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Artikel Tagged ‘solidarität’

Europa ist keine ethische Macht mehr

22. Juli 2015 / Aufrufe: 788 1 Kommentar

Jacques Delors vertritt, Europa habe den Status der ethischen Macht verloren und die Europäische Union und die Wirtschaftsunion müssen neu aufgebaut werden.

Jacques Delors, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission (1985 – 1995), den die Franzosen heutzutage als „den weisen Visionär“ Europas betrachten, wurde am 20 Juli 90 Jahre alt. In Nostalgie, wie Europa sich heute entwickelt haben könnte, wenn man bei der Einführung des Euro „auf ihn gehört hätte„, ehrten anlässlich seines Jahrestags viele Persönlichkeiten „die lebende Legende Europas„.

Die Zeitung JDD ruft in Erinnerung, Jacques Delors hätte seit langem gewarnt, „Europa schwankt zwischen Überleben und Verfall„. Außerdem hatte er seit der Annahme der einheitlichen Währung die Notwendigkeit betont, sie auf zwei Pfeiler stützen zu müssen: den wirtschaftlichen und den politischen. Nur so hätte die Eurozone geschafft, ausgewogen voranzuschreiten.
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Es wäre unzumutbar, von Griechenland noch mehr zu verlangen

13. Juli 2015 / Aufrufe: 964 2 Kommentare

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz lastet Deutschland mangelnde Solidarität an und bezichtigt die europäischen Führer der Heuchelei.

In einem am Rand der internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung an die französische Nachrichtenagentur gegebenen Interview attackierte der Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz Deutschland und warf ihm vor, mit seiner Haltung in der griechischen Krise „hat es Europa einen erheblichen Schlag zugefügt„.

Deutschland hat einen Mangel an Solidarität gezeigt. Eine Eurozone kann nicht ohne ein Minimum an Solidarität existieren. Diese Krise hat die gemeinsame Vision und die europäische Solidarität völlig untergraben. Das ist eine Katastrophe.„, urteilt Stiglitz und fügt an, es wäre „absurd“, bei den andauernden Verhandlungen in Brüssel von Griechenland „noch mehr“ zu fordern.
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Griechenland begegnet einem Banken-Putsch

24. April 2015 / Aufrufe: 5.925 2 Kommentare

Laut Finanzminister Yanis Varoufakis ist Griechenland mit einem Putsch konfrontiert, und zwar diesmal nicht mit Panzern, sondern mittels der Banken.

Als „ermüdend“ charakterisierte der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis die Verhandlungen mit den Institutionen in einer Mitteilung an eine am vergangenen Dienstag (21 April 2015) in Melbourne durchgeführte Veranstaltung zur Bezeugung der Solidarität mit der griechischen Regierung und dem griechische Volk.

Weiter führte Herr Varoufakis an, sogar auch ein zehnjähriges Kind verstehe inzwischen, dass der riesige Kredit nicht unter strengen Austeritäts-Maßnahmen bedient werden kann, zumal in einem Moment, wo das nationale Produkt Griechenlands um 25% gesunken ist. „Wenn man eine kranke Kuh hat und kontinuierlich auf sie einprügelt, damit sie mehr Milch gibt, ist letztendlich das einzige, was man erzielt, dass man sie noch mehr schwächt und sie überhaupt keine Milch mehr gibt„, merkt er charakteristisch an.
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Das Griechenland der Armut und der Solidarität

23. Januar 2013 / Aktualisiert: 20. November 2013 / Aufrufe: 1.802 4 Kommentare

Wie sich die sozialen Netze der Kommunen in Griechenland organisieren, was sie umfassen, die strukturellen Unzulänglichkeiten und der Personalmangel.

Mit all den Problemen, welche in Griechenland die Krise den Bürgern aufgebürdet hat, hat sie auch den Kommunen des Landes ungekannte Aufgaben beschert: Von der gesundheitlichen Versorgung der Mittellosen und Obdachlosen, den sozialen Lebensmittelgeschäften und Tafeln bis hin zu den Sozialbeihilfen.

Dutzende sind die Kommunen – große oder kleine, zentrale oder periphere – die sich einem „Wettbewerb des Angebots“ an ihre bedürftigen Bürger – und nicht nur – gewidmet haben, und ihr Werk ist reichhaltig. Das Niveau der Entwicklung und Organisation der Organismen der Lokalen Selbstverwaltung stellte schon immer ein maßgebliches Kriterium dar, damit ein Staat als modern und eine Gesellschaft als entwickelt charakterisiert wird.

Die Position der Kommune näher bei dem Bürger im Vergleich zu der zentralen Macht gibt ihr eine freundlicher und zugänglichere Rolle, näher an den Bedürfnissen eines jeden Menschen. Die Kommune kann auf direktere Weise und mit weniger Ausgaben effektiv bei den wie auch immer gearteten alltäglichen Problemen ihrer Bürger eingreifen.
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Solidarität mit den Bevölkerungen Griechenlands organisieren

19. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 266 Keine Kommentare

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Parlamentswahlen in Griechenland kosten 50 Millionen Euro

Tut mir bitte den Gefallen und kontrolliert die Wut – lasst sie aber nicht an eurer Seele fressen, da ist es dann besser sie mit Hass zu vermengen – und lasst Euch nicht erwischen. Überlegt Euch bitte, dass die Krise in Griechenland bereits 2008 los ging – mit Vorlauf: dem Feuer von 2007. Nicht von ungefähr waren an der Dezemberrevolte 2008 so viele Kids beteiligt, weil sie gesehen haben, welche Wirkung die Immobilienkrise auf die Hypotheken ihrer Eltern und Großeltern hatte, die sie teilweise aufnehmen mussten, nur um die Nachhilfe zu bezahlen. Hypotheken auf Häuser und Wohnungen, die man sich als “Gastarbeiter” mit zwei 8-Stunden-Jobs in krassen Fabriken (weil die Leute den Krach, der dort herrschte, sich gar nicht mehr vorstellen können, hören sie heute ihre Plastikmusik) erschunden hatte. Aber auch die Polizeimorde an zwei Flüchtlingen in der Petrou Ralli kurz vor dem Dezember spielten eine Rolle, nicht von ungefähr waren viele “Migranten”-Kids am Aufstand beteiligt und zeigten Fahne gegen den Rassismus.

Der Mordanschlag auf Konstantina Kouneva am 23.12.08 und die Versuche, die Zeugen_innen des Mordes an Alexis einzuschüchtern – die Frau, die den berühmten Handyfilm veröffentlicht hatte, wäre fast in der Klapper gelandet, und ein Freund von Alexis, der mit ansehen musste, wie er hingerichtet wurde, war aus Angst bis zum Prozess abgetaucht und dieser Prozess fand genau genommen überhaupt nur statt, weil Alexis’ Mutter gekämpft hat wie eine Löwin – führten in der Folge zu einem Erstarken bewaffneter Gruppen, die fast alle komplett abgeräumt wurden. Alexis‘ Mörder wäre heute längst wieder auf der Straße – wie sein Komplize, der aus humanitären Gründen entlassen wurde und seine 10 Jahre nur zu maximal einem Drittel abgesessen hat – oder könnte sich in der Mani verstecken, wenn damals nicht Solidarität dafür gesorgt hätte, dass der Fall nicht wie andere vertuscht oder lächerlich gemacht worden wäre.

Ich werde nichts gegen Guerilla-Aktivitäten sagen, aber es sieht schwerstens danach aus, dass es a) bei der heutigen Überwachung extrem schwer ist, nicht erwischt zu werden und b) auffällt, dass immer dann Leute pünktlich verhaftet wurden, wenn ein landesweiter Aktions- oder Streiktag anstand. Vielen, die nicht auswandern wollen oder können, wird zwar mittlerweile ziemlich egal sein, ob sie sich in den Schlangen der Suppenküchen einreihen müssen oder im Knast weiter kämpfen und darauf hoffen, von der Bewegung herausgeholt zu werden, aber man muss versuchen, seine Gefühle zu kontrollieren und überlegt zu agieren; dabei ist es ziemlich egal, ob militant oder friedlich, solange es sich nicht gegenseitig ausschließt.

Jede/r, so wie sie/er kann!

Das, was man auf jeden Fall tun kann, ist für Informationen zu sorgen, das Netz zu durchforsten und über Kämpfe zu berichten, vor allem auch von den kleinen und den in den kleinen Städten, denn genau so was gibt Leuten in Deutschland, die nicht in den Metropolen leben, Beispiel und Mut.

Ein ziemliches Manko der letzten Jahre ist, dass quasi alle widerständigen Texte, die aus Griechenland kommen, zuerst ins Englische und dann ins Deutsche übersetzt werden. Warum? Haben die 500.000 Griechen_innen, die in Mitteleuropa leben, kein Interesse, keine Zeit, keine Lust oder wollen sie nichts mit Revolutionären zu tun haben? Es geht soviel bei dieser Art der Übersetzung verloren.

Allerdings gibt es auch andere Beispiele, die Mut machen. In Düsseldorf gab es eine spontane Kundgebung vor der lokalen Filiale der Süddeutschen Zeitung, weil die, obwohl sie jahrelang die einzige war, die detailliert über die Siemens-Schweinereien berichtet hatte, auf einmal bestimmte Sachen mies verdrehte. 200 Leute waren dort, Infos dazu gibt es auf Occupy Düsseldorf, und Düsseldorf ist – nicht nur damit – die Sperrspitze der noch kleinen Solidaritätsbewegung in Deutschland.

Mensch sollte sich einfach mal in Infoläden schlau machen, wie in den 70er / 80er Jahre die Lateinamerikasolidarität entstanden ist, aus den Fehlern lernen und dann versuchen, das heute auf Griechenland umzusetzen. Dabei ist es wichtig zu begreifen, dass es keinen Sinn macht, immer wieder damit anzufangen, dass all das, was Griechenland erlebt, auch bald in Deutschland passiert, weil es längst und viel länger schon stattfindet. 10 Millionen arbeiten unter absolut miesen Arbeitsbedingungen, und davon ist der größte Teil alleinerziehend. Nicht von ungefähr kam der abgeknallte Vorschlag von IWF-Thomsen, 100-400 Euro-Jobs in Griechenland einzuführen – natürlich ohne Hartz 4 -, als ob das Tagelöhnertum nicht längst Realität wäre, und nicht umsonst hetzte die IWF-Tante Lagarde gegen die faulen Südländer, ohne zu raffen, dass dazu eigentlich auch Südfrankreich und nur Süditalien gehört.

Aber, wenn Griechenland denn eh schon deutsche Medizin verpasst bekommt, warum nicht mal eine – völlig reformistische – Kampagne und Bewegung starten, mit der simplen Forderung nach Sozialhilfe für Griechenland? Das Geld ist dafür da, denn die 12 Mrd. Euro aus den EU-Struktur und -Sozialfonds werden einfach nicht abgerufen.