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Artikel Tagged ‘papasotiriou’

IWF, Hobsbawn … und die Troika in Griechenland

4. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 438 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika stellt neue absurde Forderungen an Griechenland

Die gegenwärtige Krise ist tief, „weil sie den selbigen Markt heimsucht„, sagte vor einem Jahr Eric Hobsbawm. Was wird wohl den Markt substituieren? Dies zu erfahren wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wie auch die Dauer des katastrophalen Prozesses. Hobsbawm sah den Beginn der Katastrophe, bekam jedoch ihr Ende nicht mehr mit, da er diese schnöde – wenn auch schöne – Welt verließ.

Alle wir, die wir hier verbleiben, verfolgen die Episoden des katastrophalen Prozesses, so wie jener, der in Griechenland stattfindet. Dieses Hintertürchen, durch welches die Menschen des Dollar den Euro zu unterwerfen versuchen. Diese Ansicht, die manche bereits seit zwei Jahren als überholt und graphisch verspotten, wird inzwischen auch von Informationsmedien des deutschen Establishments wie der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ adoptiert.

Die seit gestern (wieder) in Griechenland befindlichen drei Funktionäre der Troika werden als Marionetten politischer Interessen charakterisiert. Wir würden sagen, auch wirtschaftlicher Interessen, da sich hinter den politischen auch die wirtschaftlichen Interessen verbergen. Wessen Marionette ist aus dieser Sicht jedoch Thomsen? Wessen Masuch? Die Zeitschrift gibt keine Antwort. Das Schlimmste für Griechenland ist nicht, dass die Drei gewisse „politische Interessen“ vertreten, sondern dass diese Interessen entgegengesetzt sind.

Poul Thomsen also, als Vertreter des IWF, scheint den amerikanischen Interessen und dem Dollar näher zu stehen, die mit Europa und dem Euro in einem Versuch kollidieren, denjenigen aufzuzeigen, der sich die Welt mit den neuen aufsteigenden Mächten und speziell China „teilen“ wird. Die Härte und der Widerstand des Herrn Thomsen erfolgen nicht, weil angeblich der IWF von seinen Mitgliedstaaten unter Druck gesetzt wird, welche Griechenland Geld leihen, sondern um die Umstände für ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro zu schaffen. Dieses Ausscheiden wird grundsätzlich nicht nur den wirtschaftlichen Bankrott Griechenlands, aber auch den Bankrott der symbolischen und politischen Idee des vereinigten Europas und seiner Währung – des Euro – bedeuten, was die Einleitung ihres völligen Zusammenbruchs sein wird.

Thomsens Trick ist die Fokussierung auf den finanziellen Zweig des griechischen Problems, wobei inzwischen klar ist, dass das Austeritäts-Programm die Rezession verschärft und die Lösung an dem erreichten Punkt nur noch politisch sein kann. Mit anderen Worten, werden die Deutschen den Euro zusammenbrechen lassen oder ihn retten, indem sie politisch beschließen, Griechenland zu retten? Die griechische Wirtschaft kann allerdings weder ohne ihren „Markt“ noch ohne ihr Volk gerettet werden, wie Hobsbawm sagen würde.

Werden jedoch die mörderischen Maßnahmen verhängt, wird sich früher oder später eine vom Süden bis hin zum Norden eine paneuropäische Protestbewegung entwickeln. Es ist unmöglich, dass die Reaktion gegen die humanistische Katastrophe sich nicht überall ausbreitet, „fast so, wie sich die Angst vor der Grippe-Epidemie ausbreitet“. Die große Anstrengung der ausländischen Oberherren und der inländischen Oligarchen ist deshalb, die Medien – also die „Wirte“ der Infektion – unter Kontrolle zu bringen. Alles und jeder, das bzw. der fortfährt, das arbeitsrechtliche Mittelalter und die Hobbessche Gesellschaft des Dschungels anzuklagen, wird ausgelöscht werden. Dies ist bereits mit denjenigen geschehen, die seit 2010 die Memoranden monierten.

Diejenigen, die heute denken, dass „wir (Anmerkung: die Journalisten) alle Verantwortung tragen„, urteilen, weil sie nur Ihresgleichen sehen, da sie nicht auch diejenigen zu sehen vermögen, die bereits „füsiliert“ worden sind.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – IWF und Hobsbawm
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Sie retten die Banken und lassen die Menschen sterben

1. Juli 2012 / Aufrufe: 888 3 Kommentare

Autor: Giorgos Papasotiriou

Die Banken wurden gerettet, aber nicht auch die Menschen. Ein weiterer, der Rentner in Galatsi, stürzte sich vorgestern aus der 3. Etage vor die Füße des Gerichtsvollziehers.

