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Öltanker halten niemals an

8. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 366 10 Kommentare

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Alekos Alavanos zu Krise und Politik in Griechenland

Nun gut, Öltanker halten niemals an, die sind viel zu groß. Selbst NATO-Kampfschiffe rollten über Flüchtlingsboote vor Libyen hinweg. Hollywood ist wie das Märchen von den Lemmingen, nur da war es Walt Disney mit einem Schaufelrad.

Die außerparlamentarische Linke ist wahrscheinlich das größte Segment der Linken in Griechenland und davon spricht er überhaupt nicht. Eventuell hat sie aber die Lösung parat u. a. eine Wirtschaft ohne jedwede Währung. Hört sich sicherlich abgeknallt an, aber wenn man sich mal in Ruhe mit genug Kalamatagrass (was übrigens auch ein sehr gutes Produkt sein könnte) bei Vollmond mit Kollegen an einen einsamen Strand setzt, wo man tagsüber noch beobachten konnte, wie eine Mönchsrobe die Fischer ärgert – z.b. an einer der kleinen Buchten bei Ägiali/Amorgos – und das mal durch spinnt, würde es klick machen; ein paar geile griechische Bands mit netten GoGoes beschleunigen die Vision.

Das einzige Problem hierbei ist allerdings, daß es keine anarchistische Partei gibt, weil die Anarchisten, oder die sogenannten, offensichtlich auch nur Dogmatiker sind, obwohl sich ja Anarchismus, der ohne Ideologie auskommt, erst in seiner antipolitischen Praxis entwickeln müßte und letztendlich auch sich kein Iota drum kümmert, welchen Namen er oder sie trägt … . Bloß, Salvador Allende war schliesslich auch ein Libertärer.

Auch diese Wettbewerbsfähigkeit mit auf Export orientierter Wirtschaft ist zuerst einmal Schwachsinn. Griechenland sollte sich überlegen, wie man eine Wirtschaft aufbauen kann, die in erster Linie die Bevölkerung versorgt. Wenn das steht, kann man sich überlegen, wie man z.b. Windräder aus Holz baut, um den Energiehaushalt abzudecken, den man sicherlich braucht – auch zusätzlich – weil in den nächsten 15-20 Jahren die Temperaturen um 6 Grad steigen werden. Als Motivation dazu, sei gesagt, daß man so was ganz ohne Siemens machen könnte und damit 300.001 Arbeitsplätze für Zimmerer schaffen würde; außerdem kann man die Windräder mit Solarpaneele zu kleistern und braucht dann keine Solarparks, die eh nur auf verstepptem Gelände wie auf Peloponnissos erstellt werden dürften. Wenn überhaupt, dann vorübergehend, denn das geile daran ist, daß mit der derartigen Energien Brunnen betrieben werden könnten, um die Steppe wieder grün zu machen. Da ja auch die meisten Internetgewerbe nicht in der Stadt stattfinden müssen, könnte man dann hingehen und auf den Dörfern und Inseln eine Unterhaltungs-Club-Rebetiko- Kultur zu installieren, damit die schwer arbeitende Internetgemeinschaft abends über ihre neuesten facebook Freunde dusselig quatschen kann; die Tavernenbesitzer würden sich auch freuien. Dann geht man hin und stellt die komplette Flotte auf Windturbine um; Dabei können die Schiffe im Hafen ihre unverbrauchte Energie ins Netz einspeisen. usw., genauso wie Windräder z.b. an Klippen wie auf Anafi, Amorgos oder Folegandros stehen würden und Stromleitungen runter zum Meer zum abzapfen da wären; das kann man sogar so einrichten, daß es keine bedrohten Tiere nervt.

„Ausländer entscheiden“, denselben Müll hatte auch Theodorakis verzapft, allerdings in der verkürzten Version auf athensnews. Wer sowas erzählt und nicht in der Lage scheint, sattattdessen differenziert von ausländischen Politikern und Technokraten zu reden, braucht sich nicht über populistische Lösungen wundern, insbesondere, weil er dabei völlig ignoriert, daß das Kapital international agiert und somit auch griechische Kapitalisten an den Schweinereien beteiligt sind, die in dem Moment, wenn die griechischen Banken ihre Drachmas aus dem Keller holen, am meisten profitieren würden und ihr Geld dann einspeisen. Wer will aber diese „Investoren“ haben? Doch nur Leute, die Kapitalisten oder Staatskapitalisten sind. Selbiges gilt übrigens auch für Sprüche über „die“ Deutschen, die sind nämlich genaus unpassend wie andersrum „die“ Griechen; grade in fortschrittlichen Kreisen gint es genug Menschen, die schlichtweg auf ihre nationale Identität scheissen, sich aber trotzdem freuen würden, wenn Deutschland im Eishockey Weltmeister wird und Griechenland die Europameisterschaft gewinnt; was sie allerdings sicher machen werden – wie auch die Japerinnen gewonnen haben. Ansonsten: So existenziell die Probleme derzeit sind, stellt sich natürlich die Frage nach Rettungspaketen ganz anders und zwar, ob man nicht einfach seine Profisportler komplett nach China oder an die Scheichs verschachert.

