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Was das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro bedeutet

17. Mai 2012 / Aufrufe: 4.879 15 Kommentare

Das Wall Street Journal gibt mögliche Antworten auf kritische Fragen, die auftreten würden, wenn Griechenland zum Ausscheiden aus dem Euro gezwungen würde.

Nachdem in Griechenland alle Versuche scheiterten, auf Basis des Wahlergebnisses vom 06 Mai 2012 eine reguläre Regierung zu bilden, wird nun eine Übergangsregierung das Land zu erneuten Parlamentswahlen im Juni 2012 führen. Parallel rückt damit die Möglichkeit eines mehr oder weniger freiwilligen Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone in greifbare Nähe, worauf sich Funktionäre und Politiker der Europäischen Union zwar inzwischen besser als vor zwei Jahren vorbereitet erklären, ohne jedoch die Auswirkungen eines solchen Austritts schlüssig absehen zu können.

In den Verträgen der Europäischen Union gibt es keinerlei rechtliche Regelung über den Austritt eines Landes aus der Eurozone, welche Tatsache die Sachverständigen in unbekannte Gewässer bringt, wenn sie erstmalig den Modus des Austritts und die eventuellen Auswirkungen des Ausscheidens eines Mitgliedstaats aus der Währungsgemeinschaft zu beurteilen aufgerufen sind. Mit diesem Umstand als gegeben versuchte das Wall Street einige mögliche Antworten auf kritische Fragen zu geben, welche auftreten würden, wenn Griechenland zum Ausscheiden aus dem Euro gezwungen würde:

Was wäre, wenn Griechenland aus dem Euro ausscheiden müsste?

Es sei angemerkt, dass nachstehender Text auf einer sekundären griechischen Quelle basiert, am Ende des Beitrags jedoch auch die primäre englischsprachige Quelle verlinkt ist.

Wie wird Griechenland aus dem Euro ausscheiden?
In einem Szenarium müsste eine griechische Regierung mit der übrigen Eurozone ein Datum für das Ausscheiden aus dem Euro und die Einführung der neuen Währung (sei sie Drachme genannt) vereinbaren. Sie würde sagen, dass ab diesem Datum alle Löhne, die Renten und die öffentlichen Verträge in Drachmen beglichen werden müssten. Die Bankguthaben würden in die neue Währung umgewandelt werden. Die Regierung würde höchstwahrscheinlich einen anfänglichen Kurs für die Umwandlung der inländischen Verträge von Euro in die neue Drachme beschließen und danach die Wechselkurse der neuen Drachme von dem Devisenmarkt gestalten lassen. Dies könnte zu ihrer abrupten Abwertung führen. Wenn die Griechen dieses Geschehen als wahrscheinlich erachten, besteht dann die Gefahr der Massenabhebungen von den Banken und der Kapitalflucht. Dies könnte als Reaktion die Verhängung von Kontrollen im Kapitalverkehr hervorrufen und ein reibungsloses Ausscheiden Griechenlands unwahrscheinlich machen.

Würde die Drachme sich jemals erholen können?
Zum Schluss würde sie auf einem Niveau angelangen, welches die griechischen Produkte und Dienstleistungen erneut international konkurrenzfähig macht. Was im weiteren Verlauf geschähe, würde davon abhängen, wie die politischen Entscheidungsträger, die Griechische Bank und die Griechen selbst auf die Abwertung reagieren werden, weil die Wettbewerbsvorteile der Abwertung leicht durch den Anstieg der Inflation annulliert werden könnten. Die beiden jüngsten Beispiele, Argentinien und Russland, sahen nach ihrem Bankrott ihre Währungen um 60% – 70% sinken. Die Vergleiche sind jedoch schwierig. Im Fall Griechenlands existiert nichts Gleichwertiges zu dem signifikanten Anstieg des Preises für Öl und Basisgüter nach 2001, der diesen beiden Ländern half, sich zu erholen.

Was würde die EZB tun?
Die EZB wäre höchstwahrscheinlich nicht mehr in der Lage, die Banken zu finanzieren und dabei als Sicherheit Anleihen des griechischen Staates zu erhalten. Dies würde bedeuten, dass die Gewährung von Liquidität an das griechische Finanzsystem aufhören würde. Fortan ohne verfügbare Euros würde die Regierung sich einer anderen Währung als Transaktionsmittel bedienen müssen.

