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Artikel Tagged ‘altersarmut’

Troika zeigt sich von Wahlen in Griechenland unbeeindruckt

11. Januar 2015 / Aufrufe: 1.234 2 Kommentare

Die Troika beharrt auf drastischen Eingriffen in das Versicherungssystem in Griechenland, die für zahllose Rentner zu extremer Altersarmut führen werden.

Die Ausrufung vorgezogener Neuwahlen in Griechenland für den 25 Januar 2015 scheint die Troika überhaupt nicht beeindruckt zu haben, das sie unbeweglich auf ihren Positionen bezüglich verheerender Eingriffe in Versicherungssystem und Arbeitsgesetzgebung beharrt.

Die … himmelschreiendsten Forderungen sind die Abschaffung aller eine Verrentung im Alter von unter 62 Jahren gestattenden Sonderregelungen, die Durchsetzung einer Null-Defizit-Klausel auch bei den Hauptrenten und die Anhebung der für die Gewährung einer Hauptrente erforderlichen Mindestversicherungszeit von bisher 15 auf fortan 20 Jahre. Ebenfalls fordert sie die Streichung der sogenannten „Sozialen Solidaritätszulage für Rentner“ (EKAS) mittels Integration in das sogenannte „Garantierte Mindesteinkommen“ (sprich eine Art minimaler „Grundsicherung“).
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Über 6 Mio Bürger in Griechenland an oder unter Armutsgrenze

29. September 2014 / Aufrufe: 3.989 Keine Kommentare

Laut einem vernichtenden Bericht des Parlaments leben in Griechenland fast 6,6 Millionen Bürger unter der Armutsgrenze oder sind von Armut bedroht.

Geradezu schockierend sind die Fakten, welche die tatsächliche Situation in Griechenland beschreiben und in dem neuen Zwischenbericht des parlamentarischen Sekretariats für die Beobachtung des staatlichen Haushaltsplans enthalten sind. In dem Bericht wird angeführt, dass sich 6.300.000 Griechen unter der Armutsgrenze befinden oder davon bedroht sind, womit jeder einschlägige Mythos über eine „Success Story“ entkräftet wird, in der die Koalitionsregierung Nea DimokratiaPASOK, ihre Führer und ihre Funktionäre leben …

Dies ist die greifbare Realität der Zahlen, die von einem der offiziellsten Träger des Staates verzeichnet wird und nicht anzweifelbar ist! Die schreckliche Realität und der Albtraum des durchschnittlichen Griechen, die von keiner noch so billigen Regierungspropaganda in Frage gestellt werden können … . Andererseits sind sie ein Indiz dafür, dass die nachhaltige Wirtschaftskrise Griechenland auf Basis der Wohlstands- und Lebensqualitäts-Indizes auf die viertschlechteste Position unter 35 Ländern geführt hat, noch schlimmer als in der Türkei.
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Dramatischer Anstieg der Armut in Griechenland

29. Oktober 2013 / Aktualisiert: 01. Dezember 2013 / Aufrufe: 4.881 2 Kommentare

Die radikale Austerität in Griechenland führt zu einem dramatischen Anstieg der Armut und der Ausweitung der Ungleichheit zwischen Armen und Reichen.

Eine enorme Verschlechterung der Lebensbedingungen der Haushalte in Griechenland sowie ebenfalls auch eine ungleiche Verteilung der Lasten auf die Bevölkerung enthüllen aktuelle Daten einer 2012 bezüglich der Einkommen der Haushalte im Jahr 2011 durchgeführten Untersuchung für die Eurostat, die auch von der „Beobachtungsstelle für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen“ des Instituts für Arbeit (INE) der GSEE kommentiert werden.

Spezieller stieg gemäß dem Index der relativen Armut (der sich auf den Anteil der Bevölkerung mit einem verfügbaren Einkommen in Höhe von unter 60% des entsprechenden Durchschnittseinkommens des Landes bezieht) die relative Armut in Griechenland von 19,7% im Jahr 2008 auf 23,1% im Jahr 2011 an. Ebenfalls erreichte auf Basis der Untersuchung für das Jahr die Gefahr der Armut oder sozialen Ausgrenzung 34,6%, gegenüber 31% im Vorjahr.
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Paradiesische Renten von maximal 800 Euro in Griechenland

5. Juni 2013 / Aufrufe: 10.085 11 Kommentare

Laut den aktuellen Daten des größten Versicherungsträgers IKA in Griechenland beziehen rund drei Viertel seiner Rentner monatliche Rentenzahlungen von maximal 800 Euro.

