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Artikel Tagged ‘austerität’

Die unterernährten Ferkel der europäischen Herrlichkeit

19. Februar 2013 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 2.347 25 Kommentare

Die unterernährten Ferkel der PIIGS-Staaten und das zunehmend abscheulichere Gesicht der Herrlichkeit des vereinigten Europas.

Sie nahmen die Anfangsbuchstaben unserer Länder und … der Kürze halber bezeichneten sie uns als PI(I)GS, als … Schweine also, für alle die kein Englisch können – offensichtlich, um uns leichter zu … erkennen. Die Schweine der europäischen Herrlichkeit, der großen Idee des „vereinigten Europas“ könnte man sagen.

Eins von drei „Ferkeln“ dieser Länder also, die nichts anderes darstellen als die zukünftigen Koteletts auf dem Tisch der internationalen Spekulanten, lebt unter der Armutsgrenze. Arbeitslosigkeit, Austerität und Memoranden führten ein Drittel der kindlichen Bevölkerung an die Schwelle der Verelendung. Dies behauptet zumindest die internationale humanitäre Organisation Caritas, und einfach einen Blick um uns herum werfend haben wir keinen Grund, ihr nicht zu glauben.

Mit der Jugendarbeitslosigkeit, die in Griechenland auf über 62% gestiegen ist und uns einen unglaublichen, gleichzeitig aber auch tragischen „Spitzenplatz“ sogar auch unter den anderen „Bruderländern“ des europäischen Südens verleiht, und einem Drittel der Kinderbevölkerung inzwischen erwiesenermaßen unterernährt, erhält Europa zunehmend ein anderes und abscheulicheres Gesicht.

Wenn wir diesen Anteilen der unterernährten Kinder sogar auch noch die Millionen Kinder hinzuzählen, die wegen der Krise erst gar nicht geboren werden, dann könnte man bedenkenlos ohne weiteres von von einem wirklichen Völkermord sprechen.

(Quelle: Zougla.gr)

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3 von 10 Kindern in Griechenland an der Armutsgrenze

18. Februar 2013 / Aktualisiert: 23. Mai 2013 / Aufrufe: 1.114 Kommentare ausgeschaltet

Laut der Caritas leben in Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien rund 30 Prozent der Kinder an der Grenze zu Armut und sozialer Ausgrenzung.

Die Kinder der Krise laufen in Gefahr, sich zur „verlorenen Generation“ Europas zu entwickeln, da sie wegen der Arbeitslosigkeit und der auf dem Kontinent umgesetzten harten Austeritäts-Maßnahmen Verhältnissen der Armut begegnen werden.

Die internationale humanitäre Organisation Caritas gab am Donnerstag (14 Februar 2013) bekannt, dass in Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien ungefähr drei von zehn Kindern unter die Grenzen der Armut gefallen sind oder sich nahe daran befinden.

In Griechenland ist die Jugendarbeitslosigkeit auf über 60% gestiegen. In Spanien wiederum liegt sie bei über 50%, während sie in Portugal 40% überstiegen hat.
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Griechenland: Deutschland (einmal) anders

10. Februar 2013 / Aktualisiert: 04. Februar 2017 / Aufrufe: 893 3 Kommentare

Von heute (07 Februar 2013) gesehen nahmen gestern, um 03:00 Uhr, die Journalisten auf die Einladung zu einer halbstündigen Diskussion mit Peer Steinbrück im Sitzungszimmer der deutschen Botschafterwohnung Platz.

Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten der SPD ergreift das Wort, grüßt auf Englisch und fährt auf Deutsch fort. In Erwartung der Übersetzung beobachte ich ihn: höflich, ernst, mürrisch. Jedoch unterscheidet sich das wenige Deutsch, das ich „aufgreife“, von dem der Frau Merkel. Ich zähle in den ersten fünf Minuten 3 – 4 Mal das Wort „solidaritet“ (wenn ich es richtig auf Deutsch schreibe …). – also: Solidarität. Und die Übersetzerin übermittelt seine Botschaft, da sie um „Verständnis für die Opfer des griechischen Volkes“ ersucht.
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Warum Merkel den Schuldenschnitt für Griechenland hinauszögert

5. Dezember 2012 / Aufrufe: 1.669 18 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Angela Merkel – Die „Patin“!

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte jüngst, ein zukünftiger „Schnitt“ der griechischen Verschuldung sei nicht ausgeschlossen. Warum jedoch hat sie es jedoch nicht jetzt getan, wie auch der Internationale Währungsfond drängte?

