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Warum in Griechenland die Arche nie gebaut worden wäre

1. Juli 2013 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 859 Kommentare ausgeschaltet

Eine Anekdote über den hypothetischen Bau Noahs Arche in Griechenland reflektiert auf anschauliche Weise die Bürokratie und die Unfähigkeit des öffentlichen Sektors.

Elena Panaritis, ehemalige PASOK-Abgeordnete ohne Wahlkreis und Volkswirtin bei der Weltbank, griff auf ihrer Präsenz Thougt4Action eine praktisch „zeitlose“ Anekdote auf, die äußerst trefflich die unbesiegbare griechische Bürokratie und die Unfähigkeit des öffentlichen Sektors in Griechenland reflektiert.

Um Missverständnissen vorzubeugen sei darauf hingewiesen, dass die nachstehende Anekdote bereits seit wenigstens 10 Jahren im Internet kursiert (siehe erste Quellangabe am Ende des Beitrags), nach der aktuellen Veröffentlichung unter obiger Präsenz von einigen Medien jedoch – ob nun irrtümlich oder nicht – Elena Panaritis zugeschrieben wurde, was zum Teil mit nicht sehr schmeichelhaften Kommentaren bedacht wurde … .

Wäre Noah Grieche gewesen, hätte er die Arche nie gebaut

Der Herr erschien Noah und sagte ihm: In einem Jahr werde ich es regnen lassen und die gesamte Erde mit Wasser bedecken und alles zerstören. Ich will jedoch, dass Du die gerechten und ehrbaren Menschen und zwei Tiere von jeder auf der Erde existierenden Gattung rettest. Ich befehle Dir, eine Arche zu bauen.

Und Gott übergab Noah die Baupläne für die Arche. In Ehrfurcht vor dem Herrn nahm Noah die Pläne entgegen und sagt zu, die Arche zu bauen. Denke daran, sagte der Herr, in einem Jahr musst Du die Arche fertig gestellt und alle Tiere eingesammelt haben.

Ein Jahr später beginnt sich ein Unwetter zu bilden und auf allen Meeren der Erde herrscht Sturm. Gott schaut nach dem Geschehen und sieht Noah in seinem Hof sitzen und weinen. Noah!, ruft er, wo ist die Arche?!

Verzeih mir Herr, bittet Noah, ich tat was ich konnte, aber ich begegnete großen Problemen. Zuallererst musste ich eine Genehmigung für den Bau beantragen und die Pläne, die Du mir gabst, entsprachen nicht der geltenden Regelung. Ich musste einen Schiffbauingenieur einstellen und die Pläne waren ganz von vorn neu zu erstellen.

Danach geriet ich mit dem Hafenamt in Streit darüber, ob die Arche ein Brandschutzsystem, Boote und Rettungsringe benötige. Dann zeigte mich mein Nachbar an, weil ich – wie er meint – mit dem Bau der Arche in meinem Hof die Bebauungsgrenzen überschritt, und so benötigte ich auch eine Genehmigung vom Bauamt.

Weiter hatte ich hatte ein Problem, Holz für die Arche aufzutreiben, weil ein Abholzungsverbot zum Schutz der gesprenkelten Eule existierte. Schließlich konnte ich die Forstschutzbehörde davon überzeugen, das Holz zu benötigen um die Eulen zu retten. Die Tierschutzorganisation ließ mich allerdings keine Eulen fangen. Und somit haben wir keine Eulen.

Danach traten die Zimmerleute in den Streik, jedoch schaffte ich es, mit ihrem Berufsverband eine Einigung zu erzielen. Jetzt habe ich 16 Zimmerleute, die an der Arche arbeiten, aber ich habe keine Eulen. Und als ich die übrigen Tiere einzusammeln begann, erstatte eine Gruppe von Aktivisten Strafanzeige gegen mich, weil ich nur zwei Tiere von jeder Gattung mitnehmen würde.

Nachdem die Sache mit dieser Anzeige ausgestanden war, wurde ich von dem Ministerium für Umwelt, Flächennutzung und öffentliche Projekte (YPECHODE) informiert, die Arbeiten können nicht fortgesetzt werden, wenn ich keine Studie über die Auswirkung der geplanten Sintflut auf die Umwelt einreiche. Ihnen gefiel nicht der Gedanke, keine Zuständigkeit für die Entscheidungen des Schöpfers des Alls zu haben.

Danach forderten die Topographen des Militärs eine Karte mit dem vorgeschlagenen Verlauf des Wassers der Sintflut. Ich schickte ihnen einen Globus. Derzeit versuche ich nun ein Thema mit dem Ausschuss für Gleichberechtigung zu lösen, von dem mir Diskriminierung vorgeworfen wird, weil ich keine Menschen mitnehme, die nicht an Dich, oh Herr, glauben.

Schließlich stellten sie mir per Gerichtsvollzieher auch jene Benachrichtigung zu, ich schulde Steuern und eine Geldstrafe, weil ich die Arche nicht als Freizeitboot deklarierte. Jetzt hat das Finanzamt meine Bankkonten eingefroren weil sie glauben, ich baue die Arche um das Land zu verlassen und keine Steuern zu zahlen. Und auch der oberste Verwaltungsgerichtshof (StE) hat noch nicht entschieden, ob die Sintflut verfassungswidrig sei, das es sich um einen religiösen Akt handele. Für wenigstens 5 – 6 Jahre besteht tatsächlich keine Chance, fertig zu werden.

Und da begann sich der Himmel zu klären, die Sonne zu scheinen und die Meere beruhigten sich. Der Regenbogen schmückte den Horizont. Noah schaute hoffnungsvoll zu Gott auf: Herr, bedeutet dies, dass Du nicht alles zerstören wirst???

Und Gott antwortete: Ach … mach Dir nichts draus … soll es doch der GRIECHISCHE STAAT tun!

(Quelle: Pathfinder.gr, thoughtforaction.org)

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