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Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur!

13. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 809 7 Kommentare

Eingereicht von: Carlos

Thema: Warum die Rettung Griechenlands fehlschlug

Und ich wollte den Euro auch nicht. Was kam denn nach der D-Mark? Alles wurde teurer, eigentlich war – so betrachtet – 1 DM ein Euro. Ich wollte nie dieses Europa, diese Gleichmacherei. Denn das funktioniert nicht! Jedes Land hat Eigenheiten, und dazu gehören auch manche Gesetze. Für andere Länder mögen sie dumm klingen, erfüllen aber hier Bedürfnisse. In Deutschland gibt es Hartz IV, in Griechenland nicht. Also gab es durch die Pasok-Partei andere soziale Hilfsleistungen wie beispielsweise für Angehörige, Witwen usw.

Ich mag auch nicht mehr hören, wie das ausgenutzt wurde. Von Blinden, die keine Blinden waren, von Angehörigen, die Todesfälle verschwiegen und weiterhin die Renten kassierten. Das gibt es auch in diesem tollen Deutschland. Betrügereien mit Hartz IV, Sozialbetrug. Ich finde das nicht toll, kein Thema. Aber das hat Griechenland nicht in den Ruin geführt. Das hat der Euro getan. Seitdem geht Griechenland auf Talfahrt. Früher sind gerne Touristen gekommen und fanden es gut, mit ihrer D-Mark hier günstig Urlaub machen zu können. Der Spaß ist vorbei. Denn nun gibt es seit etlichen Jahren den Euro. Der Normalbürger in Griechenland hat nie so viel Geld wie in Deutschland verdient. In Südeuropa herrscht Schmalspur. Die Banken verdienen sich goldene Nasen und ich möchte nicht mehr hören, dass Deutschland dafür bluten muss. Die Südländer bluten aus.

Hier in Griechenland gibt es so viel Armut. Ich finde es sehr beschämend, hier solche schrecklichen Kommentare lesen zu müssen. Wenn ich nicht Angst hätte, dass die „Rechten“ hier übernehmen, wünschte ich mir eine neue Wahl in der Hoffnung, dass dann eine gemäßigte Linke hier das Land regieren kann. Weg mit dem Euro und der sogenannten Solidargemeinschaft. Griechenland kann das schaffen, schließlich wäre es nicht das erste Mal. Die Demokratie ist hier entstanden und wahrnehmbar, immer noch. Viele haben keine Krankenversicherungen mehr, werden dennoch in jedem Krankenhaus behandelt, wenn ein Notfall vorliegt. Ich liebe dieses Land immer mehr und habe noch nie soviel Sympathie empfunden. Die Griechen sind einfallreich und lassen sich nicht unterkriegen. Weg mit dem Euro, und wir leben mit Phantasie, Kreativität und Solidarität.

Hunger und Verelendung wird produziert und gewollt. Wir leben auf einer Erde, die genug für alle Menschen auf diesem Erdball hat. Es ist nicht gewollt. Wo bliebe der Profit? Ich bin nach Griechenland ausgewandert, weil ich diesen Perfektionismus in Deutschland hasste. Ich habe hier gearbeitet und mich sehr wohl gefühlt. Es gibt nichts „Gerades“ auf der Welt und jedes Land ist … anders „gerade“. Das ist Europa für mich. Jedes Land ist anders. Und gerade das ist doch sehr schön, oder? Die Deutschen haben die Bayern, mit Weizenbier und Brezeln, im Norden die Fischbrötchen und Matjes. Die Griechen haben den Tsatsiki, die Italiener die Pizza usw.

Ich fände es sehr traurig, wenn all das irgendwann vermischt würde. Wird es aber vermutlich irgendwann einmal, denn die Länder vermischen sich. Aber, die Landeseigenheiten sollten bleiben, das fände ich doch sehr schön. Warum sollte ich sonst noch in ein anderes Land reisen, außer weil mir Sonne und Strand gefallen? Lasst uns alle mutig sein, akzeptieren, dass es andere Gewohnheiten und Gesetze gibt.

Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur. Schöpfen wir neu aus unserer eigenen Kraft. Ich weiß, dass viele, die diesen Beitrag lesen, es völlig einfach finden. Es klingt nicht nur sehr einfach, es ist auch einfach … !

Ihr seid schwach, wenn ihr kein Team bildet

10. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 487 4 Kommentare

Eingereicht von: Climateatheist

Thema: Offener Brief aus Griechenland an Angela Merkel

Verehrte Poppi Errikou Konti.

Du hast durchaus Recht in Deiner Kritik an unserer deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sei versichert, dass wir konservativen liberalen Deutschen diese Ex-Kommunistin Merkel auch nicht leiden können. Merkel log sich in die Politik, weil sie die Lüge verbreitete, dass aufgrund steigenden Kohlendioxids sich die Welt erwärmen würde und wir alle sterben würden, wenn wir nicht viele Milliarden in Angelas Klima-Lügenwelt investieren würden.

Wir jüngere Generation derjenigen Deutschen, die bei Euch alten Griechen grausame Massaker im zweiten Weltkrieg angerichtet haben, wissen haargenau, was unsere Vorfahren Euch angetan haben. Wir werden uns allerdings für die Fehler unserer Väter nicht entschuldigen, weil es nicht unser eigener Fehler war. Unser Fehler ist, dass wir durch Schweigen dazu beigetragen haben, Eure kostbaren griechischen Ressourcen zu plündern. Wir haben das nicht mir Vorsatz getan. Nein, es war viel erbärmlicher.

Wir „jungen Deutschen“, also jene, die deutlich nach 1945 geboren wurden, haben aus intellektueller Faulheit und Arroganz Eure Probleme nicht wahrgenommen. Wir haben gedacht, die Welt sei nach dem Ende des Kalten Krieges eine neue Welt geworden. Wir haben uns geirrt und wir erwachen erst jetzt so langsam aus dieser Illusion.