Für viele steht die Antwort in Zusammenhang mit den deutschen Wahlen, die im Herbst 2013 stattfinden werden, und dass die deutschen Wähler nicht sehen dürfen, dass der Plan Berlins für Griechenland – also die brutale Austerität – gescheitert ist. Dies ist jedoch die oberflächliche Wahrheit, hinter der sich die große Wahrheit, der geheime Plan befindet.

Anders gesagt, Merkel interessiert sich nicht für die „kurzfristige Währungspolitik“, sondern den großen, langfristigen Plan, der ein Europa unter deutscher Führung ist. Unter diesem Aspekt ist Berlin nicht an der Lösung der Krise, sondern an deren Erhaltung und daran interessiert, dass mittels der als notwendige Einbahnstraße vorgeschobenen volkswirtschaftlichen Kontrolle die „Intervention in die Interna der EU-Mitgliedstaaten – vor allem im Süden und Osten Europas – möglich wird“ (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag 27/11/2011).

Deswegen wird die Version der Euro-Anleihen verworfen, die entschlossen in der Bewältigung der Krise wirken würde, und nicht weil „kein politischer Wille“ besteht, wie Christine Lagarde vertrat. Die Schlussfolgerung ist folglich, dass das System Merkel Zeit gewinnen will, weil es verfolgt, ohne die Vorschiebung ideologischer Vorwände, welche die Vergangenheit hochhebeln und die Größe des Plans für ein 4. Reich enthüllen würden, ein „deutsches Europa“ aufzwingen. „Der Plan wird ‚wie der Dieb in der Nacht‘ kommen„, merkt Professorin Gertrud Höhler, Funktionärin verschiedener Konzerne und der Deutschen Bank, in ihrem Buch über Angela Merkel an, welches den Titel „Die Patin“ trägt (Verlag Livanis)!

Das deutsche politische Muster einer „großen Machtallianz“ ohne Opposition wird bereits in die Länder des europäischen Südens – darunter auch Griechenland – exportiert bzw. ihnen aufgezwungen. Ebenfalls agieren in Deutschland und überall in einer Art von Ausnahmezustand, der zur Regel wurde, damit die demokratischen und parlamentarischen Prinzipien umgangen werden. Allgemein sind die heimlichen Deals und „die Umgehung der Rechtsprinzipien, die Untergrabung von Verträgen und Institutionen auf Ebene der Eurozone ein erstes Muster der Forderung nach ihrer (Merkels) Oberherrschaft in der Eurozone.

Die Tatsache, dass sich inzwischen auch die Europäische Kommission Merkels Diktat unterwirft, ist ein Beweis für die Effektivität des Systems M“ (Gertrud Höhler, im selben Buch). Das System M(erkel) scheint schon lange die Grenzen Deutschlands überschritten zu haben und breitet sich in ganz Europa aus, mit Hauptmotiv die Ablehnung der Werte und der demokratischen Prinzipien sowie auch die absolute Relativierung, die auf die berühmte Post-Innovativität, aber auch eine Politik verweist, die nicht als mehr als eine Simulation funktioniert.

Anders gesagt, sogar auch Angela Merkel tut nur so, als ob sie regiere. In der Substanz regieren die Banken und die berühmten Märkte. Dies ist jedoch eine antidemokratische Entwicklung, die uns in die wirtschaftliche und politische Feudalherrschaft zurückführt.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Die Patin!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Die politischen Delivery Boys in Griechenland

1. Dezember 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 613 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: 33 Prozent Arbeitslosigkeit auf Privatsektor in Griechenland

Lassen wir es klarstellen: in Griechenland hungern Menschen. Bezweifelt das etwa jemand? Die Kinder hungern, offiziell sind 20.000 unterernährt. Das ist die Substanz. Zweifelt vielleicht jemand daran?

