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Artikel Tagged ‘kapitalverkehrskontrolle’

Colpo grosso mit bulgarischen POS in Griechenland

15. Mai 2016 / Aufrufe: 445 Keine Kommentare

Mit Auslandskonten verknüpfte Terminals eröffnen Unternehmern in Griechenland Wege zur Umgehung der Kapitalverkehrskontrollen, aber auch zur Steuerhinterziehung.

Viele Unternehmen scheinen mittels der sogenannten POS-Terminals (sprich Kartenlesegeräte) einen Weg gefunden zu haben, die Kapitalbeschränkungen in Griechenland, aber auch ein „Fenster“ zur Steuerhinterziehung gefunden zu haben.

Etliche Unternehmer, hauptsächlich in touristischen Gebieten mit vielen Ausländern, verwenden zwei POS-Geräte, ein griechisches und ein bulgarisches, um (mittels letzterem) ihr Geld aus Griechenland hinaus zu schaffen.

Abrechnung inländischer Umsätze im Ausland

Der Trick geht folgendermaßen: Der Unternehmer gründet eine Gesellschaft mit der selben Formierung wie der griechischen in einem Land des Auslandes (z. B. Bulgarien), mittels der er das zweite POS-Terminal mit einem Bankkonto im Ausland verknüpft. Erfolgt eine Zahlung mittels der Kredit- oder Debitkarten (an dem ausländischen POS), wird das Geld automatisch außerhalb Griechenlands transferiert, ohne dass im Inland irgendeine Erfassung stattfindet, also (möglicherweise) ohne die Abführung von MwSt. an den griechischen Fiskus und unter Umgehung der Kapitalverkehrskontrollen. Im weiteren Verlauf kann der Unternehmer diese Gelder entweder mittels einer ausländischen Konto- / Kreditkarte in Griechenland abheben oder sie auf andere Konten im Ausland transferieren.

Wie von Seite der Griechischen Bank verlautet, wird dieses Phänomen häufig in Hotelbetrieben, aber auch anderen Unternehmen beobachtet, die Steuern hinterziehen, aber auch unter Umgehung der Kapitalverkehrskontrollen Gelder ins Ausland schicken wollen. Der Trick ist erkannt worden, die Bemühungen, die eine Steuerhinterziehung begehenden Unternehmen ausfindig zu machen, haben jedoch bisher nicht gefruchtet.

Griechische Bank will missliebiges Phänomen unterbinden

Quellen zufolge unternahm die Griechische Bank signifikante Schritte und ergriff entscheidende Initiativen zur Ausmerzung eines Phänomens, das sich nach dem Beginn der Schließung der Banken in Griechenland gefährlich aufblähte und in den aktuellen Presseberichten beschrieben wird. Spezieller:

  1. Die Direktion der Griechischen Bank für Inspektionen beaufsichtigter Gesellschaften übermittelte an die Staatsanwaltschaft des Oberlandgerichts Athen einen speziellen Bericht über Prüfungen von Transaktionen, die in den acht Monaten des Jahres 2015 unter Verwendung von griechischen Banken ausgestellter Kredit-, Debit- oder Prepaid-Karten an Kartenlesegeräten (POS) abgewickelt wurden, die bei Händlern in Griechenland von ausländischen Zahlungs-Dienstleistern installiert worden sind, die diese Transaktionen im Ausland abrechnen. Die Überprüfung konzentrierte sich auf POS-Terminals eines in Luxemburg ansässigen Instituts für elektronische Zahlungen, die in einschlägigen Berichten der Presse „fotografiert“ werden. Aus der Überprüfung wurde festgestellt, dass die Transaktionen mittels der in Rede stehenden Geräte letztendlich von einem bulgarischen Institut für elektronische Zahlungen abgerechnet werden und während des Zeitraums ab dem 29/06/2015 (Beginn der Schließung der Banken) bis zum 31/08/2015 insgesamt 80% der Transaktionen mit physischer Anwesenheit (Nutzung) einer Karte an POS griechischer Händler darstellen, die im Ausland abgerechnet wurden. Die – in Bulgarien abgerechneten – Transaktionen unter Nutzung griechischer Zahlungskarten an den in Rede stehenden POS wurden umgehend unterbunden, offensichtlich unter dem Druck der einschlägigen Überprüfung der Griechischen Bank.
  2. Zusätzlich gab die Griechische Bank das vorstehende große Problem in einem Schreiben der Zentralbank Bulgariens (sprich der zuständigen Aufsichtsbehörde) bekannt und verlangte die Einstellung der Erbringung von Dienstleistungen durch das (besagte) bulgarische Institut in Griechenland.
  3. Bezüglich der im Ausland abgerechneten Transaktionen an POS-Terminals von Händlern in Griechenland beschloss auf Vorschlag der Griechischen Bank der Ausschuss für die Genehmigung von Bankgeschäften am 27/11/2015 schließlich Folgendes:
    1. das völlige Verbot der Durchführung von Kartentransaktionen im physischen Geschäft eines Händlers (Transaktionen unter physischer Anwesenheit / Verwendung einer Karte),
    2. das Verbot der Abwicklung in einem elektronischen Geschäft / auf der Website eines Händlers (Transaktionen ohne physische Anwesenheit / Kartennutzung) von zwölf Transaktions-Kategorien, entsprechend zu den für die Geschäftsvorgänge mit griechischen Karten in ausländischen elektronischen Shops (das Verbot wird aufgehoben, sofern sich ergibt, dass die in Rede stehenden Geschäftsvorgänge unter Gutschrift auf einem in Griechenland geführten Konto des Händlers abgerechnet werden).