Ein Fehler, liebe Poppi, liegt darin, dass Ihr Eure eigenen griechischen Fehler (nämlich eine kräftige Aufgeblasenheit) über viele Jahre ignoriert habt. Ihr habt auch Eure eigene, selbstverschuldete Militärdiktatur nicht überwunden. Ihr habt bis heute eure Probleme zu gerne und viel zu leicht auf Dritte verschoben, um bloß nicht selbst aktiv werden zu müssen.

Dabei habt Ihr den gleichen Feind wie die Europäer (nämlich die Türkei) vor der Nase sitzen. Ihr habt den gleichen Fehler gemacht, wir wir es getan haben: ihr habt lieber euren Bauchnabel betrachtet als Eure Feinde wahrgenommen, seit dem wir den Kalten Krieg gegen die UdSSR im Jahre 1989 gewonnen hatten. Insofern sind wir Deutsche mehr Griechen als Ihr Griechen Deutsche seid!

Wir haben alle gedacht, dass die grausigen Diktatoren-Zeiten vorbei gegangen seien. Da haben wir uns alle aber kräftig geirrt! Und zwar alle Deutschen und auch alle Griechen.

Ergo müssen wir uns endlich aufraffen und unsere demokratischen Tugenden wieder nach außen kehren! Wir müssen Demokraten sein und auch STOLZ auf unsere Demokratie sein! Ihr Griechen habt uns Europäern über die Römer vor 2000 Jahren indirekt sowohl die vorsokratische, ionische Moral als auch die Demokratie als auch die Mathematik des Aristoteles vermacht. Ihr müsst nun selbst wieder den Aristoteles in Eurem Herzen entfachen und Eure eigenen Ressourcen benutzen!

Wir Deutschen sind ein heterogenes Volk. „Den Deutschen“ hat es nie gegeben. Bei uns gibt es Franken, Sachsen, Württemberger, Saarländer, Ostfriesen, Nordfriesen, Niedersachsen, Preußen und wer weiß noch alles für Deutsche. Bei Euch Griechen gibt es Athener, Ioniker, Insulaner auf diversen ionischen Inseln, Nord-Griechen und was weiß ich noch alles. In Zeiten der Krise sind die Deutschen jedoch zu etwas fähig, was wir euch Griechen voraus haben. Wir können TEAMS bilden. Ihr jedoch denkt noch zu stark in Stammeszugehörigkeiten. Das ist ein FEHLER, werte Griechen!

In diesem speziellen Punkt kann ich Euch als Deutscher nur raten, dass Ihr Griechen euch ein Beispiel an uns nehmt, auch wenn dies vermessen klingt. Ihr seid schwach, wenn ihr kein TEAM bildet. Ihr müsst nicht ewig ein TEAM bilden. Aber in Krisenzeiten muss man als VOLK an einem Strang ziehen! Und genau das müsst ihr tun! Ihr müsst gemeinsam an einem Strang ziehen, Eure Ressourcen heben und Euch von der verlogenen EU abkapseln. Dann werdet ihr wieder wohlhabend und dann habt ihr auch wieder den Luxus, Euch gepflegt gegenseitig an die griechische Gurgel gehen zu können. Wir Deutsche machen das auch und es macht Spaß, weil wir mittlerweile halbwegs genau wissen, wo wir in diesem Fall die Grenze zu ziehen haben. Wüssten wir das nicht, würden wir nicht die Zahlmeister der Europäischen Union sein …. aber eben nicht mehr lange 😉

Das griechische Volk hat eben so wenig wie Italiener, Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Irländer über seine Verhältnisse gelebt, wir wurden in den letzten Jahren nur schlicht und einfach belogen und betrogen – dank einer völlig außer Kontrolle geratenen Wirtschaftpolitik und der Lüge des unendlichen Wachstums zugunsten Weniger.

Es wird Zeit, unsere Demokratie zurückzuerobern

25. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.060 13 Kommentare

Eingereicht von: doedelf

Thema: IWF legt Grabstein für Griechenland

Zu meiner Person: Ich bin deutscher, typischer oberer Mittelstand, kleines Haus, viel Arbeit gutes Geld (IT). Ich bin über den Griechenland Blog gestolpert als ich eine Quelle (die ich auch lesen kann) gesucht habe die mir einen ungefilterten Blick auf Griechenland geben kann (und nicht die typische Mainstream Brainwash Maschine der Springer Presse).

Ich bin es leid immer dieses Griechenland Bashing zu hören, das in den unterschwelligen Kommentaren á la “Hätten sie halt nicht über ihre Verhältnisse leben sollen blabla” anklingt.

Liebe deutsche Mitbewohner, kurz zum mitschreiben: Das griechische Volk hat überhaupt nicht über seine Verhältnisse gelebt, es hat keine Dauerparties geschmissen, genauso wenig wie die Italiener, die Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Irländer und und und. Wir wurden nur schlicht in den letzten Jahren betrogen, belogen und verarscht. Dank einer völlig außer Kontrolle geratenen Wirtschaftpolitik, der Lüge des unendlichen Wachstums zu Gunsten von wenigen, haben viele, vieles oder sogar alles verloren. Macht doch mal die Augen auf wer wirklich die Kohle gescheffelt hat. Kleiner Tipp: OECD Studien (und die sind noch brav geschönt – occupy und die oberen 1 – 10% sind kein Fake).

Zu Griechenlands Schulden und die angeblichen Rettungszahlungen: Diese Zahlungen gehen fast komplett an Griechenlands Gläubiger und ratet mal wer die sind: WIR!

