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Artikel Tagged ‘kolokotronis’

Kohlenwasserstoffe in Griechenland: Noch eine Psychose?

11. Dezember 2012 / Aktualisiert: 05. Juli 2013 / Aufrufe: 1.074 2 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Minister dämpft Erwartungen aus Gasvorkommen in Griechenland

Die Wahrheit ist sicherlich, dass weder die griechischen Wissenschaftler dermaßen naiv sein können und erst recht nicht die internationalen Agenturen, welche die Berichte der in Rede stehenden Wissenschaftler berücksichtigen, die zu Einschätzungen über die Ebenen der Kohlenwasserstoffe schreiten, über welche Griechenland verfügen könnte. Außerdem können wir nicht den einschlägigen Bericht der Deutschen Bank als zufällig charakterisieren, der anlässlich der letzten Eurogruppe zur Berücksichtigung vorgelegt wurde, noch kann als zufällig charakterisiert werden, dass dieser von Herrn Schäuble – der offensichtlich auch nicht dermaßen naiv ist – auf den Tisch der Finanzminister der Eurozone gebracht wurde.

Athen spricht dagegen durch den Mund des zuständigen Ministers Herrn Livieratos von einer „Psychose“, die er auf die Wirtschaftskrise zurückführt! Speziell bezüglich der Bekanntmachung der Deutschen Bank gefragt, wonach Griechenland einen Nutzen von 214 Mrd. Euro aus der Verwertung der Kohlenwasserstoffe haben könne, äußerte Herr Livieratos sogar, es „werde viel Wirbel um nichts gemacht„, weil der in Rede stehende Bericht auf Vermutungen basiere!

Wir sollen uns jedoch in Erinnerung rufen, dass die in Rede stehende „Psychose“ auf einer Reihe von Berichten basiert, die vor etlichen Jahrzehnten formuliert wurden und deren Existenz die politischen Führungen nach dem Regimewechsel dementierten. Ebenfalls sollen wir uns an die journalistische Bemühung erinnern, damit diese Berichte an die Öffentlichkeit gelangen, und an die Beleidigungen, welche die sich mit diesen Themen beschäftigenden Kollegen einkassierten – mit charakteristischstem Fall die extrem abfälligen Erklärungen, welche Herr Pangkalos sich auf Herrn Chardavelas beziehend im Parlament geäußert hatte (abwertend schließlich für den ehemaligen Vizepremier selbst).

Mit dem sowohl von London als auch Berlin gezeigten Interesse an den griechischen Kohlenwasserstoffen als gegeben wäre es also gut, die Regierung würde sich nicht auf „inländische Psychosen“ beziehen. Unter dem Strich gibt es keinen Bericht eines strategischen Analytikers, der sich nicht auf die Bedeutung des griechischen Raums bezieht und diese nicht etwa mit den NATO-Basen, sondern mit seiner Aufzeigung als Energie-Player in Verbindung bringt. Speziell wo bekannt ist, dass Westeuropa – ausgenommen Norwegens – keine entsprechenden Reichtum produzierenden Quellen hat und die Notwendigkeit der Abnabelung von Russland voranstellt. Berlin wiederum ist energetisch an Händen und Füßen von Moskau gebunden, wie vor wenigen Jahren mit der zwischen Russland und Ukraine ausgebrochenen Krise wegen des Erdgases aufgezeigt wurde.

Zählen wir alle diese Faktoren zusammen, werden wir erkennen, woher sich die aufschiebende griechische Haltung hinsichtlich all dessen ableitet, was die Bekanntgabe der griechischen ausschließlichen Wirtschaftszone und hauptsächlich das Beharren der Türkei und Ägyptens betrifft, dass Kastelorizo und Gavdos nicht in diese einbezogen werden. Außer wenn auch dies ein weiteres Szenarium wissenschaftlicher Phantasie darstellt, welches die wirtschaftliche Krise begleitet.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gesegnetes Griechenland, kleine Inseln und große Interessen

15. Oktober 2012 / Aktualisiert: 02. Juli 2013 / Aufrufe: 757 1 Kommentar

Autor: Panos Kolokotronis / Vradyni

Thema: Troika verlangt Evakuierung dünnbesiedelter Inseln in Griechenland

War es nicht der deutsche „Spiegel“, der vertrat, der Stab der Troika in Griechenland sei gar nicht so „technokratisch“, sondern treibe politische Interessen voran? Kurz gesagt, sogar auch wenn die Nachricht dementiert wird, dass die in Rede stehenden Herren – sei es auch formlos – verlangten oder vorschlugen, die Bewohner der kleinen griechischen Inseln sollen ihre Heime verlassen, könnte dies nicht aus anderen Gründen gesagt worden sein?