(Quelle: Imerisia)

Es sei angemerkt, dass die in Rede stehende Praxis bereits im Herbst 2015 thematisiert wurde (siehe Umgehung der Kapitalkontrollen in Griechenland) und nicht grundsätzlich rechtswidrig ist, wie in diversen Presseberichten mehr oder weniger plump zu suggerieren versucht wird.

Griechenland ist ein größtenteils unfreies Land

3. Februar 2016 / Aktualisiert: 03. Februar 2016 / Aufrufe: 1.396 5 Kommentare

Griechenland liegt auf dem Weltindex wirtschaftlicher Freiheit zwischen Bangladesch und Mozambique und wird als größtenteils unfreies Land charakterisiert.

Auf dem von der Heritage Foundation erstellten weltweiten Index wirtschaftlicher Freiheit sank Griechenland 2015 auf Platz 138, da – wie die Organisation vertritt – das Land in der Wirtschafts- und Währungspolitik „die Kontrolle verlor„.

Wie die britische Zeitung Telegraph betont, wird Griechenland als „größtenteils unfreies“ Land charakterisiert und seine Situation verschlimmert sich stetig, nachdem es sich zu der Troika flüchtete, die zwar vertritt, Reformen zu forcieren um das Land effizienter, transparenter, moderner und wettbewerbsfähiger zu machen, in Wirklichkeit jedoch für Rechnung der nördlichen Gläubiger des Landes Schulden beitreibt.
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Griechenland „killt“ seine Wirtschaft …

21. Januar 2016 / Aufrufe: 1.393 1 Kommentar

In Griechenland muss endlich begriffen werden, dass es unmöglich ist, eine Wirtschaft durch ihren Staat in Gang zu halten.

Im Juli 2015 sahen wir in Griechenland drei Wochen lang die Rollläden der Bankfilialen geschlossen. Trotz all der damit verursachten Panik und des Trommelfeuers von Artikeln und Analysen, handelte es sich für die griechische Wirtschaft allerdings um keine essentielle Änderung: für viele griechische Bürger „schlossen“ die Banken bereits mit dem Ausbruch der wirtschaftlichen Krise.

Bankfunktionären zufolge bezieht sich heutzutage die Mehrheit der alltäglichen Vorgänge bei den griechischen Kreditinstituten auf den Erhalt von Zahlungen, die Einbehaltung von Rechnungsbeträgen und allgemein Hilfsarbeiten zugunsten des Fiskus. Welche Tatsache natürlich keine Überraschung hervorruft, da bekannt ist, dass die Gewährung von Krediten durch die Banken seit Jahren mit der Pipette erfolgt – ein Zustand, der sich mit der Kapitalflucht und der Verhängung der Kapitalkontrollen im vergangenen Sommer noch mehr verschlimmerte.
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Vorschlag zur Aufhebung der Kapitalkontrollen in Griechenland

3. Januar 2016 / Aufrufe: 1.525 Keine Kommentare

Die Banken in Griechenland schlagen eine schrittweise und bis Ende 2016 völlige Aufhebung der im Juni 2015 verhängten Kapitalverkehrskontrollen vor.

