Archiv

Artikel Tagged ‘melissopoulos’

Scharlatane mit Quacksalben zur Rettung Griechenlands

19. August 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 613 9 Kommentare

Autor: Kostas Melissopoulos

Was tun wir, wenn eine zur Heilung des Patienten verabreichte Therapie dessen Zustand verschlimmert und in mit mathematischer Präzision in den Tod führt? Was unternimmt also der Arzt? Das Simpelste: er wechselt das Medikament. Was geschieht, wenn er es nicht tut? Offensichtlich wird auch er für den „Tod“ mitverantwortlich sein, aber das ist den „Verwandten“ völlig gleich, da ihnen nichts ihren Menschen zurückbringen wird. Die gemeine Logik sagt also, den Scharlatan mit den Quacksalben rechtzeitig zum Teufel zu jagen und einen Profi zu suchen, der sein Werk versteht.

Ein makaberer, jedoch notwendiger Prolog. Unser Land liegt auf dem Krankenbett und die Troika und alle, die sie steuern, spielen die Rolle des Scharlatans, der uns mit Quacksalben zu retten versucht. Unser Zustand verschlimmert sich jedoch immer mehr.

Und man fragt sich: So viele schlaue Wirtschaftlerköpfe und niemand bemerkt etwas? Neulich wurde bekannt, dass die Präsidentin des IWF Christine Lagarde vertrat, die Verschuldung Griechenlands müsse auf ein „überlebensfähiges Niveau“ gesenkt werden um ihrem wohltätigen Fond zu gestatten, eine weitere Rate von Milliarden Euro zu gewähren. Der Lagarde ist zumindest sehr wohl bekannt, dass die tiefe Rezession in Griechenland das Programm zur Rettung des Landes um … Lichtjahre von seiner Bahn abgebracht hat. Und offensichtlich will sie retten, was von dem Geld ihres „Ladens“ zu retten ist.

Lesen Sie dies und ziehen sie Ihre Schlüsse: 68.000 griechische Kleinunternehmen schlossen in den ersten 6 Monaten des Jahres 2012. 190.000 Unternehmen erklärten, innerhalb der nächsten 12 Monaten von der Insolvenz bedroht zu sein. 1 von 4 Unternehmen in Griechenland vermag nicht, den Tilgungen seiner Kredite nachzukommen. 1 von 2 begegnet Schwierigkeiten bei der Zahlung der Löhne der Beschäftigten. Der durchschnittliche Umsatzrückgang der kleinen und mittleren Unternehmen im ersten Halbjahr 2012 betrug 34,5%. Und all dies bei mäßigen Berechnungen und ohne Lust, imponieren zu wollen, da die Realität immer schlimmer ist als das, was sich auf dem Papier darstellt.

Hier haben wir es nicht mit Rezession zu tun, sondern mit einer Politik der verbrannten Erde, die nicht einmal der härteste Eroberer anwenden würde. Das Einzige, was die Politik der Troika erreicht, ist die Zerstörung der griechischen Wirtschaft, die Auflösung des gesellschaftlichen Gerüsts und die Verwandlung des bis vor wenigen Jahren (sei es auch mit geliehenem Geld) blühenden Landes in eine endlose Landschaft der Depression und der Verzweiflung.

Die eine Version ist, dass sie uns abstrafen, damit wir ein Exempel für andere Länder werden, die in Zukunft Griechenland „nachahmen“ wollen. Blödsinn! Deutschland ist seit 25 Jahren Champion bei den Betrügereien mit den EU-Mitteln. Die andere Version lautet, dass sie das Land zerschlagen und für ein Stück Brot „kaufen“ wollen. Das Sichere ist jedenfalls eins: Ohne eine mutige Entschuldung wird Griechenland bankrott gehen, und zwar sogar sehr bald. Und wenn unser Land gerettet wird, wird es dieses nur dem Wunsch Einiger zu verdanken haben, die sich Merkels Plänen entgegenstellen und Griechenland aus ihren Gründen am Leben halten wollen, sei es auch auf der Intensivstation.

All dies annulliert jedoch natürlich nicht im Geringsten die ungeheure Verantwortung des griechischen Volkes und seiner Führer. Darüber wird jedoch … Theodoros Pagkalos schreiben. Nehmen wir ihm nicht seine Arbeit weg!

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

KategorienMeinungen Tags: ,