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Artikel Tagged ‘papasotiriou’

Griechenland: vulgäre Propaganda anstatt politischer Argumente

28. Oktober 2013 / Aufrufe: 580 1 Kommentar

In Ermangelung politischer Argumente betreibt die Regierung in Griechenland vulgäre Propaganda auf Ebene der Instinkte und Emotionen.

Die Anweisung aus den Kellern des Maximou (Anmerkung: gemeint ist die Regierungszentrale) zur Veröffentlichung von Artikeln und Fotografien über das Kind des Oppositionsführers, das einen privaten Kindergarten besucht, wurden am vergangenen Montag (vor einer Woche) gegeben. Zur „Ablenkung“ sollten am Samstag, an dem die Sonntagsausgaben der Zeitungen erscheinen, auch die Kinder anderer Politiker in den Mittelpunkt gebracht werden, die private Schulen besuchen.

Ziel ist natürlich, das volkstümliche Image des (SYRIZA-Vorsitzenden) Alexis Tsipras zu demontieren. Vorhergegangen war das … Pilotprojekt des garantierten Mindesteinkommen, um das volkstümliche Profil der Regierung zu betonen und von den neuen Maßnahmen abzulenken (Kürzungen bei Renten und Abfindungen, dauerhafte „Abzocke“ bei den Immobilien durch Besteuerung sogar von Viehställen usw.).
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Ganz Griechenland hat das Schicksal des großen Gatsby

17. Mai 2013 / Aufrufe: 914 7 Kommentare

Möglicherweise wird es bald wirklich keine Arbeitslosigkeit mehr geben, wenn als Maß der Wettbewerbsfähigkeit die Sklaverei wieder etabliert werden wird.

Man hört die deutsch-französische Vereinbarung bezüglich der Programme zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und könnte meinen, es tue sich etwas, die Nordeuropäer haben etwas von dem „Feuer“ mitbekommen, das den Süden in Flammen aufgehen zu lassen bereit ist. Würden sie nur die Hälfte der 60 Mrd. Euro bereitstellen, welche die nordeuropäischen Länder an der Krise verdient haben, würde den heimgesuchten Gesellschaften Atem verschafft werden.

Welchen Wahrheitsgehalt hat jedoch diese Nachricht, wenn Der Spiegel publiziert, Berlin verlange von Griechenland und Spanien neue Reformen auf dem Arbeitsmarkt? Um wie viel mehr muss der Basislohn noch gesenkt werden?
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Griechenland und Zypern in der neuen Welt

23. März 2013 / Aufrufe: 1.069 22 Kommentare

Nach den Experimenten in Griechenland wurde nun auch Zypern zum Versuchslabor, in dem die Reaktionen auf die Konfiszierung der Sparguthaben gemessen werden.

Sie setzten uns die Pistole an die Schläfe„, erklärte der zypriotische Finanzminister. Was wird wohl jemand mit der Pistole an der Schläfe zu verhandeln haben? Diese Umstände verweisen auf Gespräche mit Banden, die an der Aufteilung ihres Wirkungsbereichs interessiert sind und sich dabei der Taktik der „schwarzen Witwe“ der Mafiosi Chicagos zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedienen.

Was ist denn nun eigentlich Zypern? „Ein kleines Versuchslabor„, meint Jacques Attali. Ein Labor ist auch Griechenland, zur Ausübung der brutalsten Form der Austerität an der Gesellschaft mittels der Kürzungen der Löhne und Renten sowie der Arbeitslosigkeit. Nun ist auch Zypern ein Labor, wo die Reaktionen aus dem „Haircut“ der Bankguthaben und speziell jener der Kleinsparer gemessen werden.
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Zypern und die geheime Angst der EUDSSR

22. März 2013 / Aufrufe: 4.448 13 Kommentare

Die Kollision des Imperiums mit Zypern wird besonders heftig sein, da viele einen Präzedenzfall  für die übrigen Staaten des europäischen Südens befürchten.