Die griechischen Banken haben den zuständigen Ministerien für Finanzen und Entwicklung sowie auch der Griechischen Bank einen vollständigen und hinreichend dokumentierten Vorschlag bezüglich der Aufhebung der im Juni 2015 in Griechenland verhängten Kapitalverkehrskontrollen vorgelegt.

Zuverlässigen Informationen zufolge wurde der sich auf die Kapitalkontrollen beziehende Vorschlag der Banken und des griechischen Bankenverbands am 29 Dezember 2015 vorgelegt und sowohl dem Finanzminister Evklidis Tsakalotos als auch der Führung der Griechischen Bank unter Giannis Stournaras eingereicht.
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Rückgang der Bankguthaben in Griechenland trotz Kapitalkontrollen

31. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.070 2 Kommentare

Trotz der im Juni 2015 verhängten Kapitalverkehrskontrollen gingen in Griechenland die Bankguthaben auch im November 2015 wieder zurück.

Gemäß den am 30 Dezember 2015 von der Griechischen (Zentral-) Bank publizierten Angaben gingen in Griechenland im November 2015 die Bankguthaben der privaten Haushalte und Unternehmer im zweiten aufeinanderfolgenden Monat erneut zurück.

Auf Monatsbasis sanken die Guthaben der privaten Haushalte und Unternahmen bei den griechischen Banken um 180 Mio. Euro bzw. 0,15% und erreichten insgesamt 120,9 Mrd. Euro, sprich das – wie Reuters anmerkt – niedrigste Niveau seit Mai 2003.
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Lizenz zum Gelddrucken für Griechenland

17. Dezember 2015 / Aufrufe: 789 Keine Kommentare

Das Finanzministerium in Griechenland erhielt von der Europäischen Zentralbank die Genehmigung, Münzgeld im Wert von rund 50 Millionen Euro auszugeben.

Inmitten der Kapitalverkehrskontrollen entdecken die Griechen den Wert der Münzen, da die Beschränkungen bei den Bargeldabhebungen in Kombination mit der anhaltenden wirtschaftlichen Flaute zu einer gestiegenen Nachfrage nach der Nutzung von Münzen geführt zu haben scheint – was zum Resultat hat, dass die auf dem griechischen Markt in Umlauf befindliche Menge nicht ausreicht.
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Abzocke der Banken in Griechenland

7. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.635 Keine Kommentare

Die Banken in Griechenland verdienen sich an dem infolge der Kapitalverkehrskontrollen geradezu explodierenden bargeldlosen Zahlungsverkehr dumm und dämlich.

Trotz des Umstands, dass in Griechenland wegen der Kapitalverkehrskontrollen das Volumen der obligatorischen Transaktionen per Internet (sprich WEB-Banking) zunimmt, bleiben die Gebühren und Provisionen der griechischen Banken für die alltäglichen Geschäftsvorgänge der Bürger und Unternehmen auf sehr hohen Niveaus und erreichen selbst für simple Transaktionen eine Höhe von bis zu 7 Euro.

Ohne in irgendeiner Weise für die Einschränkungen im Kapitalverkehr verantwortlich zu sein, werden die Bürger mit zusätzlichen Kosten belastet, ohne jedoch zu wissen, dass es auch einen Weg gibt … um die Gebühren der Banken zu umgehen. Welcher dieser Weg ist? Es sind die Bankschecks!
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Griechenland hat größte Teuerung bei Lebensmitteln

12. November 2015 / Aufrufe: 858 2 Kommentare

In Griechenland werden die größten Preiserhöhungen bei Lebensmitteln in der gesamten Europäischen Union verzeichnet.

Laut einer in der Kathimerini publizierten Untersuchung der Eurostat verzeichnen die Lebensmittelpreise in Griechenland sowohl auf Jahres- als auch Monatsbasis den größten Anstieg unter den Mitgliedstaaten der EU, wobei die Hauptgründe die Erhöhung der Mehrwertsteuersätze und der Umstand sind, dass die Händler die Verluste aus den Kapitalverkehrskontrollen auf den Verbraucher abwälzen.

In Griechenland wurde im August 2015 der größte jährliche Anstieg bei den Lebensmittelpreisen um 4,2% im Vergleich zum August 2014 verzeichnet. Ebenfalls stiegen in Griechenland die Lebensmittel im August 2015 um 2,9% im Vergleich zum Juli 2015.

Preiserhöhungen auch bei Lebensmitteln mit konstanter MwSt.