Werden in Griechenland weiterhin Euros in Umlauf sein?
Fast sicher. Der Euro würde eine hohe Nachfrage als Wertspeichermittel haben, bis die Bevölkerung ein eindeutiges Bild des tatsächlichen Wertes der neuen Drachme hätte. Griechenland würde vielleicht auch wie Mauretanien beschließen, den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel beizubehalten. Die Banken würden jedoch nicht berechtigt sein, sich bei der EZB Euros zu leihen, und Griechenland könnte natürlich seinen wertvollen Sitz im Vorstand der EZB verlieren.

Was würde mit der Verschuldung geschehen?
Die Verschuldung würde weitgehend in zwei Kategorien fallen: die Gelder, welche die Regierung Anleiheinhabern und ihren offiziellen Gläubigern schuldet, und jene Gelder, die sie dem Banksystem und der EZB schuldet. Da beide dieser Verschuldungstypen dem internationalen Recht unterliegen, müssten sie mittels Verhandlungen umstrukturiert werden. Die inländische Verschuldung würde wahrscheinlich in neue Drachmen umgewandelt werden.

Wie viel würde der Austritt Griechenlands kosten?
Es ist sehr schwer, die Kosten des Ausscheidens eines Landes aus einer vernetzten Währungsunion zu veranschlagen. Das Internationale Finanzinstitut (IIF), eine weltweit ungefähr 450 Finanzinstitute vertretende Organisation, brachte im Februar eine vertrauliche Mitteilung in Umlauf und schraubte die Kosten auf 1 Billion Euro hoch. Das IIF äußerte in einer zu jener Zeit an die Presse durchgesickerten internen Mitteilung, dass von dem Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro verschiedene Faktoren ernsthaft in Mitleidenschaft gezogenen werden würden, von der EZB bis hin zu privaten Finanzinstituten und anderen Ländern der Eurozone, die wegen der Übertragung der Krise auf die Märkte ihrer Anleihen höheren Finanzierungskosten begegnen würden.

Wie würden die griechischen Unternehmen beeinträchtigt werden?
Unfähig, sich zu finanzieren, und in einem großen Umfang der Unterbrechung des Flusses ihrer Zahlungen begegnend, würden die Unternehmen wahrscheinlich in einem großen Umfang mit “Schließungen” konfrontiert werden. Sobald die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Austritts klar werden würde, gäbe es massenhaft Abhebungen bei den Banken des Landes und die Verweigerung weiterer Finanzierung an – private oder öffentliche – Träger über Instrumente und Verträge auf Basis der griechischen Gesetzgebung. Wie die Citigroup meint, würden die Inhaber bestehender Verträge in Euro auf Basis des griechischen Rechts deren Umwandlung in eine neue Drachme und der nachfolgenden Abwertung der Währung entgehen wollen.

Was würde mit den griechischen Banken geschehen?
Dies ist das Komplizierteste von Allem. Derzeit sind die Banken technisch insolvent, weil sie nach dem PSI schwere Verluste übernehmen mussten. Laut dem Rettungspaket sollen sie neues Kapital zu erhalten haben, das jedoch noch nicht gezahlt worden ist. Die Gläubiger haben inzwischen 35 Mrd. Euro für die sogenannte “Sicherheitsverstärkung” zurückgelegt, eine Art Schutzschirm, welcher der EZB vorzutäuschen gestattet, keine insolventen Banken zu finanzieren. Dies erlaubt den griechischen Banken, ihre Finanzierung durch die EZB in Euros aufrecht zu erhalten, Würde eine neue griechische Regierung aus der Währungsunion austreten, bevor die Rekapitalisierung der Banken abgeschlossen ist, könnten die Dinge dann sehr schlimm werden. Die EZB könnte schließlich auf unbezahlten Krediten und Anleihen in Höhe von bis zu 160 Mrd. Euro sitzen bleiben.

Was würde mit Irland und Portugal geschehen?
Portugal und Irland erhalten – wie auch Griechenland – finanzielle Hilfe von Ländern der Eurozone und dem Internationalen Währungsfond. Ein griechischer Austritt aus der Eurozone würde größeren Druck auf diese beiden Länder ausüben. Es wird erwartet, dass Portugal und Irland in irgendeiner Form neue finanzielle Hilfe erhalten. Guntram Wolff vom Brüsseler Think Tank “Bruegel” glaubt, dass der Markt auch im Fall, dass Griechenland den Euro verlässt, seine Aufmerksamkeit auf diese beiden verwundbaren Länder richten wird.