Wir Deutschen geben uns schlicht und ergreifend selbst Geld. Wenn Griechenland nämlich pleite wäre (Russland war das auch mal), würden einfach die Bonds platzen und wären nichts mehr wert. Jeder der die inne hat würde einfach einen Verlust erwirtschaften. Wegen des Risikos des Zahlungsausfalls wurden diese Geldgeber (die vornehmlich Deutsche Bank, Goldmann Sachs, Allianz und ein wenig MBB und deutsche Rüstungsindustrie heißen) mit horrenden Zinsen beglückt. Sie kannten das Risiko, und nun versuchen sie sich einfach davor zu drücken, poltern auf “Lassen wir Griechenland nicht pleite gehen (Ist schließlich unser Geld …)”.

Das Schlimme dabei ist, das wir alle verlieren. Die Griechen echtes physisches Eigentum durch Privatisierungserlöse, und wir Deutschen weil wir Staatsgeld rüber pumpen (das tatsächlich aus unseren Steuergeldern besteht), das hierher zurück kommt und direkt in den Taschen der Investoren aus der Griechenland-Rally fließen. Und nein, glaubt bloß nicht, dass eure kleinen mickrigen Rentenfonds und Versicherungen dahinter stecken, das sind … wie war der Begriff doch gleich … ach ja, Peanuts!

Diese Staatsschuldenkrise ist keine, sie ist nur der verlängerte Atem der Finanzkrise. Wir zahlen weiterhin schön brav und blöd unsere eigene Finanzindustrie und ihre Wetten im großen globalen Kasino aus. Öffnet die Augen – schaut wie stark die Steuerquoten und Sozialabgaben bei uns abgebaut wurden “weil es ja den Markt belebt”, und nun haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt? Hallo? Nee, haben wir nicht, uns wurden nur einseitig die Einnahmen weggekürzt. Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Einkommenssteuer > 50 %, Kapitalertragssteuer pauschal auf 25 %. Wir würden heute ohne die Senkung, die lediglich einem ganz kleinen Teil der Bevölkerung zugute kam, jedes Jahr ca. 50 – 100 Mrd. mehr im Staatssäckel haben.

Glaubt Ihr eigentlich, dass nur wir in D-Land so veräppelt und betrogen wurden? Glaubt Ihr, die selben Leute hätten nicht auch in Griechenland gewütet? Wer hat Griechenland damals in die EU geschrieben? Goldman Sachs! Bei welchen Arbeitgeber war Griechenlands Chef vorher Boss? Goldman Sachs! Sorry, die tarnen ihre Unverfrorenheit beim Abzocken nicht mal mehr, das ist denen scheißegal!

Wer mehr wissen will: NachDenkSeiten, Buchtipps: “Generation Laminat” von K. Fischer und “Stresstest Deutschland” von Jens Berger (Spiegelfechter). Da geht es zwar primär um Deutschland aber die Mechanismen, das was schief läuft und was nun Griechenland als erstes EU Land brav ausbaden darf werden dort beschrieben und sind sicherlich übertragbar.

Liebe Griechen, lasst euch von den ewig deutschen Meckerern nicht runter ziehen. Tretet den Oberen gehörig in den Allerwertesten und wehrt euch gegen diese unmenschliche Behandlung. Falls “die da oben” damit durchkommen und euch brechen, werden sie umgehend mit dem nächsten Land in Europa weitermachen. Irgendwann ist auch Deutschland dran, und ich möchte auch mein Kind nicht in ein SOS-Kinderdorf zum Essen schicken müssen.

Es wird Zeit das wir unsere Demokratien zurück erobern. Am besten ginge das, indem wir Europäer schlicht zusammen halten und diesen „Geldadel“ dahin schicken wo der Pfeffer wächst (wobei die da ja auch schon dick im Ausbeutergeschäft sind).

Gruß

Danke an die Medien und Politiker in Griechenland und Deutschland!

23. April 2012 / Aufrufe: 3.023 19 Kommentare

Eingereicht von: anonym

Thema: Warum lassen wir uns gegeneinander aufhetzen?

Danke an Griechenlands und Deutschlands Medien und deren Politiker für die Bemühungen, beide Nationen von einander zu entfernen! Danke dafür, dass – obwohl wir uns im Jahr 2012 befinden und angeblich gut durch Medien aufgeklärt werden – wir uns immer noch verhalten, wie all die Jahrhunderte davor! Feindbild wird aufgestellt, und da wir nun aufgeklärt sind und nicht mehr mit Bomben werfen wollen, geht es auch mit Hetz- und Hasstiraden! Ich habe Angst, Angst davor, wohin diese Eurokrise Europa und vor allem meine beiden Heimatländer, Griechenland und Deutschland bringen wird?!

Ich bin nur eine unwichtige unbedeutende griechische Bürgerin, die keine akademische Bildung hat und somit ein Laie ist, die mit keinen fachkundigen Fakten argumentieren kann, sondern nur mit menschlichen und sozialen Werten. Ich beobachtet die ganze Zeit die Krise mit wachsamen Augen und ängstlichen Gefühlen. Ich versuche, mich durch Zeitungsberichte und Fernsehdiskussionen aus beiden Ländern zu informieren und Antworten auf die vielen Fragen zu erhalten, die mir die ganze Zeit durch den Kopf gehen. Solche Fragen, wie: „was passiert hier gerade, wohin geht das Ganze und wer und warum hat das Interesse, dass eine Völkerverständigung und Annäherung, die funktionierte, plötzlich nicht mehr funktioniert?!

