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Artikel Tagged ‘handelsbilanz’

Warum Griechenlands Industrie EU-Schlusslicht wurde

5. Januar 2019 / Aufrufe: 320 Keine Kommentare

Staatliches Desinteresse, hohe Energiekosten, Überbesteuerung und mangelnder Zugang zu billigem Kapital bleiben für Griechenlands grundlegende Probleme.

Die nach der Unterbrechung der Stromversorgung nun auch formal erfolgte Schließung der Halyvourgiki, die ihre Produktion so wie so schon seit 2012 eingestellt hatte, bringt wieder die Notwendigkeit einer Unterstützung der griechischen Industrie aufs Tapet.

Trotz aller klangvollen Ankündigungen einander ablösender Regierung und der Bemühungen einzelner kleiner oder großer Unternehmen um die Stärkung ihrer internationalen Präsenz blieb in Griechenland in den fast 10 Jahren der Krise die Stützung der griechischen Industrie ein Hauptanliegen.
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Wirtschaftsbeziehungen zwischen Griechenland und Türkei

2. September 2018 / Aufrufe: 194 Kommentare ausgeschaltet

Die griechisch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen in Zahlen, was Griechenland exportiert und importiert, wer in der Türkei präsent ist, die türkischen Interessen in Griechenland.

Nachdem die Türkei wegen des Zusammenbruchs des Wechselkurses der Türkischen Lira zu Dollar und Euro in den Vordergrund der internationalen Szenerie zurückkehrt, zählen alle, die Interessen in dem Land haben, wahrscheinliche Verluste.

Dies gilt auch in Griechenland, da die griechisch-türkischen Beziehungen beträchtlich sind. Der Wert des bilateralen Handels übersteigt drei Mrd. Euro, während die Präsenz griechischer Unternehmen in der Türkei intensiv ist – auch wenn sie im Verhältnis zu 2015, sprich dem Jahr des Verkaufs der „Finansbank“ durch die Griechische Nationalbank, geschrumpft ist.

Griechisch-türkische Handelsbeziehungen 2017 im Überblick

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei fasst ein Bericht der Stelle für Wirtschafts- und Handelsangelegenheiten der griechischen Botschaft in Ankara zusammen. Die Angaben stellen sich folgendermaßen dar:

Die Exporte griechischer Produkte in die Türkei beliefen sich im Jahr 2017 auf 1,952 Mrd. Euro und zeigten gegenüber dem Jahr 2016 (Anmerkung: 1,351 Mrd. Euro) einen signifikanten Anstieg. Der größte Teil entspricht den Kraftstoffexporten (1,073 Mrd. Euro), während die Exporte der übrigen Produkte sich für 2017 auf 879 Mio. Euro beliefen. Auf der anderen Seite beliefen sich die Importe aus der Türkei im Jahr 2017 auf 1,433 Mrd. Euro. Jedoch bezogen sich gerade einmal 173 Mio. Euro auf Kraftstoffe und die übrigen 1,26 Mrd. Euro auf sonstige Produkte. Insgesamt gesehen fällt also die Handelsbilanz zwischen Griechenland und der Türkei zugunsten Griechenlands aus, wenn jedoch die Kraftstoffe ausgeklammert werden, neigt die Wage sich zugunsten der Türkei.

Die Baumwolle, Rohstoff für die türkische Textilindustrie, bleibt (unter Ausnahme der Erdölprodukte – Treibstoffe) das erste griechische Exportprodukt, während auch die Exporte von Industrieprodukten, Kunststoffen, Maschinen- und Elektroausrüstung, Aluminium und Kupferrohren signifikant sind. Die primären aus der Türkei importierten Produkte umfassen Stahlprodukte, Kunststoffe, Fahrzeuge und elektromaschinelle Ausrüstung, aber auch Konfektionskleidung und Möbel, während der Anstieg der importierten Fische (aus Zuchtanlagen) imposant ist.

Griechische Investitionen in der Türkei

Die Höhe der griechischen Investitionen in der Türkei ist nach dem Verkauf der „Finansbank“ (für 2,7 Mrd. Euro) durch die Griechische Nationalbank im Jahr 2015 erheblich eingeschränkt worden. Dem besagten Bericht zufolge sind die bedeutsamsten direkten Investitionen Griechenlands in der Türkei die Folgenden:

1. Produktion

  • Zement (TITAN)
  • Lebensmittel (CHIPITA)
  • Minerale – feuerfeste Industriematerialien (GRECIAN MAGNESITE)
  • Farben, Lacke (PLASTIKA KRITIS)

2. Handel

  • Baustoffe, Aluminiumprodukte (ALUMIL)
  • Isoliermaterial (ISOMAT)
  • Kunststoffrohre (PALAPLAST)
  • Kunststoff-Bewässerungsrohre (EURODIP)
  • Aufzuganlagen (KLEEMANN)
  • Tabak und Zigaretten (KARELIA)

3. Andere Service-Bereiche

  • Informatik (INTRAKOM, INTRALOT), elektronische Glückspiele (INTELLI SOLUTIONS)
  • Unternehmensberater (GENECOR, EVDEMON)

Türkische Investitionen in Griechenland

Die türkischen Investitionen in Griechenland sind im Verhältnis zu den entsprechenden griechischen Investitionen in der Türkei sehr viel geringer und betreffen:

  • Touristische Infrastrukturen, Yachthäfen (in Mytilini, Flisvos, Gouvia / Korfu, Lefkas, Zea und Kalamata) und Hotels. Der Konzern „DOGUS HOLDING S.A.“ ist an dem Konsortium beteiligt, welches das Ressort „ASTERAS Vouliagmenis“ aufkaufte, und hält die Mehrheit an dem Käuferkonsortium des Hotels „Hilton“.
  • Papierfabrikationsanlagen, über welche die Konzerne „Eren Holding“ und „Pak Holdings“ verfügen.
  • Die Gesellschaft „Polisan“ hat die Chemiegesellschaft „Artenius Hellas“ im Industriegebiet Volos aufgekauft und die staatliche türkische Bank „ZIRAAT“ ist in Griechenland seit 2008 mit Filialen in Athen, Komotini, Xanthi und Rhodos aktiv.

Griechenland verzeichnete 2017 enormen Anstieg türkischer Touristen

Im Jahr 2017 gab es einen signifikanten Anstieg der Anzahl türkischer Touristen, die Griechenland besuchten (von 785.000 auf 921.000 Touristen). Einen geringen Zuwachs zeigte auch der touristische Strom aus Griechenland zur Türkei (auf 595.000 im Jahr 2017).

Diese Entwicklung ist ein Indiz für die zunehmende Kaufkraft eines großen Teils der türkischen Bevölkerung und den Umstand, dass nicht nur die Türken aus den Küstenregionen, aber auch aus Anatolien mittlerweile Griechenland als bevorzugtes touristisches Ziel betrachten.

(Quelle: fpress.gr)

Griechenlands Handelsdefizit stieg 2017 erneut an

10. Februar 2018 / Aufrufe: 580 1 Kommentar

Den Angaben der ELSTAT zufolge nahm Griechenlands Außenhandelsdefizit auch 2017 mit insgesamt über 14 Prozent wieder kräftig zu.

Im vergangenen Dezember lag der Wert der griechischen Exporte fast um das Doppelte höher als jener der Importe (12,1% gegenüber 6,8%), was zum Resultat hatte, dass das Handelsdefizit des Landes in diesem Monat einen Rückgang um 0,8% verzeichnete.

Auf das gesamte Jahr 2017 bezogen zeigt Griechenlands Außenhandelsdefizit dagegen erneut einen kräftigen Anstieg, konkret um 14,4%.
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Die postmoderne Auffassung des Tourismus in Griechenland

7. September 2017 / Aufrufe: 1.218 1 Kommentar

Was sich hinter dem Jubel über den stetig zunehmenden Massentourismus in Griechenland verbirgt und wie es dazu kam.

In den letzten Jahren – mit Kostas Karamanlis als Vorreiter seit dem 2000er Jahrzehnt – gewöhnte man sich in Griechenland daran, von dem Tourismus als „Schwerindustrie unseres Landes“ oder als „Arbeitsplätze schaffende Treibkraft der Wirtschaft“ etc. pp und allgemein als „wirtschaftliches Manna“ zu vernehmen, das jedwede Krankheit und Unfähigkeit heilt.

Wir hörten – und hören weiterhin – in fast trommelfeuerartigen Rhythmen über die positiven Auswirkungen des Tourismus auf das BIP, aber auch das lokale / periphere Einkommen und – hauptsächlich – das Privateinkommen in den touristischen Regionen.
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Überbesteuerung in Griechenland hat Investitionen erstickt

29. April 2017 / Aufrufe: 524 Kommentare ausgeschaltet

Die absurde Überbesteuerung hat in Griechenland die privaten Investitionen stranguliert.

In seinem Wochenbericht über die griechische Wirtschaft mit Titel „Löhne Gewinne, Investitionen: Die Balance des Wohlstands“ unterstreicht der Verband der Unternehmen und Industriebetriebe Griechenlands (SEB):

Wenn die Kredite der Periode 2000 – 2009 zu Investitionen in extrovertierte Aktivitäten geworden anstatt in Konsum-Defizite und Wohnungsbau-Investitionen niedriger Produktivität geflossen wären, hätte das Land (heute) keine riesigen Defizite in der (Außen-) Handelsbilanz.
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Griechenland gibt 33 Mio Euro allein für italienisches Klopapier aus

10. März 2017 / Aufrufe: 1.400 5 Kommentare

Die enormen Importe stellen für Griechenlands Wirtschaft eine wahre Schlinge dar.

Allein in den letzten fünf Jahren gaben die Griechen insgesamt 240 Mrd. Euro für importierte Produkte aus, welcher Betrag 2/3 der Verschuldung des Landes entspricht!

Die (Außen-) Handelsbilanz Griechenlands blieb dabei in diesem Zeitraum stabil um 23 Mrd. Euro jährlich defizitär.
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Griechenland: Alles ändert sich … und Alles bleibt beim Alten

30. November 2015 / Aufrufe: 1.759 2 Kommentare

Griechenland darf keine hohen Rhythmen eines tragfähigen wirtschaftlichen Wachstums erwarten, solange dieses auf Konsum und geliehenem Geld basiert.

In Griechenland freut man sich, weil die Wirtschaft in diesem Jahr stagnieren und im nächsten Jahr leicht rezessiv sein wird. Die Essenz ändert sich jedoch nicht. Trotz der Verkündigungen sind die Aussichten auf ein tragfähiges Wachstum trübe.

Die meisten Analysten sind sich einig, dass die Beseitigung der makroökonomischen Ungleichgewichte der griechischen Wirtschaft einen notwendigen, jedoch nicht auch tauglichen Pakt für ihre Rückkehr auf einen Wachstumskurs darstellt.
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Rezession in Griechenland dreimal größer als erwartet

28. November 2015 / Aktualisiert: 07. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.235 1 Kommentar

Die Rezession in Griechenland gestaltete sich im dritten Quartal 2015 dreimal höher als ursprünglich veranschlagt.

Griechenlands Statistikbehörde ELSTAT schritt für das 3. Quartal 2015 zu einer signifikanten Revision zum Schlimmeren und veranschlagt den Rückgang des BIP auf Jahresbasis auf 1,1%, gegenüber einem Rückgang von 0,4% auf Basis der anfänglichen Einschätzungen.

Laut der griechischen Statistikbehörde ist diese Korrektur, aus der nunmehr eine Rezession von durchschnittlich 0,07% in den ersten drei Quartalen hervorgeht, das Resultat der Auswertung von Fakten, die bei der ersten Einschätzung noch nicht verfügbar waren. Diese Fakten sind entweder Monatsdaten (wie September-Daten zur Handelsbilanz) oder Quartalsdaten (wie Indizes über die Umsätze der Dienstleistungsbranchen und Daten zur Erforschung des Arbeitskräftepotentials).
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Deutschland bleibt größter Lieferant Griechenlands

9. September 2015 / Aufrufe: 920 Kommentare ausgeschaltet

Deutschland bleibt der mit Abstand größte Lieferant Griechenlands, während das bilaterale Handelsdefizit zu Lasten Griechenlands kontinuierlich ansteigt.

Die meisten Länder Europas mögen „keuchen“, die deutsche „Lokomotive“ fährt jedoch unaufhörlich zu arbeiten fort, wobei die Exporte im Juli 2015 einen Rekordanstieg verzeichneten und 103,4 Mrd. Euro erreichten.

Gemäß den jüngst an die Öffentlichkeit gegebenen Angaben des Bundesamts für Statistik (DESTATIS) stiegen die Importe um 2,2% auf 80,6 Mrd Euro, während die Ergebnisse in beiden Sparten die höchsten sind, die jemals in einem einzelnen Monat erreicht wurden. Die Handelsbilanz befindet sich bei 22,8 Mrd. Euro, gegenüber 22,1 Mrd. Euro im Vormonat.
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Griechenland, der deutsche Imperialismus und die Wahrheit

11. Juli 2015 / Aufrufe: 2.807 5 Kommentare

Abkommen gelten augenscheinlich nicht auf die gleiche Weise für Griechenland und andere Staaten, wenn Deutschland letztere braucht, um seine Strategie durchzusetzen.

Das Verhältnis der imperialistischen Kräfte zu der Wahrheit ist inexistent. Für sie ist Wahrheit, was ihren Interessen dient, auch wenn sie in direktem Widerspruch zur Realität steht, auch wenn sie über die Logik stolpert, selbst wenn sie die international anerkannten Konventionen und Verträge verhöhnt, die auch sie selbst unterschrieben haben.

Es gibt zahlreiche Beispiele aus der Geschichte. Beschränken wir uns auf zwei jüngere, die sich auf das moderne Deutschland beziehen, dessen wirtschaftlicher Imperialismus gleichermaßen brutal und expansiv ist wie der militärische Imperialismus der kolonialherrschaftlichen Länder in der Epoche ihrer Blüte. Er äußert sich einfach nur durch andere Mittel.
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