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Artikel Tagged ‘sparpolitik’

In Griechenland geht es aufwärts

13. Januar 2013 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 965 6 Kommentare

Autor: PeWi

Es geht aufwärts! Wo? In Griechenland. Und womit? Mit den Preisen!

Merkels Sparen hat der griechischen Bevölkerung unheimlich geholfen. Sie können frohgemut und in tiefer Dankbarkeit auf die Deutschen in die Zukunft sehen. Ihre Kinder dürfen in Deutschland sogar arbeiten. Natürlich nicht für den gleichen Lohn wie die Deutschen selbst. So weit geht es nun auch wieder nicht. Hauptsache, sie haben eine qualifizierten Beruf und – nun ja – ein bisschen Deutsch dürfte es auch sein. Nicht viel – vielleicht nur, um Dankeschön sagen zu können, der deutschen Wohltaten wegen.

Und in Griechenland selbst? Da wird fleißig gespart. Löhne und Renten sind auf breiter Basis um die Hälfte gekürzt worden. Im Gegenzug darf der griechische Normalo höhere Steuern zahlen. Besonders toll ist auch, dass Heizöl in Griechenland radikal verteuert wurde. Das macht sich besonders im Winter gut, wo es dieses Jahr in Griechenland auch nicht allzu warm ist, eher kalt, dank des osteuropäischen Hochs. Aber auch der Strompreis stieg. 40% mehr müssen die Griechen dafür berappen.

Nun ja, im Dunklen bei Kerzenschein, dick in eine Decke eingemummelt, dazu noch das lauschige offene Feuer, in dem das vom Berg nebenan selbst abgeholzte und kleingehackte Kiefernholz so schön knackt und duftet, das ist doch eine unbezahlbare Atmosphäre. Oder etwa nicht? Man kann sich in heimeliger Dunkelheit wieder Geschichten erzählen, wie es doch früher war, als es die Monster noch gab. Okay, ich weiß, da muss man nicht soweit in der Geschichte zurück gehen und auch keine Märchen oder Sagen erzählen. Ob nun die neunköpfige Hydra oder die einköpfige Merkel, worin besteht schon der Unterschied? Gut, die eine gab es nicht und die andere ist Wirklichkeit – bittere Wirklichkeit.

Vor dem Lagerfeuer kann man sich auch die Geschichte vom faulen Ioannis erzählen. Nur weil er nicht arbeiten – ich meine, so richtig flott, effizient – und lieber Rentner auf Lebenszeit sein wollte, nur deshalb hat es ihn getroffen. Nein, das ist kein Volksmärchen. Das hat die Märchenerzählerin Merkel in die Welt gesetzt und verbreiten lassen. Andere in Deutschland plappern das eifrig nach. Märchen werden eben von Mund zu Mund weitergegeben.

Ioannis empfindet das allerdings anders. Er hat sich immer den lieben langen Tag die Hände schmutzig gemacht und geschuftet. Jetzt darf er deswegen 1,95 € für einen Liter Milch zahlen und einen Jogurt für 1,75 € kaufen. Nein, er kauft das nicht beim Feinkosthändler „Käfer“. Er müsste das im Tante-Emma-Laden um die Ecke auf die Ladentheke legen. Er darf jetzt auch 3 € für die billigste Butter berappen. Zu einem billigeren Laden – obwohl er nicht weiß, ob es den überhaupt gibt – kann er nicht fahren. Bei 1,90 € für einen Liter Benzin hat er schon lange sein Auto abschaffen müssen.

Arbeiten? Ach, Ioannis würde ja gerne arbeiten, aber im letzten Sommer haben die Geschäfte eins nach dem anderen schließen müssen. Auch viele kleine Hotels und Pensionen (allein auf Kreta mindestens 600) mussten den vergangenen Sommer abschreiben und haben gar nicht erst ihre Pforten geöffnet. Oft schulden die Eigentümer der kleinen Betriebe ihrem Personal die Löhne: Wo nichts ist, da kann man nichts holen.

Sparen ist gut. Sparen ist fein. Ioannis würde auch gern sparen, aber er hat nichts mehr, was er sparen könnte – wie viele seiner Landsleute ebenfalls. Er ist verzweifelt, weil er sieht, wie sein Land zu Tode gewirtschaftet bzw. gespart wird.