Das interessante Element ist, dass die Preiserhöhungen auch bei Produkten beobachtet werden, bei denen der MwSt.-Satz bei 13% blieb. Die Preise für Brot und Getreideprodukte verzeichneten einen Anstieg um 3,2% auf Jahresbasis, also den größten unter den „28“, und für Fleisch einen Anstieg um 1,9%, also ebenfalls den größten in der EU. In der selben Periode wurde auf Ebene der Europäischen Union ein Preisrückgang um 1,3% beobachtet.

In der Kategorie der Öle wird ein Anstieg auf Jahresbasis um 9,9%, bei Obst um 17,2%, bei Gemüse um 9,6%, bei Fisch um 0,4% und bei Milch, Eiern und Käse um 0,3% verzeichnet. Laut den Daten der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) zeigt der Preis der Frischmilch im September 2015 einen Anstieg um 2,96% im Vergleich zu Juni 2015. Der Erzeugerpreis ist jedenfalls in den acht Monaten Januar – August 2015 gemäß den offiziellen Angaben deutlich niedriger als der Preis im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2014.

Bemerkenswerte Schwankungen im Zeitraum der letzten Monate werden auch bei den Preisen für Brot, Mehl, aber auch Teigwaren beobachtet. Die Preise der Teigwaren, die in den ersten Tagen der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen ein außerordentlich populäres Produkt waren, verzeichnen im September 2015 einen Anstieg um 3,27% im Vergleich zum Juni 2015.

Aus den Angaben der Eurostat geht hervor, dass im August im Vergleich zu Juli 2015 der Preis für Weichweizen – ein Produkt, das Griechenland in einem großen Grad importiert, um seine Bedürfnisse zu decken – um 4,6% anstieg, während der Preis im EU-Durchschnitt um 5% sank. Ein – wenn auch marginaler – Anstieg wurde auch beim Preis des Hartweizens beobachtet. Auf Jahresbasis stieg in Griechenland der Preis des Weichweizens um 6,7%, während auf EU-Ebene ein Anstieg um gerade einmal 1% beobachtet wurde.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Kapitalkontrollen in Griechenland machen Unternehmen zu schaffen

7. November 2015 / Aufrufe: 669 Keine Kommentare

Die im Juni 2015 in Griechenland verhängten Kapitalverkehrskontrollen beeinträchtigten hauptsächlich die Unternehmen und nicht die Verbraucher.

Laut einer Untersuchung der Industrie- und Handelskammer Thessalonikis (EBETH) und der Palmos Analysis scheinen die Kapitalverkehrskontrollen im normalen Betrieb der nordgriechischen Unternehmen „das Unterste zu Oberst“ gekehrt zu haben.

Dagegen erklären fast sechs von zehn Verbrauchern, die Beschränkungen bei den Bankabhebungen beeinflussen ihren Alltag „wenig“ oder „überhaupt nicht“ – und dies trotz der Tatsache, dass mehr als die Hälfte von ihnen bei ihren Geschäftsvorgängen keine Kredit- oder Debitkarte verwenden.
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Bankguthaben der Haushalte in Griechenland sinken weiter

2. November 2015 / Aufrufe: 521 Keine Kommentare

Die privaten Haushalte in Griechenland fahren darin fort, ihre Guthaben von den Banken abzuheben um ihren finanziellen und steuerlichen Verpflichtungen zu entsprechen.

Die verfügbaren Guthaben bei den Banken in Griechenland waren Ende September 2015 um 557 Mio. Euro gestiegen, welcher Zuwachs allerdings auf dem Anstieg der Guthaben der Unternehmen beruht. Die privaten Haushalte fuhren dagegen darin fort, Gelder von ihren Bankkonten abzuziehen, und reduzierten damit ihre Guthaben bei den Banken um 199 Mio. Euro, da der September ein Monat der Zahlung steuerlicher Verpflichtungen war.

Der Stillstand der (Kapital-) Abflusswelle infolge der fortgesetzten Beschränkungen im Kapitalverkehr erklärt auch den Rückgang um 1 Mrd. Euro des von den griechischen Banken per ELA geschöpften (Liquiditäts-) Kontingents, dessen Höhe sich auf 86,9 Mrd. Euro gestaltet, und auch wenn dies nicht die Wiederherstellung der Liquidität reflektiert, stellt es ein Indiz dafür dar, dass die Guthaben bei den Banken zusammengehalten werden.
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