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Versicherungsgesetz spaltet Bürger in Griechenland

4. Juli 2010 / Aufrufe: 140 Keine Kommentare

Außerordentlich interessant zeigt sich das Ergebnis einer aktuellen Umfrage in Zusammenhang mit dem Versicherungsgesetz und den politischen Entwicklungen in Griechenland.

Laut einer für die Sonntagsausgabe der Zeitung To Vima durchgeführten demoskopischen Erhebung der Kapa Research gehen die Ansichten der griechischen Bürger gegenüber dem Gesetzentwurf des Ministeriums für Arbeit deutlich auseinander: 35,2% der Befragten halten die Änderungen im Versicherungssystem für notwendig jedoch ungerecht, wobei 14,2% die Regelungen als notwendig und obligatorisch erachten. Auf der Gegenseite verlangen 29,6% die sofortige Rücknahme des Entwurfs des Versicherungsgesetzes, während 19% den Gesetzentwurf als Katastrophe bezeichnen.

In Zusammenhang mit den Änderungen bei den Arbeitsverhältnissen bzw. der Arbeitsgesetzgebung beurteilen 70,4% der befragten Personen die Reduzierung der Entlassungskosten als nicht erforderlich und ein noch größerer Anteil (82,9%) spricht sich gegen die Freigabe der Entlassungen aus.

Bürger stellen das politische System in Griechenland in Frage

49% der Befragten erachten, dass das bestehende politische System das Land nicht aus der Krise zu führen vermag. Gemäß diesem Klima fallen auf die Frage, welcher politischen Partei die Befragten ihre Stimme geben würden, die Anteile der Parteien entsprechend niedrig aus: Die derzeitige Regierungspartei PASOK liegt mit 23,4% in Führung, gefolgt von der Parteie “Nea Dimokratia” (ND) mit 15,6%, der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) mit 6,7% und  dem “Bündnis der Radikalen Linken” (SYRIZA) mit gerade einmal 2,3%, während sich der Anteil der Unentschlossenen auf 40,1% beläuft.

Allerdings zeigen sich die Bürger auch gegenüber der erst neulich unter der Führung von Fotis Kouvelis gegründeten Partei “Demokratische Linke” zurückhaltend: 47,6% sind mit der Parteigründung nicht einverstanden, 35,6% stehen der Entwicklung dagegen positiv gegenüber.

Noch höher ist der Anteil jener Befragten, die sich gegen die Absicht der inzwischen aus der Partei ND ausgeschlossenen ehemaligen Außenministerin Dora Bakogiannis aussprechen, eine neue politische Formation ins Leben zu rufen: 60,1% sagen “nein”, wobei der Anteil unter den Anhängern der ND sogar 67,7% erreicht,  gegenüber gerade einmal 26,2% der Befragten, welche mit “ja” oder “wahrscheinlich ja” antworten.

Zu dem Thema der vermummten Randalierer bekunden 60,8% der Befragten ihre Verärgerung über die Unfähigkeit des Staates, diesem Problem gegenüberzutreten, und 29,1% fordern Maßnahmen zur Bekämpfung.

Abschließend bezüglich des Terroranschlags auf das Ministerium für Zivilschutz gefragt, bei dem der enge Mitarbeiter des Ministers getötet wurde, sprechen 50,9% der Befragten ihr Vertrauen in den Minister Michalis Chrysochoidis aus.

Bei der in dem Zeitraum 30. Juni 2010 – 01 Juli 2010 landesweit durchgeführten Erhebung wurden insgesamt 1.002 Personen im Alter von über 18 Jahren befragt. Die Befragung erfolgte telefonisch und auf Basis eines elektronischen Fragenkatalogs.

Bürger in Griechenland ziehen Maßnahmen dem Bankrott vor

8. Mai 2010 / Aufrufe: 203 Keine Kommentare

Laut einer Erhebung der Kapa Research zieht die Mehrzahl der Bürger in Griechenland die harten Sparmaßnahmen der Regierung dem Staatsbankrott vor.

