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Artikel Tagged ‘austerität’

Griechenland: Die Troika, die Drachme und der Euro (2)

1. Dezember 2013 / Aktualisiert: 08. Juni 2015 / Aufrufe: 1.722 3 Kommentare

Im zweiten Teil seiner Analyse untersucht der Wirtschaftswissenschaftler Vasilis Viliardos Szenarien der Rettung Griechenlands ohne Troika unter rechten und linken Regierungen.

„Der Begriff „Kapitalismus“ hat den Vorteil, dass er exakt, also in völliger Klarheit, das heutige Wirtschaftssystem beschreibt: dessen Basisziel die Platzierung, die Nutzung von Kapital zum Zweck seiner Erhöhung durch die Verwirklichung von Gewinnen ist. Es handelt sich also um einen Prozess, der eine „exponentielle“ Wirtschaft produziert – während es anderenfalls zusammenbricht.

Der Kapitalismus wird nicht von den niedrigen Löhnen „angetrieben“, wie von den heutigen Austeritäts-Politiken vertreten zu werden scheint – aber, im Gegenteil, von den kontinuierlich höheren. Der Hauptgrund ist, dass nur dann, wenn die Löhne der Arbeitnehmer „teuer“ sind, die technologischen Innovationen, welche geometrisch die Produktivität steigern und Wachstum schaffen,  einen Sinn haben. Während der Dauer dieses Prozesses wird jedoch eine „kreative Zerstörung“ verursacht – da die älteren und billigeren Arbeitsplätze „sterben“, die durch die technologischen Innovationen vernichtet und durch teurere, spezialisiertere und wenigere Arbeitsplätze ersetzt werden.

Die Natur des Kapitalismus sind also hinsichtlich des Sektors Arbeit die höheren Bezüge, bei weniger Arbeitsplätzen, höherem Mehrwert – somit mit höherem Risiko und mit Unsicherheit, damit Innovationen und gewinne „produziert“ werden. Der „reine Sozialismus“ ist dagegen auf Arbeit für alle, Sicherheit und die traditionelle Struktur einer Wirtschaft gestützt – ohne großes Risiko, aber mit sehr niedrigen Löhnen. Alle „grauen“ Zwischennuancen haben immer ein Verfallsdatum.“
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Griechenland: Die Troika, die Drachme und der Euro (1)

29. November 2013 / Aktualisiert: 12. Dezember 2015 / Aufrufe: 4.446 2 Kommentare

Der Wirtschaftswissenschaftler Vasilis Viliardos untersucht im ersten Teil einer Analyse die ungeheuren Probleme, welche die Politik der Troika in Griechenland verursachte.

Die „Austeritäts-Politik“, besser gesagt die „Memoranden“, wie die Griechenland von der Troika aufgezwungenen Business-Pläne genannt werden, sind ohne den geringsten Zweifel vollkommen gescheitert.

Diese Tatsache lässt sich nicht nur aus dem haarsträubenden Rückgang des BIP, der größer als jener der großen Rezession von 1930 ist, oder aus dem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit einschließlich des Bankrotts tausender kleiner und mittlerer Unternehmen schlussfolgern, sondern auch aus dem nicht erfolgten veranschlagten Rückgang der öffentlichen Verschuldung sowie ebenfalls aus der nicht erfolgten Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Dies gilt erst recht, wenn trotz der wiederholten Steuererhöhungen, der „Konfiszierungen“ von Vermögenswerten sowie ebenfalls der ungeheuren Beschneidungen der Löhne die öffentliche Verschuldung von ungefähr 128% des BIP im Jahr 2009 auf 180% gegen Ende 2013 anstieg, obwohl zwei Schuldenschnitte vorausgingen.
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Griechenland hat Reformen nicht einmal zur Hälfte geschafft

14. November 2013 / Aktualisiert: 11. Februar 2014 / Aufrufe: 2.294 1 Kommentar

Die Regierung in Griechenland sollte die Reformen klar von der Austerität trennen und die Gläubiger von der Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen überzeugen.

Der Redakteur Hugo Dixon spricht in einem bei Reuters publizierten Artikel von Reformen, die in Griechenland noch nicht realisiert worden sind, und merkt an, Athen habe bei der Umsetzung der erforderlichen Reformen nicht einmal die Hälfte der Aufgabe bewältigt.

Laut dem in Rede stehenden Artikel hat die griechische Regierung nicht genug getan um die etablierten Interessen auszumerzen, welche die Wirtschaft abwürgen, noch hat sie die Steuerhinterziehung bekämpft und ist auch bei der Privatisierung des staatlichen Vermögens nicht weit genug vorangeschritten.
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Troika hat Griechenland mehr geschadet als genützt

7. November 2013 / Aktualisiert: 01. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.843 7 Kommentare

Laut dem Präsidenten des Europaparlaments hat die Troika hat sich als ineffizient erwiesen und in Griechenland mehr Schaden angerichtet als Nutzen bewirkt.

Die Struktur der Troika hat sich für die Lösung der Probleme als ineffizient erwiesen und mehr Schaden als Nutzen verursacht.“ Dies war eine der signifikantesten Erklärungen des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, in der Sonntagsausgabe der Zeitung „To Vima“ anlässlich seines Besuchs in Athen.

Weiter erklärte der Präsident des Europaparlaments, das Vertrauen in Europa müsse wiederhergestellt werden und dass er trotz allem an ein Europa für und mit dem Süden glaubt.
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Dramatischer Anstieg der Armut in Griechenland

29. Oktober 2013 / Aktualisiert: 01. Dezember 2013 / Aufrufe: 5.149 2 Kommentare

Die radikale Austerität in Griechenland führt zu einem dramatischen Anstieg der Armut und der Ausweitung der Ungleichheit zwischen Armen und Reichen.

Eine enorme Verschlechterung der Lebensbedingungen der Haushalte in Griechenland sowie ebenfalls auch eine ungleiche Verteilung der Lasten auf die Bevölkerung enthüllen aktuelle Daten einer 2012 bezüglich der Einkommen der Haushalte im Jahr 2011 durchgeführten Untersuchung für die Eurostat, die auch von der „Beobachtungsstelle für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen“ des Instituts für Arbeit (INE) der GSEE kommentiert werden.

Spezieller stieg gemäß dem Index der relativen Armut (der sich auf den Anteil der Bevölkerung mit einem verfügbaren Einkommen in Höhe von unter 60% des entsprechenden Durchschnittseinkommens des Landes bezieht) die relative Armut in Griechenland von 19,7% im Jahr 2008 auf 23,1% im Jahr 2011 an. Ebenfalls erreichte auf Basis der Untersuchung für das Jahr die Gefahr der Armut oder sozialen Ausgrenzung 34,6%, gegenüber 31% im Vorjahr.
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Die wahren Kosten der Austerität in Griechenland

27. September 2013 / Aktualisiert: 29. September 2013 / Aufrufe: 5.547 5 Kommentare

Das sture Beharren auf der extremen Austerität in Griechenland schlägt sich in einer zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Destabilisierung des Landes nieder.

Unter den Ländern der EU ist Griechenland am schwersten von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise getroffen worden. Vor zwei Jahren, im Juni 2011, betonten die Analytiker bei der Bewertung der Aktionen der EU im Thema Griechenlands spöttisch, „es scheint, dass eine neue Tangierung adoptiert wurde: wenn ein Plan nicht die erwarteten Ergebnisse bringt … setze ihn einfach fort„.

Auch zwei Jahre später gibt es keinerlei Anzeichen für einen Richtungswechsel, während die gesellschaftliche und politische Situation in Griechenland sich weiterhin verschlimmert, das politische System destabilisiert und der gesellschaftliche Zusammenhang zerstört wird.
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Griechenland wird zum neuen Kosovo

11. August 2013 / Aufrufe: 7.170 Kommentare ausgeschaltet

Bei einer auf 65% emporgeschnellten Jugendarbeitslosigkeit wird Griechenland zum neuen Kosovo!

Dies ist der provokative Titel eines Artikels der britischen Zeitung The Telegraph über Griechenland, in dem Bezug auf die jüngsten Daten über die Arbeitslosigkeit in Griechenland genommen wird, welche die griechische Statistikbehörde an die Öffentlichkeit gab. Die Zeitung beruft sich auf die Erklärungen des renommierten Wirtschaftswissenschaftlers Yanis Varoufakis, dass der Versuch, Griechenland unter nicht tragfähigen Umständen innerhalb des Euro zu halten, das Land in einen neuen Kosovo mit billigen Arbeitskräften verwandelt.