Wir sind in den Frühling eingetreten, die Welt ist wieder jungfräulich und das „Bis wann, oh Herr …“ kondensiert sich im „Nein“ der Zyprioten. Es folgte die paranoide Wut der Dämonen über die unvorhergesehene Wendung der Dinge, über den David, der sich widersetzte, über die Menschheit, die sich erhebt. Sie ächzen, krächzen, erpressen, aber jenes hübsche Mädchen aus Nikosia nimmt sie auseinander, da es ihnen mitteilt, sich nicht vor dem „Unheil verkündenden Morgen“ zu fürchten, weil: „Wir haben Würde. Wir sind keine Sklaven.

Danach sehe ich den Geistlichen das Vermögen der Kirche in die Dienste des Staates stellen und stelle automatisch Gedankengänge an. Wie jene Bezüge, welche der Historiker David Engels in seinem Buch „Der Verfall, die Krise der EU und der Fall der Römischen Republik: historische Analogien“ herstellt. Die zypriotische Sache ist gleichermaßen ein Fauxpas wie auch ein simpler Machtmissbrauch. Griechenland – fährt er fort – endete als „Semi-Provinz“ mit eingeschränkter Unabhängigkeit, die regiert wird von Vertretern des Europäischen Imperiums, das auf die schwache Union der antiken griechischen Städte verweist.
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Der deutsche Traum, europäischer Albtraum

19. März 2013 / Aufrufe: 2.069 19 Kommentare

Protektionismus und harter Euro tragen zur Schaffung des deutschen Traums, aber auch des europäischen Albtraums der Verschärfung der Krise und Arbeitslosigkeit bei.

Angela Merkel schickt Otto Rehhagel nach Griechenland, um die „antideutsche“ Stimmung der Griechen zu beschwichtigen. Dies zeigt, dass die deutsche Kanzlerin sich dem Zorn der Griechen mit ideologischen und kommunikativen und nicht mit realen Termini nähert. Anders gesagt, sie sieht nicht die Wahrheit oder sie wird ihr nicht übermittelt.

Nicht, dass die Griechen nicht über die beschimpfende Haltung der deutschen Medien ihnen gegenüber wütend sind, aber dies ist nichts im Vergleich zu der Überzeugung, dass alles, was sie hauptsächlich auf wirtschaftlichem Niveau erleiden, auf die Politik Berlins zurückzuführen ist. Und dies ist nicht nur die Meinung der Griechen, aber aller Völker des europäischen Südens.
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Mittäterschaft beim Morden in Griechenland

15. März 2013 / Aufrufe: 1.036 9 Kommentare

All jene, welche die unmenschliche Realität in Griechenland verbergen, sind nicht nur zynische Manipulanten, aber auch am Mord unschuldiger Seelen mitschuldig.

Wenn die Troika Dich zwingt, dem Parlament zur Ratifizierung vorgelegte Novellen zurückzunehmen, dann wird dieses Land nicht von den Griechen, aber von seinen ausländischen Gläubigern regiert. Aus dieser Sicht existiert abgesehen von dem Projekt des Auswegs aus der Wirtschaftskrise auch die fundamentale Forderung nach Freiheit des Landes.

Sonderbarerweise werden die Sklaverei und der Verlust der persönlichen und politischen Freiheiten mittels vielfältiger Simulationen und Darstellungen verborgen, wobei gewisse Griechen übernommen haben, so zu tun als ob sie regieren würden, und andere, davon zu überzeugen, die Bürger dieses Landes seien frei.
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Warum Merkel den Schuldenschnitt für Griechenland hinauszögert

5. Dezember 2012 / Aufrufe: 1.575 18 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Angela Merkel – Die „Patin“!

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte jüngst, ein zukünftiger „Schnitt“ der griechischen Verschuldung sei nicht ausgeschlossen. Warum jedoch hat sie es jedoch nicht jetzt getan, wie auch der Internationale Währungsfond drängte?