Ich erkläre: Währen all der vergangenen Jahre wurde von unabhängigen Forschern und von Kollegen viel über die Existenz signifikanter Vorkommen an Erdöl, Erdgas und anderen wertvollen Mineralen im Boden und unter dem Meer Griechenlands diskutiert. Damals wurden alle beleidigt, welche die einschlägigen Behauptungen vorbrachten. Das Thema war sogar bis in das Parlament gelangt, wo sich – wenn ich mich recht erinnere – Herr Pangkalos abwertender Phrasen bediente – damit wir nicht denken, das Parlament würde nur heute von einigen seiner Vertreter unterschätzt.

Im Verlauf der zeit – und relativ schnell – entdeckten wir Lagerstätten! Praktisch in Bestätigung aller Berichte, die vor fünf oder zehn Jahren das Licht der Öffentlichkeit erblickten, vertritt die Regierung heute offiziell, ja, wir haben all das, aber es ist doch nicht so viel! Aber, wenn es dies schließlich nicht war, warum beginnen wir uns plötzlich gegen jede Art externer Faktoren zu wehren, die etwas von der Ägäis, dem kretischen und dem libyschen Golf anstreben?

Weil wir auf der einen Seite die Türken haben, welche die Ägäis in ein „Meer des Friedens“ verwandeln wollen und darauf abzielen, gemeinsam mit den Griechen … etwas auszubeuten, und auf der anderen Seite sollen wir – wenn das Verlangen der Troikaner nicht fiktiv war – auch die Bewohner der Insel Gavdos umsiedeln, damit sie als „unbewohnte“ Insel nicht gar morgen oder übermorgen in die griechische Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) eingegliedert wird. Und es ist offensichtlich, dass die Vorkommen im Libyschen Golf gleichermaßen signifikant sind. Es sei an ein neuliches Telegramm von Reuters erinnert, laut dem der Wert der Vorkommen unter den griechischen Seegebieten mit konservativen Schätzungen 600 Mrd. Dollar tangiert.

Die internationale Nachrichtenagentur vertritt sogar, dass die in Rede stehenden Vorkommen auf Basis offensichtlich gewisser Messungen und Schätzungen viele gemeinsame Merkmale mit dem israelischen Gasfeld „Leviathan“ aufweisen. Womit wir uns vorstellen, um welche Energie-Ressourcen es geht. Auf jeden Fall sogar auch für einen Zusammenstoß geeignet, wenn wir die Konfrontationsfelder internationaler Interessen bedenken. Und gleichermaßen geeignet, damit – wir stellen eine einfache Überlegung an – unser Land sich im Schraubstock der Troika, also laut dem „Spiegel“ zwischen den Interessen von Brüssel und Washington befinden.

Quelle: Vradyni, S. 2
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Der unverschämte Stil des Evangelos Venizelos in Griechenland

13. September 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 601 Keine Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Vermutlich wurde in der Ippokratous (Anmerkung: gemeint ist die PASOK-Parteizentrale) nicht wahrgenommen, was genau in diesem Land geschieht, und dass sie auf parlamentarischer Ebene die dritte Kraft sind, bei weiter fallenden Tendenzen. Anders ist nicht der unverschämte Stil zu erklären, mit dem Herr Evangelos Venizelos seine politische Überlegung darlegt, der als Regierungspartner offensichtlich erachtet, zu Unrecht nicht selbst zu regieren.

In den letzten beiden Tagen wurde Vieles gehört, was die Bürger noch mehr erzürnt als das für die Regierung erwünschte Gefühl der Sicherheit schafft. Und dies, da die politische Rhetorik des Herrn Venizelos gegenüber den übrigen parlamentarischen Fraktionen und hauptsächlich der Nea Dimokratia weiterhin aggressiv ist, ohne Rechenschaftsablage nicht einmal gegenüber dem Volk.