Ich möchte nicht, dass auf beiden Seiten durch falsch gesetzte Schlagzeilen, Vorurteile, politische Kommentare und Interessen der Fokus von den eigentlichen Problemen und den Verursachern der Krise abgelenkt wird! Ich möchte mich bei dem deutschen Volk entschuldigen, für die dreisten Dummheiten, die aus Griechenland gezeigt werden. Dummheiten, die meistens von Extremisten und Minderheiten kommen, wie die Verbrennung deutscher Flaggen und nazistischen Szenarien. Oder auch Karikaturen und Artikel in Zeitungen, Kommentare die meistens von verantwortungslosen griechischen Journalisten und Politikern geschrieben und gesprochen werden, denen nicht bewusst zu sein scheint, welche Verantwortung sie dafür tragen und welches Unheil sie Griechenland damit bescheren! Es können nur die unverdauten alten Geschichten sein, die den Unmut und solche Reaktionen verursachen, und die berechtigte Angst um die Zukunft. Dieses Verhalten wird wohl auch gerne von Gedankenlosen, Extremisten und der politischen Elite propagiert, akzeptiert und befürwortet um so von sich und der Wahrheit abzulenken, und sie möchten anscheinend auch gerne – warum auch immer – das Unheil über Griechenland bringen!

Zusätzlich möchte ich mich auch bei dem griechischen Volk entschuldigen, für die dummen Vorurteile und Äußerungen, die aus Deutschlands Medien, von Politikern und Bürgern kamen und kommen, denn es kann keine Böswilligkeit sein, sondern nur reine Unwissenheit, die das verursachte oder teils immer noch verursacht, und ebenfalls die berechtigte Angst um die Zukunft. Ich möchte das tun, weil eine Entschuldigung auf beiden Seiten schon längst fällig gewesen wäre und nicht oft genug hätte gesagt und geschrieben werden können. Da es leider auf beiden Seiten weder die politische Elite noch die Medien für notwendig halten, nicht fähig oder zu stolz sind es zu tun, möchte ich damit anfangen!

Vielleicht gibt es da draußen mehr von den stillen Bürgern, denen ich aus dem Herzen spreche und die wie ich von beiden Nationen die Seele in ihrem Herzen tragen oder einfach Vernunft und Verantwortungsgefühl in sich haben und auch genau so wie ich unheimlich traurig und verärgert darüber sind, was medientechnisch und politisch auf beiden Seiten veranstaltet wird.

Ich verstehe es einfach nicht, warum zwei Nationen sich plötzlich gegenseitig aufstacheln und sich gegenseitig beleidigen und erniedrigen? Ich verstehe es nicht, warum Medien und Politiker dieser Respektlosigkeit kein Ende machen, warum auf beiden Seiten zugelassen wird, dass sich Hass entwickelt und falsche oder einseitige Eindrücke und Vorurteile breit machen. Warum bekennen sich nicht auf beiden Seiten die politische Elite, ihre Berater und die Verursacher (Banken?) endlich zu ihrer Schuld, weil die Schuld für diese Krise nur sie tragen! Wir kleine einfache Bürger können für die Krise nichts und möchten einfach nur die Wahrheit und Schuldeingeständnisse hören und die Schuldigen bestraft sehen.

Denn es war nicht das griechische Volk, das sich mit falschen Zahlen in den Euro eingeschlichen hat, und es war nicht das deutsche Volk, das Griechenland trotz bekannter falscher Zahlen unbedingt in den Euro herein haben wollte. Das haben alles die damals gewählten Politiker entschieden, ohne die damit verbundenen Konsequenzen und Risiken in Betracht zu ziehen! Man hat gewusst, dass GR mit seinen Finanzen nicht gut wirtschaftet, und ohne Grenzen zu setzen hat man sich den Mist weiter angeschaut, und erst als es zu spät war, wurden radikale Reformen erzwungen (so wird es von der griechischen Polit-Elite dargestellt), die alle nur auf dem Rücken der normalen Bevölkerung ausgetragen werden.

Aber nein, anstatt die Politiker und deren Komplizen an den Pranger zu stellen, attackieren und schaden wir, die normale Bevölkerung, uns lieber gegenseitig – also die, welche am wenigstens für die Finanzkrise können und am Ende aber die Zeche dafür bezahlen müssen! Und es wird egal sein, welcher Nation wir Bürger gehören, es werden wir, die normalen Bürger der europäischen Bevölkerung sein, die es tragen müssen, und die Verursacher reiben sich ins Fäustchen, während wir es inzwischen geschafft haben, uns gegenseitig zu schaden und zu hassen!

Ich bin schockiert und frage mich, wann kommen wir zur Besinnung? Wir normalen Bürger wollen doch alle nichts anderes, als ein Leben, in dem wir in Frieden leben können. Arbeit, mit der wir Geld verdienen, um die Bildung unserer Kinder, ein Dach über dem Kopf, Urlaub und normale Freizeit bezahlen und uns leisten können. Wir wünschen uns und wollen doch nur Politiker und eine Wirtschaftselite, die gerecht und ehrlich sind. Die Fundamente aufbauen, sie erhalten und schützen können, auf dem man demokratisch, sozial und menschenwürdig leben, arbeiten und sterben kann! Das ist der kleine Traum eines fast jeden normalen Bürgers, nicht mehr und nicht weniger, mehr schafft ein normaler Bürger auf ehrliche Weise sowieso selten. Aber auch diese kleinen oder mittelgroßen Träume werden langsam von der rücksichtslosen Wirtschafts- und Finanzelite und von den machtlosen, unter Druck gesetzten Politikern, kaputt gemacht.

Die Mittelschicht wurde und wird enorm geschwächt, die Armen werden immer mehr, während die skrupellosen und gewissenlosen Machtgierigen sich bereichern und vermehren und auf Kosten der arbeitenden Normalbürger immer reicher werden. Sie vergessen dabei aber, dass ein Sozial- und Wirtschaftsstaat von der Mittelschicht getragen wird, und wenn die den Bach herunter geht, wird ein Staat seine demokratischen und sozialen Verpflichtungen nicht ausüben können. Also frage ich mich, warum eine Wirtschaft und Finanzelite das Interesse hat, dass die Menschen immer weniger in der Tasche haben, immer mehr und mehr leisten müssen, um immer weniger und weniger zu verdienen, während deren Taschen immer voller und voller werden und auch noch die Unterstützung der politischen Elite dafür bekommen!!??