In Griechenland hat sich nichts ereignet, was katastrophaler war. Das Selbstvertrauen der Griechen ist zerschlagen worden. Sie haben aufgehört zu protestieren und lecken sich zu Hause ihre Wunden oder verlassen das Land„, äußerte Herr Varoufakis unter anderem.
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Griechenland: Es war einmal ein kleiner überschuldeter Staat

21. Juli 2013 / Aktualisiert: 08. Februar 2017 / Aufrufe: 4.249 8 Kommentare

Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Yanis Varoufakis warnt ausdrücklich vor der Frankfurter Lösung, sprich Staaten wie Griechenland aus der Eurozone zu entfernen.

Es gab einmal einen kleinen, überschuldeten Staat. Weil jedoch das Geld überall als unaufhörliche (von idiotischen Banken der Wall Street, City, Nordeuropas generierte) ökumenische Flut floss, lagen die Kosten der Finanzierung überall bei Null, und somit schenkte ihnen niemand Beachtung.

Im Herbst 2008 wich die Flut plötzlich der Ebbe. Nachdem mit der Ebbe die Liquidität des Banksektors langsam „austrocknete“, kam auch die … Stagnation in der realen Wirtschaft. Das nationale Einkommen des kleinen, überschuldeten Staates begann unvermeidlich zu einer Stunde zu sinken, als der Rhythmus des Anstiegs der Verschuldung (sprich der Zinsen) zunahm (infolge des internationalen Liquiditätsmangels, der die Zinsen hochtrieb).

Irgendwann lieh diesem kleinen Staat niemand mehr Geld, um seine Verschuldung zu bedienen (sprich zu recyceln), die sich 2008 auf 260 Mrd. Euro belief.
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Griechenland wird seine Schulden nie tilgen können

11. Juli 2013 / Aufrufe: 2.480 7 Kommentare

Die Zeitung New York Times bezeichnet das Konzept zur Rettung Griechenlands als falsch, während das Wall Street Journal einen Schuldenerlass kommen sieht.

Die beiden großen amerikanischen Zeitungen gehen in Leitartikeln auf die Entwicklungen in Griechenland ein. Die „New York Times“ vertritt anlässlich des letzten Beschlusses der Eurogruppe, „das Rezept für Griechenland ist falsch„, während das „Wall Street Journal“ von der „kommenden Streichung der griechischen Verschuldung“ spricht.

Die „New York Times“ merkt an, Griechenland und seine Bankaufseher haben sich am vergangenen Montag (08 Juli 2013) über die Bedingungen für die Fortsetzung der Kreditzahlungen geeinigt. Die Vereinbarung stelle eine Linderung dar, ohne die Griechenland pleite gehen würde. Im selben Augenblick stelle sie jedoch keinen Grund zum Feiern dar, in Wirklichkeit sei sie genau das Entgegengesetzte.
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Das toxische Erbe der Krise in Griechenland

22. Juni 2013 / Aktualisiert: 28. September 2013 / Aufrufe: 1.061 2 Kommentare

Politische Fehlentscheidungen machten ein griechisches Drama zu einer globalen Tragödie und einem dreifachen Unheil für Griechenland, Europa und Volkswirtschaft.

Vor zweieinhalbtausend Jahren gestaltete Griechenland das westliche Denken. Jüngst gestaltete es auch die Bewältigung der wirtschaftlichen Krise. Griechenland erlitt eine Katastrophe – und die Furcht der anderen, die glaubten, seinem Schicksal zu folgen, rechtfertigte die Wendung zur Austerität. Das Ergebnis war die kränkelnde Erholung von der Rezession, welche die Krise speziell in der Eurozone und dem Vereinigten Königreich hinterließ. Griechenland hatte leider die falsche Krise zum falschen Zeitpunkt.

Professor Simon Wren-Lewis der Oxford-Universität schildert die Geschichte auf seinem hervorragenden Blog, gestützt auf die kritische Bewertung des Internationalen Währungsfonds in Zusammenhang mit dem im Mai 2010 vereinbarten Programm für Griechenland.
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