Im Rahmen einer für die Sonntagsausgabe der griechischen Zeitung To Vima am 06. Mai 2010 durchgeführten demoskopischen Erhebung der Kapa Research erklärten 55,2 % der befragten Bürger, das Maßnahmenpaket der Regierung zu akzeptieren (37,1 % ja, 18,1 % eher ja), gegenüber einem Anteil von 44,6 %, der sich ablehnend äußert (36,3 % nein, 8,3 % eher nein).

Gemäß dem Ergebnis der Umfrage ziehen 56,3 % der Befragten die Kürzungen der Löhne und Gehälter einem Bankrott des Landes vor, wobei 74,8 % erklären, dass Griechenland in der Eurozone bleiben müsse. Von 71,3 % der Befragten wird von den Oppositionsparteien eine einverständliche Kooperation mit der Regierung verlangt, wogegen 22,2 % dynamischen Widerstand fordern. Die Frage, ob nach den tragischen Ereignissen am Mittwoch (05. Mai 2010) die Demonstrationen aufhören müssen, beantworteten 45,3 % der Befragten mit “ja” oder “eher ja” und 53,2 % mit “nein” oder “eher nein”.

Außerordentlich interessant fällt die Antwort der Befragten auf folgende Frage aus: “Falls die Regierung Papandreou nicht ihren Erwartungen entspricht, woher erwarten Sie eine Lösung?” 66 % erklärten “ich weiß nicht / ich antworte nicht”, 14,3 % “aus dem Zentrum”, 10 % “von den Rechten” und 9,7 % “von den Linken”.

Im Rahmen dieser demoskopischen Erhebung der Kapa Research wurden in ganz Griechenland insgesamt 1.030 volljährige Personen nach der Methode der telefonischen Erhebung (elektronischer Fragebogen) befragt.

Frühere Erhebung der Public Issue

Vor den dramatischen Ereignissen, die sich im Umfeld der Massenkundgebungen am 05. Mai 2010 in Athen abspielten, hatte im Auftrag der griechischen Zeitung Kathimerini die Public Issue eine Erhebung durchgeführt, deren Ergebnis ein deutlich abweichendes Bild von der Haltung der Gesellschaft reflektierte.

Konkret wurde die Erhebung der Public Issue am Dienstag, dem 04. Mai 2010 durchgeführt, und zwei Drittel (66 %) der Befragten sprachen sich gegen die Maßnahmen aus. Weiter sprachen sich 68 % der insgesamt 527 Befragten für die Demonstrationen aus und 39 % erklärten die Bereitschaft zu einer aktiven Teilnahme an den Protesten.

Bürger befürchten gesellschaftliche Explosion in Griechenland

7. März 2010 / Aufrufe: 216 Keine Kommentare

Eine gesellschaftliche Explosion infolge der beschlossenen Sparmaßnahmen in Griechenland befürchtet die Mehrzahl der Bürger laut einer Erhebung der Kapa Research vom 04. März 2010.

86,9% der befragten Bürger sehen eskalierende Proteste und gesellschaftliche Unruhen voraus (sehr wahrscheinlich 48,7%, recht wahrscheinlich 38,2%), während 85,2% erwarten, dass sich die Schere zwischen den Reicheren und Ärmeren weiter öffnen wird.

69,1% der Befragten vertreten den Standpunkt, dass die Sparmaßnahmen vorläufiger Natur, sprich zeitlich begrenzt sein müssen. Bezeichnenderweise antworteten 26,8% der Befragten, dass sich die Sparmaßnahmen niemals auszahlen werden. 26% glauben dagegen, dass die Maßnahmen in ein bis zwei Jahren Ergebnisse bringen werden, und 20% setzen diesen Zeitraum auf drei bis fünf Jahre an.

51,9% der befragten Bürger sprechen Premierminister Jorgos Papandreou in seiner Bemühung, Griechenland aus der Krise zu bringen, großes oder ausreichendes Vertrauen aus, wobei 38,5% der Befragten die Verantwortung für die derzeitige Lage der vorherigen Regierung unter Konstantinos Karamanlis zuweisen.

Nur 45,6% der Bürger stehen den Mobilisierungen der Gewerkschaften GSEE (Allgemeiner Dachverband griechischer Arbeitnehmerorganisationen) und ADEDY (Dachorganisation der Angestellten und Beamten des Öffentlichen Dienstes) positiv gegenüber, während 54,8% der Befragten antworteten, an den Demonstrationen nicht teilnehmen zu wollen.

Außerordentlich negativ ist das Bild von den Parteien der Opposition: 67,1 beurteilen die Haltung der SYRIZA-Partei negativ, 63,2% jene der Partei KKE und 62,2% die Haltung der ND-Partei. Nur die Partei LAOS erhielt etwas bessere Noten: 48% der Befragten beurteilen die Haltung der Partei negativ, immerhin 44% dagegen positiv.

Sehr interessant zeigt sich auch ein weiteres Ergebnis: 63,1% der befragten Bürger erklärten, dass sie im Fall einer Volksabstimmung gegen den Austritt Griechenlands aus der Eurozone stimmen würden, gegenüber nur 23,9%, die für einen Austritt stimmen würden.

Die landesweite Erhebung wurde am 04. März 2010 (also einen Tag nach Bekanntgabe der beschlossenen Sparmaßnahmen) von der Kapa Research SA im Auftrag der Tageszeitung To Vima nach dem System der telefonischen Befragung durchgeführt. Insgesamt wurden 1.044 Frauen und Männer im Alter von über 18 Jahren befragt.

Bürger billigen harte Maßnahmen in Griechenland

7. Februar 2010 / Aufrufe: 702 Keine Kommentare

Laut dem Ergebnis einer überregionalen Umfrage der Kapa Research erachten rund 64 Prozent der befragten Bürger in Griechenland die harten Beschlüsse der Regierung als notwendig.

Gemäß dem in der Wochenendausgabe der griechischen Tageszeitung To Vima publizierten Ergebnis einer in ganz Griechenland durchgeführten Erhebung der Kapa Research stufen 64,1% der Befragten die harten Beschlüsse und Entscheidungen der Regierung als notwendig ein. Andererseits sprachen sich jedoch jeder Zweite (50,1%) gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters und sogar 60,5% aler Befragten gegen die – zwar noch nicht formal verkündete, jedoch als beschlossen geltende – Erhöhung der Treibstoffsteuer aus.

Die Frage nach der Wahrscheinlichkeit des Bankrotts des griechischen Staates beantworteten 36,3% der Befragten mit “völlig unwahrscheinlich, 30% mit “wenig wahrscheinlich” und 32,2% mit “recht wahrscheinlich” oder auch “sehr wahrscheinlich”.

Eine vernichtende Mehrzahl von etwa 71.1% der befragten Bürger erachtet, dass ein Abbau der Anzahl der auf dem Öffentlichen Sektor Beschäftigten möglich sei, ohne die Effizienz der auf diesem Bereich erbrachten Dienstleistungen zu beeinträchtigen.

Punkte für Premierminister Papandreou und Oppositionsführer Samaras

Von außerordentlichem Interesse sind die Ergebnisse auf die Frage “wie viel Zeit geben Sie dem Premierminister Jorgos Papandreou, damit die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft Ergebnisse zeigen und das Land in eine Bahn des Aufschwungs gelangt“. Von den Befragten sprachen sich 32,6% für ein Jahr, 25,3% für zwei Jahre und 9,6% für drei Jahre aus.

Parallel wird die Haltung des neuen Vorsitzenden der ehemaligen Regierungs- und nunmehr Oppositionspartei “Nea Dimokratia” (ND) Antonis Samaras, die Regierung Papandreou unter gewissen Bedingungen unterstützen zu wollen, von 57,3% der Befragten positiv bewertet. Auf die Befragten bezogen, die sich als Wähler der ND ausgaben, sprachen sich sogar 68,2% positiv aus.

Schließlich erklärten 58,6% der befragten Bürger, dem derzeitigen Premierminister Jorgos Papandreou in seinen Bemühungen, das Land aus der Krise herauszuführen, “sehr” oder “ausreichend” zu vertrauen.

Im Rahmen der in ganz Griechenland am 03. und 04. Februar 2010 (also unmittelbar nach der der öffentlichen Ansprache des Premierministers Jorgos Papandreou) durchgeführten Umfrage wurden 2.299 Personen im Alter ab 18 Jahren befragt. Die Erhebung der Ergebnisse erfolgte telefonisch und auf Basis eines elektronischen Fragenkatalogs.