Spätestens nach den letzten „horizontalen“ Kürzungen (= gestaffelte Kürzungen bei Bezügen von über 1.000 Euro sowie Zusatzrenten) der Renten im angeblichen Rentenparadies Griechenland wurden die im Ausland nach wie vor immer wieder gerne populistisch angeprangerten „Luxusrenten“ des größten gesetzlichen griechischen Versicherungsträgers für Arbeitnehmer (IKA) zu einer „von der Ausrottung bedrohten Art“.

Von den insgesamt 1.158.309 Rentnern des Trägers beziehen gerade einmal 3.118 Personen weiterhin Renten in Höhe von über 2.000 Euro, während sich die Anzahl derjenigen „Luxusrentner“, deren monatliche Bezüge infolge der wiederholten globalen Kürzungen auf Beträge zwischen 1.100 und 1.400 Euro sanken, verdoppelte.
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Ich will meine Oma zurück!

27. September 2012 / Aufrufe: 921 7 Kommentare

Autor: Nikos Orfanos

Thema: Altersarmut in Griechenland

Ich will nicht damit langweilen, dass auch ich über die Kürzungen bei den Löhnen verärgert bin. Über das zu Erwartende, nämlich dass das Geld ausgegangen und der Staat insolvent ist – also versuch mal, einem Nackten in die Tasche zu greifen – und darüber, dass diesen Kürzungen seit geraumer Zeit absolut keine jener Entwicklungsmaßnahmen folgt, die Geld und Arbeit bringen.

Das Thema ist ein anderes. Das Thema sind die Rentenkürzungen und die Alten dieses Landes. Ich übergehe die Tatsache, dass der griechische Staat zigtausend Bürger betrogen hat, indem er sie zur Zahlung höherer Versicherungsbeiträge ermunterte und damit bei ihnen das trügerische Gefühl kultivierte, auf Basis von Leistung und Gegenleistung auch eine höhere Rente zu erhalten. Ich übergehe die Tatsache, dass immer noch die teuren Versicherungsklassen gelten, obwohl sie keinerlei Gegenwert mehr haben – der staatliche Betrug sich also fortsetzt.

Und ich stehe hier, an der Metro-Station Evangelismos. An dem zum Park gelegenen Ausgang. Und plötzlich verrauchen alle meine Werte im Anblick der äußerst würdevollen alten Frau, die um 10 Cent bittet. Und mein gesamter Optimismus verfliegt. Und ich denke, welche Art von Land und was für ein Staat ist das, der unsere Großmütter und Großväter zu Bettlern macht? Jetzt, kurz vor ihrem Lebensende?

Beachten Sie, das Thema ist nicht wirtschaftlich. Es ist existenziell. Diese Menschen haben nicht mehr viel Zeit. Und als ob dieses unerbittliche Gefühl des auf sein Ende zugehenden Lebens nicht ausreichen würde, müssen sie in Armut leben, damit der Staat wieder auf seine Beine kommt? Zu einer gesellschaftlichen Last gemacht werden, jetzt an ihrem Lebensabend?

Ich bezweifle nicht die Tatsache, dass auch ihre Generation in Sorglosigkeit lebte. Und manchmal neugriechisch und untertänig. Na und? Das unvermeidliche Ende gestattet uns nicht, unerbittlich zu sein, wie vielleicht mit jüngeren Arbeitnehmern. Und weil ich mich mir nicht als den Enkel vorstellen möchte, der seinen Großvater sucht, während dieser draußen umherzieht und bettelt, rufe ich wie ein anderer Enkel: Ich will meine Großmutter und meinen Großvater zu Hause haben! Dass sie mir Märchen erzählen und mit mir spazieren gehen! Und für mich kochen, wenn meinen Eltern die Zeit dazu fehlt. Ich will sie so haben, wie es ihnen gebührt, jetzt wo sie alt sind.

Es ist ein Thema nationaler Würde! Anderenfalls zum Teufel mit dem Staat! Weil ihm mehr nicht gebührt.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog