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Chrysi Avgi, Immigranten und 10 Fragen

8. Juli 2012 / Aufrufe: 700 9 Kommentare

Autor: Nikos Kakarikas

Die Rechtsextremisten in Griechenland fordern die Abschiebung aller Ausländer. Sind die Griechen jedoch bereit, die leeren Stellen auszufüllen?

Die „Schlacht“ der Kommentare zu dem letzten Artikel des Dimitris Kampourakis lesend wurde mir nun völlig bewusst, dass ein beachtlicher Anteil unserer Mitbürger heftig mit der Chrysi Avgi und allem, was diese vertritt, sympathisiert oder ihr wohlgesinnt ist. Verständlich und respektabel. Es ist ihr Recht.

Die Chrysi Avgi fordert unter anderem die Abschiebung aller Ausländer. Nehmen wir an, den Zauberstab zu haben, und bereits morgen sind alle Ausländer – kriminelle und gesetzestreue – aus Griechenland weg. Einfach so. Perfekt also. Wir haben keine Ausländer, nicht einmal als Muster. Griechenland gehört wieder den Griechen.

Wie wird es jedoch weitergehen? Wer werden diejenigen sein, die all die „schmutzigen“ Arbeiten tun, die wir, die verwöhnten Griechen, nicht machen wollen? Arbeiten, mit denen ältere Generationen kein Problem und auch keinerlei Scham hatten, sie zu tun? Ich habe zehn aufzeigende Fragen zu dem was geschehen wird, wenn plötzlich alle störenden Immigranten aus Griechenland verschwinden werden.

  • Erste Frage: wird die griechische Jugend die Stellen der Ausländer in der ganzen landwirtschaftlichen Produktion in ganz Griechenland übernehmen?
  • Zweite Frage: wird die griechische Jugend die Stellen der Ausländer in den Spülküchen der Restaurants, Hotels und nächtlichen Vergnügungszentren ausfüllen?
  • Dritte Frage: wird die griechische Jugend alle Ausländer ersetzen, welche tausende Häuser und Unternehmen nur in Attika reinigen?
  • Vierte Frage: wird die griechische Jugend alle Ausländer ersetzen, die 10 Stunden lang an den Nähmaschinen in den Kellergeschossen des Zentrums von Athen arbeiten?
  • Fünfte Frage: wird die griechische Jugend alle Ausländer ersetzen, welche auf Groß- und Gemüsemärkten arbeiten?
  • Sechste Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze in der Viehwirtschaft in der gesamten Peripherie ausfüllen?
  • Siebte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze im Baugewerbe ausfüllen?
  • Achte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze auf dem Konstruktionssektor ausfüllen?
  • Neunte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze bei den privaten Unternehmern bei DEI, OTE und EYDAP ausfüllen?
  • Zehnte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze bei den Transportunternehmen jeglicher Natur mit der unendlichen Schlepperei ausfüllen?

Keine der vorstehend angeführten Beschäftigungen bietet Büro, Klimaanlage oder Heizung, einen bequemen Sessel, Privilegien oder privilegierte Verhältnisse, Internetanbindung und Zugang zu Facebook oder Twitter. Alle fordern Erschöpfung, Schmerz und Geduld. Sind die Kinder der Griechen bereit?

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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Bier trinken und Griechenland retten

2. Juli 2012 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 1.662 10 Kommentare

Autor: Giorgos Nikolopoulos

Thema: Initiative zur Senkung der Verschuldung Griechenlands

Mit dem Volkan-Bier aus Santorin verfolgte Peter Nomikos nicht nur, dass wir einfach ein schmackhaftes Bier genießen. Er überlegte sich, dass wir sowohl trinken als auch gleichzeitig das Land retten, Schluck für Schluck. Sie lachen? „Indem sie das Bier kaufen, helfen die Konsumenten Griechenland, ohne dass es sie etwas kostet. Mit jedem Schluck tragen sie zur Senkung der Verschuldung bei. Wir haben reales Geld für die Rettung des Landes investiert„, erklärte er im Februar bei Athens Voice.

Wie genau Griechenland gerettet werden würde, wie die Verschuldung verschwinden werden würde, das war damals unklar. Die Erklärung ging damals in den Kleinmeldungen unter, vielleicht weil niemand dem Herrn Nomikos glaubte. Niemand? Fast niemand. Vangelis Marinakis, Präsident des Fußballvereins PAE Olympiakos, gab am Dienstag (26 Juni 2012) bekannt, die Verschuldung für 50 Griechen – Fußballspieler und Personal des Vereins – aufzukaufen, indem er griechische Staatsanleihen im Wert von 1,4 Millionen Euro erwirbt. Er führte sogar an, dass dies über die NRO Greece Debt Free (GDF) erfolgte, eine innovative Bewegung seines Freundes Peter Nomikos, eine „signifikante Initiative zur Minderung der griechischen Verschuldung„, welche der Olympiakos unterstütze. „Ich will ihre Freiheit kaufen„, verriet er Herrn Nomikos.

Wie zu erwarten war, „zwang“ die Schenkung des Präsidenten des Olympiakos Dutzende griechische Massenmedien, der Greece Debt Free Platz zu widmen, die meisten unter Hymnen und euphorischen Kritiken. Die Zeitung „Kerdos“ gratulierte herzlich zu der Initiative, der vielleicht „letzten Gelegenheit“ für das Land, auf „Sofokleousin.gr“ wurde geschrieben, dass somit alle „effektiv zur Reduzierung der öffentlichen Verschuldung beitragen“ können, während in „Ta Nea“ ein einschlägiger Artikel beherbergt wurde.

Was genau macht jedoch die Organisation Greece Debt Free und warum vertritt sie, das Land retten zu können? Die Begründung ist simpel: Wenn wir als Land eine Schuld von ungefähr 300 Milliarden Euro haben, „entsprechen“ jedem Griechen ungefähr 30.000 Euro als „persönliche“ Verschuldung. Wenn also jede Griechin und jeder Grieche griechische Staatsanleihen im Wert von 30.000 Euro kaufen würde, würde das Land in einer Nacht gerettet werden. (Der geniale Plan der Greece Debt Free nimmt sogar an, jeder von uns würde nur 3.000 – 4.000 Euro zahlen, weil die griechischen Obligationen auf dem sekundären Markt viel billiger gehandelt werden.)

Misstrauische Zeitgenossen könnten dagegen halten, dass die Kinder und Greise nicht zahlen können werden. Wie auch die Millionen armer Griechen ebenfalls nicht zahlen können werden. Dass diejenigen, die Millionen zahlen könnten, Marinakis und Nomikos, in Wirklichkeit jeder ungefähr 100.000 Euro gegeben haben. Dass es besser wäre, die möglichen Gelder gingen an wohltätige Zwecke, direkt an alle, die bedürftig sind. Dass die Preise der Obligationen sich wieder dem Nennwert nähern würden, wenn das Vorhaben glückt und die Greece Debt Free griechische Obligation im Wert von vielen Milliarden zu kaufen beginnt, und wir jeder näher bei 30 Tausendern zahlen werden müssen.