Für viele steht die Antwort in Zusammenhang mit den deutschen Wahlen, die im Herbst 2013 stattfinden werden, und dass die deutschen Wähler nicht sehen dürfen, dass der Plan Berlins für Griechenland – also die brutale Austerität – gescheitert ist. Dies ist jedoch die oberflächliche Wahrheit, hinter der sich die große Wahrheit, der geheime Plan befindet.

Anders gesagt, Merkel interessiert sich nicht für die „kurzfristige Währungspolitik“, sondern den großen, langfristigen Plan, der ein Europa unter deutscher Führung ist. Unter diesem Aspekt ist Berlin nicht an der Lösung der Krise, sondern an deren Erhaltung und daran interessiert, dass mittels der als notwendige Einbahnstraße vorgeschobenen volkswirtschaftlichen Kontrolle die „Intervention in die Interna der EU-Mitgliedstaaten – vor allem im Süden und Osten Europas – möglich wird“ (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag 27/11/2011).

Deswegen wird die Version der Euro-Anleihen verworfen, die entschlossen in der Bewältigung der Krise wirken würde, und nicht weil „kein politischer Wille“ besteht, wie Christine Lagarde vertrat. Die Schlussfolgerung ist folglich, dass das System Merkel Zeit gewinnen will, weil es verfolgt, ohne die Vorschiebung ideologischer Vorwände, welche die Vergangenheit hochhebeln und die Größe des Plans für ein 4. Reich enthüllen würden, ein „deutsches Europa“ aufzwingen. „Der Plan wird ‚wie der Dieb in der Nacht‘ kommen„, merkt Professorin Gertrud Höhler, Funktionärin verschiedener Konzerne und der Deutschen Bank, in ihrem Buch über Angela Merkel an, welches den Titel „Die Patin“ trägt (Verlag Livanis)!

Das deutsche politische Muster einer „großen Machtallianz“ ohne Opposition wird bereits in die Länder des europäischen Südens – darunter auch Griechenland – exportiert bzw. ihnen aufgezwungen. Ebenfalls agieren in Deutschland und überall in einer Art von Ausnahmezustand, der zur Regel wurde, damit die demokratischen und parlamentarischen Prinzipien umgangen werden. Allgemein sind die heimlichen Deals und „die Umgehung der Rechtsprinzipien, die Untergrabung von Verträgen und Institutionen auf Ebene der Eurozone ein erstes Muster der Forderung nach ihrer (Merkels) Oberherrschaft in der Eurozone.

Die Tatsache, dass sich inzwischen auch die Europäische Kommission Merkels Diktat unterwirft, ist ein Beweis für die Effektivität des Systems M“ (Gertrud Höhler, im selben Buch). Das System M(erkel) scheint schon lange die Grenzen Deutschlands überschritten zu haben und breitet sich in ganz Europa aus, mit Hauptmotiv die Ablehnung der Werte und der demokratischen Prinzipien sowie auch die absolute Relativierung, die auf die berühmte Post-Innovativität, aber auch eine Politik verweist, die nicht als mehr als eine Simulation funktioniert.

Anders gesagt, sogar auch Angela Merkel tut nur so, als ob sie regiere. In der Substanz regieren die Banken und die berühmten Märkte. Dies ist jedoch eine antidemokratische Entwicklung, die uns in die wirtschaftliche und politische Feudalherrschaft zurückführt.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Die Patin!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland: Es reicht!

20. Oktober 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 800 2 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika erpresst Griechenland

Verelendung. Die Kinder gehen hungrig zur Schule. Diesmal gesteht es der Bildungsminister persönlich ein. Einer von zwei jungen Menschen hat keine Arbeit. 30% der Griechen leben unterhalb der Armutsgrenze, erhalten also weniger als 6.000 Euro im Jahr. Betrag und Anteil werden in einer einschlägigen Untersuchung angeführt. Gleichfalls leben 450.000 Familien von Beihilfen und Unterstützung der Kirche und anderer sozialer Organisationen, einer von drei Griechen hat keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Und wenn wir von den Arbeitslosen und Obdachlosen sowie auch den 100.000 Kleinunternehmern sprechen, die ihre Betriebe schlossen, dann ist die humanitäre Krise in Griechenland da und ist allgemein.

