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Faschismus und die Chrysi Avgi in Griechenland

20. Juni 2012 / Aufrufe: 610 5 Kommentare

Autor: Giorgos Ch. Papasotiriou

In Arta werden Hinterhalte gelegt und Immigranten auf den Feldern und in den Orangenhainen gejagt. In Mesolangi, wie auch in den Wohngegenden in Athen, rufen die Anwohner nicht die abwesende und immer ineffiziente Polizei, sondern die Chrysi Avgi, die wie eine Schatten-Polizei mit Charakteristika der Ku-Klux-Klan agiert und gegen gerechte und nicht Immigranten Selbstjustiz übt, sie terrorisiert und zusammenschlägt. Diese paramilitärische Organisation wurde bei den Wahlen am 17 Juni 2012 von den Wählern honoriert, den Triumph der Unbildung, des Hasses, aber auch der Verzweiflung der schutzlosen Bürger darstellend.

Hier existiert jedoch nicht nur eine faschistische Formation, sondern auch jenes Element, welches die eine Seite des inzwischen drohenden sozialen Bürgerkriegs darstellen wird. Das Phänomen ist nicht nur griechisch. Auch in Großbritannien hatten sich vor geraumer Zeit die Gewerkschaften erhoben, nicht gegen die Banken, nicht gegen jene, welche die Wirtschaftskrise verursachten, und auch nicht gegen die Regierung, sondern gegen die Immigranten! Das „inländische Proletariat“ greift das „ausländische Proletariat“ an. Die Verlegung der Konfrontation in die Peripherie, der „Bürgerkrieg der Unterschicht“, das was die amerikanischen WASPs auf eine Wissenschaft in den USA zurückführten, wird nun nach Europa gebracht.

An allem haben die Immigranten schuld, jene, die uns die Arbeiten … wegnehmen. Jene, die jedoch früher (z. B. bei den Olympischen Spielen) die billigen und ohne Versicherung beschäftigten Arbeitskräfte waren, welche den großen Bauinteressen dienten. Jetzt haben an allem die Ausländer schuld! Das System benötigt ein Sühneopfer, einen Sündenbock, um seinen Konkurs zu verstecken. Gestern waren es die Hebräer, heute die Immigranten. Die menschliche Seele ist jedoch eine und allgemeine (überall die selbe), sagte Spinoza und antwortete so den Rassisten jeder Epoche, welche gewissen Menschen, aber auch Völkern eine in den Genen liegende oder atavistische „Schlechtigkeit“ anlasten.

Der Hass, wie auch die Liebe, werden durch die kleinsten Dinge genährt …„, merkte Honoré de Balzac an. Jedoch gilt hier der Fall des Meursault (A. Camus), der sein wegen des Misserfolgs oder der Arbeitslosigkeit und der Einsamkeit demontiertes Ego durch den Hass der anderen neu aufbaut. Ja, Meursault hasst „um sich nicht allein zu fühlen„, um nicht der berüchtigte Loser zu sein. Mit anderen Worten, er will, dass alle wie auch er pleite gehen, alle ihre Arbeit, ihre Geschäfte verlieren. Er will seine verkrüppelte Ideologie „sauber“ haben. Die Optik seines Hasses ist die Reinheit des Volkes, die Überlegenheit der … Rasse. Dieser Hass ist der Zünder, der die Problem-Bomben der heutigen griechischen Gesellschaft in Brand setzt. Wenn wir heute alle Fremde und Rassisten füreinander sind, werden wir an Hass sterben und uns möglicherweise auch selbst in die Zunge beißen.

Können wir jedoch ohne den Hass, ohne die Chrysi Avgi leben? Wir können es, es genügt, dass wir den Hass durch die Liebe ersetzen, die Liebe zu ausnahmslos allen Menschen zu Bedingungen der Christlichkeit, dass wir die Fremdheit als eine Reise in die Fremdheit des anderen und unseres entfremdeten Ego sehen, mit einer Ethik des Respekts selbst auch für das Inkompatible als Kompass. Es genügt, dass das staatliche Absenz bei der Sicherheit der Bürger aufhört, welche der Faschismus und der Rassismus einer illegalen gesellschaftlichen Schatteninstitution zu decken kommt, die sich hinter einer politischen Organisation mit ordnungsgemäßen Merkmalen versteckt.

(Quelle: Faschismus, Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog)

Dieses Europa wird nicht überleben

17. Juni 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2014 / Aufrufe: 2.288 18 Kommentare

Autor: anonym

Dieses Europa wird nicht überleben. Und wenn die Michels aufwachen und merken was geschieht, wird es auch in Deutschland Tumulte geben; nur brauchen sie etwas länger.

Zusammen mit vielen meiner Mitstreiter gehen wir im Moment verstärkt auf die Straße, gegen den ESM und die sonstigen Schweinereien, die sie mit Europa vorhaben. Hier regiert ein Klüngel von Burschen der Goldman Sachs und Technokraten. Frau Merkel ist nur ein Handlanger, sie hat auch schon lange nichts mehr zu sagen.

Die Deutschen würden es verstehen, wenn die Milliarden dem griechischen Volk zugut kämen und nicht wie immer den Banken. Es ist doch paradox. Auf der einen Seite wird Griechenland mit Geld zugeschüttet, auf der anderen Seite muss das Land weiterhin blechen..

Sollte der ESM-Vertrag (nein, es ist eine ESM Mega Bank) ratifiziert werden, müsste Griechenland in diese Bank – als Einzahler auf Platz sieben – zum jetzigen Stand rund 20 Milliarden Euro einzahlen: 2,25 Mrd. in bar und 17,46 Mrd. in Form von Bürgschaften. Da aber der Gouverneursrat binnen 7 Tagen Gelder aus nationalen Haushalten abrufen kann, weiß niemand, wann und wie viel Geld fällig werden wird.

