenland hebt Bankgeheimnis völlig auf

29. April 2015 / Aufrufe: 2.405 Keine Kommentare

Mit der Aktivierung des sogenannten Kontenregisters wird in Griechenland das eh nur noch auf dem Papier bestehende Bankgeheimnis offiziell völlig aufgehoben.

Mit der Spezifizierung der Weise des Betriebs des berüchtigten Kontenregisters kündigte die stellvertretende Finanzministerin Nadia Vaxevani offiziell die völlige „Aushebelung“ des Bankgeheimnisses in Griechenland an.

Laut der Ministerin werden mit der elektronischen Erfassung aller Guthaben bei griechischen Banken die Behörden vollständigen Zugriff auf alle Bewegungen – Abhebungen und Einzahlungen – von 1,5 Millionen Konteninhabern haben und kontrollieren können, ob diese mit dem Inhalt der Steuererklärungen „harmonieren“.

Kritische Knackpunkte: Datenschutz und Kapitalflucht

Praktisch gesehen kündigte Frau Vaxevani die völlige Öffnung der Datenbanken alles Banken an, damit die Kontrolleure des Finanzamts Zugriff erhalten. Die Globalität der Maßnahme lässt den Spielraum, dass die Steuerzahler sogar auch wegen „üblicher“ Steuerdelikte „Ärger“ bekommen. Beispielsweise können Immobilienverkäufe ausfindig gemacht werden, die zu einem höheren als dem im Vertrag angeführten Preis (üblicherweise der Einheitswert) erfolgten, und somit die zusätzlichen Transaktionssteuern beigetrieben werden.

Für Fälle solcher Art können die Kontrollbehörden bis zu 10 Jahre zurückgehen, da die Verjährung erst nach einem Jahrzehnt eintritt. Weiter können sie auch den Transfer von Beträgen von Bankkonten der Eltern auf Konten ihrer Kinder (z. B. um dem Kind zu helfen, eine Immobilie oder ein Auto oder sei es auch nur eine neue Hose zu kaufen) ausfindig machen. Regulär unterliegen diese Transaktionen der Besteuerung elterlicher Zuwendungen (mit einem Satz von 10% des Betrags), was jedoch die wenigsten Eltern wissen (geschweige denn die Steuer gezahlt haben).

Offensichtlich wird das Finanzministerium anstreben, die Fälle großer Steuerhinterziehung ausfindig zu machen, und sich nicht mit derartigen (Klein-) Delikten aufhalten. Mit der „Ankündigung“ über die völlige Aufhebung der Bankgeheimnisses über die elektronische Schiene entstehen jedoch zwei Themen:

  1. Das Thema der Sicherheit der Daten. Wer Zugang zu dem Taxis-System hat (bzw. sich zu verschaffen mag …), wird Zugang zu den Guthaben hunderttausender Bürger haben können. Das Generalsekretariat für Informationssystem ist bereits von der Datenschutzbehörde wegen der Durchsickerung sensibler persönlicher Daten mit einer Geldstrafe (in Höhe von 150.000 Euro!) belegt worden. Mit der Hinzufügung auch der Kontenstände der Bankkonten wird der „Anreiz“ für die Durchsickerung der Daten noch stärker werden, da die Guthaben mit sehr großer Klarheit die wirtschaftliche Situation eines jeden Haushalts abbilden, im Gegensatz zu den (meistens auf Basis von Steuerbescheiden nachgewiesenen) Einkommen, die entweder aus vergangenen Jahren herrühren oder nicht der Realität entsprechen können.
  2. Das Thema des Abflusses von Guthaben. In dem Wissen, dass fortan die Bewegungen der Bankkonten von den Steuerbehörden aufgezeichnet werden, könnten diejenigen, die ein Interesse daran haben, ihr Geld zu verbergen, sich außerhalb des Banksystems zu bewegen anstreben – was zu Lasten sowohl der Banken, aber auch der öffentlichen Einnahmen geht.

Von dem einen Extrem zum anderen

Das „Kontenregister“ ist allerdings nicht das einzige Werkzeug, das dem Finanzamt zur Beobachtung der Bankguthaben zur Verfügung stehen wird. Griechenland begibt sich inzwischen von dem einem zum anderen Extrem: nämlich von der völligen Freizügigkeit hinsichtlich der Bewegung „schwarzer“ Gelder über Bankkonten nunmehr zur peniblen Beobachtung aller Kontobewegungen.

Welche Systeme das Finanzministerium aktiviert hat oder zu aktivieren beabsichtigt?

  • Im Taxis-System gelangen bereits seit die Daten aller Auslandsüberweisungen an, unabhängig von ihrer Höhe. Bisher ist das Gewicht auf die Überprüfung der während der Periode 2009 – 2012 geschickten Überweisungen gefallen, jedoch sind die gesamten Informationen auch für die nachfolgenden Jahre vorhanden.
  • Die inländischen Guthabenzinsen werden schon seit zwei Jahren ebenfalls im Taxisnet erfasst und das Verfahren wird sich auch in diesem Jahr wiederholen, um automatisch in die Steuererklärungen eingetragen zu werden. Die Erfassung der Daten geschieht nicht nur zwecks Erhebung der Solidaritätsabgabe, sondern auch zu Kontrollzwecken.
    So sind bereits tausende Steuerpflichtige ausfindig gemacht worden, die nicht die „Einheitliche Immobilien-Besitzsteuer“ (ENFIA) entrichteten, und zwar trotz der Tatsache, dass sich in ihren Steuererklärungen zeigt, 2013 Beträge in Höhe tausender Euro aus Zinsen eingenommen zu haben (die wiederum auf Guthaben in Höhe hunderttausender Euro verweisen, wenn die in dem konkreten Jahr geltenden Zinssätze berücksichtigt werden).
  • Die Banken sind bereits verpflichtet, das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen über alle Konten zu informieren, die – auf Jahresbasis – eine Bewegung von über 100.000 Euro aufweisen. Ein Steuerpflichtiger, der beispielsweise eine Einzahlung und eine Anhebung von jeweils 50.000 Euro oder 10 Einzahlungen und Abhebungen von jeweils 10.000 Euro getätigt zu haben scheint, gerät automatisch auf die Liste, die an die Steuerbehörden übermittelt wird.
  • Die Prüfer der großen Kotrollzentren (Zentrum für Kontrolle Steuerpflichtiger mit großem Reichtum, Zentrum für Kontrolle großer Unternehmen und SDOE) haben Zugang zu den Kontoguthaben (und zwar in Echtzeit mittels einer elektronischen Anwendung, die von dem Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen entwickelt worden ist). Diese Anwendung wird modernisiert werden (innerhalb der kommenden Tage wird der einschlägige Beschlusses erwartet, der die technischen Spezifikationen bestimmen wird), damit die Prüfer mittels ihres Computers sogar auch die Summe aller Bewegungen für ein konkretes Jahr „sehen“ können. Der Zugang zu den Daten mittels dieser Anwendung wird auf richterliche Anweisung und durch konkrete Prüfer erfolgen, die entsprechend bevollmächtigt werden, um Zugang zu den Daten zu haben.

(Quelle: forologikanea.gr, basierend auf einer Reportage der Zeitung „Parapolitika“)

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Griechenland nimmt Millionäre in die Zange

8. Februar 2015 / Aufrufe: 4.475 2 Kommentare

Das Finanzministerium in Griechenland nimmt erneut hohe Bankguthaben und Auslandsüberweisungen ins Visier, um den enormen Einnahmeausfällen zu begegnen.

Angesichts eines wegen der „Flexibilität“ der Steuerprüfungsmechanismen während der Wahlkampfperiode und der Steuervermeidung allein im Januar 2015 verursachten Einnahmelochs von über 1 Mrd. Euro ordnete das griechische Finanzministerium gründliche Überprüfungen der Vermögensverhältnisse tausender Steuerpflichtiger an.

