Griechenland soll Akropolis verpachten
Griechenland soll die Akropolis und alle sonstigen antiken Stätten an Privatleute verpachten, um Geld in die Staatskasse zu bringen und den Tourismus zu fördern.
Die Forderung, die wirtschaftliche Nutzung aller archäologischen Stätten in Griechenland konsequent Privatleuten anzutragen, wurde nicht etwa wieder einmal von Bild, Fokus & Co., sondern von dem griechischen Politiker Gerasimos Gkiakoumatos (Γεράσιμος Γιακουμάτος) aufs Tapet gebracht. Herr Gkiakoumatos beharrt in seinen Äußerungen unter dem Motto “Besser privat verpachtet als wegen Streik geschlossen” darauf, die Nutzung der archäologischen Stätten so schnell wie möglich Privatleuten anzutragen.
Der ehemalige Staatssekretär für Beschäftigung und sozialen Schutz und Abgeordnete der Partei Nea Dimokratia (N.D.), Gerasimos Gkiakoumatos, appelliert an die griechische Regierung, die Nutzung der Anlagen der Akropolis und des Parthenon Privatleuten zu überlassen, damit Gelder in die öffentlichen Kassen fließen: “Anstatt Löhne und Renten zu kürzen, soll der Staat lieber die Akropolis – und nicht nur – verpachten. Er soll alle archäologischen Stätten verpachten, Delphi, den Apollo-Tempel, alle – und zwar jetzt!”
Nutzung archäologischer Stätten könnte Einnahmen und Tourismus fördern
Das Thema der “Verwertung” der archäologischen Stätten durch private Unternehmer kommt damit nicht nur in Griechenland, sondern auch im Ausland plötzlich erneut zur Diskussion. Nicht nur Herr Gkiakoumatos will die Akropolis verpachten, aber auch die ausländischen Massenmedien wärmen das Thema wieder auf.
Herr Gkiakoumatos beharrt jedenfalls in seinen Äußerungen gegenüber der Zeitung “To Vima” auf der Nutzung der archäologischen Stätten durch Privatleute, und zwar schnellstmöglich. “Anstatt dass die Akropolis wegen Streiks geschlossen bleibt, ist es vorzuziehen, sie an Privatleute zu verpachten. Natürlich unter der Aufsicht des Staates. So wird der Staat gesicherte Einnahmen haben, der Tourismus ansteigen und die Akropolis rund um die Uhr geöffnet bleiben. Wie bitte? Wird die Akropolis ihren Ort verlassen, wenn wir sie verpachten? Sind die Franzosen, die Versailles verpachten, schlauer als wir?“
Was die möglichen Einwände betrifft, die es bezüglich seines Vorschlags, die Akropolis, Delphi, Knossos und alle übrigen archäologischen Stätten an Privatleute zu verpachten, antwortete Herr Gkiakoumatos: “Die kleinen Psychopathen und Klammeraffen sollen die Theorien des Gestern beiseite lassen und das Morgen des Vaterlandes sehen.“
(Quelle: To Vima)
Ergänzende Klarstellungen nach Sturm der Entrüstung
Wie zu erwarten war, riefen die – zum Teil offensichtlich aus welchem Grund auch immer nicht unbedingt sinngemäß zitierten – Äußerung tatsächlich einen Sturm der Entrüstung hervor, auf den Herr Gkiakoumatos mit einer strengen Bekanntmachung reagierte:
“Spekulation und Falschinformierung haben auch ihre Grenzen. Heiligtümer, Monumente und speziell der Leuchtturm der Zivilisation für die gesamte Welt, den die Akropolis verkörpert, sind nicht zu vermieten. Was jedoch geschehen könnte, wäre, in unserem Land eine juristische Person öffentlichen Rechts zu schaffen, die unter privatwirtschaftlichen Kriterien agiert und deren Zweck die Verwertung aller archäologischer Stätten sein wird, zum Vorteil unseres Landes und unserer Geschichte.
Das ist mein Vorschlag und das ist die Wahrheit. Alles andere ist Spekulation. Nicht alle mögen mit diesem Vorschlag von mir einverstanden sein, jedoch haben wir immer noch eine Demokratie. Und auf jeden Fall gestatte ich niemandem und speziell nicht gewissen Pseudo-Hellenen, ihre Stimme zu erheben und wem auch immer und erst recht mir Belehrungen über ethische Werte, Prinzipien und Traditionen zu erteilen.“
(Quelle: newsbeast.gr)










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