Trotzdem fährt die Troika darin fort, von Austerität zu sprechen, während sogar auch die eingefleischten Neoliberalen den großen Schaden sehen, den ihre Umsetzung der griechischen Wirtschaft und Gesellschaft zugefügt hat, dass die Medizin sich offenkundig als Gift erwiesen hat, wie einige von uns warnten. Obwohl die Troika, also IWF, EZB und Deutschland jetzt ihren Fehler sehen, versuchen sie ihn durch ein Spiel der Verzögerungen zu verbergen, welches auf die Gestaltung der Szenerie für eine politische Lösung des Problems abzielt. Und dies, weil weder die griechische Verschuldung überlebensfähig ist noch das volkswirtschaftliche Programm aufgeht.

Die „Rechenmaschinen“, welche die Gläubiger repräsentieren, scheinen jedoch kein Empfinden und Prinzipien und folglich nichts zu haben, was ihnen heilig ist. Und sie verlangen noch mehr Blut. Natürlich behaupten manche, außer der Kollision der Giganten, die sich in den Verhandlungen widerspiegelt, existiere auch die inländische Opportunität.

Konkret wird gesagt, es gebe einen Kontakt der Troikaner mit griechischen Großunternehmern. Anstatt ihre Forderungen der griechischen Regierung zu übergeben, geben letztere diese der Troika und agieren wie die „Kapuzenträger“ der Besatzungszeit. Weil hier – mit den Senkungen der Löhne und Renten, der Streichung von Beihilfen, der Abschaffung der Lohnbeförderungen – symbolisch und real Massenhinrichtungen der Arbeitnehmer und Rentner stattfinden.

Lasst endlich auch die Reichen etwas zahlen. Es sollen auch die zahlen, welche halb London gekauft haben. Es kann nicht angehen, dass die übrigen Griechen, die überwältigende Mehrheit, wie Lasttiere, wie Ersatzteile von Produktionsmaschinen behandelt werden. Weil historisch der Aufschwung einer Gesellschaft, das Wachstum einer Wirtschaft niemals auf den Tod von Millionen Menschen gestützt werden konnte. Nur die ägyptischen Pyramiden, die Paläste des Zaren und andere pharaonische Projekte blutbefleckter Mächte basierten auf der Sklaverei und dem Tod. Dies kann im 21. Jahrhundert nicht erneut geschehen. Und falls es geschieht, wird es nur von kurzer Dauer sein.

Die griechische Gesellschaft, Griechenland als Staat, das griechische Volk wird entweder ein lautstarker „Es reicht!“ ausrufen oder in dem unerträglichen Arbeitsdschungel verloren gehen, den die Troikaner und die inländischen Herren gestalten.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Es reicht!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Aufschwung in Griechenland – nur für Kleptokraten

11. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 530 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Die griechische Botschaft an Merkel

An der Ecke Mitropoleos und Parlament, vor dem alten Bildungsministerium, werden Jugendliche verhaftet. Ich berufe mich auf meine Eigenschaft als Journalist und frage die Polizisten, aus welchem Grund die Festnahmen erfolgen. Sie geben mir keine Antwort. Dies tun die Festgenommenen, die mir ihre „Verteidigungswaffen“ zeigen, wie ihnen gesagt wurde! Es handelt sich um Schwimmbrillen, Maalox-Gel und eine Gasmaske.

Die Absurdität ist offensichtlich. Ich rufe einen Kollegen, Redakteur bei der Polizeireportage, an und bitte ihn, in Erfahrung zu bringen, mit welchen Kriterien die Polizei zu Verhaftungen schreitet. Die Antwort kommt in wenigen Minuten: „Der Befehl ist, jeden zu verhaften, dessen Visage ihnen nicht gefällt.“ Die Polizeibeamten mutieren umgehend zu Security-Greifern und Türstehern der Nachtbetriebe, die ihre „Kunden“ einer Gesichtskontrolle unterziehen. Jeder Bürger, der friedlich und demokratisch demonstrieren möchte, ist auf Gnade und Ungnade dem Geschmack und dem physiognomischen Kriterium eines jeden Bullen der MAT ausgeliefert. Wehe Du bist jung, hast viel Haar oder Ohrringe.