All dies sind begründete Argumente. Und trotzdem wäre es wieder eine sympathische Initiative. Vielleicht gutmütig, wahrscheinlich hoffnungslos naiv, völlig ineffektiv, jedenfalls erwähnenswert. Peter Nomikos würde so etwas wie Petsalnikos in der Business-Version sein, mit der entsprechenden Initiative des damaligen Parlamentspräsidenten für den – in die Hose gegangenen – Fonds zur Unterstützung Griechenlands. Jedoch ist er das nicht. Weil Peter Nomikos Geschäftsmann ist. Und objektiv bewirbt er mit der Greece Debt Free wunderbar sein Produkt.

Wie das geht? Herr Nomikos ermuntert – mit der Unterstützung auch des PAE Olympiakos – alle Griechen, massenhaft Produkte GDF (Greece Debt Free) zu kaufen zu beginnen, Produkte welche verpflichtet sein werden, die Hälfte ihrer Gewinnen für den Aufkauf von Obligationen abzuführen, und von der Organisation eine spezielle Zertifizierung erhalten. Das einzige Problem? Das einzige Produkt, welches bisher die einschlägige Zertifizierung erhalten hat, ist sein eigenes neues Produkt. Das Volkan-Bier wird somit bekannt und erhält gratis positive Erwähnungen in der Presse. Kurz gesagt, solange nicht auch andere entsprechende Produkte in Erscheinung treten, ruft Herr Nomikos uns auf, damit zu beginnen, fanatisch sein Bier zu kaufen, wenn wir Patrioten sind. Ist das ein Plan zur Rettung des Landes? Oder ein Werbetrick? Trink Bier, rette das Land …

PS: Das Thema erscheint fast so unglaublich, dass es das Interesse auch der ausländischen Medien erregte. Nicht mit den unüberlegten Hymnen der griechischen Medien, sondern zwischen Ernst und Spaß. Der Artikel in der englischen Online-Ausgabe des „Spiegel“ hat die (spöttische) Überschrift „Neues Projekt zur Rettung Griechenlands“ und beginnt mit der Frage „… are you serious?“, während er auch über die Steuerbefreiungen all jener erfahren möchte, die ihr Geld spenden. Das Wall Street Journal konzentriert sich auf den „gebräunten“ reichen Unternehmer mit den hautengen Jeans, dem das Rudern gefällt, führt das Bier Volkan an und schließt mit einer einschlägigen Erklärung des Vangelis Marinakis: anything “is worth trying”. Wirklich alles, zum Teufel?

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Sie retten die Banken und lassen die Menschen sterben

1. Juli 2012 / Aufrufe: 883 3 Kommentare

Autor: Giorgos Papasotiriou

Die Banken wurden gerettet, aber nicht auch die Menschen. Ein weiterer, der Rentner in Galatsi, stürzte sich vorgestern aus der 3. Etage vor die Füße des Gerichtsvollziehers.

Am selben Tag beschloss die politische Elite der Europäischen Union die Rettung des europäischen Finanzsystems. Die Austeritäts-Politiken werden jedoch weiterhin gelten, da die 120 Mrd. für die Konjunktur Krümel sind, weil sie für ganz Europa sind. Somit werden Millionen Arbeitnehmer weiterhin von dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein, sie werden tausende Rentner aus ihren Wohnungen sowie auch aus dem selbigen Leben vertreiben.

Ich kann nicht mehr! Warum? Warum?“ rief der tragische Selbstmörder in Galatsi in die Tiefe stürzend. Dieses ungeheure „Warum?“ eines Menschen, der sein Leben lang Häuser baute, und an seinem Lebensabend wollten sie ihn ohne Wohnung, ohne Unterkunft lassen. Die Politiker scheinen jedoch wichtigere Probleme als die Miete eines Rentners in einem Wohnbezirk in Attika zu haben. In ihren Augen hat diese Welt keine Seele, sie hat keine Menschen, sie hat nur Zahlen und Daten, sie hat nur Preise und Tabellen. Jene, die niemals mit ihren Augen ein Korn Weizen gesehen haben, entscheiden über dessen Preis, entscheiden über Leben und Hungertod hunderttausender Menschen. Um genau zu sein, sie beschließen nicht, sie verurteilen nur einfach, da für sie die Menschen überflüssig, unsichtbar sind.

Was jene betrifft, die glauben, der Beschluss der Gipfelkonferenz sei eine positive Entwicklung (siehe SYRIZA) und stelle eine Niederlage Merkels dar, machen einen großen Fehler. Deutschland erlangte in Gegenleistung für sein Nachgeben im Thema der Nichtbelastung der Verschuldung der Mitgliedstaaten der Eurozone (wegen der Rekapitalisierung der Banken) die Kontrollaufsicht des Banksystems aller europäischen Länder sowie deren Etats. Dies stellt mit anderen Worten eine Abtretung nationaler Souveränität an Deutschland dar! Das Vierte Reich ist also da. Und es brauchte keinen Krieg, sondern die wirtschaftliche Durchsetzung und Vorherrschaft.

Besteht die Möglichkeit einer Änderung dieses Kurses? Was Griechenland betrifft, ist es wahr, dass wir profitieren und die Kredite und die Verschuldung, die zur Rekapitalisierung der griechischen Banken erfolgten, um 50 Mrd. Euro mindern können. Das ist jedoch nicht genug. Griechenland benötigt einen Aufschwung, und Europa eine andere Politik, da die derzeit befolgte Politik weiterhin neoliberal ist und den nationalen Interessen der Deutschen dient. Weil das Nachgeben Berlins und seine … Solidarität immer mit der Gegenleistung der Abtretung nationaler Souveränität erfolgen. Das ist natürlich zumindest inakzeptabel.

Was wiederum die Allianz mit den Staaten des Südens betrifft, über die wir so lange sprechen, scheint sie danach ohne uns stattzufinden. Deswegen lasst uns endlich die Entwicklung unserer Allianz mit den südlichen, aber auch allen anderen peripheren Kräften wie Portugal und auch Irland sehen, damit Europa seine alten Ziele und seine verratenen Werte wiederfindet. Weil – wie wir schon sagten – der Ausgang aus der Krise entweder europäisch oder gleichberechtigt sein und die diachrone nationale Würde aller Völker respektieren oder nicht existieren wird.

Quelle: Giorgos Papasotiriou – Σώζουν τις τράπεζες, σκοτώνουν τους ανθρώπους
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Danke, stolze Patrioten in Griechenland!

30. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 932 9 Kommentare

Autor: Griechin62

Thema: Tzimeros über das Wahlergebnis seiner Partei im Juni 2012 in Griechenland

Thanos Tzimeris ist ein griechischer Bürger, der schlaflose Nächte hatte und es nicht mehr ertragen konnte, das Geschehen in Griechenland von seinem Sofa aus zu beobachten und beschloss, nicht mehr untätig sein zu wollen. Er beschloss zusammen mit einer handvoll Gleichgesinnter, eine Bürgerbewegung zu gründen, um den stillen Bürgern eine Stimme zu geben. Um so die Möglichkeit zu schaffen, zu zeigen, dass es auch griechische Bürger gibt, die keinen Marmor von Gebäuden abreißen, die nicht mit Molotows werfen, die nicht ganze Straßenzüge in Brand setzen oder tagelang streiken …, um der politischen Elite ihren Unmut über deren Umgang mit der Krise zu übermitteln.