Am selben Tag beschloss die politische Elite der Europäischen Union die Rettung des europäischen Finanzsystems. Die Austeritäts-Politiken werden jedoch weiterhin gelten, da die 120 Mrd. für die Konjunktur Krümel sind, weil sie für ganz Europa sind. Somit werden Millionen Arbeitnehmer weiterhin von dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein, sie werden tausende Rentner aus ihren Wohnungen sowie auch aus dem selbigen Leben vertreiben.

Ich kann nicht mehr! Warum? Warum?“ rief der tragische Selbstmörder in Galatsi in die Tiefe stürzend. Dieses ungeheure „Warum?“ eines Menschen, der sein Leben lang Häuser baute, und an seinem Lebensabend wollten sie ihn ohne Wohnung, ohne Unterkunft lassen. Die Politiker scheinen jedoch wichtigere Probleme als die Miete eines Rentners in einem Wohnbezirk in Attika zu haben. In ihren Augen hat diese Welt keine Seele, sie hat keine Menschen, sie hat nur Zahlen und Daten, sie hat nur Preise und Tabellen. Jene, die niemals mit ihren Augen ein Korn Weizen gesehen haben, entscheiden über dessen Preis, entscheiden über Leben und Hungertod hunderttausender Menschen. Um genau zu sein, sie beschließen nicht, sie verurteilen nur einfach, da für sie die Menschen überflüssig, unsichtbar sind.

Was jene betrifft, die glauben, der Beschluss der Gipfelkonferenz sei eine positive Entwicklung (siehe SYRIZA) und stelle eine Niederlage Merkels dar, machen einen großen Fehler. Deutschland erlangte in Gegenleistung für sein Nachgeben im Thema der Nichtbelastung der Verschuldung der Mitgliedstaaten der Eurozone (wegen der Rekapitalisierung der Banken) die Kontrollaufsicht des Banksystems aller europäischen Länder sowie deren Etats. Dies stellt mit anderen Worten eine Abtretung nationaler Souveränität an Deutschland dar! Das Vierte Reich ist also da. Und es brauchte keinen Krieg, sondern die wirtschaftliche Durchsetzung und Vorherrschaft.

Besteht die Möglichkeit einer Änderung dieses Kurses? Was Griechenland betrifft, ist es wahr, dass wir profitieren und die Kredite und die Verschuldung, die zur Rekapitalisierung der griechischen Banken erfolgten, um 50 Mrd. Euro mindern können. Das ist jedoch nicht genug. Griechenland benötigt einen Aufschwung, und Europa eine andere Politik, da die derzeit befolgte Politik weiterhin neoliberal ist und den nationalen Interessen der Deutschen dient. Weil das Nachgeben Berlins und seine … Solidarität immer mit der Gegenleistung der Abtretung nationaler Souveränität erfolgen. Das ist natürlich zumindest inakzeptabel.

Was wiederum die Allianz mit den Staaten des Südens betrifft, über die wir so lange sprechen, scheint sie danach ohne uns stattzufinden. Deswegen lasst uns endlich die Entwicklung unserer Allianz mit den südlichen, aber auch allen anderen peripheren Kräften wie Portugal und auch Irland sehen, damit Europa seine alten Ziele und seine verratenen Werte wiederfindet. Weil – wie wir schon sagten – der Ausgang aus der Krise entweder europäisch oder gleichberechtigt sein und die diachrone nationale Würde aller Völker respektieren oder nicht existieren wird.

Quelle: Giorgos Papasotiriou – Σώζουν τις τράπεζες, σκοτώνουν τους ανθρώπους
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Faschismus und die Chrysi Avgi in Griechenland

20. Juni 2012 / Aufrufe: 611 5 Kommentare

Autor: Giorgos Ch. Papasotiriou

In Arta werden Hinterhalte gelegt und Immigranten auf den Feldern und in den Orangenhainen gejagt. In Mesolangi, wie auch in den Wohngegenden in Athen, rufen die Anwohner nicht die abwesende und immer ineffiziente Polizei, sondern die Chrysi Avgi, die wie eine Schatten-Polizei mit Charakteristika der Ku-Klux-Klan agiert und gegen gerechte und nicht Immigranten Selbstjustiz übt, sie terrorisiert und zusammenschlägt. Diese paramilitärische Organisation wurde bei den Wahlen am 17 Juni 2012 von den Wählern honoriert, den Triumph der Unbildung, des Hasses, aber auch der Verzweiflung der schutzlosen Bürger darstellend.