Diese Tatsache reflektiert mehr die Gier der PASOK-Partei und persönlich des Herrn Venizelos, zu regieren, als seine Absicht, zu der gemeinen Sache „beizutragen“. Tatsächlich zeigt sich, dass das Fehlen an Macht und nicht an Ideen oder Politik das ist, was die größten Probleme in der Partei verursacht hat und zentrifugale Kräfte erzeugt. Die Macht ist Alles.

Alles übrige im Stil „wir lassen uns von niemandem Zurechtweisungen des Typs schaut nicht auf die politischen Kosten gefallen, weil wir dies zeigten und etwas Respekt gegenüber dem gefordert wird, was wir getan und was wir als Last gestemmt haben“ kann nun viel diskutiert werden. Weil klar ist, dass alle politischen Träger sich mit den politischen Kosten als Richtschnur bewegen. Niemand würde nach Ersatzmaßnahmen für die speziellen Besoldungsordnungen suchen, wenn er nicht die politischen Kosten fürchten würde.

Wenn der Forderung der Troika nach 150.000 Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor stattgegeben worden ist, können wir uns nicht hinter unserem Finger verstecken. Außer wenn wir – ganz einfach – daran interessiert sind, das Lebensniveau der Gesellschaft insgesamt zu senken. Renten und Löhne zu kürzen, weil wir sie als hoch erachten, anstatt eine wirkliche Rationalisierung des öffentlichen Sektors durchzuziehen und den Rentner der IKA vor der Kürzung seiner Rente zu bewahren.

Kann Herr Venizelos abends vielleicht nicht schlafen, weil die Arbeitslosigkeit gallopiert? Aber war es nicht die PASOK-Partei, welche auch die Stage-Verträge schuf, um befristete Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor vorzunehmen? Und war nicht die PASOK-Partei jene, die sie abschaffte und sich nicht einmal für Inhaber von Doktortiteln interessierte, die in die Arbeitslosigkeit gestürzt wurden, obwohl sie gegenüber anderen sehr viel höher qualifiziert waren, um die staatlichen Beamtenposten zu besetzen?

Was wiederum die Bezugnahme des Herrn Venizelos in den ihm zugeschriebenen Spitzfindigkeiten bezüglich der Entscheidungen betrifft, welche der Finanzminister traf, ist das Einzige, was wir in Erinnerung rufen können, dass er im September vergangenen Jahres nicht wie von ihm selbst geäußert „in eine sehr schwierige Lage geraten war“, als er die Abzocke mittels der DEI bekannt gab (Anmerkung: gemeint ist der Beschluss bezüglich der Immobilien-Sonderabgabe mittels der Stromrechnungen.)

Außerdem hatte er bei Bekanntgabe der in Rede stehenden Abzocke erklärt, das gesamte (private) Immobilienvermögen werde auf mehr als eine Billion Euro veranschlagt Ein Minister also, der den Wert des fremden Eigentums veranschlagt, als ob der Bürger das Haus seines Großvaters zu verkaufen habe, weil die Politiker in den letzten Jahrzehnten Misswirtschaft mit den öffentlichen Geldern betrieben, hat weder Schuldgefühle, noch befindet er sich in einer „sehr schwierigen Lage“.

Und noch Etwas zuletzt. Wenn ein Politiker gegenüber den Bürgern den Finger schwenkt, sollte er sich besser auch an die entsprechende Geste von Seite der Bürger gewöhnen. Außerdem ist in der Demokratie alles bidirektional, nicht nur einmal alle vier Jahre, oder?

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Beginn der Absurditäten in Griechenland

16. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 2.031 4 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Zwangsversteigerung von 100000 Immobilien in Griechenland

Es ist eindeutig, dass das griechische Problem sowohl in der hohen öffentlichen Verschuldung – welchem Problem in ihrer Mehrzahl fast alle europäischen Staaten begegnen – als auch – und hauptsächlich – in allem besteht, was sich auf den öffentlichen Sektor bezieht. In dem Maß, wo die Troika Maßnahmen zur Einschränkung der Verschuldung und die Reorganisation des Staates fordert, kann niemand etwas einwenden, da die Troika nicht von allein nach Griechenland kam, sondern von der Regierung Papandreou eingeladen wurde, die offensichtlich nicht vermochte, die wie auch immer gearteten notwendigen Änderungen durchzuführen und vorzog, im Ausland Hilfe zu suchen. Wie es sich bei der gleichermaßen indirekten wie klaren Äußerung des heutigen Vorsitzenden der PASOK-Partei Evavgelos Venizelos im Parlament, glücklicherweise existieren die Ausländer um uns zu ändern, weil wir es von allein nicht können, außerdem um eine wirklich tragische Erklärung eines Politikers handelt, der Anspruch darauf erhob und erhebt, sich in der ersten Reihe der politischen Entwicklungen zu befinden, und welche Erklärung die Krankhaftigkeit des selbigen politischen Systems des Landes enthüllt.