Aus einer Bürgerbewegung ist eine junge frische Partei geworden, aus Bürgern wie Du und ich, mit aktiven Mitgliedern aus allen Schichten und Tätigkeitsbereichen. Thanos Tzimeros ist der Gründer und Vorsitzende dieser Bewegung und später der Partei, mit der meines Erachtens wunderbaren Gabe, das Problem Griechenlands beim Namen zu nennen, ohne Schonung der gesamten korrupten politischen Elite und deren Lakaien.

Das Ganze für Jedermann verständlichem klar auf Neugriechisch und nicht in der steifen Hochsprache der Behörden und Akademiker (Katharevousa) formuliert; obwohl er ein Befürworter für den Erhalt der altgriechischen Sprache ist. Er tat es aber, weil er es für sehr wichtig hielt, dass auch ein Kind und ein nicht gebildeter griechischer Bürger ihn verstehen kann – was niemanden der alten politischen Elite jemals interessiert hat, eher war sogar gewünscht, nicht verstanden zu werden! Da diese junge Partei „Dimiourgia Xana“ und deren Gründer in der politischen und medialen Szene unerfahren waren und immer noch sind, wurden sie von dieser Szene (vor allem von den Medien) in der Luft zerrissen und mit unvorstellbaren Dreck beworfen.

Bei dem ersten Wahlkampf, für die Wahl am 06 Mai 2012, wurden sie nicht ernst und auch teils nicht einmal wahr genommen. Staatliche (und ich glaube auch private Fernsehsender) gaben ihnen keine oder kaum Möglichkeiten, sich zu präsentieren, indem man ihnen die gesetzlich zugestandenen Sendezeiten vorenthielt. Sie erhielten diese Möglichkeit erst zwei oder drei Tage vor der Wahl und – wenn ich mich recht erinnere – erst nach einer im Eilverfahren erlassenen einstweiligen Verfügung. Vorher haben sie versucht, sich von Mund zu Mund, per Internet mittels Facebook, Twitter, YouTube usw. bekannt zu machen. Allein durch diese Versuche haben sie es geschafft, ein großes Interesse zu wecken. Diese eine Stunde Sendezeit gab ihnen dann auch noch einen Schub, so dass sie, obwohl der größte Teil der Bevölkerung sie gar nicht kannte, mit 2,2% die Überraschung der ersten Wahl wurden.

Danach fing die absurde und meiner Meinung nach ungerechte Schlammschlacht an. Medien ließen an Thanos Tzimeros kein gerades Haar mehr dran! Sie nahmen ihn auseinander und fingen an, Lügengeschichten über ihn zu verbreiten, wie beispielsweise, er sei Zeuge Jehovas – und zwar, weil im Parteiprogramm von der Trennung von Kirche und Staat die Rede ist. Im September 2011 schrieb er einen Brief an Angela Merkel, der medientechnisch ebenfalls negativ ausgeschlachtet wurde (für mich war dieser Brief der positive Auslöser, der mein Interesse für diese Partei weckte). Er wurde ständig gefragt, warum er sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin geschrieben hat; „sehr geehrte“ wurde ins Griechische irgendwie falsch übersetzt, ich glaube, in „sehr hochachtungsvolle“ Frau Bundeskanzlerin. Dann störte man sich daran, dass er geschrieben hat: Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, wäre ich an Ihrer Stelle, würde ich sagen: „Soll doch dieses Land zum Teufel gehen„. Diese Phrase wurde ihm als Hochverrat angekreidet und außerdem mit Absicht vermieden, auf den ganzen Inhalt des Briefes richtig einzugehen. Man warf Tzimeros auch vor, der Brief sei so verfasst, als ob er es ihm Namen des griechischem Volkes geschrieben hätte. Und daher wurde ihm auch ständig die Frage gestellt, wer ihn legitimiert habe, so einen Brief im Namen des Volkes zu schreiben und was er sich dabei gedacht habe, Interna des Landes und dessen Misere nach außen zu tragen und wer er zu sein glaube, der „Messias“, der Griechenland retten würde?!“

Der Arme Kerl wurde zu Kleinholz gemacht, trotzdem hat er immer wieder tapfer und mit Energie versucht, es zu erklären und richtig zu stellen. Ich fand und finde ihn immer noch Klasse und war und bin immer noch beeindruckt von seinem Mut und seiner Ehrlichkeit! Tzimeros hat zwar auch ein paar meiner Meinung nach kleine Fehler gemacht, wie beispielsweise, sich mit einer anderen kleinen Partei, nämlich mit der „Drasi“ zu einem Wahlbündnis zusammenzutun, um bei der Wahl am 17 Juni 2012 gemeinsam die 3%-Hürde für den Einzug ins Parlament zu überwinden. Deren Slogan lautete aber „Politik ohne Politiker“ und Parteivorsitzender der „Drasi“ war Stefanos Manos, ein Vertreter der alten politischen Elite. Das wurde Thanos Tzimeros aus den eigenen Reihen und von Wählern seiner Partei übel, und so rutschte seine Partei / Bewegung „Dimiourgia Xana!“ von den im Mai 2012  erreichten 2,2% im Juni 2012 auf 1,6% ab! Die Enttäuschung über das schmutzige Spiel der Medien und die Rufmordkampagnien hat ihn veranlasst, die in Rede stehende ironische und verbitterte Mitteilung zu schreiben.

Meine Meinung dazu: Der Umgang der Medien mit der Erscheinung dieser Bürgerbewegung, die sich entschied eine Partei zu werden, zeigt wie manipulativ die Medien in Griechenland agieren und wie wenig Interesse sie haben, dass Griechenland aus der Krise kommt, und mehr ihre eigenen Interessen verfolgen. Thanos Tzimeros griff nämlich auch die Journalisten an, und das war wohl ein schwerer Fehler. Denn den Journalisten war es wichtiger, ihn ins Aus zu katapultieren, als ihm Fragen zu stellen, über sein Parteiprogramm und wie er über die Krise und die Möglichkeit zu deren Überwindung denkt. Die griechische Bevölkerung wird manipuliert und in die Richtung geleitet, wie es die Interessenelite wünscht. Wie sagt man so schön: „ein Volk wird von denen regiert, die sie verdienen!“

Ich persönlich bin vom Wahlergebnis sehr enttäuscht und es hat mir gezeigt, dass wir Griechen noch nicht tief genug gesunken sind! Wenn ein Volk erneut die gesamte alte korrupte politische Elite wählt, die über Jahrzehnte im Parlament sitzt und das Land in die heutige Situation gebracht hat, dann kann es nichts kapiert haben und es kann noch nicht allen schlecht genug gehen!