Hier existiert jedoch nicht nur eine faschistische Formation, sondern auch jenes Element, welches die eine Seite des inzwischen drohenden sozialen Bürgerkriegs darstellen wird. Das Phänomen ist nicht nur griechisch. Auch in Großbritannien hatten sich vor geraumer Zeit die Gewerkschaften erhoben, nicht gegen die Banken, nicht gegen jene, welche die Wirtschaftskrise verursachten, und auch nicht gegen die Regierung, sondern gegen die Immigranten! Das „inländische Proletariat“ greift das „ausländische Proletariat“ an. Die Verlegung der Konfrontation in die Peripherie, der „Bürgerkrieg der Unterschicht“, das was die amerikanischen WASPs auf eine Wissenschaft in den USA zurückführten, wird nun nach Europa gebracht.

An allem haben die Immigranten schuld, jene, die uns die Arbeiten … wegnehmen. Jene, die jedoch früher (z. B. bei den Olympischen Spielen) die billigen und ohne Versicherung beschäftigten Arbeitskräfte waren, welche den großen Bauinteressen dienten. Jetzt haben an allem die Ausländer schuld! Das System benötigt ein Sühneopfer, einen Sündenbock, um seinen Konkurs zu verstecken. Gestern waren es die Hebräer, heute die Immigranten. Die menschliche Seele ist jedoch eine und allgemeine (überall die selbe), sagte Spinoza und antwortete so den Rassisten jeder Epoche, welche gewissen Menschen, aber auch Völkern eine in den Genen liegende oder atavistische „Schlechtigkeit“ anlasten.

Der Hass, wie auch die Liebe, werden durch die kleinsten Dinge genährt …„, merkte Honoré de Balzac an. Jedoch gilt hier der Fall des Meursault (A. Camus), der sein wegen des Misserfolgs oder der Arbeitslosigkeit und der Einsamkeit demontiertes Ego durch den Hass der anderen neu aufbaut. Ja, Meursault hasst „um sich nicht allein zu fühlen„, um nicht der berüchtigte Loser zu sein. Mit anderen Worten, er will, dass alle wie auch er pleite gehen, alle ihre Arbeit, ihre Geschäfte verlieren. Er will seine verkrüppelte Ideologie „sauber“ haben. Die Optik seines Hasses ist die Reinheit des Volkes, die Überlegenheit der … Rasse. Dieser Hass ist der Zünder, der die Problem-Bomben der heutigen griechischen Gesellschaft in Brand setzt. Wenn wir heute alle Fremde und Rassisten füreinander sind, werden wir an Hass sterben und uns möglicherweise auch selbst in die Zunge beißen.

Können wir jedoch ohne den Hass, ohne die Chrysi Avgi leben? Wir können es, es genügt, dass wir den Hass durch die Liebe ersetzen, die Liebe zu ausnahmslos allen Menschen zu Bedingungen der Christlichkeit, dass wir die Fremdheit als eine Reise in die Fremdheit des anderen und unseres entfremdeten Ego sehen, mit einer Ethik des Respekts selbst auch für das Inkompatible als Kompass. Es genügt, dass das staatliche Absenz bei der Sicherheit der Bürger aufhört, welche der Faschismus und der Rassismus einer illegalen gesellschaftlichen Schatteninstitution zu decken kommt, die sich hinter einer politischen Organisation mit ordnungsgemäßen Merkmalen versteckt.

(Quelle: Faschismus, Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog)

Taliban der EU töten die Griechen

4. Mai 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 678 2 Kommentare

Kurz vor den Parlamentswahlen in Griechenland im Mai 2012 dreht sich die öffentliche Diskussion paradoxerweise primär um illegale Immigranten und infizierte Prostituierte.

Obwohl sich kontinuierlich die Stimmen und Anzeichen mehren, dass die Griechenland von IWF, Troika und Gläubigern aufgezwungene neoliberale Sparpolitik zum Scheitern verurteilt ist und der wie auch immer geartete Ausgang der anstehenden Parlamentswahlen das Schicksal des Landes auf jeden Fall für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte bestimmen wird, stehen in der öffentlichen Diskussion paradoxerweise illegale Immigration, HIV-positive Prostituierte und parteipolitische Hahnen- und Schaukämpfe im Vordergrund.