Dass die Troika eine Reihe von Maßnahmen zur Sanierung der öffentlichen Finanzen und ausgeglichenen Funktion des staatlichen Sektors verlangt oder fordert, ist also nicht absurd. Das Absurde beginnt bei Forderungen wie jener nach der Aufhebungen des Verbots der Zwangsversteigerung der Hauptwohnung für die Kreditnehmer, welche wegen der wirtschaftlichen Umstände auf dem Markt nicht vermögen, ihren Verpflichtungen gegenüber den Banken nachzukommen. Es handelt sich um eine Maßnahme, die auf keinen Fall zur Minderung der öffentlichen Verschuldung beiträgt. Auch steht sie nicht in Zusammenhang mit dem labyrinthischen und ineffizienten öffentlichen Sektor. Sie bezieht sich vielmehr auf einen Versuch zur Stärkung der Liquidität der Banken und gleichzeitigen Verelendung aller Bürger, die davon träumten, ihr eigenes Heim zu haben und – bis neulich – vermochten, mit einem Baukredit eine Wohnung zu kaufen. Diese Entwicklung, also die Tatsache, dass die Griechen im Gegensatz zu den Europäern über Eigentum verfügen, scheint Brüssel offensichtlich heftig zu stören – außerdem ist bekannt, dass der Vertreter der E.U. auch der eingefleischteste Hardliner ist.

Deswegen muss auch die griechische Regierung sehr gut aufpassen, wie sie hinsichtlich dieser Ebene voranschreitet. Weil es eine Sache ist, kontinuierlich mehr Geld von dem Bürger zu fordern, um als Staat den – und zwar ohne Genehmigung der Bürger – gegenüber den ausländischen Staaten eingegangen Verpflichtungen zu entsprechen, und eine andere, Beschlüssen zuzustimmen, welche tausende Menschen obdachlos machen. Die Griechen mögen sich nicht gegen das erheben, was ihnen in den beiden letzten Jahren geschickt aufgezwungen wurde. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie mit gefalteten Händen sitzen bleiben werden, sobald sie an dem Punkt angelangen, ihre Wohnung zu verlieren. Bis heute erfolgt die „Revolution“ vom Sofa aus. Wenn wir jedoch das Sofa verlieren …

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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Heißer August in Griechenland

4. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 304 Keine Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Neues Sparpaket über 11,5 Mrd. Euro in Griechenland

Nach der Hitzewelle … kommt der Schauer. So war es immer und so wird es bleiben, wie zumindest Meteorologen einschätzen, laut denen der August wie üblich kühler sein wird.

Für die griechische Gesellschaft und Politik jedoch zeigen sich die Dinge umgekehrt, da der August einer der heißesten Monate sein wird, wenn wir das Maßnahmenpaket berücksichtigen, welches die Regierung umgehend vorantreiben muss, damit sich das für das Land negative Klima in Europa ändert. Weil klar ist, dass Gegner der Regierung derzeit weder Herr Schäuble noch Herr Rösler sind, die praktisch genau das Selbe erklären wie vor einigen Tagen in Athen auch der Kommissionspräsident Herr Barroso: Dass Griechenland nicht den Luxus der Zeit habe und schnellstmöglich die Reformen realisieren müsse, zu denen es sich verpflichtet hat.

Praktisch sagen also die europäischen Funktionäre nichts anderes als die Regierung. Nur bedienen sie sich einer unterschiedlichen Rhetorik und vermeiden im Fall der Herren Barroso und Junker jede Bezugnahme auf ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone, wie es vorsätzlich und immer vehementer alle Nase lang Herr Rösler anführt – und zwar mehr um zu beweisen, dass er die europäische Wirtschaftspolitik „mitgestaltet“, als um Druck auszuüben. Unter dem Strich bringt er mit diesen Äußerungen das europäische Konstrukt ins Schwanken und erleichtert es nicht, wie ihm gleichermaßen indirekt wie klar Herr Junker beschied.