Es waren in den letzten Jahrzehnten alle im Parlament beteiligt an diesem Spiel der Ausbeutung und Korruption, alle haben zugeschaut, regiert und oder nur Gegenpolitik gemacht. Es ging allen nur darum, etwas vom Kuchen abzubekommen, und es ging dabei nie um das Wohl des Landes und der Gesellschaft. Ob sie PASOK, ND, SYRIZA, KKE oder Lakaien heißen. Alle waren auf ihre Art und Weise an irgendeinem schmutzigen Spiel beteiligt. Die Bevölkerung hat aus Not, Habgier, Schwäche, Interesse und Vorteilen mitgemacht und sich so daran gewöhnt, dass sie sich nicht traut, etwas Neues zu probieren. Und glaubt fest daran, dass sie nicht in der Lage sei, mit ihrer Stimme etwas zu ändern, weil sowieso alles eine abgekartete Sache wäre. Sie machen etwas Brimborium mit ihrer Stimmabgabe, in dem Glauben, sie würden so ein Zeichen setzen und vielleicht ändert sich ja doch etwas, aber bitte nur das, was auch im eigenen Interesse liegt; lächerlich!

Ich war jetzt vor, während und nach der Wahl in Griechenland und habe mir einige Kommentare von meinen Landsleuten angehört, wie: Tzimeros mit der „Dimiourgia Xana“ entspricht mir zu über 80%, aber seine Partei ist nicht genug gegen Merkel, gegen Europa und gegen das Memorandum. Auf meine Frage, ob sie das Memorandum gelesen hätten, kam die Antwort „nein, brauche ich nicht, ich sehe und spüre am eigenen Leibe, was in Griechenland los ist„, und es heißt, dass das so im Memorandum stehe und von Merkel es so gewollt sei. Auf die Frage, ob sie sich nicht vorstellen könnten, dass man das Memorandum vielleicht anders in Griechenland umsetzt als es von den europäischen Partnern verlangt wird, kam, „nein warum sollten sie das tun?

Oder ein anderes Beispiel. Ich traf einige Leute, die mir offen erzählten, sie haben die Nazis gewählt. Auf meine Frage nach dem Warum kam die Antwort: „Damit sie ein Zeichen setzen und die verbrecherischen, korrupten Politiker, die Malakes verkloppen und in die Schranken weisen. Damit die das ganze Gesocks / die Ausländer aus dem Land jagen!“ Auf meine Frage, ob man nicht auch ein Zeichen gesetzt hätte, indem man etwas kleines Ungefährliches gewählt hätte, wie die Grünen oder so etwas wie die Dimiourgia Xana oder von mir aus die Demokratische Linke, wurde entgegnet: „Was können die schon ausrichten, da wäre meine Stimme doch nur verloren!“ Was für ein Witz, leider nichts zum Lachen! Von zehn Personen bekam ich nur von drei eine vernünftige Antwort; mein armes Griechenland, wann kommst du endlich zur Besinnung?

Meinen Urlaub, der so oder so aus unschönen Umständen kein Urlaub war, benutzte ich dafür, ohne Eigennutz für die „Dimiourgia Xana“ zu werben und Flyer zu verteilen. In den letzten neun Monaten habe ich nur zwischen 2 und 6 Stunden Schlaf gehabt, vor Sorge um meine Familie, meine Heimat und vor lauter Zukunftsangst. Habe versucht, so viel wie möglich an Informationen aus Fernsehen und Internet zu bekommen um zu erfahren, in welcher Richtung das Ganze mit Griechenland und Europa gehen wird.

Aber meine stolzen „patriotischen“ Landsleute wollten ein Zeichen setzen, idem sie ND, SYRIZA, PASOK, ANEXARTITI, Chrysi Avgi und KKE wählten! Die Grünen waren zu grün, ist ja auch zu anstrengend, etwas umweltfreundlich zu sein, die Dimiourgia Xana war ihnen zu ehrlich, zu viel Logik und Selbstverständliches, zu viel konnte man verstehen (das ist gar nicht gut!), zu viel für Memorandum, Merkel und Europa, ach einfach zu viele einfache Leute wie du und ich. Ach ja, da ist ja auch noch die „Koinonia“ und andere kleine Parteien, wer ist / sind das denn …? Ach, zu viele Parteien, da muss man sich ja die Zeit nehmen, um die ganzen Programme zu lesen und informiert zur Wahl gehen. Da ist es doch einfacher, man bleibt bei dem Altbewährten, da weiß man wenigstens was man hat, wir mischen das Ganze nur mal etwas durch, und die finden schon die passende Lösung für uns Bürger.

Danke meine stolzen Patrioten! Der Bürger „Ellinaras“ hat gewonnen, ob er rechts, links, extrem oder sonst wie ausgerichtet, hat es leider bei der Wahl gezeigt mit dem allgemeinen höchsten Prozentsatz! Und dem Bürger „Logik“, der für sein selbstverständliches Recht gekämpft und seine Stimme bei den kleinen Parteien abgegeben hat, zeigten die Wahlen, dass sie leider nur 5-7% der Bevölkerung ausmachen. Das heißt auch, dass der logisch denkende Grieche noch warten muss, bis in Griechenland das Selbstverständliche regiert. Solange warten, bis auch die über 90% der stimmberechtigten griechischen Bevölkerung kapiert haben, dass das gesamte Parlament und dessen Lakaien zum Mond geschossen werden müssen, damit wir vielleicht die Chance bekommen, vorwärts zu schreiten. Dieser Zeitpunkt wird jedoch leider der Sankt Nimmerleinstag sein!

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Deutschland, Deutschland, über … Allen?

26. Juni 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 798 16 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Krise und Vollendung

Es ist unbeschreiblich, wie sehr Deutschland die Vollendung der Vereinigung Europas will. Seit vielen Jahrzehnten, und nicht zu vergessen, dass es zwei Weltkriege verursachte, welche die Mehrheit der Länder in Schutt und Asche hinterließen, und das griechische Gold – sprich den „Besatzungskredit“ – zu Staub machte.

Außerdem sind für den Staat als Gebilde weniger die Entschädigungen für die deutschen Bestialitäten das zentrale Thema. Diese stellen eine Rehabilitierung der Nachfahren all jener dar, die durch die deutschen Barbareien ihr Leben verloren. Das zentrale Thema ist die Rückzahlung des Besatzungskredits, der in Vergessenheit gerät.

Berlin also, das weiterhin von der vollständigen Kontrolle des Alten Kontinents träumt, teilte in den letzten Tagen bzw. in Erwartung der Zuflucht auch Spaniens zu dem Rettungsmechanismus mit, die Vollendung Europas müsse beschleunigt werden. Bezeichnend sind die gegenüber der französischen „Figaro“ abgegebenen Erklärungen des Außenminister des Landes, Guido Westerwelle, der das Thema praktisch auf seine Basis brachte. Indem er also äußerte, „die Krise zeigte, dass die Notwendigkeit zur Beschleunigung der Vollendung besteht„, meint er im Wesentlichen, dass es für den starken Norden eine Gelegenheit sei, den wirtschaftlich schwachen Süden zu „absorbieren“.

Außerdem, für Deutschland und speziell seinen Außenminister „ist Europa mehr als nur ein gemeinsamer Markt und eine gemeinsame Währung. Es ist eine Gemeinschaft zum Ausdruck einer Kultur.“ So wie wir sagen, in welchem Bezug steht die griechische Küche zu der polnischen und die spanische zu der finnländischen Musik? Von einer solchen kulturellen Osmose sprechen wir!

