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Die Schaffung des Europas ... made in Germany

2. April 2013 / Aktualisiert: 28. September 2013 / Aufrufe: 1.567 6 Kommentare

Die nicht unbedingt freiwillige Vormachtstellung Deutschlands führt zu einer prekären Situation für Europa und letztendlich auch für Deutschland selbst.

Die Zyprioten haben das Gift letztendlich geschluckt. Mit der nationalen Erniedrigung und den düsteren Aussichten konfrontiert monieren viele, ihre kleine Nation sei gezwungen worden, sich dem Willen einer größeren, gnadenlosen Macht zu unterwerfen – Deutschland.

Die zyprischen Zeitungen haben Angela Merkel als Hunnen dargestellt und den Finanzminister Wolfgang Schäuble beschuldigt, wie ein „Faschist“ zu reden. Sie reproduzieren einfach das anti-deutsche Gefühl, das in Griechenland und auch in Italien inzwischen zur Gewohnheit geworden ist.

Diese Deutschen-Angst ist ungerecht. Hinter all diesen Stimmen und der Auseinandersetzung werden die deutschen Steuerzahler wieder einmal den größten einheitlichen Anteil einer weiteren Rettung in der Eurozone finanzieren. Für Deutschland mag es hart erscheinen, Milliardenkredite an seine Nachbarn zu verteilen und von diesen im Gegenzug des Neonazismus beschuldigt zu werden.
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Macht kaputt was Euch kaputt macht

22. September 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 343 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Griechenfreundin

Thema: Träger für Gesundheitsleistungen in Griechenland ist insolvent

Ich habe es schon einmal geschrieben: Ich habe den Euro nicht gewählt. Ich verstehe Vieles aus diesem Blog nicht und bin nicht ausgebildet in Wirtschaftsfragen. Aber ich habe begriffen, dass es Europa getroffen hat. Ich weiß noch, wie die neuen Münzen herausgekommen sind. Europa und jedes Land hatte eigene Prägungen. Wir haben sie uns oft angeschaut und konnten so sehen, welche Touristen hier in Griechenland waren. Es war eine Reiseerleichterung und für die Geschäftsleute wirklich gut.

Hier konnten die Menschen dann endlich Dinge kaufen, die sie sich ersehnt hatten. Menschen möchten immer Dinge haben, die sie nicht bekommen können. Das scheint in der Natur der Menschen liegen. Überall in der Welt. Es lag etwas Neues in der Luft. Der Euro, gegen den Dollar. Endlich konnte ich auch in die USA reisen und mir etwas leisten. “Was ist das”, was für ein Geschiebe und was für eine Finanzwelt, welche Machenschaften. Nicht begreifbar!

Als die Krise in Griechenland begann, fing ich an, mehr nachzudenken. Es hat mich gestört, dass nun Alles hier geändert werden soll. Dies ist mein Wunschland. Vieles hat mich hier gestört, weil ich Deutsche bin. Es hat gedauert, bis ich etwas begriffen habe, warum dies und jenes so gemacht wurde – und das heißt, Mentalität und Gesetze, die durchaus ihren Sinn machen. Woran ich mich nie gewöhnt habe ist die Inkompetenz der einzelnen Behörden.

Naja, ist etwas konfus wie ich schreibe, aber so bin ich eben und ich glaube, dass ich deshalb Griechenland gewählt habe. Es gefällt mir, der Einfallsreichtum, konstruktiv sein zu können, zu improvisieren. Ja, und da sind wir wieder beim Thema. Hab ich schon mal geschrieben. Es kann nie ein Europa geben, weil die Länder so sehr viel eigene Geschichte haben. aus denen Gesetze entstanden sind. Oh und bitte … Griechenland soll nie so wie in Deutschland sein … deswegen habe ich Deutschland den Rücken gekehrt.

Aber das ist genau der Punkt. Griechenland und all die anderen südlichen Länder sollen sich anpassen, es soll das gleiche Versicherungssystem geben, Strom und Wasser sollen privatisiert werden – was heißt, das Leben hier wird noch teurer. Halleluja.

Wenn ihr Griechen aufsteht und Revolte macht, bin ich dabei. Dabei meine ich keine Anarchos oder Sonstiges. Ich bleibe hier in Griechenland, egal was kommt, zwar nicht mehr taufrisch, aber dabei. Sollte ich umsonst ausgewandert sein? Also auf und vorwärts. Macht kaputt was Euch kaputtmacht.

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Deutschland, Deutschland, über … Allen?

26. Juni 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 736 16 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Krise und Vollendung

Es ist unbeschreiblich, wie sehr Deutschland die Vollendung der Vereinigung Europas will. Seit vielen Jahrzehnten, und nicht zu vergessen, dass es zwei Weltkriege verursachte, welche die Mehrheit der Länder in Schutt und Asche hinterließen, und das griechische Gold – sprich den „Besatzungskredit“ – zu Staub machte.

Außerdem sind für den Staat als Gebilde weniger die Entschädigungen für die deutschen Bestialitäten das zentrale Thema. Diese stellen eine Rehabilitierung der Nachfahren all jener dar, die durch die deutschen Barbareien ihr Leben verloren. Das zentrale Thema ist die Rückzahlung des Besatzungskredits, der in Vergessenheit gerät.

Berlin also, das weiterhin von der vollständigen Kontrolle des Alten Kontinents träumt, teilte in den letzten Tagen bzw. in Erwartung der Zuflucht auch Spaniens zu dem Rettungsmechanismus mit, die Vollendung Europas müsse beschleunigt werden. Bezeichnend sind die gegenüber der französischen „Figaro“ abgegebenen Erklärungen des Außenminister des Landes, Guido Westerwelle, der das Thema praktisch auf seine Basis brachte. Indem er also äußerte, „die Krise zeigte, dass die Notwendigkeit zur Beschleunigung der Vollendung besteht„, meint er im Wesentlichen, dass es für den starken Norden eine Gelegenheit sei, den wirtschaftlich schwachen Süden zu „absorbieren“.

Außerdem, für Deutschland und speziell seinen Außenminister „ist Europa mehr als nur ein gemeinsamer Markt und eine gemeinsame Währung. Es ist eine Gemeinschaft zum Ausdruck einer Kultur.“ So wie wir sagen, in welchem Bezug steht die griechische Küche zu der polnischen und die spanische zu der finnländischen Musik? Von einer solchen kulturellen Osmose sprechen wir!

Nein, wie sich Europa heute präsentiert, besteht es in nichts anderem außer einem geographischen Begriff – und selbst das ist relativ. Sei es auch einem wirtschaftlichen, wegen der gemeinsamen Währung, die jedoch allerdings nur für 12 der 27 Mitglieder der Union gemeinsam ist. Das Europa der christlichen Religion, des römischen Rechts und der griechischen Kultur, als Definition des Paul Valéri, besteht nicht nur nicht, sondern tendiert vor dem Willen der mächtigen Akteure nach Macht mit Füßen getreten zu werden – auf Basis auch der nietzschen Philosophie.

Die Schuman-Vision bezüglich einer Vereinigung der Länder, damit ein neuer Krieg vermieden wird (genauer gesagt war das Ziel die völlige Kontrolle der deutschen Wirtschaft, daher auch die Montanunion), wurde vollständig in ein deutsches Bestreben umgekehrt, alles und jeden zu kontrollieren. Und das müssen wir eingestehen, nämlich dass es einen deutschen Erfolg trotz der Tatsache gab, dass zu dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschland alle beitrugen – von der Wirtschaftshilfe der USA bis hin zu den griechischen Arbeitskräften.

Die große Frage ist also, unter welchen Bedingungen und Umständen wir Europäer diese Vollendung wünschen. Weil sich der sogenannte Euroskeptizismus inzwischen zu einer Reaktion auf eine Union nicht auf Basis der Parität, sondern auf Basis der vollständigen Unterjochung wandelt. Und so etwas wird nicht leicht akzeptiert werden.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland, Schuldenkrise und Entwicklung der EU zu einem Bundesstaat

26. Juli 2011 / Aktualisiert: 22. November 2013 / Aufrufe: 545 1 Kommentar

Ist die Diskussion um Griechenland und die Schuldenkrise der Auftakt zur Weiterentwicklung der EU in einen Bundesstaat, um sich international wirtschaftlich behaupten zu können?.

Im Nachhall des EU-Gipfeltreffens in Brüssel am 22. Juli 2011 publizierte Panos Kolokotronis, Chefredakteur der griechischen Zeitung Vradyni, am 25. Juli 2011 in der Kolumne “Zeichen der Zeit” unter dem Titel “Neustart” einen Beitrag, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Zu Beginn des laufenden Monats (Juli 2011) diskutierten alle über das kritische Gipfeltreffen, und manche drückten ihre Angst vor einem möglichen Bankrott des Landes trotz der Tatsache aus, dass die Ausführungen über einen Bankrott nur in einzelnen Erklärungen gewisser europäischer Minister oder Amtsträger ausgemacht wurden, die den Begriff mehr als Hebel zur Ausübung von Druck und weniger als offene Möglichkeit benutzten.
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