Kann es mir und allen anderen „dummen“ stillen normalen Bürgern jemand ehrlich erklären? Nein, natürlich nicht! Wer sollte sich schon trauen, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen? Es könnte ja sein, dass dann die Richtigen die Wut und den Unmut zu spüren bekommen könnten!

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Solidarität mit den Bevölkerungen Griechenlands organisieren

19. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 305 Kommentare ausgeschaltet

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Parlamentswahlen in Griechenland kosten 50 Millionen Euro

Tut mir bitte den Gefallen und kontrolliert die Wut – lasst sie aber nicht an eurer Seele fressen, da ist es dann besser sie mit Hass zu vermengen – und lasst Euch nicht erwischen. Überlegt Euch bitte, dass die Krise in Griechenland bereits 2008 los ging – mit Vorlauf: dem Feuer von 2007. Nicht von ungefähr waren an der Dezemberrevolte 2008 so viele Kids beteiligt, weil sie gesehen haben, welche Wirkung die Immobilienkrise auf die Hypotheken ihrer Eltern und Großeltern hatte, die sie teilweise aufnehmen mussten, nur um die Nachhilfe zu bezahlen. Hypotheken auf Häuser und Wohnungen, die man sich als “Gastarbeiter” mit zwei 8-Stunden-Jobs in krassen Fabriken (weil die Leute den Krach, der dort herrschte, sich gar nicht mehr vorstellen können, hören sie heute ihre Plastikmusik) erschunden hatte. Aber auch die Polizeimorde an zwei Flüchtlingen in der Petrou Ralli kurz vor dem Dezember spielten eine Rolle, nicht von ungefähr waren viele “Migranten”-Kids am Aufstand beteiligt und zeigten Fahne gegen den Rassismus.

Der Mordanschlag auf Konstantina Kouneva am 23.12.08 und die Versuche, die Zeugen_innen des Mordes an Alexis einzuschüchtern – die Frau, die den berühmten Handyfilm veröffentlicht hatte, wäre fast in der Klapper gelandet, und ein Freund von Alexis, der mit ansehen musste, wie er hingerichtet wurde, war aus Angst bis zum Prozess abgetaucht und dieser Prozess fand genau genommen überhaupt nur statt, weil Alexis’ Mutter gekämpft hat wie eine Löwin – führten in der Folge zu einem Erstarken bewaffneter Gruppen, die fast alle komplett abgeräumt wurden. Alexis‘ Mörder wäre heute längst wieder auf der Straße – wie sein Komplize, der aus humanitären Gründen entlassen wurde und seine 10 Jahre nur zu maximal einem Drittel abgesessen hat – oder könnte sich in der Mani verstecken, wenn damals nicht Solidarität dafür gesorgt hätte, dass der Fall nicht wie andere vertuscht oder lächerlich gemacht worden wäre.

Ich werde nichts gegen Guerilla-Aktivitäten sagen, aber es sieht schwerstens danach aus, dass es a) bei der heutigen Überwachung extrem schwer ist, nicht erwischt zu werden und b) auffällt, dass immer dann Leute pünktlich verhaftet wurden, wenn ein landesweiter Aktions- oder Streiktag anstand. Vielen, die nicht auswandern wollen oder können, wird zwar mittlerweile ziemlich egal sein, ob sie sich in den Schlangen der Suppenküchen einreihen müssen oder im Knast weiter kämpfen und darauf hoffen, von der Bewegung herausgeholt zu werden, aber man muss versuchen, seine Gefühle zu kontrollieren und überlegt zu agieren; dabei ist es ziemlich egal, ob militant oder friedlich, solange es sich nicht gegenseitig ausschließt.

Jede/r, so wie sie/er kann!

Das, was man auf jeden Fall tun kann, ist für Informationen zu sorgen, das Netz zu durchforsten und über Kämpfe zu berichten, vor allem auch von den kleinen und den in den kleinen Städten, denn genau so was gibt Leuten in Deutschland, die nicht in den Metropolen leben, Beispiel und Mut.

Ein ziemliches Manko der letzten Jahre ist, dass quasi alle widerständigen Texte, die aus Griechenland kommen, zuerst ins Englische und dann ins Deutsche übersetzt werden. Warum? Haben die 500.000 Griechen_innen, die in Mitteleuropa leben, kein Interesse, keine Zeit, keine Lust oder wollen sie nichts mit Revolutionären zu tun haben? Es geht soviel bei dieser Art der Übersetzung verloren.

Allerdings gibt es auch andere Beispiele, die Mut machen. In Düsseldorf gab es eine spontane Kundgebung vor der lokalen Filiale der Süddeutschen Zeitung, weil die, obwohl sie jahrelang die einzige war, die detailliert über die Siemens-Schweinereien berichtet hatte, auf einmal bestimmte Sachen mies verdrehte. 200 Leute waren dort, Infos dazu gibt es auf Occupy Düsseldorf, und Düsseldorf ist – nicht nur damit – die Sperrspitze der noch kleinen Solidaritätsbewegung in Deutschland.

Mensch sollte sich einfach mal in Infoläden schlau machen, wie in den 70er / 80er Jahre die Lateinamerikasolidarität entstanden ist, aus den Fehlern lernen und dann versuchen, das heute auf Griechenland umzusetzen. Dabei ist es wichtig zu begreifen, dass es keinen Sinn macht, immer wieder damit anzufangen, dass all das, was Griechenland erlebt, auch bald in Deutschland passiert, weil es längst und viel länger schon stattfindet. 10 Millionen arbeiten unter absolut miesen Arbeitsbedingungen, und davon ist der größte Teil alleinerziehend. Nicht von ungefähr kam der abgeknallte Vorschlag von IWF-Thomsen, 100-400 Euro-Jobs in Griechenland einzuführen – natürlich ohne Hartz 4 -, als ob das Tagelöhnertum nicht längst Realität wäre, und nicht umsonst hetzte die IWF-Tante Lagarde gegen die faulen Südländer, ohne zu raffen, dass dazu eigentlich auch Südfrankreich und nur Süditalien gehört.

