Griechenland vergießt Tränen – Staatsterror soll Volk einschüchtern
Die Bilder der massiven Gewaltanwendung und brutalen Übergriffe der Polizei in Griechenland gegen die Bevölkerung rief weltweit Empörung hervor.
Anlässlich der Ausübung unerhörter staatlicher Gewalt gegen Bürger und Gesellschaft im Rahmen der Demonstrationen gegen die Ratifizierung des neuen “Mittelfristigen Volkswirtschaftlichen Rahmenprogramms” am 29. Juni 2011 publizierte Chefredakteur Panos Kolokotronis der griechischen Zeitung Vradyni in seiner Kolumne “Zeichen der Zeit” am 30. Juni 2011 unter dem Titel “Griechenland vergießt Tränen” einen Beitrag, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
“Das mittelfristige Rahmenprogramm wurde ratifiziert, wie es ratifiziert wurde. Von schwachen Menschen. Weil Du tatsächlich schwach bist, wenn Du erscheinst und zwar Einwände gegen einen Plan wie das mittelfristige Rahmenprogramm hast, welches das Land in Scherben legt, Dich dann jedoch dem Beschluss des Vorsitzenden Deiner Partei unterwirfst. Du sendest nicht das Signal des Volksvertreters aus sondern eines Menschen, der sich nur für seinen Stuhl interessiert.
Das Gerede über die Rettung der Nation oder dass das Volk das mittelfristige Programm will, sind billige Rechtfertigungen von Politikern ohne Vision. Nur einer der Abgeordneten der Regierungsfraktion traute sich. Und P. Kouroumplis mag aus der PASOK-Partei ausgeschlossen worden sein, die Bürger haben ihn jedoch bereits zum Gott erhoben. Weil er im Gegensatz zu seinen übrigen “Genossen” der einzige war, der tatsächlich auf die Gesellschaft zu hören vermochte. Er war der einzige, der sah und einen Schritt weiter machte, die anderen blind und umzingelt zurücklassend.
Das Volk zeigte auch gestern, dass es nicht zurückzuweichen beabsichtigt, es nicht folgsam sein wird, so wie sich genau seine Politiker verhalten. Es zog vor, auf dem Syntagma-Platz und in fast ganz Athen Tränen zu vergießen, aber an seinem Platz zu bleiben. Die schamlose Attacke der Polizei hinzunehmen.
Warum traten gestern die Polizeikräfte den demonstrierenden “Verärgerten” als Feinden der Nation gegenüber? Einige werden sagen, nun schön, sie führen Befehle aus, sie konnten nicht anders handeln. Jedoch, sie konnten. Aber sie wollten nicht. Und wie sollten sie auch wollen, wo die übertragenen Bilder Menschen mit Knüppeln und Vermummungen offenbaren, wie sie … die Hilfe der Polizei empfangen.
Staatlicher Terror soll die Gesellschaft einschüchtern und gefügig machen
Eine Gruppe Uniformierter spielt offensichtlich das Spiel “Räuber und Gendarm”. Und in der Mitte die Bürger, die friedlich demonstrieren möchten. Die sich nicht vertreiben lassen wollen, weil die Regierenden vorziehen, die Leute von dem Syntagma-Platz zu vertreiben, da sie nicht ertragen, die Stimme ihres Protests zu hören. War also alles vorgeplant? Und welcher der Nutzen? Einfach so, um die Gesellschaft zu terrorisieren. Damit sie sich fürchtet zu sprechen, ihre Stimme zu erheben, sich zu widersetzen.
Athen vergoss gestern Tränen. Die Demokratie vergoss Tränen. Die Regierung zeigte ihr tatsächliches Gesicht. Dass sie nicht zögert das Volk verprügeln zu lassen, weil es sich der von ihr befolgten Politik widersetzt, der Unterwürfigkeit, die sie vor den ausländischen Gläubigern zur Schau stellt. Dass sie dafür sorgt, das Land seines Reichtums zu entblößen, es am nächsten Tag arm und verwüstet zu hinterlassen.
Außerdem ist das Bild des Syntagma-Platzes das Bild des Landes nach der Ratifizierung des mittelfristigen Rahmenprogramms. Trümmer und Tränen. Nur dass dies keine Vision ist. Es ist ein Albtraum.”
(Quelle: Vradyni)











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