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Artikel Tagged ‘aufschwung’

Warum soll jemand in Griechenland investieren?

22. Januar 2016 / Aufrufe: 1.386 4 Kommentare

Bei seinem Besuch in Davos gefragt, warum jemand in Griechenland investieren sollte, verwies Premierminister Alexis Tsipras auf positive Signale und große Gelegenheiten.

Während seines Besuchs in Davos wurde der griechische Premierminister Alexis Tsipras in einem Interview an Bloomberg gefragt: „In einer Epoche, in der sich wegen der Verzögerungen bei den Investitionen viele fragen, warum sie in Griechenland investieren sollten, welche Botschaft schicken Sie ihnen?

Herr Tsipras antwortete und sprach von sehr guten Anzeichen aus der griechischen Wirtschaft in den letzten Monaten und von großen anstehenden Gelegenheiten, wobei er sich auch auf die Tatsache bezog, dass die anfänglichen Prognosen bezüglich einer Rezession im Jahr 2015 widerlegt wurden.
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OECD macht Hoffnungen auf Wachstum in Griechenland zunichte

8. Mai 2014 / Aufrufe: 681 3 Kommentare

Die OECD sprengt die Einschätzungen Kommission und der griechischen Regierung über ein Wachstum in Griechenland praktisch in die Luft.

Der griechischen Regierung zum Trotz, die anlässlich des Gangs an die Finanzmärkte das Nahen des Wachstums ausposaunt, prognostiziert die OECD für Griechenland ein weiteres Jahr der Rezession, weitere Senkungen der Löhne und eine vernachlässigbare Deeskalation der Arbeitslosigkeit.

Die Einschätzungen der OECD bezüglich einer Rezession von 0,3% stehen in direktem Gegensatz zu denen der Kommission, welche auch die griechische Regierung adoptiert hat und von einem Wachstum von 0,6% im Jahr 2014 sprechen. Eine Rückkehr zum Wachstum prognostiziert die OECD für das Jahr 2015 und siedelt es bei 1,9% des BIP an, also ebenfalls erheblich niedriger als die Prognose des Finanzministeriums und der Kommission über 2,9% des BIP.
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2014 wird für Griechenland das Jahr des Aufschwungs sein

1. Januar 2014 / Aufrufe: 1.123 4 Kommentare

Laut Premierminister Samaras wird in Griechenland 2014 der Aufschwung beginnen und das Land nicht mehr jeden Monat ausländische Kredite benötigen, um zu überleben.

Ein Signal des Optimismus für das neue Jahr sendete am Montagnachmittag (30 Dezember 2013) Premierminister Antonis Samaras und betonte, 2014 werde das Griechenland den ersten großen Sprung tun um aus dem Memorandum heraus zu gelangen. In seiner Neujahrsansprache bedankte der Premierminister sich bei dem griechischen Volk für die von ihm erbrachten Opfer und hob besonders hervor, dass diesen die positiven Ergebnisse zu verdanken seien, welche die Wirtschaft verzeichnet.

2014 werden wir auch den großen Schritt tun, aus dem Memorandum herauszukommen. Jetzt beginnt sich nur einfach schwach das Licht am Ende des Tunnels zu zeigen. Ende 2014 werden alle dieses Licht sehen„, betonte Antonis Samaras charakteristisch und unterstrich an anderer Stelle, dass 2013 das „Jahr Null“ war, seine Regierung dem Niedergang ein Ende gesetzt habe und 2014 das erste Jahr des Aufschwungs sein werde.
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Welche ist die Zukunft der griechischen Wirtschaft?

27. Dezember 2013 / Aktualisiert: 08. Juni 2015 / Aufrufe: 1.345 Keine Kommentare

Trotz der ungeheuren Opfer der Bevölkerung in Griechenland ist die Wirtschaft des Landes von einem substantiellen Aufschwung noch weit entfernt.