Aber, wenn Griechenland denn eh schon deutsche Medizin verpasst bekommt, warum nicht mal eine – völlig reformistische – Kampagne und Bewegung starten, mit der simplen Forderung nach Sozialhilfe für Griechenland? Das Geld ist dafür da, denn die 12 Mrd. Euro aus den EU-Struktur und -Sozialfonds werden einfach nicht abgerufen.

Eros-Center gegen unkontrollierte Prostitution in Griechenland?

17. April 2012 / Aktualisiert: 30. April 2017 / Aufrufe: 1.040 Kommentare ausgeschaltet

Eingereicht von: Τρύφων Τσουφιάνης

Thema: Anstieg der Prostitution in Athen um über 1500 Prozent

Αγαπητοί κύριοι

Σήμερα στην Ελλάδα διανύουμε μια εποχή όπου η ανάγκη του κράτους για Δημόσια Έσοδα, είναι στο ύψιστο επίπεδο, μετά από τον Δεύτερο Παγκόσμιο Πόλεμο. Σίγουρα υπάρχουν πολλά διαφυγόντα έσοδα, αλλά εμείς θα ασχοληθούμε με τα διαφυγόντα που οφείλονται, στην παράνομη και μη δηλωμένη πορνεία.

Τα πραγματικά δεδομένα για την Ελλάδα, μιλούν για 80.000 περίπου παράνομες πόρνες, οι οποίες δραστηριοποιούνται χωρίς να εφαρμόζουν τα προβλεπόμενα από τον νόμο, σχετικά με τους τομείς της υγιεινής, της στέγασης και της απόδοσης προς το κράτος, των νόμιμων εισφορών και φόρων. Βέβαια τα δεδομένα σύμφωνα με την Στατιστική υπηρεσία μιλούν για 20.000 παράνομες πόρνες το 2007, και με δεδομένο ότι η οικονομική κατάσταση είναι αντιστρόφως ανάλογη με την πορνεία, καταλαβαίνετε ότι τα σημερινά «επίσημα» νούμερα μιλούν για 25.000 παράνομες πόρνες.(με δεδομένο ότι στην Ελλάδα δραστηριοποιούνται κυκλώματα «εισαγωγής» γυναικών από τις Βαλκανικές χώρες, όπου αντιμετωπίζουν μεγάλο οικονομικό πρόβλημα). Λαμβάνοντας υπ όψιν τα «επίσημα» στοιχεία λοιπόν, βλέπουμε ότι ο «Τζίρος» της παράνομης πορνείας ανέρχεται στα 3,75 δισ. (3.750.000.000 €) *βλέπε σημειώσεις.
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Was ist denn eigentlich Demokratie?

16. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 393 12 Kommentare

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Unverschämtheit der Parteien in Griechenland übersteigt jedes Maß

… die Frage wäre ja eigentlich: Ist das denn überhaupt Demokratie? Und was ist denn überhaupt Demokratie? Außer ein aus einem Übersetzungsfehler entstandenes Projekt zur Unterdrückung bzw. um weiterhin die Kontrolle zu behalten? Sowohl die Übersetzer als auch die Kontrolleure waren bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Angehörige der Oberschicht. Eigentlich ist es sogar so, dass die Kleften und die Piraten in den befreiten Gebieten 400 lang dafür gesorgt hatten, dass es weiterhin Widerstand gegen das osmanische Reich gab und es ohne sie fraglich ist, in wie weit Sprache und Religion überlebt hätten, auch wenn die meisten wahrscheinlich Analphabeten waren.

Nun ist es aber leider so, dass Geschichte sich immer nur an Helden und Anführern orientiert und es kaum Geschichte von unten gibt – allerdings in Amerika gibt es dazu sogar eine ganze Buchreihe – und so wird dann immer von der Wiege der Demokratie gefaselt, die in Wirklichkeit Sklaven in attischen Silberminen hatte, die sich innerhalb eines Jahres totarbeiten durften, anstatt z. b. von den Amazonen zu berichten, die mit Sicherheit wesentlich fortschrittlicher waren als dieses Patriachat, da sie ja offensichtlich keine Sklaven hatten, und sicherlich gibt es noch andere Völker, die heute vergessene Konzepte entwickelt hatten.

Und wenn man sich Geschichte anschaut, dann sollte man eventuell mal „Die Unbekannte Revolution“ von Volin lesen, die über die anarchistische Machnobewegung in der Ukraine von 1918-21 berichtet, oder Bücher von Archinoff zum selben Thema. Griechenland ist auf dem besten Weg dahin, zwar noch mit ganz kleinen Schritten und öfter auch wieder zurück, aber das entscheidende überhaupt ist, dass man dafür sorgen muss, dass es nicht in totale Depression versinkt. D. h., man muss Perspektiven bieten oder entwickeln, und wie ein berühmter griechischer Schriftsteller einmal sagte, die beste Zeit für Literatur ist die Krise, denn plötzlich ist kein Geld mehr für Glotze, Footie und Internet da.