Warum bekommen, wie Herr Oskar Lafontaine (Die Linke) sagte, die Griechen das Geld nicht direkt? Entweder direkt von der EZB oder direkt von den Eurostaaten? Aber das wollen diese Ganoven nicht. Sie wollen Länder ausbluten lassen und dann unter IHRE Fittiche bringen. Und da kann ich Alexis Tsipras und die SYRIZA verstehen. Sie sagen sich, auch wenn wir weiter Geld bekommen, werden wir immer abhängiger, und diese Last zerbricht das griechische Volk.

Und denken Sie an meine Worte: Dies wird auch Deutschland passieren. Wir werden im Moment hofiert, damit wir das Geld locker machen. Und hängen wir auch irgendwann an der gleichen Angel wie Griechenland, passiert bei uns das selbe. Auch unsere Kommunen sind überschuldet. Die Preise steigen, Zeit- und Leiharbeit wachsen. Auch wir gehen in die Knie, nicht wegen Griechenland, sondern wegen den Montis, Dragis. Griechenlands Oberhäuptling Papadimos, EU Ratspräsident Rompay, unser echter Kanzler Josef Ackermann sind alle Bilderberger und Handlanger der Goldman Sachs.

Denkt an meine Worte, auch wir werden Griechen, Italiener, Spanier. Frankreich will Geld aus dem (noch gar nicht ratifizierten) ESM für die französischen Banken. Gleichzeitig müsste es, sollte der ESM durchgejagt werden, 142,70 Mrd. Euro einzahlen. Spanien soll mit 100 Milliarden gerettet werden, wenn es geht aus dem ESM, soll aber 83,52 Mrd. Euro in den ESM einzahlen. Geld in die eine Tasche und aus der anderen wieder heraus. Das wäre, als wenn ich einem Obdachlosen heute Geld gebe, ihm aber sage, es morgen zurück haben zu wollen.

Und da diese ESM-Bank Immunität besitzt und man nie weiß, wann sie Geld benötigen wird, weil es binnen 7 Tagen abrufbar ist, und mit Chef des Gouverneursrats unseren lieben Herrn Schäuble, der sich dann von den Steuergeldern der europäischen Bürger noch ein Gehalt in Millionenhöhe gönnt, werden wir von vorne bis hinten verarscht. WIR ALLE.

Nun wie gesagt, ich und meine Mitstreiter von Occupy, Mehr Demokratie EV und unsere freiheitlich-demokratische Bürgerzeitung werden keine Ruhe geben. Unsere Solidarität sei Griechenland gewiss. Und unsere Medien schreiben nur das, was die Bürger hören dürfen. Denn ein DUMMES VOLK ist ein GUTES VOLK. Es ist besser manipulierbar.

Kopf hoch und seid wachsam. Ich war schon öfters in Griechenland, und dieses wunderschöne Stück Erde gehört den GRIECHEN und sonst NIEMANDEM.

Eurotrauma, Dollartrauma – Die Welt ist nicht gerecht

16. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 437 3 Kommentare

Eingereicht von: Griechenfan

Thema: Beunruhigender Anstieg rassistischer Gewalt in Griechenland

Früher sagten wir, illegal ist scheißegal. Aber es herrschten andere Umstände. Ich weine für jeden Flüchtling, gleich ob aus wirtschaftlichen, politischen oder anderen Gründen.

In Deutschland habe ich mit Flüchtlingen aus Eritrea gearbeitet. Viel mit Frauen. So viel Leid, so viele Vergewaltigungen, bis sie schließlich in Deutschland landeten. Ein „normaler“ Mensch kann sich das nicht vorstellen.

Jeder Mensch auf dieser Erde hat die Berechtigung, sich am Leben zu erhalten und zu reisen wohin er will. Ich bin sehr wütend auf diese Politik, auf Länder welche denken, ihren Wohlstand schützen und Grenzen dicht machen zu müssen, um weiterhin in ihrem Wohlstand zu leben und um andere Länder ausbeuten zu können. Mit welchem Recht?

Ist es rechtens, in anderen Ländern produzieren zu lassen, Kinder arbeiten und zu Krüppeln werden zu lassen für Waren, die wir hier dann zu Niedrigpreisen erhalten? Frauen, Kinder, die für Lidl, Aldi, Adidas und wer weiß wen sonst noch ihre Familien und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen? Haben wir Mitleid mit all den Menschen dieser Welt, die flüchten müssen, weil sie von der sogenannten „Ersten Welt“ ausgebeutet werden? Könnt ihr Euch das Leid vorstellen, welches sie ertragen um zu überleben?

Hier in Griechenland landen so viele Flüchtlinge, von der EU im Stich gelassen. Es gibt immer wieder Meldungen, dass Gelder dafür fließen. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es egal ist, wie viel Stacheldrahtzaun um das Gebiet zwischen der Türkei und Griechenland gezogen wird, wie verzweifelt die Menschen sind? Mütter mit ihren Kindern überqueren selbst bei eisiger Winterskälte den Grenzfluss Evros. Es sind so viele gestorben, aber darüber lese ich in diesem Blog nichts, wenig. Griechenland wird auch hier allein gelassen.

Ich habe schon geschrieben, dass auch ich mit Etlichem nicht einverstanden bin. Aber … „mein Name ist Mensch“. Lassen wir uns nicht von Geld blenden, bleiben wir Mensch. Wie traurig muss ein Mensch sein, verlassen in der Fremde. Von Stacheldraht umgeben und ohne Perspektive, dem entrinnen zu können? Ich wünsche allen Zynikern, das mal am eigenen Leib zu erleben. Fern der Heimat, seiner Familie, und den Schleppern so viel Geld zahlen zu müssen, wofür wiederum alle Familien zusammengelegt haben um dann darauf zu warten, dass der „Auserwählte“ wiederum die Familien in der Heimat unterstützt.

„Mensch zu sein“ trifft auf immer mehr Menschen nicht mehr zu. Wenn ich hier einkaufen gehe, werde ich belagert. Wir leben von einer sehr kleinen Rente, aber es reicht. Schaut mit offenen Augen und kauft Nahrung auch für die hier lebenden Flüchtlinge. Wenn ich unterwegs bin, organisiere ich Essen für die Flüchtlinge. Ich bin fremd in diesem Land und weiß nichts anderes zu unternehmen.

