Griechenlands Schwert ist eine Wasserpistole
In Griechenland ist spätestens seit Amtsantritt des kommissarischen Premierministiers Lukas Papadimos allgemein klar, dass dem Land keine Optionen mehr verbleiben.
Der neue bzw. kommissarische griechische Premierminister Lukas Papadimos, dem am vergangenen Mittwoch (16.11.2011) das Parlament wie erwartet mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen aussprach, stellte in einer gleichermaßen nüchternen wie überzeugenden Ansprache klar, dass Griechenland fortan keinerlei weitere Optionen mehr verbleiben, als sich entweder um jeden Preis seinen Gläubigern zu fügen oder den Staatsbankrott in Kauf nehmen und auf die eine oder andere Weise aus der Eurozone ausscheiden zu müssen.
Den Umstand, dass sich ausgerechnet jetzt wieder einmal der ehemalige Premierminister Kostas Simitis öffentlich zu Wort meldete, aber auch die Tatsache, dass der kommissarisch eingesetzte neue Premierminister Lukas Papadimos ohne jeden Zweifel in die Fälschung der volkswirtschaftlichen Daten involviert war, auf deren Basis Griechenland in die Eurozone aufgenommen wurde, kommentiert Chefredakteur Panos Kolokotronis der Zeitung “Vradyni” in einem Artikel, der am 16.11.2011 publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
Das Schwert und die Pistole
Der ehemalige Premierminister Kostas Simitis mag behaupten, Griechenland sei “mit dem Schwert” in die Eurozone gelangt. (Anmerkung: die griechische Redewendung, etwas “mit dem Schwert” erreicht zu haben, bedeutet, es sich redlich erarbeitet / verdient zu haben). Die Tatsache, dass seine Reaktion etliche Tage nach der öffentlichen Anprangerung des Landes durch den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy erfolgte, lässt jedoch keinerlei Spielräume für Dementierungen.
Außerdem können wir die Reaktion des Herrn Simitis alles andere als seriös charakterisieren, der in dem Bestreben, die französische Leserschaft der Zeitung “Le Monde” davon zu überzeugen, dass “Griechenland Europa nicht betrog”, als es der Eurozone beitrat, gegen die Politik der Nea Dimokratia (ND) wetterte und – in dem Versuch, die griechische Blöße in Vergessenheit gelangen zu lassen – die Hoffnung ausdrückte, dass “die Einwände bezüglich der statistischen Daten reiferen Überlegungen hauptsächlich darüber weichen werden, wie wir die erforderlichen Verhältnisse für die gemeinsame Existenz von Staaten mit differentem Entwicklungsniveau in einer gemeinsamen Währungszone schaffen”!
Kurz gesagt, der ehemalige Premierminister verheimlicht systematisch seine Verantwortung für die Vereinbarung mit der Goldman Sachs, damit sie einen Teil der griechischen Verschuldung in einem Versuch “verschwinden” lässt, dass das Land alle Kriterien für seinen Beitritt zur Eurozone erfüllt. Und für diese Vereinbarungen war nicht nur Herr Simitis verantwortlich, sondern auch der Technokrat, der damals die Zügel der Griechischen Bank inne hatte und heute die Zügel des Landes führt, nämlich Herr Lukas Papadimos – was in der inländischen Berichterstattung im Kleingedruckten untergeht, in den internationalen Massenmedien jedoch besonders betont wird.
Griechenland war niemals ein produktives und wetbbewerbsfähiges Land
Herr Simitis beharrt natürlich darauf, seine Entscheidungen von jeder Schuld freizusprechen, und bürdet die Last des griechischen Bankrotts der Regierungsperiode des Herrn Kostas Karamanlis auf. Und es ist eine Tatsache, dass niemand frei von Verantwortung ist … . Jedoch kann die logistische Alchemie des Herrn Simitis und seiner damaligen Minister (von denen viele auch das heutige Kabinett bilden) nicht mit den späteren volkswirtschaftlichen Misserfolgen verglichen werden. Weil es nicht das selbe ist, die öffentlichen Gelder nicht vernünftig verwalten zu können oder aber bewusst die volkswirtschaftlichen Daten zu verfälschen.
Letztendlich war Herr Giorgos Papandreou derjenige, der die Griechen als unglaubhaft charakterisierte und das Unmögliche möglich machte, damit das Land in die Umarmung des Internationalen Währungsfonds geführt wird. Und zum Pech derHerren Simitis und Papadimos war es die Politik des Herrn Papandreou, welche die Schulden enthüllte, die ihre liebe Goldman Sachs “versteckte”.
Seien wir realistisch … . Griechenland war niemals ein produktives und wettbewerbsfähiges Land. Der Beschluss über seinen Beitritt zum Euro war politisch. Wir traten also nicht mit unserem Schwert, sondern mit einer … Wasserpistole bei. Nur, wenn wir die Wasserpistole ziehen, halten die wirtschaftlich Starken einfach die (echte) Pistole dagegen.
((Quelle: Vradyni)



Nach der dreitägigen Debatte der programmatischen Erklärungen sprach die absolute Mehrheit der Abgeordneten des griechischen Parlaments der neuen Regierung unter Jorgos Papandreou das Vertrauen aus und bestätigte sie damit in ihrem Amt.
Am Nachmittag des 6. Oktobers 2009 gab der neue griechische Ministerpräsident Jorgos Papandreou die Zusammensetzung seines Ministerrates bekannt. Die Anzahl der Ministerien wurde von 16 auf 14 reduziert. Insgesamt zählt das neue Kabinett der Regierung in Griechenland 15 Minister und 22 Staatssekretäre und fällt damit erheblich schlanker aus als unter Konstantinos Karamanlis.







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