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Artikel Tagged ‘besatzungskredit’

Deutschlands Schulden an Griechenland übersteigen dessen Verschuldung

19. Februar 2015 / Aufrufe: 4.047 3 Kommentare

Die spanische Zeitung El Publico vertritt, Deutschland schulde Athen mehr Geld zu zahlen, als die gesamte öffentliche Verschuldung Griechenlands beträgt.

Deutschland schuldet Griechenland Geld, und laut etlichen Berechnungen beläuft sich dieser Betrag auf das doppelte der Gelder, die Griechenland von seinen europäischen Partnern erhalten hat, stellt in einem heutigen Artikel die spanische Online-Zeitung El Publico fest.

Unter Berufung auf Daten aus Studien bekannter und renommierter spanischer Historiker und Wirtschaftswissenschaftler veröffentlicht die linksgerichtete Zeitung unter dem Titel „Die Schulden des nazistischen Deutschlands übersteigen, was Merkel und EU von Athen verlangen“ eine ausführliche Bilanz der Ereignisse seit der Erhebung der 3 Mrd. Euro entsprechenden Zwangsanleihe durch das Hitler-Regime, der Konferenz des Jahres 1953 über die Streichung von 63% der gesamten Auslandsverschuldung Deutschland, bis hin zum sogenannten Zwei-plus-Vier-Vertrag des Jahres 1990 über die Nichtentrichtung der Reparationsverpflichtungen Berlins angesichts der Vereinigung der beiden deutschen Staaten.
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Besatzungskredit aus Griechenland: Zahlen mit Bedeutung

11. März 2014 / Aufrufe: 1.860 5 Kommentare

Griechenlands Forderungen aus dem Zwangskredit an das Dritte Reich haben eine starke rechtliche Basis, müssen jedoch auf einem realistischen Niveau bleiben.

Joachim Gaucks Besuch in Athen und Ioannina schafft einen außerordentlichen Impuls zur Tangierung einer Lösung für den Besatzungs-Zwangskredit – eine griechische Forderung, die gerecht ist und eine starke rechtliche Basis hat, und Griechenland hat sich nicht von seinen daraus hervorgehenden Rechten abgewendet.

Es gibt jedoch von griechischer Seite gewisse Extreme bei den Berechnungen der Beträge, die auch öffentlich zu Gehör kommen und der griechischen – juristisch starken – Position schaden.
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Deutschland schuldet Griechenland 510 Milliarden Euro

14. Oktober 2012 / Aktualisiert: 09. März 2014 / Aufrufe: 6.355 7 Kommentare

Einschlägigen Berechnungen zufolge soll sich die auch nach 70 Jahren unbeglichene Schuld Deutschlands an Griechenland auf 510 Milliarden Euro belaufen.

Laut einem Artikel des Magazins „Epikera“ bezieht sich dieser Betrag ausschließlich auf die Zahlungen, welche die deutschen Eroberer in der Periode der Besatzung aus der griechischen Staatskasse forderten und unter Zwang erhielten.

Als im Frühjahr 1941 Deutschland und danach Italien Griechenland besetzten, war – wie in dem Artikel angeführt wird – von den internationalen Haager Abkommen bereits seit 1907 die von Seite des besetzten Staates erfolgende Entrichtung von Zahlungen für Verpflegung und Unterhalt der Besatzungstruppen vorgesehen. Anfänglich verhängten der deutsche und der italienische Eroberer eine willkürliche Methode der Begleichung der Aufwendungen mit der Ausgabe sogenannter „Besatzungsmark“ und entsprechend „Mediterraner Drachmen“, die sogar nach freiem Gutdünken gedruckt wurden.

Die Verantwortlichen des unter Besatzung stehenden griechischen Staates protestierten gegen den unkontrollierten Umlauf dieser Währung, welche die Griechische Bank den Überbringern gegen die offizielle griechische Währung einzutauschen verpflichtet war. Drei Monate später wurden Besatzungsmark und Mediterrane Drachme schließlich vollumfänglich eingezogen, sodass alle Geschäftsabläufe der Eroberer mit ihren Lieferanten und alle ihre anderen Aufwendungen in Griechenland mittels der Griechischen Bank erfolgten (siehe auch Griechische Bank hat Unmengen Deutsche Besatzungsmark im Keller).
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Deutsche haben nicht einen Euro für Griechenland gegeben

8. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.459 7 Kommentare

Panos Kammenos erklärt unter Berufung auf Altbundeskanzler Schmidt, der deutsche Steuerzahler habe keinen einzigen Euro für Griechenland gezahlt, und fordert von Angela Merkel die Herausgabe der Listen Christoforakos.

Der Parteivorsitzende der Unabhängigen Hellenen (ANEL), Panos Kammenos, betonte unter Berufung auf Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der deutsche Steuerzahler habe keinen einzigen Euro für die griechische Wirtschaft gegeben, und erklärte angesichts des anstehenden Besuchs der Bundeskanzlerin am kommenden Dienstag (09 Oktober 2012) in Athen unter anderem, Angela Merkel solle die „Listen Christoforakos“ mitbringen.

(Anmerkung: Michalis Christoforakos war einer der Protagonisten in dem Griechenland betreffenden Part der Siemens-Schmiergeldaffäre und entzog sich durch seine unter dubiosen Umständen erfolgte Flucht nach Deutschland dem Zugriff der griechischen Justiz.)

Erklärung des Parteivorsitzenden der ANEL, Panos Kammenos

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Herr Helmut Schmidt, sagte, die deutschen Steuerzahler haben keinen einzigen Euro für die griechische Griechenland gegeben, und das ist die Wahrheit. Die griechischen Steuerzahler jedoch haben mehr als 80 Milliarden Euro aus harten Steuern gegeben, die sie nicht weiter zu zahlen vermögen.

Der Besuch der Frau Merkel hat vor allem von der griechischen Flagge begleitet zu sein, welche wir alle auf unseren Balkonen hissen müssen um ihr zu demonstrieren, dass Griechenland ein national souveräner Staat ist und nicht über seine nationale Souveränität verhandelt, nicht Befehlen der Bankiers unterliegt.

Wir werden sie am Nachmittag um 18:00 Uhr vor der deutschen Botschaft mit der Parole erwarten, erst die Listen Christoforakos zu bringen, erst jene zu enthüllen, welche die gekauften Politiker bezahlten, erst den Besatzungskredit und die Reparationen zu zahlen, und danach können wir gleichberechtigt verhandeln.

(Quelle: in.gr)

Deutschland, Deutschland, über … Allen?

26. Juni 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 734 16 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Krise und Vollendung

Es ist unbeschreiblich, wie sehr Deutschland die Vollendung der Vereinigung Europas will. Seit vielen Jahrzehnten, und nicht zu vergessen, dass es zwei Weltkriege verursachte, welche die Mehrheit der Länder in Schutt und Asche hinterließen, und das griechische Gold – sprich den „Besatzungskredit“ – zu Staub machte.

Außerdem sind für den Staat als Gebilde weniger die Entschädigungen für die deutschen Bestialitäten das zentrale Thema. Diese stellen eine Rehabilitierung der Nachfahren all jener dar, die durch die deutschen Barbareien ihr Leben verloren. Das zentrale Thema ist die Rückzahlung des Besatzungskredits, der in Vergessenheit gerät.

Berlin also, das weiterhin von der vollständigen Kontrolle des Alten Kontinents träumt, teilte in den letzten Tagen bzw. in Erwartung der Zuflucht auch Spaniens zu dem Rettungsmechanismus mit, die Vollendung Europas müsse beschleunigt werden. Bezeichnend sind die gegenüber der französischen „Figaro“ abgegebenen Erklärungen des Außenminister des Landes, Guido Westerwelle, der das Thema praktisch auf seine Basis brachte. Indem er also äußerte, „die Krise zeigte, dass die Notwendigkeit zur Beschleunigung der Vollendung besteht„, meint er im Wesentlichen, dass es für den starken Norden eine Gelegenheit sei, den wirtschaftlich schwachen Süden zu „absorbieren“.

Außerdem, für Deutschland und speziell seinen Außenminister „ist Europa mehr als nur ein gemeinsamer Markt und eine gemeinsame Währung. Es ist eine Gemeinschaft zum Ausdruck einer Kultur.“ So wie wir sagen, in welchem Bezug steht die griechische Küche zu der polnischen und die spanische zu der finnländischen Musik? Von einer solchen kulturellen Osmose sprechen wir!

Nein, wie sich Europa heute präsentiert, besteht es in nichts anderem außer einem geographischen Begriff – und selbst das ist relativ. Sei es auch einem wirtschaftlichen, wegen der gemeinsamen Währung, die jedoch allerdings nur für 12 der 27 Mitglieder der Union gemeinsam ist. Das Europa der christlichen Religion, des römischen Rechts und der griechischen Kultur, als Definition des Paul Valéri, besteht nicht nur nicht, sondern tendiert vor dem Willen der mächtigen Akteure nach Macht mit Füßen getreten zu werden – auf Basis auch der nietzschen Philosophie.

Die Schuman-Vision bezüglich einer Vereinigung der Länder, damit ein neuer Krieg vermieden wird (genauer gesagt war das Ziel die völlige Kontrolle der deutschen Wirtschaft, daher auch die Montanunion), wurde vollständig in ein deutsches Bestreben umgekehrt, alles und jeden zu kontrollieren. Und das müssen wir eingestehen, nämlich dass es einen deutschen Erfolg trotz der Tatsache gab, dass zu dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschland alle beitrugen – von der Wirtschaftshilfe der USA bis hin zu den griechischen Arbeitskräften.

Die große Frage ist also, unter welchen Bedingungen und Umständen wir Europäer diese Vollendung wünschen. Weil sich der sogenannte Euroskeptizismus inzwischen zu einer Reaktion auf eine Union nicht auf Basis der Parität, sondern auf Basis der vollständigen Unterjochung wandelt. Und so etwas wird nicht leicht akzeptiert werden.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog