Erdöl und Erdgas in Griechenland
Griechenland schreitet zur öffentlichen internationalen Ausschreibung der Erschließung von Erdöl- und Erdgasvorkommen bei Ioannina, Katakolo und Patras.
Auf ungefähr 250 bis 300 Millionen Barrels werden von dem griechischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) die in den Gebieten bei Ioannina, Katakolo und im Golf von Patras existierenden Kohlenwasserstoffvorräte geschätzt, für welche das Ministerium einen internationalen öffentlichen Wettbewerb ausschrieb und die interessierten Firmen aufruft, bis zum 02. Juli 2012 ihre Angebote einzureichen.
Eindruck rufen zur selben Stunde die Berichte von Wissenschaftlern hervor, welche die Vorräte an Kohlenwasserstoffen, über die Griechenland verfügt, sehr viel höher ansetzen als die Führung des zuständigen Ministeriums mit ihren Schätzungen eingesteht. Von Seite der wissenschaftlichen Gemeinschaft wird allerdings auch mit Nachdruck betont, dass Griechenland kein Interesse von Firmen anziehen können wird, die Investitionen tätigen müssen, um zur Nutzung der Vorkommen zu schreiten, wenn die Regierung nicht unmittelbar zur Festsetzung der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) schreitet.
Wissenschaftler rechnen mit bis zu 600 Mrd. Dollar
Bezeichnend für die zwischen den Schätzungen des Ministeriums und der Wissenschaftler bestehende Differenz ist, dass die Regierung die aus der Nutzung der Kohlenwasserstoffe erzielbaren Gewinne Griechenlands für die nächsten 20 Jahre und bei einem sich zwischen 80 und 100 Dollar pro Barrel bewegenden Erdölpreis auf 20 Milliarden Dollar schätzt, während manche Wissenschaftler von Gewinnen für Griechenland sprechen, die über eine Periode von 20 Jahren veranschlagt die astronomische Summe von 600 Mrd. Dollar erreichen können.
Charakteristisch führte der Professor der Universität von Patra Abraam Zelilidis in Äußerungen auf der Website Newsit an, dass das Vorkommen bei Ioannina rund 500 Millionen Barrels, also viel mehr als die von dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) geschätzten 80 Millionen Barrels erbringen soll. Diese Angaben gehen auf Basis von Daten hervor, über welche kanadische Wissenschaftler verfügen, die bereits in der Erforschung von Kohlenwasserstoffvorkommen in Albanien tätig sind.
Hinsichtlich der Nachforschungen im Gebiet des Golfs von Patras äußerte Professor Zelilidis Zweifel daran, ob durch die Nachforschungen die Schätzung über die Existenz von 200 Millionen Barrels bestätigt werden wird und ermunterte parallel das Ministerium, sein Interesse westlicher auf das Gebiet Zante – Kefalonia zu richten, wo laut seiner Argumentation mehr als 1 Milliarde Barrels gefördert werden können.
In Bezug auf die Region bei Katakolo erachtete der Professor der Universität Patras schließlich, dass die Suche in dem Gebiet höchstwahrscheinlich ein großes Erdgasvorkommen und kein Erdöl an den Tag bringen wird.
Wissenschaftler fordern unmittelbare Festsetzung der AWZ Griechenlands
Die Wissenschaftler beharren jedenfalls darauf, dass notwendige Voraussetzung für eine Nutzung der Vorkommen die Festsetzung der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) sei, damit die Suche nach Kohlenwasserstoffen für Griechenland greifbare Ergebnisse hat. Wie sie mit Nachdruck betonen, wird ohne Festlegung einer AWZ kein Unternehmen bereit sein, im Mittelmeer Geld zu investieren, ohne zu wissen, worauf die Grenzen des Landes tatsächlich basieren.
Die Wissenschaftler merken sogar an, dass die vorhergehenden seismischen Untersuchungen ein völlig anderes Thema als die nachfolgenden Bohrungen sind, zu deren Durchführung die griechischen Behörden die Grenzen der AWZ festlegen müssen. In der Bekanntmachung des zuständigen Ministeriums erfolgt jedoch keinerlei Hinweis auf die Bestimmung einer AWZ.
Bei der AWZ handelt es sich letzendlich um ein weiteres Tabuthema, welches die griechischen Behörden wegen der Besonderheiten der geographischen Lage Griechenlands nicht “antasten”. Bezeichnend für die enormen Schwierigkeiten ist außerdem die Tatsache, dass bis heute in Griechenland ungefähr 175 Bohrungen und davon gerade einmal 12 Bohrungen im Gebiet der Ägäis erfolgten, wogegen zur selben Zeit in dem benachbarten Albanien bereits mehr als 2.500 Bohrungen durchgeführt worden sind.
(Quellen: Vradyni, Alter / Youtube ff)










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