Während die griechische Wirtschaft im laufenden Jahr (2013) auf eine Schrumpfung von 4% zusteuert, wird sie 2014 möglicherweise zur Stagnation oder sogar einem bescheidenen Wachstum zurückkehren. Die gute Nachricht ist, dass die aus den zweiten Parlamentswahlen des Jahres 2012 hervorgegangene Regierung standhaft geblieben ist und inzwischen keine Diskussionen mehr über ein Ausscheiden Griechenlands aus der gemeinsamen Währung zu hören sind.

Die gesellschaftlichen Kosten der von den Gläubigern aufgezwungenen Austerität sind jedoch enorm. Das Lebensniveau der Bevölkerung ist steil gesunken, die Arbeitslosigkeit übersteigt 25% und die griechische Wirtschaft ist um 25% kleiner, als sie vor der Krise war. Hat sich diese Angleichung also gelohnt?
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Krokodilstränen der Regierung in Griechenland

17. August 2013 / Aufrufe: 477 Keine Kommentare

Die Krokodilstränen der Regierung in Griechenland verstärken nur die Wut der Bürger über die unverhüllte Verhöhnung des griechischen Volkes.

Der Versuch der griechischen Regierung, die kontinuierliche Verhärtung ihrer Politik zu rechtfertigen, und – zum x-ten Mal in den drei Jahren der „Memoranden“ – einen Aufschwung der Wirtschaft, den Gang an die Märkte, eine Lösung im Thema der Verschuldung, neue strategische Allianzen und ein besseres Morgen zu versprechen, hat inzwischen die Charakteristika einer unverhohlenen Verspottung angenommen.

Diejenigen, die den Staat auflösen und den Zugang der Bürger zu kostbaren Gütern einschränken, haben die bodenlose Unverschämtheit, die Auflösung einen „flexiblen“ und „funktionellen“ Staat zu nennen, der jedoch für den Bürger leichter … zugänglich werden wird. Und trotzdem erfolgen die Entlassungen und die „Massakrierung“ genau auf jenen Sektoren, welche diese … armseligen „Dienste für den Bürger“ sicherstellen, auf den Sektoren, die wirkliche Dienstleistungen und Güter produzieren.
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Premierminister Griechenlands lebt seinen Mythos

5. August 2013 / Aufrufe: 833 2 Kommentare

Antonis Samaras, Premierminister von Griechenland, lebt seinen Mythos und erregt den Verdacht, nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge differenzieren zu können.

Auch die letzte der seltenen Sitzungen des griechischen Kabinetts entwickelte sich zu einer kommunikativen Show über den Fleiß der Regierung und die Entschlossenheit des Premierministers. Den Massenmedien zuliebe verlangte der Premierminister gestern „kontinuierliche Präsenz und Aktivität“ sogar auch an den Tagen um Mitte August (Anmerkung: der 15 August ist in Griechenland ein hoher Feiertag), während er den Ministern nahe legte, sich für Kurzurlaube mit dem Regierungssekretär abzustimmen.

Alle Züge der Regierung und des Herrn Samaras erfolgen für den Anschein und enden darin, gefährlich zu sein„, schreibt Thanasis Karteros in der Zeitung „Avgi“.
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Griechenland: Der Tote wird geschminkt

18. Mai 2013 / Aktualisiert: 22. Juli 2013 / Aufrufe: 8.399 7 Kommentare

Trotz aller Schönfärbereien lässt sich nicht verbergen, dass Griechenland nicht etwa auf einen Aufschwung, sondern auf die Vollendung seiner Plünderung zusteuert.

Die wirtschaftliche Realität des Landes wurde einige Tage von der Reise Samaras nach China überschattet, von der kein erschütterndes Ergebnis vermutet wird. Nachhaltiger überschattet wird sie vermutlich dagegen von dem Beharren der politischen und diplomatischen Führung der USA, in ihren Plänen für unsere Region Griechenland systematisch zu ignorieren.