Drachmas wäre 2010 eventuell gegangen, heute ist das zu spät und würde Griechenland hinter Albanien einreihen. Es wäre zwar gut für den Tourismus – vor allem für den (auch griechischen) aus Amerika, von Menschen, die sich sonst niemals erlauben könnten Griechenland zu sehen und auch eine Menge Leute aus anderen Ländern, die noch nie im Urlaub waren – aber alle kleinen Unternehmen, die auf Kauf im Ausland angewiesen sind, würden pleite gehen, genauso wie ausländische Konsumgüter, die immer noch doppelt so teuer wie in Resteuropa sind, dann quasi das vierfache kosten würden.

Mit dem Fahrrad brauche ich übrigens von fast allen Athener Vororten in die Innenstadt 30 bis maximal 45 Minuten, aber bei dem Thema fällt mir ein, wie das dann unter Drachmas mit den Autos funktionieren soll. Wie auf Kuba? Ich mein, griechische Mechaniker sind geschickte Schrauber, allerdings könnten Taxifahrer – und nicht nur die – die meisten Gebiete von Athen auch mit normalen Velotaxis abdecken; es gibt auch Versionen, die mit Batterie und Solardach 100 Kilometer Reichweite haben und 45 Sachen machen und man kann sicherlich noch bessere bauen. Der Nebeneffekt wäre dann der, daß irgendwann mal ein Mensch aus Griechenland die Tour De France gewinnt. Und wenn wir schon beim Thema sind, auch im Tourismus kann man mit Fahrrad richtig was reissen, das Fahrradwegenetz in Nordgriechenland und anderswo muß weiter ausgebaut werden, mit angeschlossenen Fahrradpensionen und Fahrradwerkstätten, das heisst dann Saison im Frühling und im Herbst, auch Unterwassertretboote gibt es mittlerweile, und selbst in der Schuhindustrie (z.b. die leerstehende Elite-Fabrik mit 1000 Arbeitsplätzen) und im Textil- und Modebereich lassen sich da Wunder verbringen, wenn man es nur richtig hyped. Gooogle nach messenger-industry …

Währungstechnisch: Was eventuell funktionieren könnte, wäre der Rubel oder der Dollar, aber das wäre dann immer noch Kapitalismus. Die Erfahrungen aus Zypern zeigen, daß ersteres gangbar ist, wenn Obama allerdings mal rein zufällig den Fehler machen würde, Izmir Smyrna zu nennen wie sein „fauxpas“ mit den Sesamkringel, dann …

Alekos Alavanos zu Krise und Politik in Griechenland

8. April 2012 / Aufrufe: 1.112 6 Kommentare

Alekos Alavanos spricht sich für eine nationale Währung in Griechenland aus und hält die heutige Linke für unfähig, die Zukunft des Landes zu garantieren.

Der bekannte griechische Politiker Alekos Alavanos präsentierte in einem Interview am 06 April 2012 mit dem Direktor der Zeitung „To Vima“ Antonis Karakousis seine Vorschläge für den Ausweg aus der Krise und spricht ebenfalls über die Linke in Griechenland und die Eurozone. Er merkt unter anderem an, dass „die Linke die Größe der Krise nicht begriffen habe“ und „das Wort der Linken nicht nur anklagend sein kann, weil in dem Garten, in dem gegraben wird, sehr viele Dornen sprießen werden, wenn keine alternative Lösung geboten wird„.

Ebenfalls beklagt Herr Alavanos „die von der Situation mit der Troika geschaffene Degeneration der demokratischen Institutionen„, unterstreicht, dass „ein Land, das aus der Krise heraus will, sein Volk nicht verängstigen darf“ und fügt an, dass „die griechische Linke, so wie wir sie kennen, die Zukunft nicht garantieren kann„.

Das Interview wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben, wozu anzumerken ist, dass es sich um eine möglichst wörtliche (Roh-„) Übersetzung des gesprochenen Wortes handelt, die keiner weiteren Nachbearbeitung unterzogen wurde.
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