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Wirtschaftskrise führt zu Mangel an Taufpaten in Griechenland

10. Februar 2013 / Aufrufe: 546 1 Kommentar

Infolge der Wirtschaftskrise in Griechenland zeigen sich immer weniger Menschen bereit, die in der griechischen Gesellschaft tief verwurzelte Rolle des Taufpaten zu übernehmen.

Die Folgen einer wirtschaftlichen Krise sind unvorhersehbar. Wer hätte beispielsweise damit gerechnet, dass es ausgerechnet (jedoch natürlich nicht nur) auf der als besonders traditionsverbunden geltenden Insel Kreta ein Problem bei einer der heiligsten Bindungen geben würde, die sich mit der Patenschaft (= gemeinsame Elternschaft) entwickelt, wenn jemand anderes sein Kind tauft?

Selbst in den schweren Jahren des Hungers hatten die Kreter kein Problem, einen Paten zu finden um ihr Kind zu taufen. Und wenn dies erfolgte – nachdem sie sich die Hände gegeben hatten – war diese Bindung lebenslänglich und „heiliger“ als alle anderen! In ihrem Namen erfolgten selbst schwierige „Gleichschaltungen“, sie schafften sogar … Spannungen, bis hin zu „Vendetten“!

Jetzt haben die Dinge jedoch eine hässliche Wendung genommen. Viele Ehepaare finden für ihre Kinder keine Paten mehr, und das, was vormals einer Anekdote glich, ist nun eine harte Realität: sie publizieren Kleinanzeigen – die zunehmend in den lokalen Zeitungen von Eltern eingestellt werden, die einen Paten oder eine Patin suchen, um ihr Kind zu taufen! Wo? Auf Kreta …!

Dass sich inzwischen keine Taufpaten mehr finden, ist heutzutage kein Zufall. Sie haben finanzielle Verpflichtungen: der Pate kauft das „Tauf-Set“ – Kerze, Ölungstücher, Kleidung, Schuhe, Taufkette usw. – und bezahlt die Kirche für die Zeremonie. Hauptsächlich hat er jedoch eine beständige und lebenslängliche Verpflichtung gegenüber seinem Patenkind, die mit seiner permanenten Präsenz, Geschenken usw., also mit Geld zu tun hat, das heute nicht (mehr) vorhanden ist!

(Quelle: Cretalive.gr)

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