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Was ist denn eigentlich Demokratie?

16. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 335 12 Kommentare

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Unverschämtheit der Parteien in Griechenland übersteigt jedes Maß

… die Frage wäre ja eigentlich: Ist das denn überhaupt Demokratie? Und was ist denn überhaupt Demokratie? Außer ein aus einem Übersetzungsfehler entstandenes Projekt zur Unterdrückung bzw. um weiterhin die Kontrolle zu behalten? Sowohl die Übersetzer als auch die Kontrolleure waren bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Angehörige der Oberschicht. Eigentlich ist es sogar so, dass die Kleften und die Piraten in den befreiten Gebieten 400 lang dafür gesorgt hatten, dass es weiterhin Widerstand gegen das osmanische Reich gab und es ohne sie fraglich ist, in wie weit Sprache und Religion überlebt hätten, auch wenn die meisten wahrscheinlich Analphabeten waren.

Nun ist es aber leider so, dass Geschichte sich immer nur an Helden und Anführern orientiert und es kaum Geschichte von unten gibt – allerdings in Amerika gibt es dazu sogar eine ganze Buchreihe – und so wird dann immer von der Wiege der Demokratie gefaselt, die in Wirklichkeit Sklaven in attischen Silberminen hatte, die sich innerhalb eines Jahres totarbeiten durften, anstatt z. b. von den Amazonen zu berichten, die mit Sicherheit wesentlich fortschrittlicher waren als dieses Patriachat, da sie ja offensichtlich keine Sklaven hatten, und sicherlich gibt es noch andere Völker, die heute vergessene Konzepte entwickelt hatten.

Und wenn man sich Geschichte anschaut, dann sollte man eventuell mal „Die Unbekannte Revolution“ von Volin lesen, die über die anarchistische Machnobewegung in der Ukraine von 1918-21 berichtet, oder Bücher von Archinoff zum selben Thema. Griechenland ist auf dem besten Weg dahin, zwar noch mit ganz kleinen Schritten und öfter auch wieder zurück, aber das entscheidende überhaupt ist, dass man dafür sorgen muss, dass es nicht in totale Depression versinkt. D. h., man muss Perspektiven bieten oder entwickeln, und wie ein berühmter griechischer Schriftsteller einmal sagte, die beste Zeit für Literatur ist die Krise, denn plötzlich ist kein Geld mehr für Glotze, Footie und Internet da.

Demokratie ist die bürgerliche Antwort auf die Revolten der letzten 500 Jahren, und durch die in den letzten 500 Jahren geplünderten Güter Amerikas und später aller drei Kontinente hält sich das Bürgertum. Ohne Massenmorde an Abermillionen für Gold und Silber … keine Fugger und damit keine Banken und weiterhin noch nicht mal Kapitalismus, und später Staatskapitalismus (sog. Sozialismus) – und das Schöne ist, es geht fröhlich weiter: Mindestens zwei Millionen wurden im Kongo für Coltan massakriert, damit das verwöhnte, arrogante Erstweltschweinchen auch weiterhin alle halbe Jahre ein neues Footie oder sonstigen Schrott raffen darf, und natürlich wird es dann dafür ganz doll hart geschuftet haben und einfach nur denken, das ist normal wie Profisport und Hoch Die Tassen. Weiterhin wird es nie auf die Idee kommen, dass die meisten in Deutschland produzierten Planetvergaser nach China gehen, um damit die Sklaventreiber und Kinderarbeitszuhälter zu belohnen, dass sie dafür sorgen, dass ihr Schrott dann schön billig in die Metropolen kommt, und es interessiert auch kein Schweinchen, dass bereits 250 Millionen Menschen gezwungen waren, aus Küstengebieten zu fliehen und sie sich dafür bei den armen geschundenen Erstweltern bedanken dürfen, denn die fahren Auto, Schiff und fliegen und selten die Opfer dieser Dekadenz. Und wenn sie dann mal ganz humanistisch sind, dann baut Apple ein paar Fangnetze, um die Selbstmordzahlen in ihren Zulieferfabriken zu senken.

Vor langer Zeit hab ich mal auf der Glotze einen Bericht über die eriträische Befreiungsbewegung gesehen, also bevor es überhaupt Eritrea gab, und dort funktionierte die Schule der Guerilla so, dass, wenn ein Kind etwas erlebt und Bock hatte, es den anderen zu erzählen, dieses Kind dann quasi der Lehrer wurde und sich einfach nach vorne stellte. Um heutzutage dafür zu sorgen, dass Kinder keinen Dreck in die Birne bekommen, muss man sich außerhalb des Staates organisieren und sie einfach von der Schule nehmen. Allerdings hat der Staat vorgesorgt, denn genauso wie jede/r JournalistIn oder StudentIn an den Hochschulen der Künste in Verfassungstreue unterschreiben müssen, zwingt der Staat zu Schule und Ausbildung, und da Studenten ja zu 99% studieren, um Karriere zu machen, kann man die Unis eigentlich auch direkt abschaffen und einen Haufen Schotter sparen.