So sehr man jedoch auch die wirtschaftliche Situation in Griechenland schminkt, lässt diese sich nicht verstecken. In den vergangenen Tagen zeigten sich dagegen mittels der offiziellen Daten allen die Herrlichkeit, die politische Nacktheit und das Ausmaß des Zusammenbruchs. Ebenfalls wurden der Öffentlichkeit alle Tricks zum Verstecken der Realität vorgeführt.

Die Fakten widerlegen die Beschönigungen

1. Die Freudenausbrüche über die steigenden Exporte hörten nach der Feststellung der „Bremsung“ abrupt auf.

2. Das Ziel der Kommission für die Einnahmen aus Privatisierungen wurde um ungefähr 30% revidiert: von 2,6 auf 1,9 Mrd. Euro. Parallel wird der Ausverkauf elementarer Dienste und Güter an Privatleute beschleunigt – siehe DEI, Trinkwasser usw. – Basisinfrastrukturen, wie Flughäfen, Eisenbahn und Häfen, damit noch etwas Kleingeld in die Kasse kommt, aus der die Tilgungsraten bedient werden.

3. Der von der Regierung propagierte Überschuss ist in der Realität ein primäres Defizit von 300 Mio. Euro im ersten Quartal des Jahres 2013. Wenn jedoch die fälligen Verbindlichkeiten des Fiskus an den Privatsektor mit einbezogen werden, erhöht es sich dann um ungefähr das Neunfache, auf 3 Mrd. Euro, und im Vergleich zu der entsprechenden Vorjahresperiode um 70% gestiegen.

4. Sogar auch dieses mittels der kreativen Buchführung der Regierung gezeigte „magische Bild“ beruht jedoch auf der Minimalisierung der Aufwendungen für öffentliche Investitionen. Einfach gesagt jubiliert die Regierung darüber, dass sie es nicht fertigbringt, ihre Zielvorgabe zu erreichen, über den absoluten investiven Notstand, über die völlige Auflösung des Staates und über die Tatsache, sich zu einem ansehenslosen „Schnorrer“ gewandelt zu haben.

5. Um die Löcher zu stopfen kommt die neue Besteuerung der Flurstücke, zu der durchsickerte, dass sie – wie üblich – „horizontal“, also außerordentlich ungerecht für die Armen sein wird, wie es im übrigen auch mit allen übrigen horizontalen Einnahmemaßnahmen geschah, die während der drei Memorandums-Jahre ergriffen worden sind. Sogar auch die elektronische Ausgabe der Zeitung „Vima“ charakterisierte in einem Leitartikel die neue Steuer als „rückschrittlich“. Das einschlägige „Dementi“ des Finanzministeriums (YPOIK) bezüglich der Substanz war nicht einmal ein … Dementi.

6. Aus diesem Rahmen ist auch die erwartete neue Kürzung der Renten nicht hinausgefallen, die ein weitere Schritt in die Richtung der … „nationalen Rente“ von 360 Euro (und vielleicht die einzige „garantierte“ Rente in den kommenden Jahren) sein wird.

7. Bezüglich der Arbeitslosigkeit bedarf es keiner vielen Worte, da jede Bekanntmachung eine weitere kräftige Ohrfeige für das unehrliche wirtschaftliche Bild ist, welches die Regierung nur dank der „nahestehenden“ Massenmedien weiterhin „verkaufen“ kann.