Ich bin nicht zufrieden mit diesem Beitrag und würde gerne noch viel mehr schreiben. Ich komme aus der ehemaligen DDR und war als Kind auch einmal Flüchtling. Wir schliefen als Familie mit 5 Personen in einem Zimmer. Wir erhielten Decken und mein Vater fand schnell Arbeit. Das hier in Griechenland übertrifft jedoch alles.

Denkt mal nach Leute … es geht nicht immer nur um Geld um Politik … auch wenn das eine das andere nicht ausschließen muss. Aber wir Menschen müssen leben, und wir müssen unsere Kinder vor einen Alptraum schützen. Erhebt Euch und wehrt Euch, überall! Könnt Ihr damit leben, wenn in Afrika die Kinder an Hunger sterben? Ab und an zu Weihnachten mal zu spenden? Habt einen „ruhigen Schlaf“.

Ich möchte nur zum Nachdenken anregen, ein Rezept habe ich nicht. Ich möchte eine Träne für die Menschen, Kinder, Frauen, die beispielsweise den Evros, sprich den Grenzfluss zwischen der Türkei und Griechenland in der Hoffnung auf ein besseres Leben überqueren und dabei ertrinken oder erfrieren.

Eurotrauma, Dollartrauma. Die Welt ist nicht gerecht.

Energieknall in Griechenland kommt

12. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.553 6 Kommentare

Autor: To Pontiki

Thema: Stromversorgung in Griechenland droht Black-out

Alle Gebrechen des griechischen Energiesystems kamen anlässlich der Memorandums-Politik, in der Essenz jedoch wegen der Verzerrung und Funktion des Marktes ohne gesunde Wettbewerbsbedingungen ans Licht.

Die politischen Faktoren, welche das die Energiethemen handhabten, versuchten uns über 12 Jahre davon zu überzeugen, dass ihre gesetzgeberischen Interventionen den gesetzlichen „Lücken“ begegneten und den Rahmen schufen, damit alles wie vorgesehen funktioniert … . Als es jedoch zu der einzig auf die Abzocke von Steuern fokussierten Politik kam, welche die inländischen Troika-Partner aufzwangen, zeigte sich, dass der Kaiser nackt ist! Die Verzerrungen sind sogar dermaßen tief, dass sie bei dem gesamten Spektrum der Energieprodukte Domino-Verhältnisse schaffen.

Die Gesamtheit des Elektrizitäts-Marktes und die … schönen Märkte befinden sich einen Schritt vor dem Erklingen des Kanonenschusses der Insolvenz. Solange die Krise andauert und sich die effektiven Lösungen der Probleme verzögern, um so mehr nähert sich sogar das Energiesystem dem Krach, der drohende Black-out wird schlimmer als ein Alptraum und das reiche Produktionspotenzial des Landes wird bis aufs Äußerste verschmäht.

Energiekrise à la … Kalifornien

Das Kuddelmuddel der Energiekrise beginnt mit der Politik der in den beiden letzten Jahren im Land umgesetzten Politik der Steuerabzocke und Austerität. Dieses Durcheinander hat jedoch alle Energiemärkte mit dem Ergebnis mitgerissen, dass wir nicht … zur Drachme übergehen zu brauchen, aber innerhalb der Eurozone das erste Land darstellen, das zu … Kalifornien werden wird (welches ebenfalls den ersten Staat der Metropole des Kapitalismus darstellte, in dem der Energiemarkt „platzte“ und Millionen Bürger tagelang ohne Strom ließ!).

Alles begann vor zwei Jahren, als – unter dem Vorwand der Bekämpfung der Defizite – die Regierung Papandreou beschloss, Sonderverbrauchssteuern auf alle Energieprodukte zu erheben, welcher Zug die Tarife in die Höhe katapultierte. Parallel verhängte sie auch die Einziehung der Immobilien-Abzocke über die Stromrechnungen der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) und alternativen Anbieter.

Zusammen mit dem krisen- bzw. hauptsächlich durch die Abzocke bedingten Unvermögen der Haushalte und Kleinunternehmer, ihren Verpflichtungen zu entsprechen, begannen sich ungeheure Schulden an die Elektrizitätsgesellschaft aufzuhäufen, die wiederum mit der Tatsache als gegeben, zu einem Zeitpunkt, wo die Banken alle Finanzierungshähne abgedreht haben, auch nicht zur Aufnahme von Krediten schreiten zu können, in einen wirtschaftlichen Würgegriff geriet.

Die Kettenreaktionen haben also bereits begonnen: Sowohl die DEI als auch die im Endverbrauchergeschäft tätigen Privatunternehmen beginnen, Schulden an die Systemverwalter (LAGIE im Endhandel, ADIME bei dem Transport) aufzuhäufen, welche ihre Schulden an die Erzeuger (wieder die DEI, aber auch Privatleute mit den großen Erzeugereinheiten) nicht begleichen können.

Parallel beginnen sich ebenfalls die Schulden an die Öffentliche Gasgesellschaft (DEPA) zu kumulieren, da ein großer Teil der Stromerzeugung auf Erdgas basiert. Dies führt auch die Gasgesellschaft in eine wirtschaftliche Sackgasse. Sie deklariert ihrerseits das Unvermögen zur Deckung ihrer Verbindlichkeiten, was die Bedrohung der reibungslosen Versorgung des Landes mit Erdgas zum Ergebnis hat, wie es der Präsident der DEPA, Charis Sachinis, in seinem an den Premierminister und die gemeinsam zuständigen Minister (Finanzministerium und Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel) gerichteten Schreiben darlegte.

Sollten die Dinge tatsächlich zu dem schlimmsten Punkt (also der Unterbrechung der Versorgung des Landes mit Erdgas) geführt werden, werden dann fast ein Viertel der Produktion und sogar die modernsten und produktivsten Anlagen außer Betrieb gesetzt werden, während sich hunderttausende Haushalte und Unternehmen in einer absoluten Sackgasse wiederfinden werden!

DEI und Systemverwalter in der Sackgasse

Außerdem wird aufgrund ihrer im roten Bereich befindlichen wirtschaftlichen Lage die DEI nicht zur Beschaffung zusätzlicher konventionelle Brennstoffe (Diesel, Masut usw.) in der Lage sein, um die entstehende Lücke zu decken. Zusätzlich werden sich die Systemverwalter in einer absoluten Sackgasse befinden und außer Stande erklären, selbst jene Erzeuger zu bezahlen, die kleine EE-Einheiten besitzen, und neue große wirtschaftliche Verbindlichkeiten auf dem gesamten Marktspektrum schaffen.

Die von der kommissarischen Regierung, in deren Händen sich die Gefahr des „Knalls“ der Energiebombe befindet, vorqualifizierte Lösung ist die umgehende Gewährung von Krediten an die Betreiber in Höhe von 300 Mio. Euro seitens der staatlichen Hinterlegungskasse. Praktisch verschafft dies dem System eine kleine Atempause, löst das Problem jedoch nicht endgültig.

Geringschätzung und Ausverkauf der nationalen Ressourcen

Sie tun also genau das, was im ganzen Land getan wurde: Sie versuchen, bei uns mit Krediten (im Fall des Memorandums seitens der Troika) die Resultate der einebnenden und auf Steuereinnahmen fokussierten Politik zu „kurieren“, die noch mehr Schulden und noch größere „Löcher“ in die Kassen reißt. In diesem Klima werden die an … Wäscheklammern zur Privatisierung ausgehängten Energieunternehmen – wie die DEPA oder auch die DEI – vollständig abgewertet, mit dem Ergebnis, dass sich die „Krähen“ über ihnen versammeln um sie zu erwerben und sich die Hände reiben, da ihr Marktwert ständig fällt!

Charakteristisch ist, dass der Börsenwert der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft unter 275 Mio. Euro sank, was bedeutet, dass die von dem Staat gehaltene Beteiligung auf ungefähr 140 Mio. Euro veranschlagt wird! Also Krümel!

Und noch etwas zuletzt: Die Anhänger des Memorandums und der angeblich liberalisierten Märkte führen in ihren Berichten fast … stolz an, der Repräsentant des IWF in Athen, Bob Traa, sei vollumfänglich über den drohenden Blackout informiert, und meinen, dass er der Finanzierung des Systems durch die staatliche Hinterlegungskasse nicht widerspreche. Was bedeutet dies? Würden sie das System infolge des wirtschaftlichen Würgegriffs zusammenbrechen lassen, wenn Bob Traa nicht einverstanden wäre? Gibt es denn nicht einmal mehr eine Spur der Scham?

(Quelle: To Pontiki)

SYRIZA als Machtpartei in Griechenland

7. Juni 2012 / Aufrufe: 522 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Stavros Christakopoulos

Die Präsentation des Programms der SYRIZA-Partei am vergangenen Freitag (01 Juni 2012) gab in Griechenland den Startschuss zur … Polarisierung des Wahlkampfs.

Die beiden gegnerischen Pole gingen in die Zielgrade zu den Wahlen am 17 Juni 2012 – fast von den selben Startpositionen, jedoch mit einigen Fakten sehr viel klarer als vorher. Hauptsächlich jedoch mit der Signalgabe, dass bei den Wahlen nun zwei Machtparteien gegeneinander antreten werden.

Zugegeben, bis zum Freitag stellte sich folgendes Bild dar:

  • Auf der einen Seite gab es die Nea Dimokratia (N.D.), mit ihrer allen bekannten Agenda, jedoch auch den politischen Lasten, welche die gemeinsame Regierung mit PASOK und LAOS im Rahmen der Regierung Papadimos auf ihrem Buckel kumulierte.
  • Auf der anderen Seite hatten wir die SYRIZA, mit dem Elan der Wahlen des 06 Mai, aber auch einer Verwirrung bezüglich ihres Programms, über das häufiger – und gewöhnlich diffamierend – die Wahlgegner sprachen als sie selbst. Damit war am Freitag Schluss.

Das neu begonnene politische Kapitel wird von einigen neuen Fakten gekennzeichnet, von denen unbekannt ist, wie sie in den nächsten Tagen funktionieren werden:

  1. Wie vorstehend gesagt begann die Polarisierung am Freitag, weil nun, nachdem das Volk endlich ein allgemeines Bild der Programme beider Parteien hat, es auf der Zielgeraden zu den Wahlen sein endgültiges Wahlkriterium gestalten kann.
  2. Die SYRIZA wendete sich am Freitag zum ersten Mal direkt – ohne mediale und sonstige Vermittlungen – auch an die konservativen oder „in der Mitte angesiedelten“ Wähler und sprach sie erstmalig offen mit einem Machtvorschlag und nicht nur der „Mitgift“ der Proteststimme an.
  3. Jetzt wird sich entscheiden, ob Tsipras den nicht linksgerichteten Wähler wirklich „erschreckt“ oder aber geschafft hat, ihm „vertrauter“, vielleicht akzeptabel zu werden oder sogar – und in welchem Grad – eine alternative Machtlösung zu bieten.
  4. Ebenfalls wird sich nun entscheiden, ob der linksgerichtete Wähler von dem „Paket“ der SYRIZA und des Tsipras zufriedengestellt und in seiner am 06 Mai getroffenen Entscheidung bestätigt wird.
  5. Da die Polarisierung sich in den kommenden Tagen verstärken wird, wird sich entscheiden, ob die hinsichtlich ihrer Kraft kleineren Parteien dem gebieterischen Druck zur Wahl einer Regierung widerstehen können werden.
  6. In dem Raum zwischen ND und SYRIZA angesiedelte Parteien mit einer Wählerschaft, die im Zielsegment beider Parteien liegt, sind von einem noch höheren Druck aus dem Dilemma der Wahl einer Regierungsmacht und folglich mit Schrumpfung bedroht.

Die Antworten auf die vorstehenden Themen werden unter anderem – ungewiss, in welchem Maß – von gewissen „qualitativen“ Fakten bestimmt werden, welche die letzten Meinungsumfragen dokumentierten.

  • Das Dilemma bezüglich des Verbleibs im Euro oder eines Ausscheidens scheint zwar die ND zu konspirieren, jedoch eine sehr viel geringere „Funktionalität“ und Erwiderung im Raum der PASOK-Partei und eine noch geringere bei den Unabhängigen Griechen, den Unentschlossenen usw. zu haben. In der Mehrzahl scheinen die Leute … „nicht anzubeißen“.
  • Die Strömung zum Umsturz des nach dem Regimewechsel (Anmerkung: nach der Junta) etablierten Machtsystems, so wie diese am 06 Mai verzeichnet wurde, hat ihre Dynamik nicht nur nicht ausgeschöpft, sondern – wie alle Demoskopien dokumentieren – seit dem Folgetag der Wahlen die „Aktie“ der SYRIZA in die Höhe getrieben, die etliche Einheiten über ihrem Wahlergebnis „gehandelt“ wird.

Auf der anderen Seite wird die ND nicht nur einen Kampf um die Macht, sondern auch die Existenz führen: verliert sie, geht sie verloren. Der nächste Tag wird sie in gegenseitiger Zerfleischung vorfinden, nach einer Orientierung, Führung und vielleicht neuen Identität suchend.

Die sich zwingend bildenden Fragen sind zwei:

  1. Ob die ND es schaffen wird, eine Verlängerung ihres Lebens zu erhalten, oder ob die Lebenszeit des verbliebenen Pols des nach dem Regimewechsel etablierten Machtsystems bereits abgelaufen ist.
  2. Ob die SYRIZA davon überzeugen kann, außer der Rolle des Protestträger bereits auch die Führung der Regierung eines zusammenbrechenden Landes übernehmen zu können.

Eine Antwort werden wir auf die eine oder andere Weise in den nächsten Tagen erhalten. Vorläufig ist die billige Feststellung, dass im Gegensatz zu der ND die SYRIZA eine Niederlage ohne Knirschen überstehen kann.

Abschließend sei – hoffentlich korrekt – die Einschätzung eines Freundes mitgeteilt, der … nicht zu den Anhängern der SYRIZA zählt. Er sagte also am Freitagnachmittag:

Der griechischen Gesellschaft ist bewusst, dass sie mit diesen Beiden (Anmerkung: gemeint sind ND und PASOK) für viele Jahre erledigt ist. Anstatt also untätig in der Mitte der Ebene zu sitzen und von den Maschinengewehren durchsiebt zu werden, sehe ich als wahrscheinlicher, dass sie losstürmen wird, um die Höhe einzunehmen. Und wenn sie dabei fallen muss, dann wenigstens kämpfend und in Würde.

Wird es so geschehen? Die Wahlurne – und nur die Wahlurne – wird es zeigen …

(Quelle: To Pontiki)

Alexis Tsipras – das absolute Böse in Griechenland

5. Juni 2012 / Aufrufe: 1.010 11 Kommentare

Autor: Katerina Angelidaki

Niemals zuvor wurde so viel Gift und Galle gespuckt. Fast niemand – nicht einmal Politiker mit einem langen und extrem zweifelhaften politischen Werdegang – konzentrierte jemals so viel Raserei auf sich wie der Vorsitzende der (sogenannten „linksradikalen“) SYRIZA-Partei. Alle, „innerhalb und außerhalb der Mauern„, haben sich auf ihn gestürzt um ihn lebendig zu fressen.

Tsipras ist der Feind No. 1 des Vaterlandes. Solltet Ihr in wählen, sind wir ruiniert. Lasst Euch nicht einfallen, ihn zu wählen, er wird uns auslöschen.“ Einschüchterungen, Drohungen, Beleidigungen, Ironie, Verhöhnungen – gegen jemanden gerichtet, der neuerdings das absolute Böse im Land verkörpert.

Und ich frage mich: Ist es möglich, dass heutzutage ein einziger Mensch in der Lage ist, eine ganze Nation zu vernichten? Ja, natürlich. Sofern er Tsipras heißt. Ist es möglich, dass alle, die ihn mit einem solchen Hass beschimpfen, nicht daran denken, im selben Moment einen Super-Volkshelden und das potentielle Idol einer ganzen Gesellschaft aufzubauen? Ja, natürlich. Sofern sie zu dem politischen und medialen Establishment zählen, welches den Ball verloren hat und dem Gegner ein Beinchen zu stellen organisiert, um wieder das Spiel zu übernehmen.

Ich hatte beschlossen, mich in dieser Rubrik über keine Partei zu äußern. Und ich tue es wieder nicht. Ich spreche ausschließlich über das Niveau der Polemik gegen den Vorsitzenden der SYRIZA, verärgert, weil sich fast alle darauf eingeschossen haben, sich seiner als Sündenbock für den Zusammenbruch Griechenlands zu bedienen.

Also, nein! Kein Tsipras ist Schuld daran, dass wir dort angelangt sind, wo wir angelangt sind. Nicht Tsipras ist Schuld daran, dass unsere Politiker unfähig sind. Nicht Tsipras ist Schuld daran, dass keins der beiden Memoranden erfolgreich war. Tsipras hat auch keine Schuld an unserer kannibalischen politischen Kultur, die frisches Blut gewittert hat und unverschämt Menschen frisst.

Der Vorsitzende der SYRIZA ist natürlich streng für seine Strategie in dieser kritischen Stunde zu beurteilen. Auf keinen Fall darf jedoch das gehetzte griechische Volk in Bezug darauf eingeschüchtert werden, wem es seine Stimme geben wird. Es wird sie nach eigenem Gutdünken abgeben.

Das absolute Böse ist niemals ein einzelner Mensch. Wer auch nur eine antike Tragödie gelesen hat, weiß, dass niemand die persönliche Macht weder für den absoluten Ruhm noch die düsterste Katastrophe inne hat. Es sind Viele nötig, damit ein Land zerstört wird.

Das absolute Böse ist heute die fürchterliche Lage Griechenlands, das Werk vor allem jener, die es regierten. Bei allem anderen handelt es sich um Tricks und schändliche Vorwände.

(Quelle: To Pontiki)

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Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?

4. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.389 7 Kommentare

Eingereicht von: Griechenfan

Thema: Griechen arbeiten mehr als Deutsche

Erfindergeist, Sparen an teuren Materialien, Kreativität. Daran mangelt es in den Industrieländern, es kann anders gehen. Genau das hat mich nach Griechenland geführt. Nichts ist gerade und nichts perfekt. Das ist das Leben. Oder ist das Leben in Deutschland so toll? Ist es nicht schön, ein Rad neu zu erfinden?

Ich war dabei, als in Patras vor Jahren Behindertenbusse in die Fähre sollten. Sie waren sehr niedrig und es war ein Problem, sie auf die Rampe zu bekommen. Alle haben mitdiskutiert und Lösungen vorgeschlagen. Es hat eine Stunde gedauert und dann geklappt. Damals war ich als Deutsche etwas genervt, war ich doch an die Zeiteinhaltung gewöhnt und Diskussionen um solche Dinge nicht gewöhnt. Eine wirklich arrogante Haltung. Hier waren Menschen wirklich ernsthaft dabei, eine Lösung zu finden, weil sie die modernen Geräte wie in Deutschland nicht hatten. Ich habe es später sehr bewundert, zumal es dann eine Lösung gab.

Wir haben eine alte Ruine gekauft, mit sehr viel Selbstarbeit. Der Elektriker kam und hat uns Leitungen verlegt. Jeder Deutsche hätte die Hände über den Kopf geschlagen. Da wurde ein Loch gehauen auf einer wackeligen Leiter (da würden die Behörden für Sicherheit in Deutschland Strafen verhängen), Gewerkschaft? Der Lehrling musste ein Holz suchen, was hinein gehauen wurde. Der Anschluss angebracht und Zement drauf. Und? Die Lampe hängt heute noch. Geht doch. Wenn Ersatzteile nicht da waren, wurde eben mit viel Kreativität Alternativen gesucht. Manchmal hat es lange gedauert, aber … es hat immer geklappt. Ist das nicht das Leben?

Es geht immer nur um Produktivität und um Profit, um auf den Märkten mithalten, nicht mehr um das Leben. Es wird gesagt … und ich denke, da ist etwas Wahres dran: “In Deutschland lebt man, um zu arbeiten. In Griechenland oder anderen Ländern arbeitet man um zu leben”.

In der Tat haben hier viele Menschen mehrere Jobs um sich über Wasser zu halten. Ich habe noch nie so viel arbeitende und fleißige Menschen gesehen. Klar, es ist oft nicht so produktiv und in den Behörden gibt es nicht so sehr qualitativ ausgebildete Menschen. Es kann nerven und nimmt viel Zeit in Anspruch. Griechenland hat immer hinterher gehinkt. Aber vergesst nicht, es ist ein kleines Land mit sehr viel weniger Einwohnern als Deutschland und mit sehr viel weniger Technologie. Weniger Arroganz wäre hier angebracht.

Ja, und die Griechen wissen es ihr Leben zu feiern und miteinander zu sein. So viel Großzügigkeit und Herzenswärme. Und wisst ihr was? Ich habe noch nie so gute Ärzte erlebt. Sie haben zwar keine Sprechstundenhilfe und die Räume sehen nicht so edel aus wie in Deutschland. Aber sie nehmen sich Zeit und sind sehr genau. Sehr gute Diagnostiker und schauen nicht auf die Uhr, ob der Patient zu viel Zeit in Anspruch nimmt, weil ja Zeit Geld ist. Nein. Sie schicken Dich auf eine Reise, die etwas unbequem ist, weil Du erst mal hierhin und dahin musst. Blutuntersuchungen etc. zur Krankenkasse, um das abzuklären. Viele Wege für ein wirklich gutes Ergebnis. Klar ist es nicht so gut organisiert wie in Deutschland, aber sehr effektiv. Hier ist der Patient noch ein Mensch und keine Massenware.

Ich höre jetzt auf zu schreiben, weil mir so viel einfällt, was ich nicht schreiben kann. Klar, Griechenland ist nicht perfekt, manchmal nervt es mich so unendlich, aber ich bin auch Deutsche, die die Wurzeln nicht so ganz abschütteln kann. Aber …. ich fühle mich hier so viel besser aufgehoben trotz aller Widrigkeiten. Mensch sein, Mensch sein dürfen. In die Landschaft pinkeln können, Kapern sammeln, den Garten verwildern lassen dürfen, ohne dass sich Nachbarn aufregen oder ich eine Verwarnung bekomme. Mein Haus anmalen kann, wie ich es will. Das ist Griechenland für mich. Nachbarn, die sich um mich kümmern und umgekehrt. Nicht anonym sein.

Okay, ich werde emotional, aber das ist Leben. Ich will nicht, dass sich das alles ändert. Es heißt nicht, dass ich mit Allem hier konform bin. Das steht mir auch nicht zu, denn ich bin Zuwanderin und habe meine Wurzeln woanders. Ob die gut oder schlecht sind …. ?? Aber mein Herz schlägt in Griechenland, es ist ganz bewusst mit allen Widrigkeiten gewollt. Ich stehe dazu und möchte nie etwas Anderes.

Ich wünsche mir für Griechenland ein Land voller Stolz. Mit Veränderungen, die effektiv sind, aber nicht die Mentalität verändern. Die stark sind, das griechische Volk zu schützen und die Eigenheiten zu bewahren. Ich hoffe sehr, dass Griechenland, das Volk sich erhebt und sich vor dem Eurotrauma schützen kann. Hier geht es um ein Exempel und da wird über Leichen gegangen. In dem Sinne … Griechenland den Griechen! Ich hoffe, dass SYRIZA die Wahlen am 17 Juni 2012 gewinnt. Weg mit ND und PASOK. Ist zwar auch etwas unsicher, aber es gäbe eine Chance.

Die kritischsten Wahlen in Griechenland

23. Mai 2012 / Aktualisiert: 17. Juni 2012 / Aufrufe: 494 7 Kommentare

Autor: Michalou

Die kritischsten Wahlen in Griechenland … schön, wir schreiben auch mal Blödsinn, damit die Zeit vergeht … .