Nein, wie sich Europa heute präsentiert, besteht es in nichts anderem außer einem geographischen Begriff – und selbst das ist relativ. Sei es auch einem wirtschaftlichen, wegen der gemeinsamen Währung, die jedoch allerdings nur für 12 der 27 Mitglieder der Union gemeinsam ist. Das Europa der christlichen Religion, des römischen Rechts und der griechischen Kultur, als Definition des Paul Valéri, besteht nicht nur nicht, sondern tendiert vor dem Willen der mächtigen Akteure nach Macht mit Füßen getreten zu werden – auf Basis auch der nietzschen Philosophie.

Die Schuman-Vision bezüglich einer Vereinigung der Länder, damit ein neuer Krieg vermieden wird (genauer gesagt war das Ziel die völlige Kontrolle der deutschen Wirtschaft, daher auch die Montanunion), wurde vollständig in ein deutsches Bestreben umgekehrt, alles und jeden zu kontrollieren. Und das müssen wir eingestehen, nämlich dass es einen deutschen Erfolg trotz der Tatsache gab, dass zu dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschland alle beitrugen – von der Wirtschaftshilfe der USA bis hin zu den griechischen Arbeitskräften.

Die große Frage ist also, unter welchen Bedingungen und Umständen wir Europäer diese Vollendung wünschen. Weil sich der sogenannte Euroskeptizismus inzwischen zu einer Reaktion auf eine Union nicht auf Basis der Parität, sondern auf Basis der vollständigen Unterjochung wandelt. Und so etwas wird nicht leicht akzeptiert werden.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Faschismus und die Chrysi Avgi in Griechenland

20. Juni 2012 / Aufrufe: 610 5 Kommentare

Autor: Giorgos Ch. Papasotiriou

In Arta werden Hinterhalte gelegt und Immigranten auf den Feldern und in den Orangenhainen gejagt. In Mesolangi, wie auch in den Wohngegenden in Athen, rufen die Anwohner nicht die abwesende und immer ineffiziente Polizei, sondern die Chrysi Avgi, die wie eine Schatten-Polizei mit Charakteristika der Ku-Klux-Klan agiert und gegen gerechte und nicht Immigranten Selbstjustiz übt, sie terrorisiert und zusammenschlägt. Diese paramilitärische Organisation wurde bei den Wahlen am 17 Juni 2012 von den Wählern honoriert, den Triumph der Unbildung, des Hasses, aber auch der Verzweiflung der schutzlosen Bürger darstellend.

Hier existiert jedoch nicht nur eine faschistische Formation, sondern auch jenes Element, welches die eine Seite des inzwischen drohenden sozialen Bürgerkriegs darstellen wird. Das Phänomen ist nicht nur griechisch. Auch in Großbritannien hatten sich vor geraumer Zeit die Gewerkschaften erhoben, nicht gegen die Banken, nicht gegen jene, welche die Wirtschaftskrise verursachten, und auch nicht gegen die Regierung, sondern gegen die Immigranten! Das „inländische Proletariat“ greift das „ausländische Proletariat“ an. Die Verlegung der Konfrontation in die Peripherie, der „Bürgerkrieg der Unterschicht“, das was die amerikanischen WASPs auf eine Wissenschaft in den USA zurückführten, wird nun nach Europa gebracht.

An allem haben die Immigranten schuld, jene, die uns die Arbeiten … wegnehmen. Jene, die jedoch früher (z. B. bei den Olympischen Spielen) die billigen und ohne Versicherung beschäftigten Arbeitskräfte waren, welche den großen Bauinteressen dienten. Jetzt haben an allem die Ausländer schuld! Das System benötigt ein Sühneopfer, einen Sündenbock, um seinen Konkurs zu verstecken. Gestern waren es die Hebräer, heute die Immigranten. Die menschliche Seele ist jedoch eine und allgemeine (überall die selbe), sagte Spinoza und antwortete so den Rassisten jeder Epoche, welche gewissen Menschen, aber auch Völkern eine in den Genen liegende oder atavistische „Schlechtigkeit“ anlasten.

Der Hass, wie auch die Liebe, werden durch die kleinsten Dinge genährt …„, merkte Honoré de Balzac an. Jedoch gilt hier der Fall des Meursault (A. Camus), der sein wegen des Misserfolgs oder der Arbeitslosigkeit und der Einsamkeit demontiertes Ego durch den Hass der anderen neu aufbaut. Ja, Meursault hasst „um sich nicht allein zu fühlen„, um nicht der berüchtigte Loser zu sein. Mit anderen Worten, er will, dass alle wie auch er pleite gehen, alle ihre Arbeit, ihre Geschäfte verlieren. Er will seine verkrüppelte Ideologie „sauber“ haben. Die Optik seines Hasses ist die Reinheit des Volkes, die Überlegenheit der … Rasse. Dieser Hass ist der Zünder, der die Problem-Bomben der heutigen griechischen Gesellschaft in Brand setzt. Wenn wir heute alle Fremde und Rassisten füreinander sind, werden wir an Hass sterben und uns möglicherweise auch selbst in die Zunge beißen.

Können wir jedoch ohne den Hass, ohne die Chrysi Avgi leben? Wir können es, es genügt, dass wir den Hass durch die Liebe ersetzen, die Liebe zu ausnahmslos allen Menschen zu Bedingungen der Christlichkeit, dass wir die Fremdheit als eine Reise in die Fremdheit des anderen und unseres entfremdeten Ego sehen, mit einer Ethik des Respekts selbst auch für das Inkompatible als Kompass. Es genügt, dass das staatliche Absenz bei der Sicherheit der Bürger aufhört, welche der Faschismus und der Rassismus einer illegalen gesellschaftlichen Schatteninstitution zu decken kommt, die sich hinter einer politischen Organisation mit ordnungsgemäßen Merkmalen versteckt.

(Quelle: Faschismus, Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog)

Dieses Europa wird nicht überleben

17. Juni 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2014 / Aufrufe: 2.285 18 Kommentare

Autor: anonym

Dieses Europa wird nicht überleben. Und wenn die Michels aufwachen und merken was geschieht, wird es auch in Deutschland Tumulte geben; nur brauchen sie etwas länger.

Zusammen mit vielen meiner Mitstreiter gehen wir im Moment verstärkt auf die Straße, gegen den ESM und die sonstigen Schweinereien, die sie mit Europa vorhaben. Hier regiert ein Klüngel von Burschen der Goldman Sachs und Technokraten. Frau Merkel ist nur ein Handlanger, sie hat auch schon lange nichts mehr zu sagen.

Die Deutschen würden es verstehen, wenn die Milliarden dem griechischen Volk zugut kämen und nicht wie immer den Banken. Es ist doch paradox. Auf der einen Seite wird Griechenland mit Geld zugeschüttet, auf der anderen Seite muss das Land weiterhin blechen..