8. Die griechische Statistikbehörde (ELSTAT) gab eine Bekanntmachung über den Rückgang der Inflation im April 2013 auf 0,8% aus. Wovon würde die Regierung wünschen, dass es nicht … gesehen wird? Dass die Preise, die weiterhin ansteigen, sich auf die kritischen „Gruppen“ der Waren und Dienstleistungen beziehen, die sich auf die Grundaufwufwendungen der Haushalte beziehen:

  • „Ernährung und alkoholfreie Getränke“, wegen des Anstiegs der Preise hauptsächlich bei Frischobst, Frischgemüse, frischen Kartoffeln, frischen Fischen, Fleisch allgemein.
  • „Spirituosen und Tabak“ (5,0%), wegen der Erhöhung der Zigarettenpreise.
  • „Kleidung und Schuhwerk“ (2,2%).
  • „Wohnen“ (6,9%), wegen Erhöhung hauptsächlich des Heizöls und der Elektrizität. (Ein Teil des Anstiegs wurde aus dem Rückgang der Preise bei den Wohnungsmieten, Dienstleistungen für Reparatur und Wartung von Wohnungen und dem Erdgas ausgeglichen.)

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Krisen-Tourismus in Griechenland

25. Februar 2013 / Aufrufe: 2.156 9 Kommentare

Nach Religionstourismus, Agrotourismus und sogar Sextourismus gibt es in Griechenland nun auch einen organisierten Krisen- und … Erniedrigungstourismus.

Es handelt sich um eine völlig neue Art von Tourismus, der die edelsten Instinkte des Menschen befriedigt, wie jene, welche das Elend um uns herum als Bestätigung unseres eigenen Glücks nutzen. Und je größer dieses Elend, je größer der Abstand ist, um so größer ist auch die „Befriedigung“ darüber, dass … „wir – Gott sei Dank – nicht so wie jene sind„.

Solcherlei perverse Ideen benötigen natürlich einen „seriöseren“ Anstrich, wie beispielsweise eine „Thematik“ der Tour und im Vorliegenden „die Informierung über die wirtschaftliche und kulturelle Situation in Griechenland„. Dieses tolle „Business“ fiel als Idee auch einem amerikanischen Reisebüro ein – also eine Tour durch das Zentrum von Athen, die es sogar „Greek Crisis Walk“ nannte!
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Griechenland: Deutschland (einmal) anders

10. Februar 2013 / Aufrufe: 817 3 Kommentare

Von heute (07 Februar 2013) gesehen nahmen gestern, um 03:00 Uhr, die Journalisten auf die Einladung zu einer halbstündigen Diskussion mit Peer Steinbrück im Sitzungszimmer der deutschen Botschafterwohnung Platz.

Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten der SPD ergreift das Wort, grüßt auf Englisch und fährt auf Deutsch fort. In Erwartung der Übersetzung beobachte ich ihn: höflich, ernst, mürrisch. Jedoch unterscheidet sich das wenige Deutsch, das ich „aufgreife“, von dem der Frau Merkel. Ich zähle in den ersten fünf Minuten 3 – 4 Mal das Wort „solidaritet“ (wenn ich es richtig auf Deutsch schreibe …). – also: Solidarität. Und die Übersetzerin übermittelt seine Botschaft, da sie um „Verständnis für die Opfer des griechischen Volkes“ ersucht.

Ich halte die grundsätzlichen Punkte aus dem Prolog und die Antworten fest, die Steinbrück zu geben zuvorkam:

  • Griechenland ist von Deutschland nicht nur mit wirtschaftlichen Kriterien zu bewertet. Es muss in jedem Fall die Gleichmäßigkeit und Stabilität für die Gesellschaft sichergestellt werden. Wir müssen dringend etwas für die Jugendarbeitslosigkeit tun, die 50% überschritt.
  • Es ist von Bedeutung, dass die Regierungskoalition in Griechenland voranschreitet, damit wir Ergebnisse sehen.
  • Es ist erforderlich, den Aufschwung zu stützen, mit Unterstützungen von der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank.
  • Die Reform bei der öffentlichen Verwaltung muss realisiert werden. Ohne diese werden keine Investitionen kommen … .
  • Er weist einen neuen „Cut“ der griechischen Verschuldung zurück (wozu ich in Erinnerung rufe, dass der IWF ihn für notwendig erachtet), weil – wie er sagt -, wenn etwas derartiges geschieht, sich auch ein Thema bezüglich der griechischen Obligationen stellen wird, welche der öffentliche Sektor in Europa inne hat, und „Sie wissen, was bei der EZB gesagt wird …
  • Er ist sehr streng mit Zypern. „Zuerst sollen sie uns sagen, was sie zu Hause tun werden, und danach werden wir ihnen unsere Solidarität zeigen.

