Unter der Kategorie "Meinungen" publizierte Gastbeiträge und Leserzuschriften geben nicht unbedingt unsere Meinung wieder. Mit der Zusendung eines Beitrags wird uns automatisch ein einfaches, zeitlich und räumlich unbeschränktes und unentgeltliches Nutzungsrecht erteilt. Wir behalten uns explizit vor, Beiträge nach freiem Ermessen zu editieren oder / und zu kürzen.


29 deutsche Hersteller empfehlen Euro!

25. Juli 2012 / Aktualisiert: 04. Oktober 2013 / Aufrufe: 484 1 Kommentar

Autor: Giorgos Loverdos

Was gilt denn nun eigentlich? Wird die Eurozone zusammenbrechen, wenn Griechenland ausscheidet, oder nicht?

Die Wahrheit ist, dass die Spezialisten, Ökonomen, Bankiers und unsere Politiker und verwirrt haben …. Ich spreche nicht von den einheimischen, die uns so wie so in Verwirrung halten. Einige vertreten, den Europäern sei es „schnurzpiepegal“, ob wir ausscheiden, andere, dass es unsere stärkste Karte sei und ein Ausscheiden den Zusammenbruch verursachen könnte …

Danach kamen die Nachplapperer, welche meinten, sie werden uns ausschließen … weil wir schlechte Europäer seien. Dann kamen andere Nachplapperer, welche meinten, sie können uns nicht ausschließen, wenn wir es nicht wollen! Alle gewannen Zeit und es herrschte die Ansicht vor, Zeit gewonnen und alles „geregelt“ zu haben und nun keinen Zusammenbruch Griechenland zu befürchten. Mit anderen Worten, wenn ihr zusammenbrechen wollt, ist das eure Sache.

Inmitten all dieser Erklärungen – zwischen Unsinn und Oberflächlichkeit – stellte sich auch Rösler mit seinen „Einschätzungen“ ein. Mit dem spezifischen Gewischt des Vizekanzlers erklärt er, „das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro verursacht keine Angst mehr„! Und abgesehen von der Lächerlichkeit sind all diese Erklärungen für den Wahlkampf und internen Verbrauch bestimmt, zur Manipulation von Gewissen, Aktien und Börsen.

Letztendlich fanden sich auch die „guten“ Europäer ein, die uns zwischen Limousine und rotem Teppich sagten, wir würden bleiben und sie wollen uns, wenn wir brav sind und alles verramschen, wie sie uns raten … . Stopp! Das „Verramschen“ sagten sie nicht so! Sie sagten „Reformen“, „Reduzierung des öffentlichen Sektors, „Schrumpfung des Staates“, „Privatisierung“.

Abgesehen von den notwendigen Strukturreformen und Streichungen von Ausschüssen, DEKO und anderer Gewichte ist nur schwer zu verstehen, warum ein goldene Eier legender Organismus dem Staat kein Geld einbringen würde, den Privatunternehmer aber reich machen wird. Außer der Privatunternehmer, der den Organismus X kauft, tendiert zum wirtschaftlichen Selbstmord.

Jetzt kauen sie uns also die andere Kamelle vor: Zieht alle Reformen durch, befolgt Memoranden und Kreditvereinbarungen, und so um 2020 werdet ihr über den Berg sein! Dies äußerte Frau Fekter, die Österreicherin!

Inmitten dieses Wirrwarrs kam auch die Information, unsere Verlängerung sei bereits auf vier Jahre beschlossen worden, oder, wer es vorzieht, bis 2016. Der IWF hat die Entscheidung bereits im März getroffen, jedoch zieren sie sich, um es später als „Erfolg“ der nationalen Trikolore zu präsentieren. Kurz gesagt werden sie uns mitteilen, die Neuverhandlung sei geglückt und der Tod werde langsamer sein …

Jetzt hatten wir jedoch auch etwas Offizielles … . Die Zentralbank Deutschlands sagte uns, lasst den Blödsinn über den Austritt aus dem Euro! Das geht nicht, auch wenn ihr Euch auf dem Boden herumwälzt! „Zusammen haben wir begonnen, zusammen werden wir fortfahren„, erklären die Deutschen und fügen Wirtschaftsmodelle, Papiere, Pläne bei.