(Quellen: Imerisia, Wall Street Journal)

Wird Griechenland in kontrollierten Staatsbankrott gesteuert?

13. März 2012 / Aufrufe: 921 11 Kommentare

Griechenlands Schuldenschnitt mag den unkontrollierten Staatsbankrott abgewendet haben, wird jedoch von vielen als Einleitung einer geregelten Insolvenz angesehen.

Während die politische Führung in Griechenland den Schuldenschnitt als großen Erfolg und einmalige Gelegenheit für das Land zu präsentieren versucht, sprechen die Gegenstimmen von einer wieder einmal zu Lasten der Bürger und Steuerzahler durchgesetzten Bankenrettung, die das Land noch tiefer in den Strudel der ungeheuren Rezession drücken und eher früher als später zu einer “geregelten” Staatsinsolvenz führen wird.

Der Journalist Giorgos Papasotiriou führt in seinem neulich in der Zeitung “Vradyni” publizierten Leitartikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, den Beginn der Entwicklungen auf den Deal mit Goldman Sachs im Jahr 2001 zurück und weist zumindest die politische Verantwortung für den wirtschaftlichen Niedergang Griechenlands dem ehemaligen Premierminister Kostas Simitis und dessen Regierung zu.

Enthüllungen …

Der neue Anführer (Anmerkung: gemeint ist Evangelos Venizelos, als einziger Kandidat für den Vorsitz der PASOK-Partei) trat mit dem Gehabe eines kleinen Bonaparte auf und jubilierte über den Erfolg. Es folgte der ehemalige Anführer, der verkündete, dass “wir die große Errungenschaft verteidigen müssen” und “die Opfer des Volkes nicht vergeblich waren”. Danach beanspruchten auch andere ihren Anteil an dem … Sieg.

Um welchen Sieg geht es jedoch? Weil, wie die französische Zeitung “Le Monde” auf ihrer Website anmerkt, Griechenland praktisch den unkontrollierten Bankrott vermied und es schaffte, kontrolliert pleite zu gehen. Mit anderen Worten, wir fielen gebremst in den Abgrund und zerschmetterten nicht vollständig. Jedoch ist auch dies eine Verallgemeinerung, weil kontrollierte Insolvenz den Bankrott der Arbeiter und Rentner – hautsächlich der mittleren Schichten – und die Rettung nur der Banken bedeutet.

Es geht also alles um die Rettung des Finanzsystems, wie auch der unsympathische Schäuble erklärte. Dies zeigt das Beispiel der 523 Banken, welche von der Europäischen Zentralbank 489 Milliarden Euro mit einem Zinssatz von 1% schöpften und ihrerseits Kredite mit einem Zinssatz von 7% und mehr vergeben. Es sei in Erinnerung gerufen, dass das selbe auch in den USA geschah.

Banken profitieren doppelt von der neoliberalen Politik

Die sich damit stellende Frage ist: Warum leihen sich die Banken zu diesem lächerlichen Zinssatz Gelder aus den staatlichen Rücklagen und geben den anderen Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Italien Kredite mit einem Zinssatz von sogar bis zu 9%, also um 800% teurer? Weil die Banken den Gewinn verfolgen, und zwar sogar mit Zinswucher, und die neoliberalen politischen Systeme der westlichen Staaten zweimal ausnutzen: Einmal, indem sie von den staatlichen Zentralbanken Kredite für “lau” erhalten, um gerettet zu werden, und zum anderen, indem sie den Staaten Kredite zu Wucherzinsen gewähren, um zu verdienen.

Wann begann es jedoch mit Griechenland bergab zu gehen? Laut einer Publikation der Journalisten der Agentur Bloomberg, Nick Dunbar und Elisa Martinuzzi, geriet unser Land 2001 auf die Talfahrt, als es von der damaligen Regierung aufgefordert war, die Staatsverschuldung zu senken (zu verstecken). Dies geschah mit der Umrechnung der Verschuldung von Dollar und Yen in Euro, wobei ein fiktiver Devisenkurs angewendet wurde, der die Senkung der Verschuldung in einer Größenordnung von 2% gestattete.

Katastrophale Folgen des Deals mit Goldman Sachs

Die Leiter des Trägers für die Verwaltung der staatlichen Verschuldung – Christoforos Sardelis und Spyros Papanikolaou – enthüllten Details des Vertrags, der Griechenland erlaubte, die Staatsverschuldung zu verstecken um somit den Kriterien der E.U. zu genügen. Wie sie sagten, verstand jedoch niemand, was gekauft wurde, und die griechischen Behörden waren nicht ausgerüstet, um die Risiken zu bewerten!

Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Geschäfts erschien es laut Christoforos Sardelis für das Land, aber auch für die Bank lukrativ. Nach dem Einbruch des Marktes für Obligationen, der auf den Anschlag des 11. Septembers 2001 folgte, schossen die Kosten der Verschleierungsaktion jedoch in die Höhe, während die Katastrophe nach der Entscheidung der Bank im Jahr 2002 eintrat, für die Eurozone einen neuen Preisindex einzuführen. Der geheime Kredit war allerdings von Anfang an ein teurer Fehler, da Griechenland der Goldman Sachs unmittelbar nach der Unterzeichnung der Vereinbarung zusätzlich zu dem Kredit von 2,8 Mrd. Euro weitere 600 Millionen Euro schuldete!

Wer ist – zumindest politisch – für dieses ungeheure Spiel verantwortlich, welches den Beginn des Niedergangs der griechischen Wirtschaft einleitete? Kostas Simitis und seine Regierung. Unter seiner persönlichen Regierungsführung hatten wir die Verdreifachung der Kosten der Olympischen Spiele. Was war noch nötig, damit es mit uns bergab zu gehen begann? Die Skandale mit Siemens, der U-Boote, der Pharaonen-Projekte u. a., bei denen die inländische Verflechtung mit den ausländischen Interessen mitwirkte, welche nun die kontrollierte Insolvenz erzielen und billigerweise für ihre Rechnung feiern.

(Quelle: Vradyni)

Karatzaferis fürchtet gesellschaftliche Explosion in Griechenland

26. Februar 2012 / Aufrufe: 650 Keine Kommentare

Der rechtsradikale Politiker und Parteiführer Georgios Karatzaferis erklärte, nicht den Staatsbankrott Griechenlands, aber die die gesellschaftliche Explosion zu fürchten.

Seine Position, “nicht die Insolvenz, jedoch die gesellschaftliche Explosion” zu fürchten, drückte Georgios Karatzaferis in einem Interview mit der Zeitung “Ethnos am Sonntag” aus. Der Vorsitzende der nationalistisch-rechtsradikal ausgerichteten LAOS-Partei sprach sich ebenfalls gegen die unmittelbare Durchführung vorgezogener Parlamentswahlen aus und argumentierte, dass “wenn sie (die Wahlen) jetzt durchgeführt werden, dann erfolgen sie, um die Launen gewisser Personen zu befriedigen“.

Weiter charakterisierte Georgios Karatzaferis als “unelegant“, dass innerhalb weniger Tage nach dem Ausschluss der Abgeordneten Makis Voridis und Adonis Georgiadis aus der LAOS-Partei der Parteiführer der Nea Dimokratia (ND) Antonis Samaras deren Beitritt zu seiner Partei akzeptierte, und kritisierte mit harten Worten speziell Makis Voridis, “die Belastung und Erschöpfung des patriotischen Kampfes nicht ertragend vom Patrioten zum Neoliberalen mutiert und in die Salons des Kapitals geflüchtet zu sein“.

(Quelle: in.gr)

Griechenland, Schuldenkrise und Entwicklung der EU zu einem Bundesstaat

26. Juli 2011 / Aufrufe: 314 1 Kommentar

Ist die Diskussion um Griechenland und die Schuldenkrise der Auftakt zur Weiterentwicklung der EU in einen Bundesstaat, um sich international wirtschaftlich behaupten zu können?.

Im Nachhall des EU-Gipfeltreffens in Brüssel am 22. Juli 2011 publizierte Panos Kolokotronis, Chefredakteur der griechischen Zeitung Vradyni, am 25. Juli 2011 in der Kolumne “Zeichen der Zeit” unter dem Titel “Neustart” einen Beitrag, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Zu Beginn des laufenden Monats (Juli 2011) diskutierten alle über das kritische Gipfeltreffen, und manche drückten ihre Angst vor einem möglichen Bankrott des Landes trotz der Tatsache aus, dass die Ausführungen über einen Bankrott nur in einzelnen Erklärungen gewisser europäischer Minister oder Amtsträger ausgemacht wurden, die den Begriff mehr als Hebel zur Ausübung von Druck und weniger als offene Möglichkeit benutzten.