Der Journalist Giorgos Papasotiriou betrachtet in seinem am 02 Mai 2012 in der Zeitung “Vradyni” publizierten Leitartikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, die Situation aus seiner persönlichen Sicht und kommt zu dem Schluss, dass die Wahlen in Griechenland und noch vielmehr in Frankreich äußerst kritisch sind.
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Wahl-Dilemma in Griechenland

31. März 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 825 4 Kommentare

Die Bürger in Griechenland sind aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen, deren Politik jedoch durch das zweite Memorandum bereits jetzt verbindlich festgeschrieben ist.

Nicht wenige Bürger in Griechenland betrachten die anstehenden Parlamentswahlen als Farce, da die wie auch immer aussehende neue Regierung im Regelfall praktisch ohne nennenswerte Spielräume nur als Vollstrecker des umstrittenen zweiten Memorandums fungieren wird, das unter der Übergangsregierung Papadimou mit der Troika und den Gläubigern des Landes vereinbart wurde. Entsprechend schwer fällt es den Parteien, sich den Wählern gegenüber zu profilieren beziehungsweise überhaupt ein individuelles „Programm“ zu präsentieren, ohne nicht von vornherein jede noch verbliebene Glaubwürdigkeit zu verspielen.

Der Journalist Giorgos Papasotiriou betrachtet in seinem neulich in der Zeitung “Vradyni” publizierten Leitartikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, die Situation aus seiner persönlichen Sicht und warnt abschließend vor politischen Spielen, die sich im Rahmen des beginnenden Wahlkampfs abzuzeichnen beginnen.
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Wird Griechenland in kontrollierten Staatsbankrott gesteuert?

13. März 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.155 11 Kommentare

Griechenlands Schuldenschnitt mag den unkontrollierten Staatsbankrott abgewendet haben, wird jedoch von vielen als Einleitung einer geregelten Insolvenz angesehen.

Während die politische Führung in Griechenland den Schuldenschnitt als großen Erfolg und einmalige Gelegenheit für das Land zu präsentieren versucht, sprechen die Gegenstimmen von einer wieder einmal zu Lasten der Bürger und Steuerzahler durchgesetzten Bankenrettung, die das Land noch tiefer in den Strudel der ungeheuren Rezession drücken und eher früher als später zu einer „geregelten“ Staatsinsolvenz führen wird.

Der Journalist Giorgos Papasotiriou führt in seinem neulich in der Zeitung “Vradyni” publizierten Leitartikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, den Beginn der Entwicklungen auf den Deal mit Goldman Sachs im Jahr 2001 zurück und weist zumindest die politische Verantwortung für den wirtschaftlichen Niedergang Griechenlands dem ehemaligen Premierminister Kostas Simitis und dessen Regierung zu.
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Kolonialismus, europäischer Totalitarismus und Griechenland

8. Januar 2012 / Aktualisiert: 02. Juli 2013 / Aufrufe: 1.137 16 Kommentare

In Griechenland stellt sich zunehmend der Eindruck ein, dass ein Exempel statuiert und das Land nebst seiner Bevölkerung paradigmatisch abgestraft werden soll.

Die öffentliche Äußerung des Leiters des Wirtschaftsstabs der Übergangsregierung Papadimos, die Troika wolle seiner Ansicht nach an Griechenland ein Exempel statuieren (siehe Troika will Griechenland exemplarisch abstrafen), reiht sich in die schon seit geraumer Zeit auf verschiedenen Ebenen immer wieder angestellten Überlegungen ein, ob die geforderten Maßnahmen wirklich alle nur der Sanierung der griechischen Volkswirtschaft dienen sollen oder auch unter dem Aspekt der exemplarischen Abstrafung des Landes aufgezwungen werden.

Der aktuelle Disput um die von der Troika (inzwischen sogar als unverblümtes „Ultimatum“!) gestellte Forderung, auf dem privaten Sektor das Oster-, Urlaubs- und Weihnachtsgeld gänzlich zu streichen und den gesetzlichen Mindestlohn auf etwa 400 Euro monatlich zu senken, befremdet um so mehr, als diese Forderung nicht einmal von den Arbeitgebern getragen wird, denen sie angeblich zugute kommen soll.

Der Leiter der griechischen Zeitung Vradyni, Giorgos Papasotiriou, kommentierte das Thema aus seiner Sicht in einem Artikel, der in der Ausgabe vom 06. Januar 2012 auf Seite 2 unter der Kolumne „Επισημάνσεις“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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Provozierung gesellschaftlicher Spannungen in Griechenland

13. September 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 822 8 Kommentare

In Griechenland drohen sich soziale Spannungen zwischen Gruppen der Gesellschaft abzuzeichnen, die möglicherweise gezielt provoziert und gegeneinander gelenkt werden.

Angefangen von der in Griechenland inzwischen zu einem geflügelten Wort umgemünzten kollektiven Schuldzuweisung des Regierungsvertreters Theodoros Pangkalos „Μαζί τα φάγαμε“ (Wir haben es – also das Geld – zusammen durchgebracht“) über kernige Parolen gegen „συντεχνίες“, sprich auf Kosten der Gesellschaft schmarotzende „Zünfte“, bis hin zu mehr oder weniger unverblümten populistischen „Sticheleien“ gegen berufliche und soziale Gruppen könnten all diese Angriffe seitens der griechischen Regierung auf diverse Kategorien der Gesellschaft als Versuch gewertet werden, das gesellschaftliche Gefüge aufzubrechen und zweckdienliche soziale Spannungen zu provozieren.

Unter Bezugnahme auf die in den USA zwischen den beiden Weltkriegen und in England zu Beginn der 80er Jahre verzeichneten Entwicklungen interpretiert Jorgos Papasotiriou, Direktor der griechischen Zeitung „Vradyni“, aus seiner Sicht das aktuelle Geschehen in Griechenland in einem am 09. September 2011 unter der Kolumne „Zeichen der Zeit“ publizierten Artikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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Worte, Beschwörungen und Gewalt in Griechenland

7. September 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 527 10 Kommentare

Bei der Konferenz der Regierungspartei in Griechenland im September 2011 appellierten fast alle Sprecher an den Premierminister, zu einem Wechsel bei Kurs und Personen zu schreiten.

Die am vergangenen Wochenende stattgefundene Parteikonferenz der PASOK-Partei war von der Sorge etlicher Parteifunktionäre um die Verfälschung der Werte der Gründungsgrundsätze und der Physiognomie der Partei gekennzeichnet. Wie verlautete, habe diese Entwicklung zum Ergebnis, dass die Partei politischer Initiative entbehrt und einfach nur den Gegebenheiten folgt, die von den Märkten und den ihnen Ausdruck verleihenden politischen Kräften in Europa aufgezwungen werden.

Fast alle Redner richteten vom Podium den Appell an Parteichef und Premierminister Jorgos Papandreou, zu einem Wechsel des Kurses, aber auch von Personen zu schreiten, „bevor es zu spät sei„. Der Direktor der griechischen Zeitung Vradyni Jorgos Papasotiriou interpretierte dagegen den Verlauf der Parteikonferenz auf seine Weise und publizierte diesbezüglich am 05.09.2011 unter der Kolumne „Zeichen der Zeit“ einen Artikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.


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Griechenland-Krise, Faschismus und moderner Totalitarismus

22. Juli 2011 / Aktualisiert: 22. November 2013 / Aufrufe: 1.162 10 Kommentare

Will Deutschland bei den geopolitischen Optionen, der Eroberung von Territorien und dem Besitz der Reichtum produzierenden Quellen ein vermeintliches Vorzugsrecht durchsetzen?

Anlässlich des Gipfeltreffens in Brüssel publizierte Jorgos Papasotiriou, Direktor der Zeitung Vradyni, am 21. Juli 2011 in der Kolumne “Zeichen der Zeit” unter dem Titel “Der Faschismus hat als Waffe die Angst” einen Beitrag, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Sie nannten das Verbrechen Skandal. Der Hunger in Ostafrika ist jedoch kein Skandal, sondern ein Verbrechen gegen die Menschheit. Verbrecher sind die Westler, die Bürgerkriege und Teilungen verursachen, um die Bodenschätze zu kontrollieren und im wahrsten Sinne des Wortes für ein Stück Brot ungeheure Flächen afrikanischer Länder kaufen. Verbrecher sind diejenigen, welche die Maske der angeblichen wohltätigen nichtstaatlichen Organisationen tragen. Diese Verbrecher wird niemand jagen wie die Serben oder allgemein alle, die sich den Befehlen der Westler widersetzen.
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