Demokratie ist die bürgerliche Antwort auf die Revolten der letzten 500 Jahren, und durch die in den letzten 500 Jahren geplünderten Güter Amerikas und später aller drei Kontinente hält sich das Bürgertum. Ohne Massenmorde an Abermillionen für Gold und Silber … keine Fugger und damit keine Banken und weiterhin noch nicht mal Kapitalismus, und später Staatskapitalismus (sog. Sozialismus) – und das Schöne ist, es geht fröhlich weiter: Mindestens zwei Millionen wurden im Kongo für Coltan massakriert, damit das verwöhnte, arrogante Erstweltschweinchen auch weiterhin alle halbe Jahre ein neues Footie oder sonstigen Schrott raffen darf, und natürlich wird es dann dafür ganz doll hart geschuftet haben und einfach nur denken, das ist normal wie Profisport und Hoch Die Tassen. Weiterhin wird es nie auf die Idee kommen, dass die meisten in Deutschland produzierten Planetvergaser nach China gehen, um damit die Sklaventreiber und Kinderarbeitszuhälter zu belohnen, dass sie dafür sorgen, dass ihr Schrott dann schön billig in die Metropolen kommt, und es interessiert auch kein Schweinchen, dass bereits 250 Millionen Menschen gezwungen waren, aus Küstengebieten zu fliehen und sie sich dafür bei den armen geschundenen Erstweltern bedanken dürfen, denn die fahren Auto, Schiff und fliegen und selten die Opfer dieser Dekadenz. Und wenn sie dann mal ganz humanistisch sind, dann baut Apple ein paar Fangnetze, um die Selbstmordzahlen in ihren Zulieferfabriken zu senken.

Vor langer Zeit hab ich mal auf der Glotze einen Bericht über die eriträische Befreiungsbewegung gesehen, also bevor es überhaupt Eritrea gab, und dort funktionierte die Schule der Guerilla so, dass, wenn ein Kind etwas erlebt und Bock hatte, es den anderen zu erzählen, dieses Kind dann quasi der Lehrer wurde und sich einfach nach vorne stellte. Um heutzutage dafür zu sorgen, dass Kinder keinen Dreck in die Birne bekommen, muss man sich außerhalb des Staates organisieren und sie einfach von der Schule nehmen. Allerdings hat der Staat vorgesorgt, denn genauso wie jede/r JournalistIn oder StudentIn an den Hochschulen der Künste in Verfassungstreue unterschreiben müssen, zwingt der Staat zu Schule und Ausbildung, und da Studenten ja zu 99% studieren, um Karriere zu machen, kann man die Unis eigentlich auch direkt abschaffen und einen Haufen Schotter sparen.

Das Geheimnis wirklicher Demokratie ist die direkte vor Ort gelebte Demokratie der kollektiven Selbstorganisation, und da kann man sich in Griechenland überall interessante Entwicklungen ansehen. Sei es die Ausschaltung des blutsaugenden Zwischenhandels durch die Kartoffelbauern, die natürlich noch in andere Bereiche weiter geht und im Endeffekt dazu beiträgt, dass Griechenland weniger Hungerhilfen braucht, sei es die Offenen Nachbarschaftsversammlungen, die sich den Problemen des Viertels stellen, Lösungen finden und den Widerstand organisieren, und sei es die immer wiederkehrenden Besetzungen von Unis, Fabriken, Schulen und Rathäusern, die sich die Leute nehmen, um dann dort während der Kämpfe zu diskutieren und zu beraten. Und das schöne an derartigen Prozessen ist ja gerade, dass in solchen Versammlungen auf einmal ganz neue Aspekte und Unterdrückungsmechanismen auftauchen, auf welche die Leute von alleine gar nicht gekommen wären.

Sicherlich gehört dazu dann auch, dass es Demokratie nie geben kann, wenn die Überbevölkerung der Ersten Welt die der Dritten ausbeutet, aber selbst diesen Widerspruch löst die Demokratie hervorragend, ob durch die Kinderarbeit in Neapel oder die Vernichtung durch Goldminen, wobei man sagen muss, dass die Kanadier eh ein ganz schönes Dreckspack sind, siehe Teersandminen oder Olympische Spiele: Zuerst klauen sie das Land, dann den Sport – Eishockey – und anschließend die Kultur: Haida-Kunst.

Und hier ist dann bereits der IWF-Terror, wie man ihn aus der Dritten Welt, kennt Realität geworden, aber die Menschen auf der Halbinsel Chalkidiki in Griechenland wehren sich gegen einen kanadischen Goldschürfkonzern: Entwicklungen im Kampf gegen den Goldminen in Chalkidiki (leider nur die Google-Übersetzer-Version).

Öltanker halten niemals an

8. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 452 10 Kommentare

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Alekos Alavanos zu Krise und Politik in Griechenland

Nun gut, Öltanker halten niemals an, die sind viel zu groß. Selbst NATO-Kampfschiffe rollten über Flüchtlingsboote vor Libyen hinweg. Hollywood ist wie das Märchen von den Lemmingen, nur da war es Walt Disney mit einem Schaufelrad.

Die außerparlamentarische Linke ist wahrscheinlich das größte Segment der Linken in Griechenland und davon spricht er überhaupt nicht. Eventuell hat sie aber die Lösung parat u. a. eine Wirtschaft ohne jedwede Währung. Hört sich sicherlich abgeknallt an, aber wenn man sich mal in Ruhe mit genug Kalamatagrass (was übrigens auch ein sehr gutes Produkt sein könnte) bei Vollmond mit Kollegen an einen einsamen Strand setzt, wo man tagsüber noch beobachten konnte, wie eine Mönchsrobe die Fischer ärgert – z.b. an einer der kleinen Buchten bei Ägiali/Amorgos – und das mal durch spinnt, würde es klick machen; ein paar geile griechische Bands mit netten GoGoes beschleunigen die Vision.

Das einzige Problem hierbei ist allerdings, daß es keine anarchistische Partei gibt, weil die Anarchisten, oder die sogenannten, offensichtlich auch nur Dogmatiker sind, obwohl sich ja Anarchismus, der ohne Ideologie auskommt, erst in seiner antipolitischen Praxis entwickeln müßte und letztendlich auch sich kein Iota drum kümmert, welchen Namen er oder sie trägt … . Bloß, Salvador Allende war schliesslich auch ein Libertärer.