Auf Anweisung der Führung des Finanzministeriums beginnen im kommenden Zeitraum das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) und das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) Kontrollen vorrangig bei natürlichen und juristischen Personen, die große Guthabenbeträge ins Ausland schafften.
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Steuerfahndung in Griechenland nimmt Luxus-Pkw ins Visier

21. Dezember 2013 / Aufrufe: 727 Keine Kommentare

Die Steuerfahnder in Griechenland nehmen Fahrzeuge unter die Lupe, die möglicherweise illegal mit gefälschten oder ausländischen Kennzeichen betrieben werden.

Gut informierte Quellen sprechen von mehr als 4.000 Fällen, in denen Fahrzeughalter in Griechenland an ihren Wagen gefälschte oder bulgarische Kfz-Kennzeichen anbringen, um Steuern und Abgaben zu vermeiden.

Aus diesem Grund wird außerdem erwartet, dass die Kontrolleure des Dezernats für Wirtschaftskriminalität (SDOE) in einem Versuch, festzustellen, ob die (vorübergehend) stillgelegten Fahrzeuge, deren Kennzeichen bei den Finanzämtern zurückgegeben wurden, sich an dem von ihren Eigentümern angegebenen Stilllegungsort befinden, in kommender Zeit mit der Durchführung von … Hausbesuchen beginnen werden.
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Vergessliche Finanzbeamte in Griechenland

6. Dezember 2013 / Aktualisiert: 25. Januar 2014 / Aufrufe: 1.078 6 Kommentare

Laut der Abteilung für interne Angelegenheiten des Finanzministeriums in Griechenland haben etliche Bedienstete erhebliche Vermögenswerte zu deklarieren vergessen.

Das Dezernat für interne Angelegenheiten des griechischen Finanzministeriums entdeckte bei der Überprüfung von Finanzbeamten luxuriöse Fahrzeuge, deren Kauf nicht durch die Einkommen gedeckt sind, nicht deklarierte Immobilien hohen Wertes und Auslandsüberweisungen.

Die meisten Betroffenen sputen sich nun, korrigierende Steuererklärungen nachzureichen, um die getätigten Käufe oder Auslandsüberweisungen zu decken, und berufen sich dabei auf Schenkungen, die Verwendung von Ersparnissen vorheriger Jahre, Kredite und Verkäufe von Vermögenswerten um ihre Erklärungen zu rechtfertigen.
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Steuer-Blitz trifft heilige Betrügereien in Griechenland

26. Oktober 2013 / Aufrufe: 574 1 Kommentar

Nachdem die Steuerfahnder in Griechenland sogar auch Bischöfe zur Beichte baten, scheint die heiligen Betrügereien nun ein erster Blitz erwischt zu haben.

Die für Kreta zuständige Abteilung des Dezernats für Wirtschaftskriminalität (SDOE) verhängte gegen das Kloster „Agiou Georgiou Epanosifi“ wegen Entgegennahme (und Verwendung) von Scheinrechnungen eine drakonische Geldstrafe in Höhe von fast einer halben Million Euro.

Die Kontrolleure des SDOE schlossen vor einigen Tagen die Prüfung der Bücher des in Rede stehenden Klosters ab und verhängten nach Untersuchung auch der von Seite der Klosterverwaltung abgegebenen Erklärungen eine (dem doppelten Betrag der eingereichten Scheinrechnungen entsprechende) Geldstrafe in Höhe von 458.100 Euro, da sie annahmen, dass das Kloster nicht nur – wie in den schriftlichen Stellungsnahmen der Verantwortlichen behauptet – nicht getäuscht wurde, sondern „sich erweist, an der ganzen Sache nicht völlig unbeteiligt (gewesen) zu sein„.
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Sponsoren der Neonazis in Griechenland

28. September 2013 / Aufrufe: 1.373 5 Kommentare

Die Steuerfahndung in Griechenland ist den Sponsoren der rechtsradikalen Chrysi Avgi auf der Spur, zu denen Reeder, Unternehmer und sogar Bischöfe zu zählen scheinen.

Die Sondereinheit zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität (SDOE) verfügt bezüglich der Quellen der Finanzierung der Chrysi Avgi und der Sponsoren der kriminellen Aktivität der Organisation inzwischen über Daten, welche die unternehmerische und politische Szene in Griechenland Aufruhr versetzen.

Gut informierte Quellen, die unter der Bedingung der Anonymität zu Sofokleousin.gr sprachen, betonen, dass sich aus den ersten Überprüfungen fundierte Daten über Finanzierungen illegaler Aktivitäten durch Großunternehmer, Reeder und sogar auch Geistliche ergeben haben.
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Heilige Betrügereien in Griechenland

21. September 2013 / Aufrufe: 1.054 2 Kommentare

Die Steuerfahnder in Griechenland haben Betrügereien mit fiktiven und gefälschten Rechnungen aufgedeckt, in die auch etliche Klöster verwickelt sind.

Das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) spürte „heilige“ Geschäfte mit gefälschten und fiktiven Rechnungen auf, die auf die Namen von Strohmännern und sogar auch Gefängnisinsassen ausgestellt wurden. Laut dem Ergebnisbericht über die Kontrollen waren dutzende Klöster in Griechenland an dem großen Gelage der 5 Mrd. Euro schwarzer Gelder und illegaler Subventionen mit gefälschten Belegen beteiligt.

Das „Puzzle“ der Enthüllungen des SDOE vervollständigen Fälle des Betrugs gegen den Fiskus mit fiktiven Rechnungen, in denen tausende Bauern, Rentner, Unternehmer, Insassen griechischer Gefängnisse und Geistliche die Hauptrollen spielen.
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Ferienwohnungen in Griechenland im Visier der Steuerfahndung

7. September 2013 / Aufrufe: 1.676 Keine Kommentare

Die Steuerfahnder in Griechenland nehmen sogenannte Goldene Villen ins Visier, die ohne Entrichtung jeglicher Steuern an Urlauber und Touristen vermietet werden.

Eine Untersuchung des Dezernats für Wirtschaftskriminalität (SDOE) enthüllt einen ungeheuren Kreis der Steuerhinterziehung mittels der Vermietung luxuriöser Villen und Wohnungen an Urlauber und Touristen, ohne dass die Einkommen irgendwo deklariert werden. Der große Coup läuft hauptsächlich auf den kosmopolitischen Inseln, wobei die entgangenen Einnahmen des Fiskus sich auf zig Millionen Euro belaufen.

Seit Beginn der Ermittlungen im Juni 2012 sind bis heute mehr als 3.000 Vermietungen luxuriöser Ferienwohnungen überprüft und wenigstens 500 Fälle rechtswidriger Vermietungen entdeckt worden. Die meisten Fälle wurden auf Mykonos, Paros, Santorin, Patmos und Kefalonia aufgespürt, während die Nachforschungen weitergehen, um das aus den illegalen Vermietungen kursierende „Schwarzgeld“ aufzudecken.
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Korrupte Steuerfahnder in Griechenland verhaftet

10. Juli 2013 / Aufrufe: 629 2 Kommentare

In Griechenland wurden 3 Beamte der Steuerfahndung verhaftet, nachdem sie von einem Unternehmer ein Schmiergeld in Höhe von 25000 Euro gefordert haben sollen.

In Thessaloniki wurden am 08 Juli 2013 drei Beamte der „Einheit zur Verfolgung der Wirtschaftskriminalität“ (SDOE – volkstümlich auch „Steuer-Rambos“ genannt) verhaftet, denen vorgeworfen wird, von einem Unternehmer ein „Fakelaki“ (sprich Schmiergeld) in Höhe von von 25.000 Euro verlangt zu haben, um nicht zu seinen Lasten ein angebliches Steuervergehen festzustellen, das möglicherweise mit mit einer Geldstrafe von bis zu sogar 100.000 Euro geahndet worden wäre.

Es geht um einen 60-jährigen Abteilungsleiter, dessen 55-jährigen Stellvertreter und einen 37-jährigen Kontrolleur, die bei dem Bezirksamt der SDOE Zentralmakedoniens in Dienst stehen. Zusammen mit ihnen wurde außerdem eine 50-Jährige verhaftet, die bei dem Unternehmer die Bücher führte und in der Sache vermittelt haben soll.
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