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Griechenland verhängt Exportstopp für Medikamente

24. Oktober 2012 / Aufrufe: 616 Kommentare ausgeschaltet

Angesichts der dramatischen Versorgungslücken auf dem Gesundheitssektor untersagt Griechenland bis auf weiteres den Export aller pharmazeutischen Produkte.

Die griechische Arzneimittelbehörde (EOF) verhängte am 23 Oktober 2012 mit sofortiger Wirkung eine vorläufige globale Aussetzung des Exports und des innergemeinschaftlichen Vertriebs aller pharmazeutischen Produkte, als außerordentliche Maßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Vermeidung von Medikamenten-Engpässen in Zusammenhang mit dem Inkrafttreten der neuen Preisliste für Medikamente.

Der Beschluss kommt umgehend zur Anwendung und ist vorläufigen Charakters. Ebenfalls wird die Aussetzung der Bildung von Lagerbeständen nahegelegt und die Bereitstellung pharmazeutischer Produkte für den inländischen Markt durch alle an dem Vertrieb Beteiligten (Pharma-Unternehmen, Zwischenhändler, Apotheker) verfügt. Der EOF wird den Verlauf der Umsetzung der „Empfehlung“ verfolgen und im Fall der Nichtbefolgung zu einem Verbot der Exporte und zur Verhängung der einschlägigen gesetzlich vorgesehenen Sanktionen schreiten.

Ergänzend sei angemerkt, dass mit Wirkung für die Pharma-Firmen ab 22 Oktober 2012 und die Endverbraucher ab 01 November 2012 eine neue Preisliste gilt, die für rund 12.500 Medikamente durchschnittliche Preissenkungen von bis zu 16% vorsieht, woraus das griechische Gesundheitsministerium sich Einsparungen in Höhe von 400 Mio. Euro verspricht. Die Pharma-Unternehmen erklären sich jedoch außer Stande, ihre Produkte auf auf Basis der neuen Preisliste fakturieren zu können, was prompt zu einer weiteren Verschärfung der Versorgungslage führte.

Der Verband der Pharmazeuten von Attika merkt charakteristisch an: „Die Versorgungslücken bei Medikamenten haben alles Bisherige übertroffen und stellen einen Rekord in der Geschichte des griechischen Markts dar. Medikamente wie Kortison-Präparete, Antidepressiva, Parkinson- Medikamente, Krebsmedikamente, Insulin-Präparate, Herz- und Schilddrüsenmedikamente fehlen auf dem Markt.

(Quelle: Zougla.gr, in.gr)

Pharmaunternehmen nehmen in Griechenland Medikamente vom Markt

22. Mai 2010 / Aktualisiert: 30. Mai 2010 / Aufrufe: 537 Kommentare ausgeschaltet

In Reaktion auf die staatliche Preispolitik für Medikamente in Griechenland beginnen Pharmaunternehmen den Vertrieb diverser Präparate auf dem griechischen Markt einzustellen. In den Apotheken beginnen sich bereits Versorgungsengpässe insbesondere bei bestimmten von Diabetikern benötigten Präparaten abzuzeichnen, sodass inzwischen die Betroffenen teilweise von Apotheke zu Apotheke ziehen müssen, um die für ihre Therapie benötigten Medikamente überhaupt noch zu erhalten.

Wie die griechische Tageszeitung TA NEA berichtete, kündigte ein großes Pharmaunternehmen (und zwar konkret die dänische Gesellschaft Novo Nordisk) in einem Schreiben an die Ärzte bereits am vergangenen Mittwoch (19. Mai. 2010) an, in Griechenland den Vertrieb von in ihrer Mehrzahl für die Therapie von Diabetikern bestimmten 17 Medikamenten einstellen zu werden. Laut Informationen sollen in den nächsten Tagen auch andere Pharmaunternehmen zu entsprechenden Schritten schreiten werden. Anlass für diese Reaktionen stellt die neue offizielle Preisliste dar, die eine durchschnittliche Senkung der Medikamentenpreise in einer Größenordnung von 25 %, in einigen extremen Einzelfällen jedoch sogar auch bis zu 95 % verfügt.
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