Auch diese Wettbewerbsfähigkeit mit auf Export orientierter Wirtschaft ist zuerst einmal Schwachsinn. Griechenland sollte sich überlegen, wie man eine Wirtschaft aufbauen kann, die in erster Linie die Bevölkerung versorgt. Wenn das steht, kann man sich überlegen, wie man z.b. Windräder aus Holz baut, um den Energiehaushalt abzudecken, den man sicherlich braucht – auch zusätzlich – weil in den nächsten 15-20 Jahren die Temperaturen um 6 Grad steigen werden. Als Motivation dazu, sei gesagt, daß man so was ganz ohne Siemens machen könnte und damit 300.001 Arbeitsplätze für Zimmerer schaffen würde; außerdem kann man die Windräder mit Solarpaneele zu kleistern und braucht dann keine Solarparks, die eh nur auf verstepptem Gelände wie auf Peloponnissos erstellt werden dürften. Wenn überhaupt, dann vorübergehend, denn das geile daran ist, daß mit der derartigen Energien Brunnen betrieben werden könnten, um die Steppe wieder grün zu machen. Da ja auch die meisten Internetgewerbe nicht in der Stadt stattfinden müssen, könnte man dann hingehen und auf den Dörfern und Inseln eine Unterhaltungs-Club-Rebetiko- Kultur zu installieren, damit die schwer arbeitende Internetgemeinschaft abends über ihre neuesten facebook Freunde dusselig quatschen kann; die Tavernenbesitzer würden sich auch freuien. Dann geht man hin und stellt die komplette Flotte auf Windturbine um; Dabei können die Schiffe im Hafen ihre unverbrauchte Energie ins Netz einspeisen. usw., genauso wie Windräder z.b. an Klippen wie auf Anafi, Amorgos oder Folegandros stehen würden und Stromleitungen runter zum Meer zum abzapfen da wären; das kann man sogar so einrichten, daß es keine bedrohten Tiere nervt.

„Ausländer entscheiden“, denselben Müll hatte auch Theodorakis verzapft, allerdings in der verkürzten Version auf athensnews. Wer sowas erzählt und nicht in der Lage scheint, sattattdessen differenziert von ausländischen Politikern und Technokraten zu reden, braucht sich nicht über populistische Lösungen wundern, insbesondere, weil er dabei völlig ignoriert, daß das Kapital international agiert und somit auch griechische Kapitalisten an den Schweinereien beteiligt sind, die in dem Moment, wenn die griechischen Banken ihre Drachmas aus dem Keller holen, am meisten profitieren würden und ihr Geld dann einspeisen. Wer will aber diese „Investoren“ haben? Doch nur Leute, die Kapitalisten oder Staatskapitalisten sind. Selbiges gilt übrigens auch für Sprüche über „die“ Deutschen, die sind nämlich genaus unpassend wie andersrum „die“ Griechen; grade in fortschrittlichen Kreisen gint es genug Menschen, die schlichtweg auf ihre nationale Identität scheissen, sich aber trotzdem freuen würden, wenn Deutschland im Eishockey Weltmeister wird und Griechenland die Europameisterschaft gewinnt; was sie allerdings sicher machen werden – wie auch die Japerinnen gewonnen haben. Ansonsten: So existenziell die Probleme derzeit sind, stellt sich natürlich die Frage nach Rettungspaketen ganz anders und zwar, ob man nicht einfach seine Profisportler komplett nach China oder an die Scheichs verschachert.

Drachmas wäre 2010 eventuell gegangen, heute ist das zu spät und würde Griechenland hinter Albanien einreihen. Es wäre zwar gut für den Tourismus – vor allem für den (auch griechischen) aus Amerika, von Menschen, die sich sonst niemals erlauben könnten Griechenland zu sehen und auch eine Menge Leute aus anderen Ländern, die noch nie im Urlaub waren – aber alle kleinen Unternehmen, die auf Kauf im Ausland angewiesen sind, würden pleite gehen, genauso wie ausländische Konsumgüter, die immer noch doppelt so teuer wie in Resteuropa sind, dann quasi das vierfache kosten würden.

Mit dem Fahrrad brauche ich übrigens von fast allen Athener Vororten in die Innenstadt 30 bis maximal 45 Minuten, aber bei dem Thema fällt mir ein, wie das dann unter Drachmas mit den Autos funktionieren soll. Wie auf Kuba? Ich mein, griechische Mechaniker sind geschickte Schrauber, allerdings könnten Taxifahrer – und nicht nur die – die meisten Gebiete von Athen auch mit normalen Velotaxis abdecken; es gibt auch Versionen, die mit Batterie und Solardach 100 Kilometer Reichweite haben und 45 Sachen machen und man kann sicherlich noch bessere bauen. Der Nebeneffekt wäre dann der, daß irgendwann mal ein Mensch aus Griechenland die Tour De France gewinnt. Und wenn wir schon beim Thema sind, auch im Tourismus kann man mit Fahrrad richtig was reissen, das Fahrradwegenetz in Nordgriechenland und anderswo muß weiter ausgebaut werden, mit angeschlossenen Fahrradpensionen und Fahrradwerkstätten, das heisst dann Saison im Frühling und im Herbst, auch Unterwassertretboote gibt es mittlerweile, und selbst in der Schuhindustrie (z.b. die leerstehende Elite-Fabrik mit 1000 Arbeitsplätzen) und im Textil- und Modebereich lassen sich da Wunder verbringen, wenn man es nur richtig hyped. Gooogle nach messenger-industry …

Währungstechnisch: Was eventuell funktionieren könnte, wäre der Rubel oder der Dollar, aber das wäre dann immer noch Kapitalismus. Die Erfahrungen aus Zypern zeigen, daß ersteres gangbar ist, wenn Obama allerdings mal rein zufällig den Fehler machen würde, Izmir Smyrna zu nennen wie sein „fauxpas“ mit den Sesamkringel, dann …