Und trotzdem, einige fokussieren sich auf den Brief der Schulkinder aus Dendropotamos bei Thessaloniki und sprechen von … Populismus. Ist der Brief also gefälscht oder lügen vielleicht die Kinder, wenn sie sagen, ihnen wäre zu Hause der Strom abgeklemmt worden? Und doch ist der ganzen Welt bekannt, dass 30.000 Häusern der Strom abgeschaltet worden ist. Wo liegt also die angebliche Lüge? Oder war vielleicht die Veröffentlichung des Briefs der Kinder durch ihren Lehrer … Populismus?

Im Vorliegenden schauen manche auf den Finger und nicht auf den Mond. Aber was meinen die Herren, wenn sie von der Warte ihrer Sicherheit aus von Populismus sprechen? Bekanntlich ist Populismus die Verwendung von Klischees, welche den Dialog ausschließen, und aus dieser Sicht ist er eine Form der Gewalt. Populismus kann auch die Nutzung unwahrer Tatsachen oder die übertriebene Darstellung wahrer Zustände mit dem Ziel sein, bei der Bevölkerung eine emotionelle Ladung zu verursachen.

Wer jedoch behauptet, der Ruf der kleinen Kinder, die keinen elektrischen Strom oder nichts zu essen haben, sei eine Übertreibung, ist ein blinder und tauber Dickhäuter, der nicht sieht, nicht hört und auch nichts fühlt. Ich würde sagen, er ist ein Schwein, aber die unschuldigen Tiere haben an nichts Schuld. Jeder Versuch, dem Schrei der Empörten und Hungernden gehör zu verschaffen, ist deshalb nicht mehr als ein Versuch, das Zellophan der Heuchelei und Zensur zu zerreißen, welches das Drama der Menschen zu verbergen versucht.

Die ehemalige Bildungsministerin Anna Diamantopoulou zweifelte einmal an, die kleinen Schüler werden vor Hunger ohnmächtig. Später gestand sie ihren Fehler ein. Die selbe Anzweiflung betreiben jedoch jetzt andere. Und hier wird die Höflichkeit fortan zur Mitschuld. Und deswegen werden wir die Beschreibung des Kurt Vonnegut adoptieren, der alle Oberen und deren Herren als „psychopatische Persönlichkeiten, also Menschen ohne Gewissen, ohne Gefühl des Erbarmens oder der Scham …“ bezeichnete. Nur dass diese Persönlichkeiten gar nicht so psychopathisch, sondern völlig neoliberale Pragmatiker sind, die tatsächlich weder Herz noch Gefühle haben. Es handelt sich um die Taliban der Wall Street, der City, von Frankfurt, Berlin, Paris und Brüssel.

Die Absurdität der befolgten Politik der brutalen Austerität trifft letztendlich nur die „unten“, während sie für die „oben“ auf weltweitem Niveau profitabel ist. Auf nationalem Niveau ist sie – hauptsächlich für die peripheren Länder wie Griechenland – jedoch irrational, weil sie ein ganzes Land, ein ganzes Volk auslöscht, außer Einigen, die den Politiker und volkswirtschaftlichen „Delivery Boy“ der Finanzmetropolen spielen und glauben, davonkommen zu werden.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Die politischen Delivery Boys
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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Warum trinkt Griechenland den Schierlingsbecher?

11. November 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 1.365 1 Kommentar

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Sparmaßnahmen in Griechenland treffen wieder die Schwächsten

Sie tranken und ergötzten sich daran, ihn zu quälen. Erflehte sie an, und jene drohten, ihn aufzuspießen. Ihre Befriedigung stieg analog zu dem Schmerz, den sie ihm verursachten. Ihm gelang die Flucht und sein Folterer wurde verhaftet. Jedoch wurde der Täter schließlich freigelassen und das Opfer begegnet der Sanktion der Abschiebung! (Anmerkung: Gemeint ist der jüngst bekannt gewordene Fall eines illegalen Immigranten aus Ägypten, der in Salamina von seinem griechischen Arbeitgeber und einer Gruppe weiterer Männer schwer misshandelt wurde, um dem Opfer laut dessen Aussage einen höheren Geldbetrag abzupressen.)

Die Hobbesche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, wo der Kannibalismus von Salamina bis Berlin und New York eskaliert. Weil das, was mit dem ägyptischen Immigranten geschah, auch gegen Griechenland erfolgt, welches laut der New York Times das Plädoyer seiner Richter – Gläubiger, des Schäuble, der Merkel, des Draghi und der Lagarde befolgend den „Schierlingsbecher trinkt“.