Das Volk hat gesprochen und die Löwen zu Hühnchen gemacht … . Die Bemühungen der politischen „Leuchten“ um die Bildung einer Vasallen-Regierung fielen ins Leere … . Diesmal fruchteten die – von wo auch immer kommenden – Erpressungen jedoch nicht. Das Panikgerede des Staatspräsidenten, der das Thema einer „nationalen Bedrohung“ stellte, damit eine Regierung zur Realisierung des Memorandums gebildet wird, sprich dass sie uns weitere 11,5 Mrd. Euro aus den Taschen ziehen, und der Rekapitalisierung der Banken mit den 50 Mrd. Euro, ist verflogen.

Als sein Mitstreiter stand ihm auch der Präsident der sogenannten Griechischen Bank, Provopoulos, zur Seite, der betonte, dass „allein gestern 800 Millionen Euro (700 in bar und 100 in Anleihen) von den griechischen Banken abgezogen wurden„. In der kritischsten Periode des Landes interessiert sich das politische Establishment, welches das Land in diese Lage gebracht hat, nur für sein Überleben … . Antonis, Beni und ein Ausbund von Technokraten beharren darauf, zu unserem Wohl“ zu regieren und haben unsere Spucke offensichtlich als Nieselregen aufgefasst.

Und in all diesem Klima der Panikmache natürlich auch wieder die Statements des Herrn Schäuble und anderer Nachfahren der SS, dass z. B. Deutschland einen fertigen Plan habe … (Frage des Autors: sind auch Backöfchen vorgesehen?). Sie sagen, unser Ausscheiden aus dem Euro vorbereitet zu haben, und sonstiges derartiges Zeug. Es gibt jedoch auch Analysen wie jene von Mark Grant, dem Autor des berühmten Buches „Out of the Box“, in dem er meint, Europa könne schließlich Griechenland gar anbetteln, das Geld zu nehmen, damit nicht ganz Europa zerstört wird. Er führt sogar an, dass die Gesamtverschuldung unseres Landes 1,3 Billionen Dollar betrage, was 40,60% des BIP Deutschland entspricht!

Andererseits führt die JP MORGAN an, dass die unmittelbaren Verluste eines Ausscheidens Griechenlands den Betrag von 400 Mrd. Euro erreichen würden !!! Natürlich würde es auch für Griechenland Konsequenzen geben, die jedoch so oder so über unserem Kopf schweben. Zur selben Zeit schreibt sogar Reuters … Wenn sie Griechenland aus dem Euro „herausdrücken“, werden die Folgen für Europa unberechenbar sein … . Griechenland, als kleine periphere Wirtschaft der Eurozone, wird sich irgendwann – vielleicht nach einem Jahr – wieder aufraffen, wann sich jedoch die Eurozone erholen wird, ist ungewiss.

Bringen wir es also zu Ende, machen wir die Wahlen und setzen wir einen Anfang … wir haben viel Arbeit vor uns, und je länger wir es hinauszögern, um so mehr werden wir nachher geradezubiegen haben … .

(Quelle: To Pontiki)

Griechenland: Der Weltuntergang und Alexis Tsipras

19. Mai 2012 / Aktualisiert: 17. Juni 2012 / Aufrufe: 866 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Marikaki

Alexis Tsipras, Vorsitzender der Allianz der Radikalen Linken in Griechenland, wird vielleicht Bundeskanzlerin Merkel bezaubern und den Weltuntergang abwenden können.

Höchstwahrscheinlich wird sich die Vorhersage der Mayas über den Weltuntergang einige Monate früher als in dem berühmten Kalender bestimmt erfüllen und seine Bedrohung über den griechischen Wahlen ausbrechen. Als einziger Weg zu Abwendung wird sich die Stimme für Vangelis Venizelos (PASOK) und hauptsächlich Antonis Samaras (Nea Dimokratia) erweisen, der vor Tsipras nicht etwa die Waffen strecken, sondern Mann gegen Mann mit den Kräften des Chaos und des Populismus ringen wird.

Der Blitz, der in das Flugzeug einschlug, welches Hollande nach Merkel brachte, ist bereits als Maskottchen der beiden Memorandums-Parteien … der beiden ehemaligen „Machtparteien“ in Beschlag genommen worden, und unter den ihm sehr wahrscheinlich angetragenen Projekten befinden sich auch der Schlag gegen kritische Infrastrukturen des Staates und der Versicherungsträger und speziell die Ausschaltung der Datenverarbeitungssysteme, mit höherem Zweck das Unvermögen zur Zahlung der Löhne und Renten.

Die Führungsstäbe von Antonis (Samaras) und Vangelis (Venizelos) hecken bereits „Verlautbarungen“ der Art „Tsipras druckt in der Parteizentrale an der Koumoundourou Drachmen“ aus. Auch wenn dies die Menschen direkt zu den Bankautomaten schicken wird, um abzuheben was ihnen verblieben ist, und mit all dem Verantwortungsgefühl, das Antonis und Vangelis steuert, den Zusammenbruch der Banken noch vor dem neuen Wahlgang verursacht.

Nea Dimokratia und PASOK werden den Wählern großmütig verzeihen

Gemäß den leitenden Köpfen der beiden Führungsstäbe kann sich dies sogar als eine Taktik von kritischer Bedeutung erweisen: irgendwo dort und unter Aufbringen ihrer höchsten Großherzigkeit werden sie dem griechischen Volk verzeihen, das sie am 06 Mai 2012 nicht gewählt hatte, und einen neuen großzügigen Kredit von IWF und EU zur unmittelbaren Rekapitalisierung der Banken versprechen – einen Kredit, der Griechenland bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Euro halten und die Rettung des (unter Kosten) verscherbelten Landes ab dem Punkt beschleunigen wird, an dem sie durch die Wahlen unterbrochen wurde.

