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Artikel Tagged ‘schatzbrief’

Klarstellung zur öffentlichen Verschuldung Griechenlands

11. Januar 2016 / Aufrufe: 881 Kommentare ausgeschaltet

Bevor Griechenland sich wieder auf die Finanzmärkte begeben können wird, bedarf es erst einer Reihe schmerzhafter Reformen zur Stützung seiner Wirtschaft.

Griechenland hat eine vielbewegte Geschichte hinsichtlich der Abzahlung seiner Schulden. Das 19. und 20. Jahrhundert kennzeichneten verstreute Staatspleiten, mit Höhepunkt das unerwartete Scheitern der fristgerechten Bezahlung des Internationalen Währungsfonds im Sommer vergangenen Jahres (2015).

Denken Sie jedoch nicht, der Handel mit der Verschuldung des Landes habe inmitten all dieser Probleme brach gelegen. Während der Dauer der heutigen Krise wickelte Athen lebhafte Transaktionen mit langfristigen Schatzbriefen ab und am Dienstag (05 Januar 2016) führte es eine erfolgreiche Auktion durch, die 1,63 Milliarden Euro einbrachte.
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Griechenland: mit der Pistole am Kopf

29. März 2015 / Aktualisiert: 29. März 2015 / Aufrufe: 2.434 9 Kommentare

Für Griechenland läuft der Countdown, da die Kassen leer und seine bis Ende August 2015 zu deckenden Finanzierungsbedürfnisse groß sind.

Athen verbleiben nur noch wenige Stunden, um IWF, EU und EZB eine vollständige Liste mit Reformen zu präsentieren, die einerseits die außerordentliche Einberufung der Eurogruppe und andererseits die Fassung von Beschlüssen über die finanzielle Stützung des Landes gestatten wird.

Die Liquidität des Fiskus liegt im „roten“ Bereich, welche Tatsache sich auch daraus beweist, dass die Zahlung von Gehältern und Renten zum 30. März in Höhe von ungefähr 1,5 Mrd. Euro auf Geldern basiert, deren Schöpfung – sogar auch noch jetzt – aus den Guthaben betrieben wird, welche Träger der allgemeinen Regierung wie beispielsweise die „Attiko Metro SA“ (Attische U-Bahn) bei den Handelsbanken führen.
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Griechenland steht eine Minute vor Zwölf

27. März 2015 / Aufrufe: 3.815 5 Kommentare

Laut einem Artikel der Financial Times bereitet man sich in Brüssel auf eine Einschränkung des Kapitalverkehrs in Griechenland vor.

Die Financial Times schreitet zu einer schockierenden Enthüllung über die griechische Wirtschaft. In einem vorgestern (26 März 2015) veröffentlichten Artikel enthüllt die Zeitung, in Brüssel bereite man sich auf eine „Capital Control“, also eine Einschränkung des Kapitalverkehrs in Griechenland für den Fall vor, dass wegen irgend eines „Kreditvorfalls“ eine Panik entsteht.

Griechenland befindet sich eine Minute vor Mitternacht„, lautet es in dem Artikel der FT, der eine Analyse bezüglich des verzweifelten Versuchs der Regierung, Gelder zu finden um die Raten zu zahlen, aber auch des letzten Schlags der Europäischen Zentralbank vornimmt, die Emission von Schatzbriefen in Griechenland über die Grenze von 15 Mrd. Euro hinaus zu verbieten.
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Griechenland geht das Geld aus

6. März 2015 / Aufrufe: 3.731 10 Kommentare

Griechenland soll durch einen rigorosen Finanzierungsstopp gezwungen werden, die Bedingungen der Gläubiger ungeachtet bestehender Fristen sofort zu akzeptieren.

Griechenland gehen trotz der viermonatigen Verlängerung des Rettungsprogramms die Optionen aus, sich zu finanzieren, was den Druck auf Athen steigert, entweder schnell die beharrlich zurückgewiesenen Reformen umzusetzen oder innerhalb weniger Wochen seine Schulden nicht bedienen zu können.

Die Gläubiger in der Eurozone und der IWF haben Griechenland Spielraum bis Ende Juni 2015 gegeben um das Rettungsprogramm zur Vollendung zu bringen und die nächsten 7,2 Milliarden Euro zu bekommen, bis dahin wird ihm jedoch keinerlei Finanzierung gewährt werden.
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Griechenland: Sprung ins Leere …

5. Februar 2015 / Aufrufe: 1.620 2 Kommentare

Griechenlands Finanzminister verlangt die Anhebung der Emissionsgrenze für Schatzbriefe um 10 Milliarden Euro, um Zeit für eine Einigung mit den Partnern zu gewinnen.

Abgesehen von den für den internen „linken“ Konsum vor den Kameras inszenierten hochtrabenden Äußerungen und großen Tönen tritt allmählich die düstere Wahrheit über die elendige finanzielle Lage Griechenlands auf den Monitoren des Finanzministers in Erscheinung und führt ihn zur Suche nach außerordentlichen Lösungen auf Messers Schneide.

Im Wirtschaftsstab ist wegen der geminderten Einnahmen während des ersten Monats des Jahres 2015 Alarm geschlagen worden. Ziel ist die Aktivierung des Steuerbeitreibungs-Mechanismus, der während der Wahlkampfperiode die Steuerprüfungen „eingefroren“ hatte.
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Regierung in Griechenland schürt Angst der Sparer

4. Januar 2015 / Aufrufe: 772 4 Kommentare

Ein Staatsminister der Regierung in Griechenland behauptete öffentlich, die SYRIZA beabsichtige, alle 15 Tage die Bankguthaben der Griechen anzapfen.

Dimitris Stamatis, Minister ohne Geschäftsbereich der Regierung Samaras, beschuldigte in einer öffentlichen Erklärung die SYRIZA, nicht nur Griechenland in den Bankrott führen, sondern auch alle 15 Tage Gelder von den Bankguthaben der Griechen „abzapfen“ zu werden.

Wie Dimitris Stamatis selbst sagte, erklärte er anlässlich einschlägiger Erklärungen von Seite der SYRIZA bezüglich des Kaufs staatlicher Schatzbriefe durch griechische Anleger:
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Griechenland droht fataler Liquiditätsengpass

26. Dezember 2014 / Aufrufe: 996 2 Kommentare

Die Finanzierungsbedürfnisse des Fiskus in Griechenland gefährden ernsthaft die Liquidität des Banksystems und der inländischen Wirtschaft.

Im griechischen Finanzministerium, aber auch bei der Griechischen Bank herrscht heftige Beunruhigung bezüglich der Liquidität des Banksystems, wobei alles darauf hindeutet, dass letztere im Fall vorgezogener Neuwahlen signifikant eingeschränkt werden und damit den Wachstumskurs der Wirtschaft untergraben wird.

Informationen zufolge gab es bei der Griechischen Bank eine Sonderkonferenz, an der Bankpräsident Giannis Stournaras, die beiden Vizepräsidenten Giannis Mourmouras und Ioannis Papadakis sowie die Direktoren der Bank teilnahmen. Der Gegenstand der Konferenz wurde nicht bekannt gegeben, Informationen führen jedoch an, dass die Konferenz erfolgte, damit die sich gestaltende Situation untersucht und parallel ein Plan entworfen wird, um die wie auch immer gearteten Auswirkungen auf das Banksystem abzufangen.

Explosiver Cocktail für die Wirtschaft Griechenlands

Die lauernde Thematik legte den Abgeordneten des griechischen Parlaments am Montagabend (22 Dezember 2014) besorgt der Finanzminister Gikas Chardouvelis dar. Wie er anmerkte, benötigt der griechische Fiskus ungefähr 4,5 Mrd. Euro um seine Bedürfnisse bezüglich der Bedienung der Zinsen und Tilgungen im ersten Quartal 2015 zu decken, und falls es keine Einigung mit der Troika geben wird und im weiteren Sinn die Tranchen des Programms nicht ausgezahlt werden, müssen diese Gelder dann mittels der außerordentlichen Ausgabe von Schatzbriefen über die griechischen Banken geschöpft werden, und zwar unter dramatischer Einschränkung der vorhandenen Liquidität, die der realen Wirtschaft entzogen werden wird.

Das obige Problem in Kombination mit der verzeichneten Verzögerung bei den öffentlichen Einnahmen bilden einen explosiven „Mix“ für die Wirtschaft, was unter Umständen den Aufschwung lähmen und die Bemühungen um die volkswirtschaftliche Sanierung annullieren kann, die während des ganzen vorherigen Zeitraums erfolgten und ein Resultat gebracht haben. Giannis Stournaras hatte bereits zu unverfänglicher Zeit vor der Gefahr für die Liquidität gewarnt und sich mit seinen Erklärungen die Kritik der amtierenden Opposition eingehandelt, die von einem Versuch der Einmischung in die politische Szenerie sprach. Das Problem ist jedoch existent und bei der Griechischen Bank versucht man ohne viel Lärm, einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden.

Die Situation mit den Verpflichtungen des Fiskus im ersten Quartal macht das Thema zwingend. Es werden ungefähr 4,5 Mrd. Euro benötigt und das Finanzministeriums hat ausgerechnet, dass die Bedürfnisse gedeckt werden, falls es im Januar 2015 eine Einigung mit der Troika geben wird. Es sei angemerkt, dass die Tranchen von EU und des IWF, deren Auszahlung bis Ende Dezember 2014 geplant war, auf 7 Mrd. Euro veranschlagt werden. Falls vorgezogene Neuwahlen ausgerufen werden, wird eine Einigung mit der Troika bestenfalls und allgemein die Auszahlung der Tranchen frühestens Ende Februar 2015 erfolgen.