Warum jedoch befolgen wir die Haltung des Sokrates? Welcher „Polis“ und welchen Gesetzen unterwerfen wir uns? Die Antwort ist, dass wir den Gesetzen des mafiösen Kapitalismus, des IWF und der Europäischen Zentralbank gehorchen, die nicht akzeptieren, den Verlust ihrer zinswucherischen Gewinne aus einem neuen „Schnitt“ der griechischen Verschuldung hinzunehmen.

Was verbirgt sich jedoch hinter der Folterung der Griechen? Das Spiel um die Vorherrschaft zwischen den USA und Deutschland. Die Vereinigten Staaten verfolgen, den Eindruck zu schaffen, dass der Euro zusammenbricht, damit sie alle europäischen Investitionen anziehen. Wie es auch geschah. Auf diese Weise hielt Obama die Krise und die Rezession der amerikanischen Wirtschaft in Schach. Das Problem des Ausbleibens der Investitionen und des Aufschwungs betrifft folglich nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa.

Jetzt haben wir eine zweite Runde des „Schlagabtausches“ aus Amerika, bei dem Moody’s in Kürze zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs schreiten wird. Paradoxerweise fordert die Bewertung Frankreichs auch Wolfgang Schäuble, das Spiel der Amerikaner spielend. Warum geschieht dies wohl? Weil Berlin verfolgt, Europa den deutschen Stempel aufzudrücken, ohne die Macht mit irgend jemand zu teilen. Dies – also die deutsche kurzsichtige und besessene Politik – unterstützt jedoch die amerikanischen geopolitischen Ziele.

Mit anderen Worten, die Halbzeit wird zwischen USA und Deutschland ausgetragen. Das Endspiel erfolgt jedoch zwischen USA und China. Deutschland hat bereits verloren, da seine Wirtschaft an dem Staub der Ruinen des europäischen Südens erstickt. Selbst im ehemals mächtigen Frankreich sehen wir die neue Armut auf den „barbarischen Märkten“ aufmarschieren und gebrauchte Kleidung und Schuhe verkaufen. Wie jener Obdachlose auf dem Markt in Frankfurt, der vor Jahren die Schuhe von seinen Füßen zog und sie zum Verkauf anbot.

Kurz gesagt, Verelendung überall. Warum jedoch befolgen wir angesichts der Lage weiterhin die Haltung des Sokrates? Und dies, wo es offensichtlich ist, dass die griechische Wirtschaft nicht mehr lange durchhält, wenn sie nicht die Gelder bekommt? Warum beharren wir weiterhin darauf, die neuen heftigen Austeritäts-Maßnahmen umzusetzen? Die Finacial Times Deutschland schreiben bereits über gesellschaftliche Destabilisierung und „anstehende Erhebung“ in Griechenland. Warum stellt in diesem zukünftigen Chaos die Rückkehr zur Drachme eine schlimmere Hölle dar als jene, in der wir uns bereits befinden?

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Warum trinken wir den Schierlingsbecher?
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gegensätze der Armut in Deutschland und Griechenland

25. Oktober 2012 / Aufrufe: 1.437 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Die grundsätzlichen Gegensätze in Europa

Neue Darstellung, neue inspirierende Werte, Würde, nationale Unabhängigkeit (wir sind kein Protektorat), Worte und Phrasen, die sich an die leidenden und alles Schreckliche ertragenden Arbeitnehmer und Rentner richten. Ziel ist die Reduzierung der Schwankungen im Inneren der Parteigebilde der Regierungspartner, aber auch der Minimalisierung der politischen Kosten im Rahmen der Gesellschaft. politischen Kosten im Rahmen der Gesellschaft.

Manche erachten, die Reaktionen der von drei Parteien gestützten griechischen Regierung beziehen sich auf die Einzahlung der berühmten Tranche der 31,5 Mrd. Euro auf ein Sperrkonto (Spiegel). Andere, dass die neuen Änderungen im arbeitsrechtlichen Bereich dem bereits aufgelösten gesellschaftlichen Gerüst mit der ungeheuren Arbeitslosigkeit und der fortan offensichtlichen humanitären Krise den Gnadenschuss versetzen wird. Deswegen stellen die arbeitsrechtlichen Regelungen die letzte Verteidigungslinie der Regierung gegenüber der Troika dar. Letztere scheint sich jedoch nicht all zu sehr um das Elend der griechischen Gesellschaft zu kümmern, trotz der Tatsache, dass darüber in ganz Europa gesprochen wird.

„Griechenland leidet, die Austerität tötet“, lautet der Titel einer Sendung im Radio France Inter. Ein stärkerer Beweis für die Verelendung der Griechen wird aber von der Mechanismen der Kommission selbst und konkret von der Eurostat geliefert, die sich auf die Gefahr für die Arbeitslosen in Deutschland bezieht, unter die Armutsgrenze zu fallen, da 70% der Arbeitslosen ein Einkommen von unter 952 Euro monatlich zur Verfügung haben (Quelle: Le Monde). Dieser Betrag liegt unter 60% des Durchschnittseinkommens der Deutschen und stellt die sogenannte „relative Armut“ dar.

Wenn jedoch dies für die Arbeitslosen Deutschlands gilt, was sollen dann die Griechen sagen, wo der Mindestlohn 586 Euro monatlich beträgt, also die Hälfte des Einkommens des „relativ armen“ deutschen Arbeitslosen? Warum eigentlich die einleuchtende Sensibilität für die deutschen Arbeitslosen und die Gefühllosigkeit für die Lage der griechischen Arbeitnehmer und Rentner und noch mehr der Arbeitslosen? Weil erstere der Hegemonialmacht Europas, Deutschland angehören. Zuallererst aber, weil diese mit ihrem erhöhten Konsum – wegen des Rückgangs der Nachfrage im europäischen Süden – die Last der deutschen Produktion zu stemmen haben.

Auf politischer Ebene richtet die bessere Lage der deutschen Arbeitnehmer gegenüber den übrigen Europäern sie leicht gegen die Arbeitnehmer der peripheren Staaten des Südens (ein Stück trockenes Brot mehr für die englischen Arbeiter gestattet der Bourgeoisie, sie leicht gegen ihre irländischen Kollegen zu richten – Irländisches Thema, Karl Marx).

Abgesehen davon wird die Kluft zwischen denen „oben“ und denen „unten“ immer größer, während der Reichtum sich in immer weniger Händen konzentriert. Bereits zu Beginn der Krise, im Jahr 2008, besaßen 50% der ärmsten deutschen Haushalte 1% des nationalen Reichtums, während 10% der reichsten Deutschen entsprechend 53% inne hatten (Eurostat). Heute ist die Konzentration des Reichtums noch größer geworden.

Mit diesem als gegeben wird offensichtlich, dass in Europa ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen Norden – Süden und ein Gegensatz im Inneren der verschiedenen Statten zwischen denen „oben“ und denen „unten“ existiert, wobei die Mittelschichten vollständig verraucht sind, während Länder wie Griechenland inzwischen auf das Irland des 19. Jahrhunderts verweisen, also auf die Epoche des großen Hungers.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Gegensätze
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland: Es reicht!

20. Oktober 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 870 2 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika erpresst Griechenland

Verelendung. Die Kinder gehen hungrig zur Schule. Diesmal gesteht es der Bildungsminister persönlich ein. Einer von zwei jungen Menschen hat keine Arbeit. 30% der Griechen leben unterhalb der Armutsgrenze, erhalten also weniger als 6.000 Euro im Jahr. Betrag und Anteil werden in einer einschlägigen Untersuchung angeführt. Gleichfalls leben 450.000 Familien von Beihilfen und Unterstützung der Kirche und anderer sozialer Organisationen, einer von drei Griechen hat keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Und wenn wir von den Arbeitslosen und Obdachlosen sowie auch den 100.000 Kleinunternehmern sprechen, die ihre Betriebe schlossen, dann ist die humanitäre Krise in Griechenland da und ist allgemein.

Trotzdem fährt die Troika darin fort, von Austerität zu sprechen, während sogar auch die eingefleischten Neoliberalen den großen Schaden sehen, den ihre Umsetzung der griechischen Wirtschaft und Gesellschaft zugefügt hat, dass die Medizin sich offenkundig als Gift erwiesen hat, wie einige von uns warnten. Obwohl die Troika, also IWF, EZB und Deutschland jetzt ihren Fehler sehen, versuchen sie ihn durch ein Spiel der Verzögerungen zu verbergen, welches auf die Gestaltung der Szenerie für eine politische Lösung des Problems abzielt. Und dies, weil weder die griechische Verschuldung überlebensfähig ist noch das volkswirtschaftliche Programm aufgeht.

Die „Rechenmaschinen“, welche die Gläubiger repräsentieren, scheinen jedoch kein Empfinden und Prinzipien und folglich nichts zu haben, was ihnen heilig ist. Und sie verlangen noch mehr Blut. Natürlich behaupten manche, außer der Kollision der Giganten, die sich in den Verhandlungen widerspiegelt, existiere auch die inländische Opportunität.

Konkret wird gesagt, es gebe einen Kontakt der Troikaner mit griechischen Großunternehmern. Anstatt ihre Forderungen der griechischen Regierung zu übergeben, geben letztere diese der Troika und agieren wie die „Kapuzenträger“ der Besatzungszeit. Weil hier – mit den Senkungen der Löhne und Renten, der Streichung von Beihilfen, der Abschaffung der Lohnbeförderungen – symbolisch und real Massenhinrichtungen der Arbeitnehmer und Rentner stattfinden.

Lasst endlich auch die Reichen etwas zahlen. Es sollen auch die zahlen, welche halb London gekauft haben. Es kann nicht angehen, dass die übrigen Griechen, die überwältigende Mehrheit, wie Lasttiere, wie Ersatzteile von Produktionsmaschinen behandelt werden. Weil historisch der Aufschwung einer Gesellschaft, das Wachstum einer Wirtschaft niemals auf den Tod von Millionen Menschen gestützt werden konnte. Nur die ägyptischen Pyramiden, die Paläste des Zaren und andere pharaonische Projekte blutbefleckter Mächte basierten auf der Sklaverei und dem Tod. Dies kann im 21. Jahrhundert nicht erneut geschehen. Und falls es geschieht, wird es nur von kurzer Dauer sein.

Die griechische Gesellschaft, Griechenland als Staat, das griechische Volk wird entweder ein lautstarker „Es reicht!“ ausrufen oder in dem unerträglichen Arbeitsdschungel verloren gehen, den die Troikaner und die inländischen Herren gestalten.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Es reicht!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

IWF, Hobsbawn … und die Troika in Griechenland

4. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 433 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika stellt neue absurde Forderungen an Griechenland

Die gegenwärtige Krise ist tief, „weil sie den selbigen Markt heimsucht„, sagte vor einem Jahr Eric Hobsbawm. Was wird wohl den Markt substituieren? Dies zu erfahren wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wie auch die Dauer des katastrophalen Prozesses. Hobsbawm sah den Beginn der Katastrophe, bekam jedoch ihr Ende nicht mehr mit, da er diese schnöde – wenn auch schöne – Welt verließ.

Alle wir, die wir hier verbleiben, verfolgen die Episoden des katastrophalen Prozesses, so wie jener, der in Griechenland stattfindet. Dieses Hintertürchen, durch welches die Menschen des Dollar den Euro zu unterwerfen versuchen. Diese Ansicht, die manche bereits seit zwei Jahren als überholt und graphisch verspotten, wird inzwischen auch von Informationsmedien des deutschen Establishments wie der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ adoptiert.

Die seit gestern (wieder) in Griechenland befindlichen drei Funktionäre der Troika werden als Marionetten politischer Interessen charakterisiert. Wir würden sagen, auch wirtschaftlicher Interessen, da sich hinter den politischen auch die wirtschaftlichen Interessen verbergen. Wessen Marionette ist aus dieser Sicht jedoch Thomsen? Wessen Masuch? Die Zeitschrift gibt keine Antwort. Das Schlimmste für Griechenland ist nicht, dass die Drei gewisse „politische Interessen“ vertreten, sondern dass diese Interessen entgegengesetzt sind.