In acht Monaten wird Steinbrück von den deutschen Wählern bei den Wahlen als Merkels Gegner beurteilt werden. In diesem Punkt lasst uns jedoch einmal Berlin beiseite lassen und einen Blick nach Paris werfen. Lassen wir uns daran erinnern, was wir von Hollande erhofften. Wir erwarteten ihn gewissermaßen als Messias. Und – das ist wahr – er bemühte sich sehr, Griechenland zu helfen – jedoch konnte er auch keine Wunder vollbringen … .

Zurück zu den deutschen Wahlen und den „Hoffnungen“ Vieler hier in Athen, dass Merkel „besiegt“, also gezwungen werden wird, eine „große Koalition“ mit den Sozialdemokraten zu bilden. Dieses Szenarium wird – anstatt der Wiederholung des Szenariums einer Regierung der Christdemokraten und der Liberalen – für Griechenland als „ideal“ präsentiert. Persönlich hege ich jedoch große Vorbehalte. Weil ich mich noch daran erinnere, was ich vor zwei Monaten mit eigenen Ohren von zwei sozialdemokratischen Abgeordneten in Berlin in einem Gespräch für wenige Journalisten mit den Mitgliedern des Ausschusses für Europäische Angelegenheiten des Bundestags zu hören bekam.

Marianne Schieder erklärte zusammenfassend die „Parteilinie“: „Die Verschuldung wurde wegen der Austerität schlimmer. Die Prognosen der Troika sind übertrieben optimistisch. Die Kürzungen führten in den Zusammenbruch. Griechenland muss auf den Weg des Wachstums zurückkehren. Die Löhne sind zu erhöhen – nicht um wie vorher zu werden, aber damit die Griechen konsumieren und bei dem Aufschwung helfen können.

Und Achim Barchmann, Sonderbeauftragter der SPD für Griechenland, ergänzte: „Der öffentliche Sektor ist überdimensional aufgebläht. Ihr müsst Maßnahmen für klarere Strukturen ergreifen. Die Gewerkschaften in Deutschland wirkten mit, als es nötig wurde, dass Reformen und Opfer erfolgen. Dies fehlt (in) Griechenland … .

Der Geist der SPD unterscheidet sich sicherlich von dem der Christdemokraten der CDU. Die Sprache ist anders und irgendwo existiert dort der Respekt gegenüber den Griechen … . Es ist jedoch eine andere Geschichte, ob die Sozialdemokraten von Merkel verlangen werden, „die Politik zu ändern“ – im Fall, dass sie deren Regierungspartner werden. Und, um ehrlich zu sein, mir erscheint, dass Steinbrück uns genau den selben „Ratschlag“ erteilte, den uns zu dieser Stunde, zu der wir reden, auch alle logischen Menschen in Europa geben.

Der Ratschlag ist simpel: „Gebt Eure Bequemlichkeit auf und ändert Griechenland, solange dazu noch Zeit besteht.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

In Griechenland geht es aufwärts

13. Januar 2013 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 965 6 Kommentare

Autor: PeWi

Es geht aufwärts! Wo? In Griechenland. Und womit? Mit den Preisen!

Merkels Sparen hat der griechischen Bevölkerung unheimlich geholfen. Sie können frohgemut und in tiefer Dankbarkeit auf die Deutschen in die Zukunft sehen. Ihre Kinder dürfen in Deutschland sogar arbeiten. Natürlich nicht für den gleichen Lohn wie die Deutschen selbst. So weit geht es nun auch wieder nicht. Hauptsache, sie haben eine qualifizierten Beruf und – nun ja – ein bisschen Deutsch dürfte es auch sein. Nicht viel – vielleicht nur, um Dankeschön sagen zu können, der deutschen Wohltaten wegen.

