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Griechenland: Deutschland (einmal) anders

10. Februar 2013 / Aufrufe: 817 3 Kommentare

Von heute (07 Februar 2013) gesehen nahmen gestern, um 03:00 Uhr, die Journalisten auf die Einladung zu einer halbstündigen Diskussion mit Peer Steinbrück im Sitzungszimmer der deutschen Botschafterwohnung Platz.

Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten der SPD ergreift das Wort, grüßt auf Englisch und fährt auf Deutsch fort. In Erwartung der Übersetzung beobachte ich ihn: höflich, ernst, mürrisch. Jedoch unterscheidet sich das wenige Deutsch, das ich „aufgreife“, von dem der Frau Merkel. Ich zähle in den ersten fünf Minuten 3 – 4 Mal das Wort „solidaritet“ (wenn ich es richtig auf Deutsch schreibe …). – also: Solidarität. Und die Übersetzerin übermittelt seine Botschaft, da sie um „Verständnis für die Opfer des griechischen Volkes“ ersucht.

Ich halte die grundsätzlichen Punkte aus dem Prolog und die Antworten fest, die Steinbrück zu geben zuvorkam:

  • Griechenland ist von Deutschland nicht nur mit wirtschaftlichen Kriterien zu bewertet. Es muss in jedem Fall die Gleichmäßigkeit und Stabilität für die Gesellschaft sichergestellt werden. Wir müssen dringend etwas für die Jugendarbeitslosigkeit tun, die 50% überschritt.
  • Es ist von Bedeutung, dass die Regierungskoalition in Griechenland voranschreitet, damit wir Ergebnisse sehen.
  • Es ist erforderlich, den Aufschwung zu stützen, mit Unterstützungen von der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank.
  • Die Reform bei der öffentlichen Verwaltung muss realisiert werden. Ohne diese werden keine Investitionen kommen … .
  • Er weist einen neuen „Cut“ der griechischen Verschuldung zurück (wozu ich in Erinnerung rufe, dass der IWF ihn für notwendig erachtet), weil – wie er sagt -, wenn etwas derartiges geschieht, sich auch ein Thema bezüglich der griechischen Obligationen stellen wird, welche der öffentliche Sektor in Europa inne hat, und „Sie wissen, was bei der EZB gesagt wird …
  • Er ist sehr streng mit Zypern. „Zuerst sollen sie uns sagen, was sie zu Hause tun werden, und danach werden wir ihnen unsere Solidarität zeigen.

In acht Monaten wird Steinbrück von den deutschen Wählern bei den Wahlen als Merkels Gegner beurteilt werden. In diesem Punkt lasst uns jedoch einmal Berlin beiseite lassen und einen Blick nach Paris werfen. Lassen wir uns daran erinnern, was wir von Hollande erhofften. Wir erwarteten ihn gewissermaßen als Messias. Und – das ist wahr – er bemühte sich sehr, Griechenland zu helfen – jedoch konnte er auch keine Wunder vollbringen … .

Zurück zu den deutschen Wahlen und den „Hoffnungen“ Vieler hier in Athen, dass Merkel „besiegt“, also gezwungen werden wird, eine „große Koalition“ mit den Sozialdemokraten zu bilden. Dieses Szenarium wird – anstatt der Wiederholung des Szenariums einer Regierung der Christdemokraten und der Liberalen – für Griechenland als „ideal“ präsentiert. Persönlich hege ich jedoch große Vorbehalte. Weil ich mich noch daran erinnere, was ich vor zwei Monaten mit eigenen Ohren von zwei sozialdemokratischen Abgeordneten in Berlin in einem Gespräch für wenige Journalisten mit den Mitgliedern des Ausschusses für Europäische Angelegenheiten des Bundestags zu hören bekam.

Marianne Schieder erklärte zusammenfassend die „Parteilinie“: „Die Verschuldung wurde wegen der Austerität schlimmer. Die Prognosen der Troika sind übertrieben optimistisch. Die Kürzungen führten in den Zusammenbruch. Griechenland muss auf den Weg des Wachstums zurückkehren. Die Löhne sind zu erhöhen – nicht um wie vorher zu werden, aber damit die Griechen konsumieren und bei dem Aufschwung helfen können.

Und Achim Barchmann, Sonderbeauftragter der SPD für Griechenland, ergänzte: „Der öffentliche Sektor ist überdimensional aufgebläht. Ihr müsst Maßnahmen für klarere Strukturen ergreifen. Die Gewerkschaften in Deutschland wirkten mit, als es nötig wurde, dass Reformen und Opfer erfolgen. Dies fehlt (in) Griechenland … .

Der Geist der SPD unterscheidet sich sicherlich von dem der Christdemokraten der CDU. Die Sprache ist anders und irgendwo existiert dort der Respekt gegenüber den Griechen … . Es ist jedoch eine andere Geschichte, ob die Sozialdemokraten von Merkel verlangen werden, „die Politik zu ändern“ – im Fall, dass sie deren Regierungspartner werden. Und, um ehrlich zu sein, mir erscheint, dass Steinbrück uns genau den selben „Ratschlag“ erteilte, den uns zu dieser Stunde, zu der wir reden, auch alle logischen Menschen in Europa geben.

Der Ratschlag ist simpel: „Gebt Eure Bequemlichkeit auf und ändert Griechenland, solange dazu noch Zeit besteht.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gegendarstellung der IKEA zu Lohnkürzungen in Griechenland

22. November 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 688 6 Kommentare

Angesichts der Proteste gegen die Lohnkürzungen bei IKEA in Griechenland publizierte die Housemarket SA – IKEA auf Facebook eine Gegendarstellung.

Nach der großen Publizität, welche das Thema der beschlossene Lohnkürzungen bei der Housemarket SA (IKEA) in Griechenland in der Öffentlichkeit und speziell auch auf den Plattformen der Social Media erlangte, publizierte die Firma eine Bekanntmachung und Gegendarstellung, die nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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IKEA kürzt Löhne in Griechenland

21. November 2012 / Aktualisiert: 08. November 2014 / Aufrufe: 806 1 Kommentar

Der Beschluss der IKEA in Griechenland, zu Lohnkürzungen von bis zu 11 Prozent zu schreiten, brachte die Gemüter der Beschäftigten in Wallung.

Heftige Proteste der Beschäftigten von IKEA rief der Beschluss der Leitung der Gesellschaft hervor, die Vergütungen der Arbeitnehmer zu kürzen. Die Firmenleitung forderte vor einigen Tagen die Arbeitnehmer auf, neue persönliche Arbeitsverträge mit Lohnsenkungen von 8% bis 11% zu unterschreiben.

Am Dienstagnachmittag (20 November 2012) versammelten Beschäftigte der IKEA sich in der Kifisou-Allee vor dem Geschäftseingang, ohne jedoch die Kunden am Betreten des Gebäudes zu hindern. Am Donnerstag (22 November 2012) schreiten die Beschäftigten zu einer vierstündigen Arbeitsniederlegung von 17:00 Uhr nachmittags bis 21:00 Uhr abends.

Nach der Ankündigung der Lohnkürzungen weiteten die Protest sich auch auf die Social Media aus. Auf Twitter wurde hashtag #ikea geschaffen, wo hunderte Protestmitteilungen zum Ausdruck gebracht werden. Entsprechend drücken auf der IKEA-Seite auf Facebook (https://www.facebook.com/ikeagreece) die User des Dienstes den Beschäftigten in Mitteilungen ihren Beistand aus.
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