In dem unerwünschten Szenarium des Nichtzustandekommens einer Vereinbarung hat die dann amtierende griechische Regierung außer dem „Loch“ der 4,5 Mrd. Euro auch zwei weiteren „heißen“ Fronten zu begegnen. Die eine ist das Fehlen eines Schutzschirms von Seite der Gläubiger ab dem 01 März 2015 im Fall einer nicht erfolgenden Einigung mit der Troika, und die andere ist die Notwendigkeit der Erneuerung der von den griechischen Banken zur Liquiditätsschöpfung an die EZB gegebenen Sicherheiten in Höhe von über 20 Mrd. Euro gegen Ende März 2015. Die beiden vorstehenden Punkte sind direkt miteinander verbunden, da das Fehlen eines „Schirms“ die Erneuerung der Sicherheiten automatisch schwierig, wenn nicht gar unmöglich macht.

Einigung mit der Troika ist eine Einbahnstraße

In Kombination mit der Tatsache, dass die griechischen Banken aufgefordert werden sein, abgesehen von der Refinanzierung der bestehenden Fälligkeiten die Bedürfnisse des Fiskus mit 4,5 Mrd. Euro mittels der Ausgabe außerplanmäßiger Schatzbriefe zu finanzieren, schafft ein zumindest Unheil verkündendes Szenarium. Und genau das wünscht man weder im Finanzministerium noch bei der Griechischen Bank.

Allen ist sehr wohl bekannt, dass es keine magischen Lösungen gibt, und aus diesem Grund betrachten alle die Einigung mit der Troika als Einbahnstraße – unabhängig davon, welche Partei sie zu realisieren aufgerufen sein wird. Quellen aus der Griechischen Bank merken an, die vor einigen Tagen erfolgte Intervention des Giannis Stournaras sei kein Versuch des Eingreifens in die politische Szenerie, sondern eine Bemühung gewesen, auf dass allen die Situation bekannt wird und jede politische Partei sich ihren Verantwortungen stellt.

Die selben Quellen merkten sogar an, dass 2009 der damalige Leiter der Griechischen Bank, Giorgos Provopoulos, sich entschieden hatte, die politischen Führer über des Hochschnellen des Defizits auf außerhalb der Kontrolle liegende Niveaus in Kenntnis zu setzen. Er wurde damals kritisiert, weil er es nicht öffentlich tat. Giannis Stournaras wählte somit die gegenwärtigen zeitlichen Umstände, um nicht den selben Fehler zu begehen.

Beunruhigung über den Verlauf der öffentlichen Einnahmen

Signale intensiver Beunruhigungen kommen auch von der Front der Einnahmen. In den Monaten Januar – November des Jahres 2014 erreicht die Abweichung von den Zielvorgaben 1,12 Mrd. Euro, während in dem besagten Zeitraum die (neuen!) fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus auf die kaum fassbare Höhe von 12,5 Mrd. Euro hochgeschossen sind. Sollten gar vorgezogene Neuwahlen ausgerufen werden, ist mathematisch sicher, dass diese Verzögerung maximiert werden wird – wie es im übrigen in allen Wahlkampfperioden geschieht, entweder wegen der „Lockerheit“ der Steuerzahler oder weil die Kontrollen des Steuerbeitreibungsmechanismus nachlassen.

Unter dem Strich sind sich alle einig, dass die griechische Wirtschaft sich an einem Knotenpunkt befindet. Sie wünschen zwar keine Neuwahlen, merken jedoch an, dass – sofern diese letztendlich nicht vermieden werden können – dann die Züge der neuen Regierung unmittelbar und effizient sein müssen und die Einigung mit der Troika unabdingbar ist. Anderenfalls sind die Szenarien albtraumhaft.

(Quelle: Imerisia, Autor: Thanasis Papadis)

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Geht Griechenland 2014 an die Finanzmärkte?

14. Januar 2014 / Aufrufe: 437 Kommentare ausgeschaltet

Angesichts der zu erwartenden untragbaren Konditionen wird Griechenland auch 2014 kaum den Schritt auf die internationalen Finanzmärkte wagen.

Zu welchen Zinssätzen würde Griechenland sich finanzieren können, wenn es beschließen würde, morgen früh das Memorandum zu verlassen und an die internationalen Märkte zu gehen? Wie gegenüber Voria.gr Bankfunktionäre der Dealing Rooms äußern, die aus nächster Nähe die Entwicklungen an der konkreten Front beobachten, „auf keinen Fall unter 8%„.

Zum Vergleich: Derzeit leiht Griechenland sich mittels des zweiten Programms Geld zu einem Zinssatz von unter 2% und würde folglich für „freies“ Geld rund 6% mehr zahlen müssen. Der letzte Versuch der griechischen Regierung, sich über den freien Markt zu finanzieren, erfolgte am 05 April 2010 mit der Emission einer siebenjährigen Anleihe mit einer Rendite von 6%, die jedoch nur 1,2-fach gezeichnet wurde.
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