Unabhängig von diesen Äußerungen ist es eine Tatsache, dass die Regierung sich entschlossen zeigt, diesen schwierigen Weg fortzusetzen. Es mag sich das Thema zusätzlicher Zeit stellen, damit umgehend eine Reihe struktureller Interventionen erfolgt, die – wie beispielsweise die Privatisierungen – mit dem öffentlichen Sektor in Zusammenhang stehen, und danach untersucht wird, in welchem Maß neue Eingriffe bei Löhnen und Renten nötig sind, jedoch ist klar, dass sich die Koalitionspartner auf einer gemeinsamen Resultante bewegen.

Dass der Wille zum „Wechsel der Szenerie“ bis zum Herbst besteht, bestätigte praktisch jüngst auch der Regierungssprecher, der in einem Radio-Interview erklärte, dass der ausgetragene Kampf ein Kampf gegen die Zeit sei und „eine mühsame Anstrengung auf allen Bereichen erfolge„, nicht nur im Thema der Maßnahmen, aber auch bei den Privatisierungen und Fusionen und Schließungen von Organismen.

Wie der Regierungssprecher erklärte, ist das Ziel der Regierung jedenfalls klar: „Wir müssen jene schützen, denen bereits viele Opfer abverlangt worden sind, aber langsam müssen wir auch die Rückgewinnung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit einleiten, weil man nicht behaupten kann, unabhängig zu sein, wenn man jeden Tag einen neuen Kredit benötigt …

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Deutsche Dickköpfigkeiten

29. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 553 3 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Dass erneut das Thema einer neuen Umschuldung der griechischen Verschuldung auf den Tisch gebracht wird, stellt keine überraschende Nachricht dar.

Die in der Wirtschaft gut Bewanderten nehmen von Anfang an wahr, dass die Weise, auf welche der „Haircut“ der Verschuldung erfolgte, und speziell seine monatelange Verzögerung eine neue Umschuldung unausweichlich machen würde. Unter dem Strich bezog sich der „Haircut“ auf ungefähr 100 Mrd. der Verschuldung und die Kreditaufnahme auf … 130 Mrd. Euro. Die griechische Verschuldung ist weit davon entfernt, überlebensfähig zu sein, und den Funktionären des Internationalen Währungsfonds war dies bekannt und stellte sogar einen Punkt der Reibung mit Brüssel und Berlin dar.

Die Sackgasse befindet sich vor uns, sofern sie natürlich auf ihrer harten Linie beharren – sowohl in Berlin, das keiner verträglicheren volkswirtschaftlichen Politik zustimmt, als auch der Internationale Währungsfonds, der bereits durchsickern ließ, ein neues Hilfspaket von seiner Seite nicht mit gutem Auge zu untersuchen. Kurz gesagt spielte er den Ball der zusätzlichen Finanzierung Deutschland zu, das außerdem auch der einzige Nutznießer der Erhaltung der Krise in der Eurozone ist.

Es ist kein Geheimnis, dass bei jeder „Zuspitzung“ der Kurs des Euro gegenüber dem Dollar mit der Folge nachgibt, dass die deutschen Produkte in den Drittländern einen Nachfrageschub erfahren. Zusätzlich gelten die deutschen Anleihen als dermaßen sicher, dass sie inzwischen nicht mehr das Interesse der Märkte und Investoren anziehen. Fakten eines wirtschaftlichen Umfeldes, welche die Risiken und Verzerrungen reflektieren, welche die selbige deutsche Politik verursacht – und bis zu einem gewissen Grad die Lohnerhöhungen rechtfertigt, die vor kurzem Berlin in einem Versuch bekannt gab, den deutschen Inlandsmarkt zu stimulieren.

Auf jeden Fall ist offensichtlich, dass die deutsche Politik hinsichtlich der Länder der Eurozone eine gewaltsame Politik ist. Speziell gegenüber Griechenland scheint sie auch boshaft zu sein, wenn wir uns auf den langen Katalog der negativen Bezugnahmen des Finanzministers des Landes – Philipp Rösler – fokussieren, dem die Bundesbank Deutschlands sogar nicht zu entgegnen zögerte, sie erachte, das Gebilde der Eurozone umfasse konkrete Länder und werde ohne diese Länder praktisch nicht bestehen … .

