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Reichenbach im Premierministeramt in Griechenland

3. April 2012 / Aufrufe: 769 12 Kommentare

Die Regierung in Griechenland hat dem Volk geflissentlich verschwiegen, dass mit dem zweiten Memorandum auch die Bestellung eines Oberaufsehers vorgesehen wurde.

In Brüssel, Berlin und Washington bereitet man sich auf alle möglichen Szenarien nach den Wahlen vor. Die Gläubiger bewegen sich auf Basis der Meinungsumfragen, welche in den griechischen Zeitungen publizierten werden, und nehmen bereits jetzt vorweg, dass ein Mehrparteien-Parlament mit gegen das Memorandum gerichteten Abgeordneten und Parteien eine Verhärtung ihrer Politik gegenüber Griechenland herbeiführen wird. Es befindet sich also eine weitere Erpressung im Gange, dieses Mal über die Wahlurne … .

Der IWF will offensichtlich eine Koalition der Nea Dimokratia (ND) mit der PASOK-Partei, damit die Regierung leichter zu handhaben ist. Ebenfalls wird erachtet, dass die tragische Entwicklung der griechischen Wirtschaft die Vorsitzenden der beiden Parteien dazu treiben wird, die Regierung zumindest für die ersten sechs Monate mit Technokraten zu besetzen, die von der Flut der neuen Maßnahmen im Juni und Oktober 2012 „schadlos“ mitgerissen werden können, damit die Parteien nicht ihre erstklassigen Funktionäre „verheizen“.

Obwohl die Gläubiger den Verbleib des Lukas Papadimos im Amt des Premierministers wünschen, ist ihnen natürlich sehr wohl bekannt, dass sich weder Antonis Samaras (ND) noch Evangelos Venizelos (PASOK) in dieser Richtung bewegen, zumal keiner der beiden Parteiführer ein Vertrauensverhältnis zu dem derzeitigen Premierminister Papadimos unterhält. Mit den Empfehlungen aus Washington und Berlin, die fortan die Fäden der Entscheidungen über Griechenland in den Händen halten, schicken sich die Gläubiger somit an, die Gürtel nach den Wahlen abrupt zuzuziehen.
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