Und in Griechenland selbst? Da wird fleißig gespart. Löhne und Renten sind auf breiter Basis um die Hälfte gekürzt worden. Im Gegenzug darf der griechische Normalo höhere Steuern zahlen. Besonders toll ist auch, dass Heizöl in Griechenland radikal verteuert wurde. Das macht sich besonders im Winter gut, wo es dieses Jahr in Griechenland auch nicht allzu warm ist, eher kalt, dank des osteuropäischen Hochs. Aber auch der Strompreis stieg. 40% mehr müssen die Griechen dafür berappen.

Nun ja, im Dunklen bei Kerzenschein, dick in eine Decke eingemummelt, dazu noch das lauschige offene Feuer, in dem das vom Berg nebenan selbst abgeholzte und kleingehackte Kiefernholz so schön knackt und duftet, das ist doch eine unbezahlbare Atmosphäre. Oder etwa nicht? Man kann sich in heimeliger Dunkelheit wieder Geschichten erzählen, wie es doch früher war, als es die Monster noch gab. Okay, ich weiß, da muss man nicht soweit in der Geschichte zurück gehen und auch keine Märchen oder Sagen erzählen. Ob nun die neunköpfige Hydra oder die einköpfige Merkel, worin besteht schon der Unterschied? Gut, die eine gab es nicht und die andere ist Wirklichkeit – bittere Wirklichkeit.

Vor dem Lagerfeuer kann man sich auch die Geschichte vom faulen Ioannis erzählen. Nur weil er nicht arbeiten – ich meine, so richtig flott, effizient – und lieber Rentner auf Lebenszeit sein wollte, nur deshalb hat es ihn getroffen. Nein, das ist kein Volksmärchen. Das hat die Märchenerzählerin Merkel in die Welt gesetzt und verbreiten lassen. Andere in Deutschland plappern das eifrig nach. Märchen werden eben von Mund zu Mund weitergegeben.

Ioannis empfindet das allerdings anders. Er hat sich immer den lieben langen Tag die Hände schmutzig gemacht und geschuftet. Jetzt darf er deswegen 1,95 € für einen Liter Milch zahlen und einen Jogurt für 1,75 € kaufen. Nein, er kauft das nicht beim Feinkosthändler „Käfer“. Er müsste das im Tante-Emma-Laden um die Ecke auf die Ladentheke legen. Er darf jetzt auch 3 € für die billigste Butter berappen. Zu einem billigeren Laden – obwohl er nicht weiß, ob es den überhaupt gibt – kann er nicht fahren. Bei 1,90 € für einen Liter Benzin hat er schon lange sein Auto abschaffen müssen.

Arbeiten? Ach, Ioannis würde ja gerne arbeiten, aber im letzten Sommer haben die Geschäfte eins nach dem anderen schließen müssen. Auch viele kleine Hotels und Pensionen (allein auf Kreta mindestens 600) mussten den vergangenen Sommer abschreiben und haben gar nicht erst ihre Pforten geöffnet. Oft schulden die Eigentümer der kleinen Betriebe ihrem Personal die Löhne: Wo nichts ist, da kann man nichts holen.

Sparen ist gut. Sparen ist fein. Ioannis würde auch gern sparen, aber er hat nichts mehr, was er sparen könnte – wie viele seiner Landsleute ebenfalls. Er ist verzweifelt, weil er sieht, wie sein Land zu Tode gewirtschaftet bzw. gespart wird.

Welche Hoffnung können wir Ioannis geben? Eigentlich nur eine: Er war das Versuchstier, wir werden ihm folgen. Die Pläne dazu liegen schon in Schäubles Schublade.

Quelle: Es geht aufwärts in Griechenland