Das Geheimnis wirklicher Demokratie ist die direkte vor Ort gelebte Demokratie der kollektiven Selbstorganisation, und da kann man sich in Griechenland überall interessante Entwicklungen ansehen. Sei es die Ausschaltung des blutsaugenden Zwischenhandels durch die Kartoffelbauern, die natürlich noch in andere Bereiche weiter geht und im Endeffekt dazu beiträgt, dass Griechenland weniger Hungerhilfen braucht, sei es die Offenen Nachbarschaftsversammlungen, die sich den Problemen des Viertels stellen, Lösungen finden und den Widerstand organisieren, und sei es die immer wiederkehrenden Besetzungen von Unis, Fabriken, Schulen und Rathäusern, die sich die Leute nehmen, um dann dort während der Kämpfe zu diskutieren und zu beraten. Und das schöne an derartigen Prozessen ist ja gerade, dass in solchen Versammlungen auf einmal ganz neue Aspekte und Unterdrückungsmechanismen auftauchen, auf welche die Leute von alleine gar nicht gekommen wären.

Sicherlich gehört dazu dann auch, dass es Demokratie nie geben kann, wenn die Überbevölkerung der Ersten Welt die der Dritten ausbeutet, aber selbst diesen Widerspruch löst die Demokratie hervorragend, ob durch die Kinderarbeit in Neapel oder die Vernichtung durch Goldminen, wobei man sagen muss, dass die Kanadier eh ein ganz schönes Dreckspack sind, siehe Teersandminen oder Olympische Spiele: Zuerst klauen sie das Land, dann den Sport – Eishockey – und anschließend die Kultur: Haida-Kunst.

Und hier ist dann bereits der IWF-Terror, wie man ihn aus der Dritten Welt, kennt Realität geworden, aber die Menschen auf der Halbinsel Chalkidiki in Griechenland wehren sich gegen einen kanadischen Goldschürfkonzern: Entwicklungen im Kampf gegen den Goldminen in Chalkidiki (leider nur die Google-Übersetzer-Version).

Öltanker halten niemals an

8. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 375 10 Kommentare

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Alekos Alavanos zu Krise und Politik in Griechenland

Nun gut, Öltanker halten niemals an, die sind viel zu groß. Selbst NATO-Kampfschiffe rollten über Flüchtlingsboote vor Libyen hinweg. Hollywood ist wie das Märchen von den Lemmingen, nur da war es Walt Disney mit einem Schaufelrad.

Die außerparlamentarische Linke ist wahrscheinlich das größte Segment der Linken in Griechenland und davon spricht er überhaupt nicht. Eventuell hat sie aber die Lösung parat u. a. eine Wirtschaft ohne jedwede Währung. Hört sich sicherlich abgeknallt an, aber wenn man sich mal in Ruhe mit genug Kalamatagrass (was übrigens auch ein sehr gutes Produkt sein könnte) bei Vollmond mit Kollegen an einen einsamen Strand setzt, wo man tagsüber noch beobachten konnte, wie eine Mönchsrobe die Fischer ärgert – z.b. an einer der kleinen Buchten bei Ägiali/Amorgos – und das mal durch spinnt, würde es klick machen; ein paar geile griechische Bands mit netten GoGoes beschleunigen die Vision.

Das einzige Problem hierbei ist allerdings, daß es keine anarchistische Partei gibt, weil die Anarchisten, oder die sogenannten, offensichtlich auch nur Dogmatiker sind, obwohl sich ja Anarchismus, der ohne Ideologie auskommt, erst in seiner antipolitischen Praxis entwickeln müßte und letztendlich auch sich kein Iota drum kümmert, welchen Namen er oder sie trägt … . Bloß, Salvador Allende war schliesslich auch ein Libertärer.

Auch diese Wettbewerbsfähigkeit mit auf Export orientierter Wirtschaft ist zuerst einmal Schwachsinn. Griechenland sollte sich überlegen, wie man eine Wirtschaft aufbauen kann, die in erster Linie die Bevölkerung versorgt. Wenn das steht, kann man sich überlegen, wie man z.b. Windräder aus Holz baut, um den Energiehaushalt abzudecken, den man sicherlich braucht – auch zusätzlich – weil in den nächsten 15-20 Jahren die Temperaturen um 6 Grad steigen werden. Als Motivation dazu, sei gesagt, daß man so was ganz ohne Siemens machen könnte und damit 300.001 Arbeitsplätze für Zimmerer schaffen würde; außerdem kann man die Windräder mit Solarpaneele zu kleistern und braucht dann keine Solarparks, die eh nur auf verstepptem Gelände wie auf Peloponnissos erstellt werden dürften. Wenn überhaupt, dann vorübergehend, denn das geile daran ist, daß mit der derartigen Energien Brunnen betrieben werden könnten, um die Steppe wieder grün zu machen. Da ja auch die meisten Internetgewerbe nicht in der Stadt stattfinden müssen, könnte man dann hingehen und auf den Dörfern und Inseln eine Unterhaltungs-Club-Rebetiko- Kultur zu installieren, damit die schwer arbeitende Internetgemeinschaft abends über ihre neuesten facebook Freunde dusselig quatschen kann; die Tavernenbesitzer würden sich auch freuien. Dann geht man hin und stellt die komplette Flotte auf Windturbine um; Dabei können die Schiffe im Hafen ihre unverbrauchte Energie ins Netz einspeisen. usw., genauso wie Windräder z.b. an Klippen wie auf Anafi, Amorgos oder Folegandros stehen würden und Stromleitungen runter zum Meer zum abzapfen da wären; das kann man sogar so einrichten, daß es keine bedrohten Tiere nervt.

„Ausländer entscheiden“, denselben Müll hatte auch Theodorakis verzapft, allerdings in der verkürzten Version auf athensnews. Wer sowas erzählt und nicht in der Lage scheint, sattattdessen differenziert von ausländischen Politikern und Technokraten zu reden, braucht sich nicht über populistische Lösungen wundern, insbesondere, weil er dabei völlig ignoriert, daß das Kapital international agiert und somit auch griechische Kapitalisten an den Schweinereien beteiligt sind, die in dem Moment, wenn die griechischen Banken ihre Drachmas aus dem Keller holen, am meisten profitieren würden und ihr Geld dann einspeisen. Wer will aber diese „Investoren“ haben? Doch nur Leute, die Kapitalisten oder Staatskapitalisten sind. Selbiges gilt übrigens auch für Sprüche über „die“ Deutschen, die sind nämlich genaus unpassend wie andersrum „die“ Griechen; grade in fortschrittlichen Kreisen gint es genug Menschen, die schlichtweg auf ihre nationale Identität scheissen, sich aber trotzdem freuen würden, wenn Deutschland im Eishockey Weltmeister wird und Griechenland die Europameisterschaft gewinnt; was sie allerdings sicher machen werden – wie auch die Japerinnen gewonnen haben. Ansonsten: So existenziell die Probleme derzeit sind, stellt sich natürlich die Frage nach Rettungspaketen ganz anders und zwar, ob man nicht einfach seine Profisportler komplett nach China oder an die Scheichs verschachert.

Drachmas wäre 2010 eventuell gegangen, heute ist das zu spät und würde Griechenland hinter Albanien einreihen. Es wäre zwar gut für den Tourismus – vor allem für den (auch griechischen) aus Amerika, von Menschen, die sich sonst niemals erlauben könnten Griechenland zu sehen und auch eine Menge Leute aus anderen Ländern, die noch nie im Urlaub waren – aber alle kleinen Unternehmen, die auf Kauf im Ausland angewiesen sind, würden pleite gehen, genauso wie ausländische Konsumgüter, die immer noch doppelt so teuer wie in Resteuropa sind, dann quasi das vierfache kosten würden.

Mit dem Fahrrad brauche ich übrigens von fast allen Athener Vororten in die Innenstadt 30 bis maximal 45 Minuten, aber bei dem Thema fällt mir ein, wie das dann unter Drachmas mit den Autos funktionieren soll. Wie auf Kuba? Ich mein, griechische Mechaniker sind geschickte Schrauber, allerdings könnten Taxifahrer – und nicht nur die – die meisten Gebiete von Athen auch mit normalen Velotaxis abdecken; es gibt auch Versionen, die mit Batterie und Solardach 100 Kilometer Reichweite haben und 45 Sachen machen und man kann sicherlich noch bessere bauen. Der Nebeneffekt wäre dann der, daß irgendwann mal ein Mensch aus Griechenland die Tour De France gewinnt. Und wenn wir schon beim Thema sind, auch im Tourismus kann man mit Fahrrad richtig was reissen, das Fahrradwegenetz in Nordgriechenland und anderswo muß weiter ausgebaut werden, mit angeschlossenen Fahrradpensionen und Fahrradwerkstätten, das heisst dann Saison im Frühling und im Herbst, auch Unterwassertretboote gibt es mittlerweile, und selbst in der Schuhindustrie (z.b. die leerstehende Elite-Fabrik mit 1000 Arbeitsplätzen) und im Textil- und Modebereich lassen sich da Wunder verbringen, wenn man es nur richtig hyped. Gooogle nach messenger-industry …

Währungstechnisch: Was eventuell funktionieren könnte, wäre der Rubel oder der Dollar, aber das wäre dann immer noch Kapitalismus. Die Erfahrungen aus Zypern zeigen, daß ersteres gangbar ist, wenn Obama allerdings mal rein zufällig den Fehler machen würde, Izmir Smyrna zu nennen wie sein „fauxpas“ mit den Sesamkringel, dann …