Es handelt sich um eine Position, die nicht zum ersten Mal zum Ausdruck gebracht wird. Es ist bekannt, dass sowohl die Bundesbank als auch die deutschen Unternehmer die Gefahr für die deutsche Wirtschaft aus einen eventuellen Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone betont haben und die Kanzlerin unmissverständlich auffordern, eine nachgiebigere Politik zu wählen.

Was Deutschland in den nächsten Monaten tun wird, bleibt abzuwarten, obwohl klar ist, dass es Europa seine Wirtschaftspolitik aufzwingend praktisch ganz Europa vertritt. Werden die europäischen Länder und die USA ihm dies wohl weiterhin gestatten?

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Deutschland, Deutschland, über … Allen?

26. Juni 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 734 16 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Krise und Vollendung

Es ist unbeschreiblich, wie sehr Deutschland die Vollendung der Vereinigung Europas will. Seit vielen Jahrzehnten, und nicht zu vergessen, dass es zwei Weltkriege verursachte, welche die Mehrheit der Länder in Schutt und Asche hinterließen, und das griechische Gold – sprich den „Besatzungskredit“ – zu Staub machte.

Außerdem sind für den Staat als Gebilde weniger die Entschädigungen für die deutschen Bestialitäten das zentrale Thema. Diese stellen eine Rehabilitierung der Nachfahren all jener dar, die durch die deutschen Barbareien ihr Leben verloren. Das zentrale Thema ist die Rückzahlung des Besatzungskredits, der in Vergessenheit gerät.

Berlin also, das weiterhin von der vollständigen Kontrolle des Alten Kontinents träumt, teilte in den letzten Tagen bzw. in Erwartung der Zuflucht auch Spaniens zu dem Rettungsmechanismus mit, die Vollendung Europas müsse beschleunigt werden. Bezeichnend sind die gegenüber der französischen „Figaro“ abgegebenen Erklärungen des Außenminister des Landes, Guido Westerwelle, der das Thema praktisch auf seine Basis brachte. Indem er also äußerte, „die Krise zeigte, dass die Notwendigkeit zur Beschleunigung der Vollendung besteht„, meint er im Wesentlichen, dass es für den starken Norden eine Gelegenheit sei, den wirtschaftlich schwachen Süden zu „absorbieren“.

Außerdem, für Deutschland und speziell seinen Außenminister „ist Europa mehr als nur ein gemeinsamer Markt und eine gemeinsame Währung. Es ist eine Gemeinschaft zum Ausdruck einer Kultur.“ So wie wir sagen, in welchem Bezug steht die griechische Küche zu der polnischen und die spanische zu der finnländischen Musik? Von einer solchen kulturellen Osmose sprechen wir!

Nein, wie sich Europa heute präsentiert, besteht es in nichts anderem außer einem geographischen Begriff – und selbst das ist relativ. Sei es auch einem wirtschaftlichen, wegen der gemeinsamen Währung, die jedoch allerdings nur für 12 der 27 Mitglieder der Union gemeinsam ist. Das Europa der christlichen Religion, des römischen Rechts und der griechischen Kultur, als Definition des Paul Valéri, besteht nicht nur nicht, sondern tendiert vor dem Willen der mächtigen Akteure nach Macht mit Füßen getreten zu werden – auf Basis auch der nietzschen Philosophie.

Die Schuman-Vision bezüglich einer Vereinigung der Länder, damit ein neuer Krieg vermieden wird (genauer gesagt war das Ziel die völlige Kontrolle der deutschen Wirtschaft, daher auch die Montanunion), wurde vollständig in ein deutsches Bestreben umgekehrt, alles und jeden zu kontrollieren. Und das müssen wir eingestehen, nämlich dass es einen deutschen Erfolg trotz der Tatsache gab, dass zu dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschland alle beitrugen – von der Wirtschaftshilfe der USA bis hin zu den griechischen Arbeitskräften.

Die große Frage ist also, unter welchen Bedingungen und Umständen wir Europäer diese Vollendung wünschen. Weil sich der sogenannte Euroskeptizismus inzwischen zu einer Reaktion auf eine Union nicht auf Basis der Parität, sondern auf Basis der vollständigen Unterjochung wandelt. Und so etwas wird nicht leicht akzeptiert werden.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Wirtschaftskrise in Griechenland bietet nur Ausländern Gelegenheiten

27. Oktober 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.046 18 Kommentare

Von den Gelegenheiten, die sich in Griechenland eventuell infolge der Wirtschafkrise ergeben werden, scheinen die Griechen selbst weitgehend ausgeschlossen zu bleiben.

Ob und in welchem Umfang die tiefe volkswirtschaftliche Krise in Griechenland auch die vielbeschworenen „Gelegenheiten“ schaffen wird, mag dahingestellt bleiben. Sollten sich wirklich wie auch immer geartete Gelegenheiten einstellen, werden sie sich jedenfalls kaum zu Gunsten der einheimischen Bevölkerung ergeben, sondern von dieser auf die eine oder andere Weise zu bezahlen sein.

 Wie sich die Situation aus Sicht der Griechen darstellt, reflektiert Chefredakteur Panos Kolokotronis der griechischen Zeitung „Vradyni“ in einem Artikel, der am vergangenen Sonntag (23.10.2011) unter dem Titel „Δρυός πεσούσης … (πας ανής ξυλεύεται)“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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Verheimlicht die Regierung in Griechenland Verpflichtungen?

7. Oktober 2011 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.340 15 Kommentare

Der Disput um die Senkung der gesetzlichen Mindestlöhne in Griechenland erweckt erneut den Anschein, dass die Regierung dem Volk eingegangene Verpflichtungen verheimlicht.

Die am vergangenen Montag (03.10.2011) von der Troika gegenüber Arbeitsminister Jorgos Koutroumanis auf den Tisch gebrachte Forderung nach Abschaffung des nationalen Manteltarifvertrags in Griechenland und Senkung der Mindestlöhne auf dem privaten Sektor soll von dem griechischen Premierminister Jorgos Papandreou mit der Phrase kommentiert worden sein, „Griechenland wird nicht Indien werden„. Andererseits erklärte allerdings Finanzminister und Regierungsvertreter Evangelos Venizelos, die Regierung untersuche alle Faktoren, welche „die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Unternehmen beeinflussen„.

Ob die Forderung der Troika nach Freigabe der gesetzlichen Mindestlöhne wirklich wie „eine Bombe aus heiterem Himmel einschlug“ oder möglicherweise doch zu den Maßnahmen zählt, zu denen sich die Regierung im Rahmen einschlägiger Vereinbarungen gegenüber den Gläubigern Griechenlands verpflichtet hat, fragt sich Chefredakteur Panos Kolokotronis der griechischen Zeitung “Vradyni” in seinem Artikel, der am 05. Oktober 2011 in der Kolumne “Zeichen der Zeit” publizierte wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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Regierung in Griechenland verschaukelt das Volk

24. September 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 805 1 Kommentar

In Griechenland stellt sich der Eindruck ein, dass die Regierung dem Volk aus politischer Berechnung die Wahrheit über die eingegangen Verpflichtungen verschwiegen haben könnte.

Die aktuellen Entwicklungen in Griechenland und speziell die noch vor Abschluss der Verhandlungen mit der Troika von der griechischen Regierung angekündigten neuen Sparmaßnahmen haben die Bürger jeder letzten Spur eines eventuell noch verblieben Optimismus beraubt. Mit den kernigen Durchhalteparolen über das aufglimmende „Licht am Ende des Tunnels“ scheint sich inzwischen niemand mehr zu identifizieren zu mögen, stattdessen ist nun von „schweren Jahren“ die Rede.

Parallel stellt sich zunehmend der Eindruck ein, dass die griechische Regierung die Bevölkerung bewusst nicht über den Umfang und das Ausmaß der Verpflichtungen aufklärte, die sie mit dem (aktualisierten) Moratorium gegenüber der Troika und den Gläubigern Griechenlands eingegangen ist. Dies und die Geschehnisse der vergangenen Tage kommentiert aus seiner Sicht der Chefredakteur Panos Kolokotronis der griechischen Zeitung “Vradyni” in einem am 20. September 2011 – also einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe der neuen Maßnahmen – in der Kolumne „Zeichen der Zeit“ publizierten Artikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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