Welche Hoffnung können wir Ioannis geben? Eigentlich nur eine: Er war das Versuchstier, wir werden ihm folgen. Die Pläne dazu liegen schon in Schäubles Schublade.

Quelle: Es geht aufwärts in Griechenland

Euro-Austritt Griechenlands würde Austerität ohne Ende bedeuten

22. Mai 2012 / Aufrufe: 2.930 23 Kommentare

Der international akkreditierte Ökonom James Kenneth Galbraith lastet speziell Deutschland das sture Beharren auf einer primitiven volkswirtschaftlichen Sparpolitik an.

Die Schätzungen jeder Art von Werten und Vermögensteilen würden zu der Stunde zusammenbrechen, in der die Inflation galoppieren und die Kaufkraft der Griechen zermalmen würde, während die Spareinlagen massenhaft in das Ausland „flüchten“ und die Liquidität des griechischen Marktes austrocknen würden. Griechenland befindet sich am Rand des Abgrunds, sein Absturz ist jedoch nicht unvermeidbar. Es reicht aus, sich darüber bewusst zu werden, dass auch seine Rettung durch den Euro erfolgt und es in diesem verbleibend darum zu kämpfen hat, die katastrophalen Politiken abzuwenden, welche das Land in die heutige Sackgasse führten.“

Für James Kenneth Galbraith sind die Dinge völlig klar: eben so dumm wie das Beharren auf der Austerität ist auch das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro. In einem exklusiven Gespräch mit der „Imerisia“ bringt der berühmte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler seine Abscheu über die Haltung Deutschlands zum Ausdruck: „Es ist unglaublich, dass in Europa die primitive Idee vorherrscht, die strenge volkswirtschaftliche Disziplin und die Sparpolitik würden Griechenland in einen Aufschwung führen und das Vertrauen der Märkte in das Land und den Euro wiederherstellen.

Laut Herrn Galbraith verhüllt all dies die tatsächliche Erklärung des Verhaltens Deutschlands: nämlich seine Lust, Griechenland abzustrafen und es aus der Eurozone heraus zu drängen.
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Taliban der EU töten die Griechen

4. Mai 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 636 2 Kommentare

Kurz vor den Parlamentswahlen in Griechenland im Mai 2012 dreht sich die öffentliche Diskussion paradoxerweise primär um illegale Immigranten und infizierte Prostituierte.

Obwohl sich kontinuierlich die Stimmen und Anzeichen mehren, dass die Griechenland von IWF, Troika und Gläubigern aufgezwungene neoliberale Sparpolitik zum Scheitern verurteilt ist und der wie auch immer geartete Ausgang der anstehenden Parlamentswahlen das Schicksal des Landes auf jeden Fall für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte bestimmen wird, stehen in der öffentlichen Diskussion paradoxerweise illegale Immigration, HIV-positive Prostituierte und parteipolitische Hahnen- und Schaukämpfe im Vordergrund.

Der Journalist Giorgos Papasotiriou betrachtet in seinem am 02 Mai 2012 in der Zeitung “Vradyni” publizierten Leitartikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, die Situation aus seiner persönlichen Sicht und kommt zu dem Schluss, dass die Wahlen in Griechenland und noch vielmehr in Frankreich äußerst kritisch sind.
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Sparpolitik verwandelt Griechenland in Friedhof für Unternehmen

27. Juni 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 858 Keine Kommentare

Marktkreise und Wirtschaftsverbände in Griechenland beurteilen das von IWF und Troika aufgezwungene neue Sparpaket als Grabstein des inländischen Unternehmertums.

Eine Welle der Empörung und Proteste riefen bei den Trägern des griechischen Inlandsmarktes die von der Regierung angekündigten neuen harten Steuermaßnahmen hervor, die laut den Einschätzungen des Marktes das Land in einen Unternehmensfriedhof verwandeln werden.

Konstantinos Michalos, Präsident der Industrie- und Handelskammer Athen (ΕΒΕΑ), sprach von eine Flutwelle neuer Steuern, die das Land ersticken werde, und merkte an, dass die aus der letzten Umbildung hervorgegangene neue Regierung in nichts die explosive Mischung der Politik geändert habe, die sie seit 20 Monaten ausübt.
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