Sollte der ESM-Vertrag (nein, es ist eine ESM Mega Bank) ratifiziert werden, müsste Griechenland in diese Bank – als Einzahler auf Platz sieben – zum jetzigen Stand rund 20 Milliarden Euro einzahlen: 2,25 Mrd. in bar und 17,46 Mrd. in Form von Bürgschaften. Da aber der Gouverneursrat binnen 7 Tagen Gelder aus nationalen Haushalten abrufen kann, weiß niemand, wann und wie viel Geld fällig werden wird.

Warum bekommen, wie Herr Oskar Lafontaine (Die Linke) sagte, die Griechen das Geld nicht direkt? Entweder direkt von der EZB oder direkt von den Eurostaaten? Aber das wollen diese Ganoven nicht. Sie wollen Länder ausbluten lassen und dann unter IHRE Fittiche bringen. Und da kann ich Alexis Tsipras und die SYRIZA verstehen. Sie sagen sich, auch wenn wir weiter Geld bekommen, werden wir immer abhängiger, und diese Last zerbricht das griechische Volk.

Und denken Sie an meine Worte: Dies wird auch Deutschland passieren. Wir werden im Moment hofiert, damit wir das Geld locker machen. Und hängen wir auch irgendwann an der gleichen Angel wie Griechenland, passiert bei uns das selbe. Auch unsere Kommunen sind überschuldet. Die Preise steigen, Zeit- und Leiharbeit wachsen. Auch wir gehen in die Knie, nicht wegen Griechenland, sondern wegen den Montis, Dragis. Griechenlands Oberhäuptling Papadimos, EU Ratspräsident Rompay, unser echter Kanzler Josef Ackermann sind alle Bilderberger und Handlanger der Goldman Sachs.

Denkt an meine Worte, auch wir werden Griechen, Italiener, Spanier. Frankreich will Geld aus dem (noch gar nicht ratifizierten) ESM für die französischen Banken. Gleichzeitig müsste es, sollte der ESM durchgejagt werden, 142,70 Mrd. Euro einzahlen. Spanien soll mit 100 Milliarden gerettet werden, wenn es geht aus dem ESM, soll aber 83,52 Mrd. Euro in den ESM einzahlen. Geld in die eine Tasche und aus der anderen wieder heraus. Das wäre, als wenn ich einem Obdachlosen heute Geld gebe, ihm aber sage, es morgen zurück haben zu wollen.

Und da diese ESM-Bank Immunität besitzt und man nie weiß, wann sie Geld benötigen wird, weil es binnen 7 Tagen abrufbar ist, und mit Chef des Gouverneursrats unseren lieben Herrn Schäuble, der sich dann von den Steuergeldern der europäischen Bürger noch ein Gehalt in Millionenhöhe gönnt, werden wir von vorne bis hinten verarscht. WIR ALLE.

Nun wie gesagt, ich und meine Mitstreiter von Occupy, Mehr Demokratie EV und unsere freiheitlich-demokratische Bürgerzeitung werden keine Ruhe geben. Unsere Solidarität sei Griechenland gewiss. Und unsere Medien schreiben nur das, was die Bürger hören dürfen. Denn ein DUMMES VOLK ist ein GUTES VOLK. Es ist besser manipulierbar.

Kopf hoch und seid wachsam. Ich war schon öfters in Griechenland, und dieses wunderschöne Stück Erde gehört den GRIECHEN und sonst NIEMANDEM.

Eurotrauma, Dollartrauma – Die Welt ist nicht gerecht

16. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 437 3 Kommentare

Eingereicht von: Griechenfan

Thema: Beunruhigender Anstieg rassistischer Gewalt in Griechenland

Früher sagten wir, illegal ist scheißegal. Aber es herrschten andere Umstände. Ich weine für jeden Flüchtling, gleich ob aus wirtschaftlichen, politischen oder anderen Gründen.

In Deutschland habe ich mit Flüchtlingen aus Eritrea gearbeitet. Viel mit Frauen. So viel Leid, so viele Vergewaltigungen, bis sie schließlich in Deutschland landeten. Ein „normaler“ Mensch kann sich das nicht vorstellen.

Jeder Mensch auf dieser Erde hat die Berechtigung, sich am Leben zu erhalten und zu reisen wohin er will. Ich bin sehr wütend auf diese Politik, auf Länder welche denken, ihren Wohlstand schützen und Grenzen dicht machen zu müssen, um weiterhin in ihrem Wohlstand zu leben und um andere Länder ausbeuten zu können. Mit welchem Recht?

Ist es rechtens, in anderen Ländern produzieren zu lassen, Kinder arbeiten und zu Krüppeln werden zu lassen für Waren, die wir hier dann zu Niedrigpreisen erhalten? Frauen, Kinder, die für Lidl, Aldi, Adidas und wer weiß wen sonst noch ihre Familien und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen? Haben wir Mitleid mit all den Menschen dieser Welt, die flüchten müssen, weil sie von der sogenannten „Ersten Welt“ ausgebeutet werden? Könnt ihr Euch das Leid vorstellen, welches sie ertragen um zu überleben?

Hier in Griechenland landen so viele Flüchtlinge, von der EU im Stich gelassen. Es gibt immer wieder Meldungen, dass Gelder dafür fließen. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es egal ist, wie viel Stacheldrahtzaun um das Gebiet zwischen der Türkei und Griechenland gezogen wird, wie verzweifelt die Menschen sind? Mütter mit ihren Kindern überqueren selbst bei eisiger Winterskälte den Grenzfluss Evros. Es sind so viele gestorben, aber darüber lese ich in diesem Blog nichts, wenig. Griechenland wird auch hier allein gelassen.

Ich habe schon geschrieben, dass auch ich mit Etlichem nicht einverstanden bin. Aber … „mein Name ist Mensch“. Lassen wir uns nicht von Geld blenden, bleiben wir Mensch. Wie traurig muss ein Mensch sein, verlassen in der Fremde. Von Stacheldraht umgeben und ohne Perspektive, dem entrinnen zu können? Ich wünsche allen Zynikern, das mal am eigenen Leib zu erleben. Fern der Heimat, seiner Familie, und den Schleppern so viel Geld zahlen zu müssen, wofür wiederum alle Familien zusammengelegt haben um dann darauf zu warten, dass der „Auserwählte“ wiederum die Familien in der Heimat unterstützt.

„Mensch zu sein“ trifft auf immer mehr Menschen nicht mehr zu. Wenn ich hier einkaufen gehe, werde ich belagert. Wir leben von einer sehr kleinen Rente, aber es reicht. Schaut mit offenen Augen und kauft Nahrung auch für die hier lebenden Flüchtlinge. Wenn ich unterwegs bin, organisiere ich Essen für die Flüchtlinge. Ich bin fremd in diesem Land und weiß nichts anderes zu unternehmen.

Ich bin nicht zufrieden mit diesem Beitrag und würde gerne noch viel mehr schreiben. Ich komme aus der ehemaligen DDR und war als Kind auch einmal Flüchtling. Wir schliefen als Familie mit 5 Personen in einem Zimmer. Wir erhielten Decken und mein Vater fand schnell Arbeit. Das hier in Griechenland übertrifft jedoch alles.