Poul Thomsen also, als Vertreter des IWF, scheint den amerikanischen Interessen und dem Dollar näher zu stehen, die mit Europa und dem Euro in einem Versuch kollidieren, denjenigen aufzuzeigen, der sich die Welt mit den neuen aufsteigenden Mächten und speziell China „teilen“ wird. Die Härte und der Widerstand des Herrn Thomsen erfolgen nicht, weil angeblich der IWF von seinen Mitgliedstaaten unter Druck gesetzt wird, welche Griechenland Geld leihen, sondern um die Umstände für ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro zu schaffen. Dieses Ausscheiden wird grundsätzlich nicht nur den wirtschaftlichen Bankrott Griechenlands, aber auch den Bankrott der symbolischen und politischen Idee des vereinigten Europas und seiner Währung – des Euro – bedeuten, was die Einleitung ihres völligen Zusammenbruchs sein wird.

Thomsens Trick ist die Fokussierung auf den finanziellen Zweig des griechischen Problems, wobei inzwischen klar ist, dass das Austeritäts-Programm die Rezession verschärft und die Lösung an dem erreichten Punkt nur noch politisch sein kann. Mit anderen Worten, werden die Deutschen den Euro zusammenbrechen lassen oder ihn retten, indem sie politisch beschließen, Griechenland zu retten? Die griechische Wirtschaft kann allerdings weder ohne ihren „Markt“ noch ohne ihr Volk gerettet werden, wie Hobsbawm sagen würde.

Werden jedoch die mörderischen Maßnahmen verhängt, wird sich früher oder später eine vom Süden bis hin zum Norden eine paneuropäische Protestbewegung entwickeln. Es ist unmöglich, dass die Reaktion gegen die humanistische Katastrophe sich nicht überall ausbreitet, „fast so, wie sich die Angst vor der Grippe-Epidemie ausbreitet“. Die große Anstrengung der ausländischen Oberherren und der inländischen Oligarchen ist deshalb, die Medien – also die „Wirte“ der Infektion – unter Kontrolle zu bringen. Alles und jeder, das bzw. der fortfährt, das arbeitsrechtliche Mittelalter und die Hobbessche Gesellschaft des Dschungels anzuklagen, wird ausgelöscht werden. Dies ist bereits mit denjenigen geschehen, die seit 2010 die Memoranden monierten.

Diejenigen, die heute denken, dass „wir (Anmerkung: die Journalisten) alle Verantwortung tragen„, urteilen, weil sie nur Ihresgleichen sehen, da sie nicht auch diejenigen zu sehen vermögen, die bereits „füsiliert“ worden sind.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – IWF und Hobsbawm
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Euro-Austritt Griechenlands würde Austerität ohne Ende bedeuten

22. Mai 2012 / Aktualisiert: 24. September 2017 / Aufrufe: 3.119 23 Kommentare

Der international akkreditierte Ökonom James Kenneth Galbraith lastet speziell Deutschland das sture Beharren auf einer primitiven volkswirtschaftlichen Sparpolitik an.

Die Schätzungen jeder Art von Werten und Vermögensteilen würden zu der Stunde zusammenbrechen, in der die Inflation galoppieren und die Kaufkraft der Griechen zermalmen würde, während die Spareinlagen massenhaft in das Ausland „flüchten“ und die Liquidität des griechischen Marktes austrocknen würden. Griechenland befindet sich am Rand des Abgrunds, sein Absturz ist jedoch nicht unvermeidbar. Es reicht aus, sich darüber bewusst zu werden, dass auch seine Rettung durch den Euro erfolgt und es in diesem verbleibend darum zu kämpfen hat, die katastrophalen Politiken abzuwenden, welche das Land in die heutige Sackgasse führten.“

Für James Kenneth Galbraith sind die Dinge völlig klar: eben so dumm wie das Beharren auf der Austerität ist auch das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro. In einem exklusiven Gespräch mit der „Imerisia“ bringt der berühmte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler seine Abscheu über die Haltung Deutschlands zum Ausdruck: „Es ist unglaublich, dass in Europa die primitive Idee vorherrscht, die strenge volkswirtschaftliche Disziplin und die Sparpolitik würden Griechenland in einen Aufschwung führen und das Vertrauen der Märkte in das Land und den Euro wiederherstellen.

Laut Herrn Galbraith verhüllt all dies die tatsächliche Erklärung des Verhaltens Deutschlands: nämlich seine Lust, Griechenland abzustrafen und es aus der Eurozone heraus zu drängen.
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