Die Voraussetzung dafür, dass ein Land in den Armen des Internationalen Währungsfonds – für Griechenland bei dem geschaffenen Rettungsmechanismus – Zuflucht sucht, ist letzten Endes sein … Bankrott. Der Juli geht seinem Ende entgegen, das Gipfeltreffen hat stattgefunden, die Regierung feierte, weil sie das Land und die Bürger für die nächsten 30 Jahre in den Gipsverband gelegt hat, und dennoch vermag niemand die Möglichkeit des Bankrotts auszuschließen.

Kann wohl irgend ein Minister oder selbst der Premierminister das Gegenteil behaupten? Es ist offensichtlich, dass sofern wir das mittelfristige Rahmenprogramm nicht getreu seinem Buchstaben ausführen, die Ultimaten aus Brüssel und die – sei es auch vereinzelten – Statements über Zahlungseinstellung und Bankrott nicht aufhören werden.

Ist der Staatsbankrott Griechenlands unabdingbar?

Niemand behauptet, dass die Ergebnisse des Gipfeltreffens Griechenland nicht Atem verschaffen. Sie stellen jedoch keinen Anlass zum Feiern dar. Sie gleichen mehr einer Sauerstoffmaske als einem Entlassungsschein. Für den Entlassungsschein werden Jahrzehnte verstreichen und die Behandlungsgebühren werden bis dahin empor geschnellt sein. Und machen wir uns nichts vor, es besteht keine Aussicht auf Entlassung.

Wenn die Erklärungen der Amtsträger aus Washington, aber auch des Herrn Jorgos Papandreou sich auf die wirtschaftliche Regierung der Länder der Eurozone konzentrieren, ist klar, dass alle derzeit getroffenen Entscheidungen nicht exklusiv Griechenland betreffen, sondern mittels unseres Landes die “Anbindung” der peripheren und schwachen Wirtschaften Europas an den Panzer der Starken, also von Berlin und Paris verfolgen. Und natürlich streiten sich Frankreich und Deutschland (mit London und Washington) darum, wer in der europäischen Wirtschaft unter dem Schleier von Brüssel die Oberhand haben wird.

Die ganze Diskussion in den europäischen Hauptstädten mag also bezüglich der Schuldenkrise erfolgen, bezieht sich jedoch auf jeden Fall auf die europäische Wirtschaft, die auch das Bindeglied des harten Kerns der Union, sprich der Länder der Eurozone darstellt. Europa ist in eine neue Phase eingetreten. Nach Maastricht und dem Euro und mit den Reaktionen bezüglich der Europäischen Verfassung als gegeben wurde deutlich, dass nach einer Dekade der einzige Weg zur Weiterentwicklung der – in ihrer heutigen Form quasi eine Konföderation darstellenden – EU in einen Bundesstaat, der fähig ist, die Stärkung Russlands sowie auch den chinesischen Vormarsch im Mittleren Osten zu dämpfen, über die Wirtschaft führt.

(Quelle: Vradyni)

Bürger in Griechenland ziehen Maßnahmen dem Bankrott vor

8. Mai 2010 / Aufrufe: 210 Keine Kommentare

Laut einer Erhebung der Kapa Research zieht die Mehrzahl der Bürger in Griechenland die harten Sparmaßnahmen der Regierung dem Staatsbankrott vor.

Im Rahmen einer für die Sonntagsausgabe der griechischen Zeitung To Vima am 06. Mai 2010 durchgeführten demoskopischen Erhebung der Kapa Research erklärten 55,2 % der befragten Bürger, das Maßnahmenpaket der Regierung zu akzeptieren (37,1 % ja, 18,1 % eher ja), gegenüber einem Anteil von 44,6 %, der sich ablehnend äußert (36,3 % nein, 8,3 % eher nein).

Gemäß dem Ergebnis der Umfrage ziehen 56,3 % der Befragten die Kürzungen der Löhne und Gehälter einem Bankrott des Landes vor, wobei 74,8 % erklären, dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse. Von 71,3 % der Befragten wird von den Oppositionsparteien eine einverständliche Kooperation mit der Regierung verlangt, wogegen 22,2 % dynamischen Widerstand fordern. Die Frage, ob nach den tragischen Ereignissen am Mittwoch (05. Mai 2010) die Demonstrationen aufhören müssen, beantworteten 45,3 % der Befragten mit “ja” oder “eher ja” und 53,2 % mit “nein” oder “eher nein”.