Es treffen Abgeordnete ein und verlangen die Daten des Leiters der Gruppe der Polizisten. Jener wird fahl. Der Terrorismus geht auf den Pol über, den gerade noch er terrorisierte. Auf dem Platz versammeln sich Menschen. Die Rufe erklingen bis in den Himmel; wie mir jedoch Kollegen berichten, ist im Megaro Maximou absolut nichts zu hören. Zwei völlig verschiedene Welten, die nicht untereinander kommunizieren. Die Rufe der Menge, die Verzweiflungsschreie der Arbeitslosen verlieren sich in den Wipfeln der Bäume und kommen nicht an.

Nachdem Frau Merkel am Flugplatz unter dem Klang der kolonialen Philharmonie mit den charakteristischen weißen Uniformen die Landungstruppe inspizierte, kam sie in der Irodou Attikou an. Dort fragte sie den Premierminister dieses und jenes zu dem … Grundstück. Im Inneren des Megaro Maximou stellt sie fest, das Büro des Herrn Samaras sei „schön“! Und jener antwortet umgehend, dass „das selbe auch seine Amtsvorgänger inne hatten“. Nicht, dass die Frau gar denkt, wir würden Verschwendungen begehen. Jemand anderes hätte an seiner Stelle ein einfaches „vielen Dank“ gesagt. Aber hier steht viel auf dem Spiel. Wer weiß schon, was sich hinter jeder Frage verbergen mag?

Außerdem – sagte die Kanzlerin – sind wir „mit dem Ziel hierher gekommen, die Griechen besser zu verstehen„! Warum wurde sie dann jedoch nicht zum Syntagma-Platz gebracht, um die Griechen kennenzulernen? Warum wurde sie nicht in einen Helikopter gesetzt, um die demonstrierenden Menschenmassen zu sehen?

Aber wenn Frau Merkel von den Griechen spricht, meint sie nicht die Plebs, bezieht sich nicht auf die Überflüssigen, aber die Unternehmer, sie spricht nur von denen „oben“, von den Wenigen, von den Vermögenden und Besitzenden. Diese wollte sie kennenlernen und sollten ihre deutschen Kollegen kennenlernen. Diejenigen, die morgen für ein Stück Brot das griechische öffentliche Vermögen aufkaufen und in ein verarmtes Land investieren werden, wo die Menschen – so viele wie überleben – ihr Leben mit 200 Euro im Monat fristen werden.

Ja, die deutsche Kanzlerin sprach endlich über den berühmten Aufschwung, aber nicht über den Aufschwung, der alle betrifft, sondern jenen, der für die Wenigen, die ehemaligen verstrickten Kleptokraten sein wird, die nun legal dem Volk das Blut aussaugen. Das wollen die Deutschen. Das ist das Modell des neuen Europas. Eines Kontinents, der wie eine militärische Maschine funktionieren wird und wo die Arbeitnehmer Sklaven sein werden.

Mal ehrlich, ist dies das Griechenland, das wir haben wollen? Wollen wir eine solche Welt? Wer so etwas wünscht, hat jedenfalls zu wissen, dass die Reaktion der „da unten“ früher oder später fürchterlich sein wird.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Aufschwung für wen?
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Merkel in Athen

9. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 431 2 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Drakonische Sicherheitsmaßnahmen für Merkels Besuch in Athen

Frau Merkel wird auf den Straßen Athens die Öde des Autoritarismus unserer verderbten bürgerlichen Demokratie sehen, die Ausschließung des Protestes in Entfernung einer unsichtbaren Sicherheit, sie wird ein Athen sehen, blitzsauber von den Überflüssigen, von den Abfall-Menschen, da alle aus der Reichweite ihres Blicks und hinter die Schutzschilde der MAT verbannt worden sein werden.