Natürlich wird auch Tsipras nicht mit gefalteten Händen der Provokation und der Strapazierung des europäischen Profils zuschauen. Er wird Stratoulis und Lafazanis losschicken, um – ohne Gewalt, nur mit der Überzeugungskraft des sterilen Protests – Merkel bis zum Gebäude des SYN zu schleppen, damit sie sich eigenen Auges davon überzeugt, dass die beiden Hätschelkinder des Euro-Klerus unverschämt lügen und im Poker um ein paar zehntausend Proteststimmen gegen die führende SYRIZA-Partei praktisch den gesamten europäischen Überbau als Einsatz verzocken.

Merkel, die in all der Hetze gerade noch in ihren Taschen nach Blitzen für Rigilli und Ippokratous suchte (Anmerkung: gemeint sind die Parteizentralen von Nea Dimokratia und PASOK), wird ihren Blick auf das von Selbstvertrauen erfüllte Gesicht des Alexis Tsipras werfen und sich wahrscheinlich nicht der Überlegung verweigern können, dass „Alexis aus der Nähe besehen dank dieser Natürlichkeit der aus ihm heraussprudelnden Kraft sexier ist„. Vermutlich wird sie sich sogar mächtig darüber ärgern, zwei Jahre lang gezwungen gewesen zu sein, sich mit einem Haufen von Stinkern zu treffen, mal mit jenem Rotzbengel Giorgakis, mal mit dem bestialischen und potthässlichen Venizelos und schließlich mit Roboter-Greis Lukas Papadimos.

Dort, innerhalb der geschwärzten Wände und der unordentlichen Büros der Koumoundourou wird Merkel im Antlitz des Alexis Tsipras den Charme des Europas der Völker entdecken und Griechenland eine Gelegenheit geben, indem sie billiges Geld gewährt und bilateral den Zahlungsstopp und alles andere verkündet, was das SYRIZA-Programm begehrt.

Und Tsipras wird – nachdem er Griechenland und Europa gerettet hat – mit Obama telefonieren …

(Quelle: To Pontiki)

Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur!

13. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 809 7 Kommentare

Eingereicht von: Carlos

Thema: Warum die Rettung Griechenlands fehlschlug

Und ich wollte den Euro auch nicht. Was kam denn nach der D-Mark? Alles wurde teurer, eigentlich war – so betrachtet – 1 DM ein Euro. Ich wollte nie dieses Europa, diese Gleichmacherei. Denn das funktioniert nicht! Jedes Land hat Eigenheiten, und dazu gehören auch manche Gesetze. Für andere Länder mögen sie dumm klingen, erfüllen aber hier Bedürfnisse. In Deutschland gibt es Hartz IV, in Griechenland nicht. Also gab es durch die Pasok-Partei andere soziale Hilfsleistungen wie beispielsweise für Angehörige, Witwen usw.

Ich mag auch nicht mehr hören, wie das ausgenutzt wurde. Von Blinden, die keine Blinden waren, von Angehörigen, die Todesfälle verschwiegen und weiterhin die Renten kassierten. Das gibt es auch in diesem tollen Deutschland. Betrügereien mit Hartz IV, Sozialbetrug. Ich finde das nicht toll, kein Thema. Aber das hat Griechenland nicht in den Ruin geführt. Das hat der Euro getan. Seitdem geht Griechenland auf Talfahrt. Früher sind gerne Touristen gekommen und fanden es gut, mit ihrer D-Mark hier günstig Urlaub machen zu können. Der Spaß ist vorbei. Denn nun gibt es seit etlichen Jahren den Euro. Der Normalbürger in Griechenland hat nie so viel Geld wie in Deutschland verdient. In Südeuropa herrscht Schmalspur. Die Banken verdienen sich goldene Nasen und ich möchte nicht mehr hören, dass Deutschland dafür bluten muss. Die Südländer bluten aus.

Hier in Griechenland gibt es so viel Armut. Ich finde es sehr beschämend, hier solche schrecklichen Kommentare lesen zu müssen. Wenn ich nicht Angst hätte, dass die „Rechten“ hier übernehmen, wünschte ich mir eine neue Wahl in der Hoffnung, dass dann eine gemäßigte Linke hier das Land regieren kann. Weg mit dem Euro und der sogenannten Solidargemeinschaft. Griechenland kann das schaffen, schließlich wäre es nicht das erste Mal. Die Demokratie ist hier entstanden und wahrnehmbar, immer noch. Viele haben keine Krankenversicherungen mehr, werden dennoch in jedem Krankenhaus behandelt, wenn ein Notfall vorliegt. Ich liebe dieses Land immer mehr und habe noch nie soviel Sympathie empfunden. Die Griechen sind einfallreich und lassen sich nicht unterkriegen. Weg mit dem Euro, und wir leben mit Phantasie, Kreativität und Solidarität.

Hunger und Verelendung wird produziert und gewollt. Wir leben auf einer Erde, die genug für alle Menschen auf diesem Erdball hat. Es ist nicht gewollt. Wo bliebe der Profit? Ich bin nach Griechenland ausgewandert, weil ich diesen Perfektionismus in Deutschland hasste. Ich habe hier gearbeitet und mich sehr wohl gefühlt. Es gibt nichts „Gerades“ auf der Welt und jedes Land ist … anders „gerade“. Das ist Europa für mich. Jedes Land ist anders. Und gerade das ist doch sehr schön, oder? Die Deutschen haben die Bayern, mit Weizenbier und Brezeln, im Norden die Fischbrötchen und Matjes. Die Griechen haben den Tsatsiki, die Italiener die Pizza usw.

Ich fände es sehr traurig, wenn all das irgendwann vermischt würde. Wird es aber vermutlich irgendwann einmal, denn die Länder vermischen sich. Aber, die Landeseigenheiten sollten bleiben, das fände ich doch sehr schön. Warum sollte ich sonst noch in ein anderes Land reisen, außer weil mir Sonne und Strand gefallen? Lasst uns alle mutig sein, akzeptieren, dass es andere Gewohnheiten und Gesetze gibt.

Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur. Schöpfen wir neu aus unserer eigenen Kraft. Ich weiß, dass viele, die diesen Beitrag lesen, es völlig einfach finden. Es klingt nicht nur sehr einfach, es ist auch einfach … !