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Artikel Tagged ‘blockade’

Beinahe Zugunglück an Grenzstation Promachonas in Griechenland

27. Januar 2010 / Aufrufe: 128 Keine Kommentare

An der griechisch-bulgarischen Grenzstation Promachonas der Präfektur Serres in Griechenland wurde in letzter Minute die Kollision eines Güterzuges mit auf den Gleisen abgestellten Traktoren demonstrierender griechischer Bauern vermieden.

Die Situation ergab sich, als am Mittwoch, dem 27. Januar 2010, demonstrierende griechische Bauern, welche in dem Gebiet seit Tagen den Straßenverkehr unterbrochen haben, willkürlich einige ihrer Traktoren auf die Gleise der Eisenbahnlinie stellten, ohne vorher weder offiziell den Stationsvorsteher informiert noch den konkreten Zeitpunkt der geplanten Blockierung der Eisenbahnstrecke mitgeteilt zu haben.

Wie der Vorsteher der Grenzstation Promachonas an der griechisch-bulgarischen Grenze Jorgos Nikolaou erklärte, näherte sich der Station zu dem Zeitpunkt der Errichtung der Blockade ein Güterzug aus Bulgarien mit normaler Geschwindigkeit. Dem Stationsvorsteher gelang es praktisch im letzten Augenblick, den Lokführern Bescheid zu geben, eine Bremsung einzuleiten, und auch die Bauern dazu zu bewegen, die Traktoren vorübergehend von den Gleisen zu fahren.

Der Güterzug passierte schließlich den Ort der Blockade, ohne mit einem Fahrzeug zu kollidieren, und anschließend platzierten die Bauern ihre Traktoren wieder auf den Gleisen.

Jedenfalls wurde laut dem Stationsvorsteher umgehend der geschäftsführende Vorstand der griechischen Eisenbahngesellschaft OSE informiert, der das sofortige Einschreiten der Staatsanwaltschaft Serres fordern wird.

Blockade am Hafen Igoumenitsa in Griechenland aufgehoben

27. Januar 2010 / Aufrufe: 258 Keine Kommentare

Die protestierenden griechischen Bauern haben die Blockade am Hafen von Igoumenitsa in Griechenland aufgehoben und ihre Traktoren aus dem Hafenbereich abgezogen.

Der Koordinationsausschuss der Bauern in Igoumenitsa beschloss im Laufe des Dienstag, dem 26. Januar 2010, die Blockade des griechischen Fährhafens Igoumenitsa bis auf weiteres aufzuheben und die Traktoren aus dem Hafenbereich abzuziehen. Sowohl die Zufahrt zu Hafen und Fährschiffen als als auch die Ausfahrt eintreffender Fahrzeuge ist inzwischen wieder ohne Behinderungen möglich.

Die Bauern in Nordgriechenland bzw. insbesondere in der Präfektur Serres verhärten dagegen ihre Haltung und fordern von der Regierung nunmehr unverhohlen bares Geld. Ebenso scheinen sich etliche der lokalen Rädelsführer zunehmend in der Rolle zu gefallen, vor den Mikrofonen und Kameras der Reporter endlich einmal ihre eigene Schau abziehen und dabei gegebenenfalls auch persönliche “Hühnchen rupfen”, sprich dank der sensationsgeilen Berichterstattung der Massenmedien unbehelligt alle Andersgesinnten anpöbeln zu können.

An dem griechisch-bulgarischen Grenzübergang Promachonas ist nach wie vor mit nachhaltigen Behinderungen, Totalsperrungen und nicht zuletzt auch gewaltsamen Übergriffen zu rechnen.

Protest der Bauern in Griechenland eskaliert zur Revolte

25. Januar 2010 / Aufrufe: 1.512 Keine Kommentare

Der Protest der Bauern in Griechenland eskaliert zu einer offenen Revolte gegen den Staat. Ausschreitungen, Rechtlosigkeit und faktische Geiselnahmen prägen das aktuelle Geschehen.

Nach den aus Sicht der Vertreter griechischer Bauern erfolglos verlaufenen Verhandlungen mit Ministern und Funktionären der Regierung in Griechenland signalisieren die – sei es auch nach wie vor tief zerstrittenen – tonangebenden Organe und Rädelsführer der Bewegung unmissverständlich, ihre Forderungen ohne Rücksicht auf jegliche wie auch immer geartete politischen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen stur durchsetzen zu wollen. So wurden bezeichnenderweise selbst völlig irrsinnige Forderungen wie beispielsweise die Zahlung einer “Unterstützung” von 15.000 Euro pro landwirtschaftliche Produktionseinheit gestellt.

Am Samstag (23. Januar 2010) schritten im griechischen Hafen Igoumenitsa demonstrierende Bauern de facto zu einer Geiselnahme, indem sie Dutzende Lastwagen und PKW eintreffender Fähren über zehn Stunden lang am Verlassen des Hafenbereichs bzw. der Fährschiffe hinderten. Erst nachdem sich die Situation zuzuspitzen drohte, wurde den Eingeschlossenen gestattet, zumindest den Hafenbereich verlassen zu dürfen. Im übrigen bleibt der Hafen Igoumenitsa auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Ab Montag (25. Januar 2010) haben die demonstrierenden Bauer nicht nur eine Verstärkung der bestehenden Blockaden an Grenzübergängen und Verkehrsachsen angekündigt, sondern wollen fortan sowohl Umgehungsstrecken als auch die bisher unbehelligten Eisenbahnlinien blockieren und somit sowohl den internationalen als auch nationalen Nah- und Fernverkehr völlig zum Erliegen bringen.

Mob und Pöbel eliminieren den Rechtsstaat – Nach uns die Sintflut!

An den Grenz- und Straßenblockaden spielen sich zum Teil dramatische Szenen ab. Fahrer und Insassen eingeschlossener Fahrzeuge mussten stunden- bzw. an Grenzübergängen sogar tagelang unter unsäglichen Bedingungen und bei zunehmender Kälte verharren. Selbst in absoluten Notfällen wie z. B. bei Krankentransporten sind die Betroffenen der “Gnade” des revoltierenden Mobs ausgeliefert, während Ordnungskräfte, Richter und Staatsanwälte dem Treiben apathisch zuschauen.

Der Verband der griechischen Exporteure beklagt inzwischen einen Umsatzrückgang im Bereich von 25% und den irreversiblen Verlust ausländischer Kunden und Märkte. Erklärend sei angemerkt, dass Griechenland primär landwirtschaftliche Produkte exportiert und sich die revoltierenden Bauern folglich selbst ihrer Absatzmöglichkeiten berauben. Ebenso ist anzuführen, dass griechische Produkte innerhalb der EU aufgrund permanenter Missachtungen einschlägiger Vorschriften nachhaltig in Misskredit geraten sind und deswegen alternativ in Drittstaaten exportiert werden. Ausgerechnet diese Schiene blockieren jedoch die griechischen Bauern immer wieder bzw. nun sogar kaum noch umkehrbar selbst.

Fazit: Angesichts der aktuellen Umstände stellt Griechenland derzeit definitiv eine weitgehend rechtlose Zone innerhalb der EU dar. Wer nicht unbedingt darauf angewiesen ist, hier agieren zu müssen, sollte bis auf weiteres einen großen Bogen um das Land der Hellenen schlagen.