Ja, die Verzweiflung wird in dem Versuch aufzuschreien auf die Schilde prallen und auf die Köpfe der Verzweifelten zurückfallen, in Form des eisernen Griffs des Schlagstocks der Bullen. Die Seelen sind bereits zertrümmert, die Gesichter gesichtslos, die Vielen eine ungeheure offene Wunde. Die Heere der lebendigen Toten werden morgen ihre Verzweiflung vorführen, welche die Kanzlerin mittels der Fernseh- und Fotolinsen zu sehen bekommen wird. So wird sie jedoch niemals zu diesem faulen Atem des Hungers, dem Geruch der fortgeschrittenen Verwesung der griechischen Gesellschaft gelangen. Vielleicht wird sie darüber informiert werden. Und wenn ihr berichtet wird, es sei absolut nichts mehr übriggeblieben, wird sie an die deutschen Kommandos der Unternehmerschaft den Tagesbefehl ausgeben, die Müll zusammenzukehren und ihren endgültigen Sturmangriff durchzuführen.

Das 4. Reich wird heute durch die Bombardierung der Bevölkerung mit aufeinander folgenden vernichtenden Sparmaßnahmen erzielt. Kanzlerin Merkel wird uns natürlich wieder sagen, wie sehr wegen des Leides des griechischen Volkes „ihre Seele blutet“, jedoch darauf beharren, dass mehr Blut, mehr Tod nötig ist. Die Führungselite des großartigen deutschen Volkes wird weiterhin mit dem Trauma der Niederlage in den beiden Weltkriegen voranschreiten, welches den deutschen Geist bestimmte und eine Tendenz zu Rückzug und nationaler Depression während der Perioden der Schwäche, aber auch absolutem Autoritätsanspruch und Aggressivität schuf, wenn das Gefühl der Macht existiert. Dies wird erneut Altkanzler Helmut Schmidt betonen.

Allgemein äußert sich diese atavistische Verhaltensweise der Deutschen bis zum Überdruss gegenüber Griechenland, dass anfänglich dämonisiert wurde, um danach als abschreckendes Beispiel zu dienen. Um genau zu sein, die Deutschen scheinen die Politik der WASPs (Weiße Angelsächsische Protestanten) in Amerika zu befolgen, die das gesamte Mosaik der aus der ganzen Welt in die USA strömenden Immigranten jedes Mal auf der Basis eines gemeinsamen (anfänglich inländischen und danach ausländischen) Feind-Dämons vereinten.

Jetzt wollen die Deutschen Europa auf Basis des nordischen, deutschen Geistes vereinigen. Der Sündenbock, oder laut anderen die „Iphigenie“ für die Schaffung der Vereinigten Staaten Europas ist Griechenland. Warum jedoch Griechenland? Weil es offensichtlich auf den politischen Beginn der europäischen Kultur verweist. Die moderne Fortsetzung der antiken Griechen werden folglich … die Deutschen sein. Mit diesem symbolischen Rüstzeug, ihrem wirtschaftlichen Elan und einem Europa, welches ein „Großes Deutschland“ sein wird, werden sich die Deutschen den USA und China entgegen stellen und die Autokratie des 21. Jahrhunderts schaffen.

Wird dies unblutig geschehen? Werden Amerikaner und Chinesen klaglos die Folgen zu ihren Lasten aus der Wirtschaftspolitik Berlins akzeptieren? Zur Zeit schlägt der Dollar auf den Euro ein, weil die USA diejenigen sein wollen, die sich die Welt mit China teilen werden. Was letztendlich mit Griechenland geschehen wird? Wird Merkel die „Iphigenie“ vom Altar nehmen und durch einen Bock ersetzen?! Vielleicht. Die Iphigenie wird allerdings auf immer und ewig Berlins Geisel sein.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Geisel
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog