Angst und Schrecken im Zentrum von Athen in Griechenland
Im Zentrum der Stadt Athen in Griechenland agieren organisierte Banden, die Autos aufbrechen, Passanten bestehlen und an den Verkehrsampeln Autofahrer überfallen.
In der griechischen Nachmittagszeitung “Vradyni” publizierte Giannis Alexiou, der selbst Opfer eines Überfalls wurde, am 18. August 2011 unter dem Titel “Angst und Schrecken im Zentrum von Athen” einen Artikel über die Verhältnisse im Zentrum von Athen, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
Im Bezirk Monastiraki treibt eine Bande Drogensüchtiger ihr Unwesen und ist laut Aussagen zu Angst und Schrecken der Fahrzeugbesitzer, die ihre Wagen in der Gegend abstellen, aber auch der Touristen geworden, die in dem Gebiet unterwegs oder in Hotels untergebracht sind. Eine ganze Diebesbande agiert skrupellos in dem Bezirk ab Monastiraki, der Straße Ermou und den umliegenden Gebieten bis hin zu Psyrri. Die Bande geht alltäglich und systematisch ihren Aktivitäten nach und veräußert das Diebesgut an einer konkreten Stelle, und es existiert sogar ein … “Zusteller”, der unabsetzbare Beute an Bestohlene zurückgibt.
Die Täter sind hauptsächlich Drogensüchtige, die blitzschnell zuschlagen und eine besondere Vorliebe für Auto-Kofferräume zeigen, die sie im Handumdrehen in der Hoffnung aufbrechen, darin von den Fahrern verstaute Taschen und persönliche Gegenstände zu finden. Danach unterziehen sie das Diebesgut einer Untersuchung (üblicherweise an einem hinter der Kirche in der Straße Asomaton gelegenen Platz) und sortieren die Beute aus, um die verwertbaren Stücke anschließend zu verscherbeln und sich ihre Dosis zu besorgen.
Alltäglich beklagen hunderte nichtsahnende Passanten im Bezirk Monastiraki den Verlust ihrer Mobiltelefone, Taschen, Sonnenbrillen, Fotoapparate, Geldbörsen, Uhren, Digitalkameras, Schmuckstücke und jeder Art persönlicher Gegenstände, angefangen von Arbeitsunterlagen, Quittungsblöcken, Sparbüchern und Kontokarten bis hin zu Ausweisen und – speziell im Fall von Touristen – Reisepässen, und natürlich von Bargeld, das sich “verflüchtigt” hat.
Nachdem die Opfer der Diebstähle in Abfallbehältern und an diversen Stellen erfolglos nach den verlorenen Gegenständen suchen, begeben sie sich zum Polizeirevier Akropolis, wo ein ungemeines Gedränge herrscht! Ganze Touristengruppen und natürlich hunderte Einzelpersonen werden alltäglich auf der in Rede stehenden Wache vorstellig, wo die Beamten nicht mit der Ausgabe von Anträgen nachkommen.
Obdachloser bringt Diebesgut zurück
Das Überraschende ist, dass in diesem ganzen Täterkreis an der Situation auch ein in seiner Arbeitsweise außerordentlich organisierter “Zusteller” für Diebesgut profitiert, der die konkreten Stellen kennt, an denen die Diebe alle ihnen nutzlos erscheinenden Gegenstände wegwerfen. Der Mann sucht dann nach Kommunikationsdaten der Bestohlenen und nimmt so schnell wie möglich Kontakt zu ihnen auf, um ihnen alles (noch) Vorhandene zu übergeben – und zwar ohne dafür Geld zu verlangen, jedoch gibt jeder etwas … .
Der “Zusteller” ist obdachlos und zeigt in seiner Arbeit Kultur und Methodik. Er ist freundlich und hinterlässt auf seine Weise … einen ausgezeichneten Eindruck bei allen, die mit ihm in Kontakt kommen. Er lebt auf den Bänken der Gegend und bringt sein eigenes … konstruktives Werk ein, da er sich in die Diebstähle nicht einmischt.
Organisierte Raubüberfälle an Verkehrsampeln
In letzter Zeit ist es Mode geworden, dass sich einzelne Drogensüchtige und auf den ersten Blick ungefährliche Person an den Verkehrsampeln im Bezirk Monastiraki, aber auch der weitläufigeren Gegend bis zum Koumoundourou-Platz und an den “Obdachlosen-Ampeln” im Stadtbezirk Athen nichtsahnenden allein im Wagen befindlichen Autofahrern nähern. Zuerst bitten sie auf die bekannte Weise um etwas Geld. Die Fahrer, die sich darauf einlassen, werden dann durch das Fenster an den Haaren gepackt und festgehalten, während weitere 5 – 6 Personen auftauchen, den Wagen entern und in Windeseile durchsuchen und nicht häufig auch brutal auf den nichtsahnenden Fahrer einschlagen.
“Sie stahlen mir das Geld, nahmen alles im Wagen Befindliche mit, schlugen mich und brachen mir das Bein”, bezeugt B. B., der in dem Bezirk arbeitet und die Sensibilität hat, Drogensüchtigen Geld zu geben. “Das Schlimmste von allem ist, dass sie mir die Mappe mit allen Versen und Musikstücken entwendeten, die ich seit meiner Kindheit bis heute schrieb” erklärte der Künstler, der an der Ampel an der Straße Koumoundouris einem Raubüberfall zum Opfer fiel.
Der Umschlagsplatz für das Diebesgut
Bei den im Bezirk Monastiraki Beschäftigten ist es ein offenes Geheimnis, dass die Gasse hinter der unten an der zentralen Straße in Monastiraki gelegenen Kirche St. Filippos (Αγ. Φιλίππου) der Ort ist, an dem von morgens bis mittags die Drogensüchtigen ihre “Ware” für ein paar Euro feilbieten, um mit dem Erlös ihre Dosis sicherzustellen.
Geschichten des alltäglichen Wahnsinns im Zentrum von Athen, die uns an die Decke gehen lassen und denen wir alleine nicht entgegen treten können … .
(Quelle: Vradyni)










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