Außerordentlich interessant fällt die Antwort der Befragten auf folgende Frage aus: “Falls die Regierung Papandreou nicht ihren Erwartungen entspricht, woher erwarten Sie eine Lösung?” 66 % erklärten “ich weiß nicht / ich antworte nicht”, 14,3 % “aus dem Zentrum”, 10 % “von den Rechten” und 9,7 % “von den Linken”.

Im Rahmen dieser demoskopischen Erhebung der Kapa Research wurden in ganz Griechenland insgesamt 1.030 volljährige Personen nach der Methode der telefonischen Erhebung (elektronischer Fragebogen) befragt.

Frühere Erhebung der Public Issue

Vor den dramatischen Ereignissen, die sich im Umfeld der Massenkundgebungen am 05. Mai 2010 in Athen abspielten, hatte im Auftrag der griechischen Zeitung Kathimerini die Public Issue eine Erhebung durchgeführt, deren Ergebnis ein deutlich abweichendes Bild von der Haltung der Gesellschaft reflektierte.

Konkret wurde die Erhebung der Public Issue am Dienstag, dem 04. Mai 2010 durchgeführt, und zwei Drittel (66 %) der Befragten sprachen sich gegen die Maßnahmen aus. Weiter sprachen sich 68 % der insgesamt 527 Befragten für die Demonstrationen aus und 39 % erklärten die Bereitschaft zu einer aktiven Teilnahme an den Protesten.

Bürger billigen harte Maßnahmen in Griechenland

7. Februar 2010 / Aufrufe: 812 Keine Kommentare

Laut dem Ergebnis einer überregionalen Umfrage der Kapa Research erachten rund 64 Prozent der befragten Bürger in Griechenland die harten Beschlüsse der Regierung als notwendig.

Gemäß dem in der Wochenendausgabe der griechischen Tageszeitung To Vima publizierten Ergebnis einer in ganz Griechenland durchgeführten Erhebung der Kapa Research stufen 64,1% der Befragten die harten Beschlüsse und Entscheidungen der Regierung als notwendig ein. Andererseits sprachen sich jedoch jeder Zweite (50,1%) gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters und sogar 60,5% aler Befragten gegen die – zwar noch nicht formal verkündete, jedoch als beschlossen geltende – Erhöhung der Treibstoffsteuer aus.

Die Frage nach der Wahrscheinlichkeit des Bankrotts des griechischen Staates beantworteten 36,3% der Befragten mit “völlig unwahrscheinlich, 30% mit “wenig wahrscheinlich” und 32,2% mit “recht wahrscheinlich” oder auch “sehr wahrscheinlich”.

Eine vernichtende Mehrzahl von etwa 71.1% der befragten Bürger erachtet, dass ein Abbau der Anzahl der auf dem Öffentlichen Sektor Beschäftigten möglich sei, ohne die Effizienz der auf diesem Bereich erbrachten Dienstleistungen zu beeinträchtigen.

Punkte für Premierminister Papandreou und Oppositionsführer Samaras

Von außerordentlichem Interesse sind die Ergebnisse auf die Frage “wie viel Zeit geben Sie dem Premierminister Jorgos Papandreou, damit die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft Ergebnisse zeigen und das Land in eine Bahn des Aufschwungs gelangt“. Von den Befragten sprachen sich 32,6% für ein Jahr, 25,3% für zwei Jahre und 9,6% für drei Jahre aus.

Parallel wird die Haltung des neuen Vorsitzenden der ehemaligen Regierungs- und nunmehr Oppositionspartei “Nea Dimokratia” (ND) Antonis Samaras, die Regierung Papandreou unter gewissen Bedingungen unterstützen zu wollen, von 57,3% der Befragten positiv bewertet. Auf die Befragten bezogen, die sich als Wähler der ND ausgaben, sprachen sich sogar 68,2% positiv aus.

Schließlich erklärten 58,6% der befragten Bürger, dem derzeitigen Premierminister Jorgos Papandreou in seinen Bemühungen, das Land aus der Krise herauszuführen, “sehr” oder “ausreichend” zu vertrauen.

Im Rahmen der in ganz Griechenland am 03. und 04. Februar 2010 (also unmittelbar nach der der öffentlichen Ansprache des Premierministers Jorgos Papandreou) durchgeführten Umfrage wurden 2.299 Personen im Alter ab 18 Jahren befragt. Die Erhebung der Ergebnisse erfolgte telefonisch und auf Basis eines elektronischen Fragenkatalogs.