Denkt mal nach Leute … es geht nicht immer nur um Geld um Politik … auch wenn das eine das andere nicht ausschließen muss. Aber wir Menschen müssen leben, und wir müssen unsere Kinder vor einen Alptraum schützen. Erhebt Euch und wehrt Euch, überall! Könnt Ihr damit leben, wenn in Afrika die Kinder an Hunger sterben? Ab und an zu Weihnachten mal zu spenden? Habt einen „ruhigen Schlaf“.

Ich möchte nur zum Nachdenken anregen, ein Rezept habe ich nicht. Ich möchte eine Träne für die Menschen, Kinder, Frauen, die beispielsweise den Evros, sprich den Grenzfluss zwischen der Türkei und Griechenland in der Hoffnung auf ein besseres Leben überqueren und dabei ertrinken oder erfrieren.

Eurotrauma, Dollartrauma. Die Welt ist nicht gerecht.

Energieknall in Griechenland kommt

12. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.549 6 Kommentare

Autor: To Pontiki

Thema: Stromversorgung in Griechenland droht Black-out

Alle Gebrechen des griechischen Energiesystems kamen anlässlich der Memorandums-Politik, in der Essenz jedoch wegen der Verzerrung und Funktion des Marktes ohne gesunde Wettbewerbsbedingungen ans Licht.

Die politischen Faktoren, welche das die Energiethemen handhabten, versuchten uns über 12 Jahre davon zu überzeugen, dass ihre gesetzgeberischen Interventionen den gesetzlichen „Lücken“ begegneten und den Rahmen schufen, damit alles wie vorgesehen funktioniert … . Als es jedoch zu der einzig auf die Abzocke von Steuern fokussierten Politik kam, welche die inländischen Troika-Partner aufzwangen, zeigte sich, dass der Kaiser nackt ist! Die Verzerrungen sind sogar dermaßen tief, dass sie bei dem gesamten Spektrum der Energieprodukte Domino-Verhältnisse schaffen.

Die Gesamtheit des Elektrizitäts-Marktes und die … schönen Märkte befinden sich einen Schritt vor dem Erklingen des Kanonenschusses der Insolvenz. Solange die Krise andauert und sich die effektiven Lösungen der Probleme verzögern, um so mehr nähert sich sogar das Energiesystem dem Krach, der drohende Black-out wird schlimmer als ein Alptraum und das reiche Produktionspotenzial des Landes wird bis aufs Äußerste verschmäht.

Energiekrise à la … Kalifornien

Das Kuddelmuddel der Energiekrise beginnt mit der Politik der in den beiden letzten Jahren im Land umgesetzten Politik der Steuerabzocke und Austerität. Dieses Durcheinander hat jedoch alle Energiemärkte mit dem Ergebnis mitgerissen, dass wir nicht … zur Drachme übergehen zu brauchen, aber innerhalb der Eurozone das erste Land darstellen, das zu … Kalifornien werden wird (welches ebenfalls den ersten Staat der Metropole des Kapitalismus darstellte, in dem der Energiemarkt „platzte“ und Millionen Bürger tagelang ohne Strom ließ!).

Alles begann vor zwei Jahren, als – unter dem Vorwand der Bekämpfung der Defizite – die Regierung Papandreou beschloss, Sonderverbrauchssteuern auf alle Energieprodukte zu erheben, welcher Zug die Tarife in die Höhe katapultierte. Parallel verhängte sie auch die Einziehung der Immobilien-Abzocke über die Stromrechnungen der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) und alternativen Anbieter.

Zusammen mit dem krisen- bzw. hauptsächlich durch die Abzocke bedingten Unvermögen der Haushalte und Kleinunternehmer, ihren Verpflichtungen zu entsprechen, begannen sich ungeheure Schulden an die Elektrizitätsgesellschaft aufzuhäufen, die wiederum mit der Tatsache als gegeben, zu einem Zeitpunkt, wo die Banken alle Finanzierungshähne abgedreht haben, auch nicht zur Aufnahme von Krediten schreiten zu können, in einen wirtschaftlichen Würgegriff geriet.

Die Kettenreaktionen haben also bereits begonnen: Sowohl die DEI als auch die im Endverbrauchergeschäft tätigen Privatunternehmen beginnen, Schulden an die Systemverwalter (LAGIE im Endhandel, ADIME bei dem Transport) aufzuhäufen, welche ihre Schulden an die Erzeuger (wieder die DEI, aber auch Privatleute mit den großen Erzeugereinheiten) nicht begleichen können.

Parallel beginnen sich ebenfalls die Schulden an die Öffentliche Gasgesellschaft (DEPA) zu kumulieren, da ein großer Teil der Stromerzeugung auf Erdgas basiert. Dies führt auch die Gasgesellschaft in eine wirtschaftliche Sackgasse. Sie deklariert ihrerseits das Unvermögen zur Deckung ihrer Verbindlichkeiten, was die Bedrohung der reibungslosen Versorgung des Landes mit Erdgas zum Ergebnis hat, wie es der Präsident der DEPA, Charis Sachinis, in seinem an den Premierminister und die gemeinsam zuständigen Minister (Finanzministerium und Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel) gerichteten Schreiben darlegte.

Sollten die Dinge tatsächlich zu dem schlimmsten Punkt (also der Unterbrechung der Versorgung des Landes mit Erdgas) geführt werden, werden dann fast ein Viertel der Produktion und sogar die modernsten und produktivsten Anlagen außer Betrieb gesetzt werden, während sich hunderttausende Haushalte und Unternehmen in einer absoluten Sackgasse wiederfinden werden!

DEI und Systemverwalter in der Sackgasse

Außerdem wird aufgrund ihrer im roten Bereich befindlichen wirtschaftlichen Lage die DEI nicht zur Beschaffung zusätzlicher konventionelle Brennstoffe (Diesel, Masut usw.) in der Lage sein, um die entstehende Lücke zu decken. Zusätzlich werden sich die Systemverwalter in einer absoluten Sackgasse befinden und außer Stande erklären, selbst jene Erzeuger zu bezahlen, die kleine EE-Einheiten besitzen, und neue große wirtschaftliche Verbindlichkeiten auf dem gesamten Marktspektrum schaffen.

Die von der kommissarischen Regierung, in deren Händen sich die Gefahr des „Knalls“ der Energiebombe befindet, vorqualifizierte Lösung ist die umgehende Gewährung von Krediten an die Betreiber in Höhe von 300 Mio. Euro seitens der staatlichen Hinterlegungskasse. Praktisch verschafft dies dem System eine kleine Atempause, löst das Problem jedoch nicht endgültig.

Geringschätzung und Ausverkauf der nationalen Ressourcen

Sie tun also genau das, was im ganzen Land getan wurde: Sie versuchen, bei uns mit Krediten (im Fall des Memorandums seitens der Troika) die Resultate der einebnenden und auf Steuereinnahmen fokussierten Politik zu „kurieren“, die noch mehr Schulden und noch größere „Löcher“ in die Kassen reißt. In diesem Klima werden die an … Wäscheklammern zur Privatisierung ausgehängten Energieunternehmen – wie die DEPA oder auch die DEI – vollständig abgewertet, mit dem Ergebnis, dass sich die „Krähen“ über ihnen versammeln um sie zu erwerben und sich die Hände reiben, da ihr Marktwert ständig fällt!

