Archiv

Artikel Tagged ‘arbeitnehmer’

400.000 Arbeitnehmer in Griechenland unbezahlt

3. September 2012 / Aktualisiert: 04. September 2012 / Aufrufe: 371 2 Kommentare

Laut der Arbeitsaufsichtsbehörde in Griechenland blieben in letzter Zeit rund 400.000 Arbeitnehmer – davon zwei Drittel sogar über mehr als drei Monate – unbezahlt.

Wenigstens 120.000 Unternehmen des privaten Sektors in ganz Griechenland zahlen in letzter Zeit den Beschäftigten nicht regulär deren Bezüge. Der Liquiditätsmangel, der die griechische Wirtschaft heimsucht, führt zahlreiche Unternehmen dazu, den Arbeitnehmern seit vergangenem Jahr nicht regulär ihren Lohn zu zahlen.

Im Gespräch mit dem Sender SKAI vertrat Sondersekretär Michalis Chalaris, dass in diesen Fällen, in denen Anzeigen der Arbeitnehmer das Einschreiten der Arbeitsaufsicht herbeiführten, die Verzögerung wenigstens drei Monate betrug.

Insgesamt betrafen die Anzeigen 400.000 Arbeitnehmer, während in diesem Jahr nicht nur nicht mit einem Rückgang, sondern sogar einer Verschlimmerung der Lage gerechnet wird. Bezeichnend ist, dass zwei von drei Anzeigen bei der Arbeitsaufsichtsbehörde sich auf die Rückhaltung fälliger Zahlungen über mehr als drei Monate beziehen.

(Quelle: Voria.gr)

Arbeitgeber in Griechenland müssen gekündigte Mitarbeiter nicht einstellen

19. Juli 2011 / Aufrufe: 218 Kommentare ausgeschaltet

Laut einem aktuellen Urteil des Obersten Gerichtshofs in Griechenland müssen Arbeitgeber unwirksam gekündigte Arbeitnehmer nicht wieder einstellen.

Das Plenum des Obersten Gerichtshofs (Areopag) in Griechenland akzeptierte sowohl den einführenden Bericht des Staatsanwalts am Areopag Ioannis Tentes als auch des Richters am Areopag Antonios Athineos und befand, dass die rechtskonforme Weigerung des Arbeitgebers, das Arbeitsangebot eines Beschäftigten abzulehnen, rechtswidrig wird, wenn der Arbeitgeber die Kriterien überschreitet, welche Artikel 281 des griechischen Zivilgesetzbuchs (Αστικöς Κώδικας / AK) setzt, und sich die Kündigung somit als missbräuchlich erweist – also wenn materielle oder immaterielle Interessen des Arbeitnehmers verletzt werden oder grundlos eine Verletzung seiner Persönlichkeit eintritt.

Speziell hatte in vorheriger Instanz das Berufungsgericht die Kündigung des Arbeitsvertrags für unwirksam befunden, zu der eine Bank geschritten war, und gab den Anträgen eines Bankangestellten statt, woraufhin die Bank zur Zahlung von Verzugsgehalten an den Gekündigten verpflichtet wurde. Ebenfalls wies das Berufungsgericht jedoch die Anträge des Arbeitnehmers ab, mit denen er verlangte, dass die Bank sein Arbeitsangebot akzeptiert und ihn wieder in die vor der Kündigung inne gehabte Position einsetzt oder in einer ähnlichen oder gleichartigen Position beschäftigt.

Im Einzelnen wurde mit dem Berufungsurteil befunden, dass die Klage des Arbeitnehmers hinsichtlich der letzten in Rede stehenden Anträge (also dass die Bank sein Arbeitsangebot akzeptiert usw.) nicht rechtens war, weil keine Berufung auf Umstände erfolgte, welche die Weigerung der Bank bezüglich der Realisierung der abgewiesenen Anträge des Arbeitnehmers missbräuchlich gemacht hätten.

Das Plenum des Areopags sprach sich damit für die Ansicht des Berufungsgerichts aus und wies den Aufhebungsantrag des Bankangestellten ab.

(Quelle: Ethnos)

Areopag urteilt Arbeitnehmer Entschädigung für Rückstufung zu

22. November 2010 / Aufrufe: 189 Kommentare ausgeschaltet

Der Oberste Gerichtshof in Griechenland bestätigte die Entschädigung und Rehabilitierung eines in seiner Position einseitig von dem Arbeitgeber zurückgestuften Arbeitnehmers.

Konkret verpflichtet der Areopag mit einem aktuellen Urteil ein Versicherungsunternehmen in Griechenland zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 12.300 Euro an einen Angestellten, dem unter Änderung seines Arbeitsvertrages und Kürzung der Bezüge niedrigere Aufgaben zugewiesen worden waren. Außerdem ist das Unternehmen verpflichtet, den Arbeitnehmer wieder in seine ursprüngliche Position einzusetzen.

In dem Fall ging es um einen graduierten Hochschulabsolventen, der im Jahr 1989 nach einer Ausschreibung von einer Versicherungs-Aktiengesellschaft eingestellt wurde und einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhielt. Im Lauf der Zeit übernahm der Angestellte Führungspositionen, wie beispielsweise als geschäftsführender Vorstand, stellvertretender Direktor, Abteilungsleiter, stellvertretender Abteilungsleiter usw. Im Jahr 2006 wurde er dann jedoch als einfacher Angestellter eingesetzt, bei gleichzeitiger Streichung der bis dahin genossenen Vorteile wie der Kostenzulage für die Kundenstammpflege in Höhe von 250 Euro und der Führungsaufgabenzulage in Höhe von 625 Euro.

Wie der Areopag in seinem Urteil anführt, stellte der Schritt des Unternehmens eine einseitige nachteilige Änderung der Vertragsbedingungen dar, woraus dem Arbeitnehmer immaterieller Schaden und eine Änderung seiner Gehaltssituation entstand. Aufgrund dieser Sachlage bestätigte der Areopag das Urteil des Landgerichts, welches dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von 12.279 Euro zugesprochen hatte, nämlich 3.000 Euro als Entschädigung für den immateriellen Schaden, den er aus dem Verhalten des Arbeitgebers / Unternehmens erlitt, und 9.279 Euro für verlorene Bezüge und Zulagen. Parallel verpflichtete das Gericht die Aktiengesellschaft zur Wiedereinsetzung des Arbeitnehmers in seine inne gehabte Position, und zwar unter Androhung einer Geldstrafe in Höhe von 100 Euro für jeden Tag der Nichtbefolgung des gerichtlichen Beschlusses.