Charakteristisch ist, dass der Börsenwert der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft unter 275 Mio. Euro sank, was bedeutet, dass die von dem Staat gehaltene Beteiligung auf ungefähr 140 Mio. Euro veranschlagt wird! Also Krümel!

Und noch etwas zuletzt: Die Anhänger des Memorandums und der angeblich liberalisierten Märkte führen in ihren Berichten fast … stolz an, der Repräsentant des IWF in Athen, Bob Traa, sei vollumfänglich über den drohenden Blackout informiert, und meinen, dass er der Finanzierung des Systems durch die staatliche Hinterlegungskasse nicht widerspreche. Was bedeutet dies? Würden sie das System infolge des wirtschaftlichen Würgegriffs zusammenbrechen lassen, wenn Bob Traa nicht einverstanden wäre? Gibt es denn nicht einmal mehr eine Spur der Scham?

(Quelle: To Pontiki)

SYRIZA als Machtpartei in Griechenland

7. Juni 2012 / Aufrufe: 522 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Stavros Christakopoulos

Die Präsentation des Programms der SYRIZA-Partei am vergangenen Freitag (01 Juni 2012) gab in Griechenland den Startschuss zur … Polarisierung des Wahlkampfs.

Die beiden gegnerischen Pole gingen in die Zielgrade zu den Wahlen am 17 Juni 2012 – fast von den selben Startpositionen, jedoch mit einigen Fakten sehr viel klarer als vorher. Hauptsächlich jedoch mit der Signalgabe, dass bei den Wahlen nun zwei Machtparteien gegeneinander antreten werden.

Zugegeben, bis zum Freitag stellte sich folgendes Bild dar:

  • Auf der einen Seite gab es die Nea Dimokratia (N.D.), mit ihrer allen bekannten Agenda, jedoch auch den politischen Lasten, welche die gemeinsame Regierung mit PASOK und LAOS im Rahmen der Regierung Papadimos auf ihrem Buckel kumulierte.
  • Auf der anderen Seite hatten wir die SYRIZA, mit dem Elan der Wahlen des 06 Mai, aber auch einer Verwirrung bezüglich ihres Programms, über das häufiger – und gewöhnlich diffamierend – die Wahlgegner sprachen als sie selbst. Damit war am Freitag Schluss.

Das neu begonnene politische Kapitel wird von einigen neuen Fakten gekennzeichnet, von denen unbekannt ist, wie sie in den nächsten Tagen funktionieren werden:

  1. Wie vorstehend gesagt begann die Polarisierung am Freitag, weil nun, nachdem das Volk endlich ein allgemeines Bild der Programme beider Parteien hat, es auf der Zielgeraden zu den Wahlen sein endgültiges Wahlkriterium gestalten kann.
  2. Die SYRIZA wendete sich am Freitag zum ersten Mal direkt – ohne mediale und sonstige Vermittlungen – auch an die konservativen oder „in der Mitte angesiedelten“ Wähler und sprach sie erstmalig offen mit einem Machtvorschlag und nicht nur der „Mitgift“ der Proteststimme an.
  3. Jetzt wird sich entscheiden, ob Tsipras den nicht linksgerichteten Wähler wirklich „erschreckt“ oder aber geschafft hat, ihm „vertrauter“, vielleicht akzeptabel zu werden oder sogar – und in welchem Grad – eine alternative Machtlösung zu bieten.
  4. Ebenfalls wird sich nun entscheiden, ob der linksgerichtete Wähler von dem „Paket“ der SYRIZA und des Tsipras zufriedengestellt und in seiner am 06 Mai getroffenen Entscheidung bestätigt wird.
  5. Da die Polarisierung sich in den kommenden Tagen verstärken wird, wird sich entscheiden, ob die hinsichtlich ihrer Kraft kleineren Parteien dem gebieterischen Druck zur Wahl einer Regierung widerstehen können werden.
  6. In dem Raum zwischen ND und SYRIZA angesiedelte Parteien mit einer Wählerschaft, die im Zielsegment beider Parteien liegt, sind von einem noch höheren Druck aus dem Dilemma der Wahl einer Regierungsmacht und folglich mit Schrumpfung bedroht.

Die Antworten auf die vorstehenden Themen werden unter anderem – ungewiss, in welchem Maß – von gewissen „qualitativen“ Fakten bestimmt werden, welche die letzten Meinungsumfragen dokumentierten.

  • Das Dilemma bezüglich des Verbleibs im Euro oder eines Ausscheidens scheint zwar die ND zu konspirieren, jedoch eine sehr viel geringere „Funktionalität“ und Erwiderung im Raum der PASOK-Partei und eine noch geringere bei den Unabhängigen Griechen, den Unentschlossenen usw. zu haben. In der Mehrzahl scheinen die Leute … „nicht anzubeißen“.
  • Die Strömung zum Umsturz des nach dem Regimewechsel (Anmerkung: nach der Junta) etablierten Machtsystems, so wie diese am 06 Mai verzeichnet wurde, hat ihre Dynamik nicht nur nicht ausgeschöpft, sondern – wie alle Demoskopien dokumentieren – seit dem Folgetag der Wahlen die „Aktie“ der SYRIZA in die Höhe getrieben, die etliche Einheiten über ihrem Wahlergebnis „gehandelt“ wird.

Auf der anderen Seite wird die ND nicht nur einen Kampf um die Macht, sondern auch die Existenz führen: verliert sie, geht sie verloren. Der nächste Tag wird sie in gegenseitiger Zerfleischung vorfinden, nach einer Orientierung, Führung und vielleicht neuen Identität suchend.

Die sich zwingend bildenden Fragen sind zwei:

  1. Ob die ND es schaffen wird, eine Verlängerung ihres Lebens zu erhalten, oder ob die Lebenszeit des verbliebenen Pols des nach dem Regimewechsel etablierten Machtsystems bereits abgelaufen ist.
  2. Ob die SYRIZA davon überzeugen kann, außer der Rolle des Protestträger bereits auch die Führung der Regierung eines zusammenbrechenden Landes übernehmen zu können.

Eine Antwort werden wir auf die eine oder andere Weise in den nächsten Tagen erhalten. Vorläufig ist die billige Feststellung, dass im Gegensatz zu der ND die SYRIZA eine Niederlage ohne Knirschen überstehen kann.

Abschließend sei – hoffentlich korrekt – die Einschätzung eines Freundes mitgeteilt, der … nicht zu den Anhängern der SYRIZA zählt. Er sagte also am Freitagnachmittag:

Der griechischen Gesellschaft ist bewusst, dass sie mit diesen Beiden (Anmerkung: gemeint sind ND und PASOK) für viele Jahre erledigt ist. Anstatt also untätig in der Mitte der Ebene zu sitzen und von den Maschinengewehren durchsiebt zu werden, sehe ich als wahrscheinlicher, dass sie losstürmen wird, um die Höhe einzunehmen. Und wenn sie dabei fallen muss, dann wenigstens kämpfend und in Würde.

Wird es so geschehen? Die Wahlurne – und nur die Wahlurne – wird es zeigen …

(Quelle: To Pontiki)