Sie kommen also zu dem Schluss, mit ihren Modellen sei es für kein Land der Eurozone von Vorteil, zu einer nationalen Währung zurückzukehren. Merkel treu bestreuen die deutschen neoliberalen Bankiers das Rezept mit volkswirtschaftlichen Gewürzen …

29 deutsche Waschmaschinenhersteller schwören also auf den Euro …

Unter dem Strich arbeiten alle für ihren Part … . Sogar auch Barnier sagte uns neulich anlässlich der Deutschen Telekom und der OTE offen ins Gesicht: „auf Basis des Memorandums hat sich die griechische Regierung verpflichtet, keinerlei Art von „Privilegien“ für die staatlichen Unternehmen öffentlichen Interesses oder strategischer Bedeutung zu fordern„. Richtig, so etwas sagten auch die französischen Adeligen zu Beginn des Jahres 1789 …

Wenn wir schließlich pleite gingen, würde sich dann etwas tun oder würden sie uns letztendlich die Tür schließen und „gute Reise“ wünschen? Erst neulich beschlossen die unpersönlichen, bösen und teuflischen Spekulanten, die niemals einen Namen hatten, Italien und Spanien einen kleinen Streich zu spielen … . Mit einigen Etats von Bundesländern, Provinzen … ein paar Milliarden … zum Anlass. Börsen stürzten ab, in Mailand fiel sie in den Keller, dutzende Milliarden gingen verloren, überall Panik, Erklärungen Zuständiger und Bemühung um Handhabung …

Stellt euch einmal vor, ein ganzes Land stürzt in den Abgrund:

  1. Große Aufruhr bei Obligationen, Derivaten und all dem übrigen toxischen Zeugg
  2. Verluste für Banken, Privatleute, Staaten
  3. Gelegenheit zu Finanzattacken überall …
  4. Vollumfänglicher Beweis, dass der Euro verwundbar ist und seine Existenz nicht verteidigen kann …
  5. Ein Land, welches seine eigene Zukunft sucht, abseits von dem Euro und den unpersönlichen Spekulanten …

Nein, abgesehen von dem Willen Deutschlands, die Errungenschaften zu verteidigen, gilt für den Euro nichts gegeben … . Die „namhaften“ Europäer der deutschen Achse haben noch etwas Zeit, um zu sich zu gelangen … . Danach wird das Problem heftig an ihre Tür klopfen … wie es bereits für Deutschland, Holland und Luxemburg geschah … . Wenn man auf einer Rasierklinge balanciert, gibt es nur eine Perspektive …

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Fremde in der selben Stadt

19. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 327 Kommentare ausgeschaltet

Autorin: Kate Kazanti (Κατέ Καζάντη)

Ja, in den Städten wohnten und bewegten sich die Fremden in der gesamten Geschichte immer nahe beieinander. Die selbe Angst der Andersartigkeit quält die Neuankömmlinge eben so wie auch die Einheimischen. Auf diese Weise entstehen die Gettos.

Auch wenn die Stadtbezirke Panteleimonas oder Kypseli eine schlechte Kopie eines Astoria afrikanischen Typs darstellen, in einem – dem Wichtigsten – unterscheidet sich unser multikulturelles Athen von New York: es ist bettelarm. Und weil abgesehen von der bewussten Angst vor der Kriminalität der unbewusste Schrecken vor der Unsicherheit plausible Auswege sucht, hassen wir den Fremdling sogar auch wenn er nicht kriminell ist. Sein Verhalten ist eins von den Dingen, die nicht vorhersehbar sind, weil der Fremde der unbekannten Konstanten ähnelt, die jede Gleichung unlösbar macht. „Wenn eine ausgewählte Kategorie von Ausländern aus ihren Häusern und Geschäften vertrieben wird, wird das Gespenst der Unsicherheit für kurze Zeit beschworen, das Abbild des fürchterlichen Ungeheuers der Unsicherheit wird zeremoniell verbrannt„, schreibt Sigmund Baumann. Aber das Ungeheuer selbst hat natürlich nicht sein letztes Wort gesprochen.

Die Getto-Wohnbezirke im Zentrum Athens trennt von den Nachbarbezirken ein imaginärer Zaun, der mittels der Abwesenheit der Kleingruppen all jener sichtbar wird, die eine nationale oder farbliche Dissonanz darstellen. Mehr als vierzig Afrikaner spielten um Mitternacht auf dem Kypselis-Platz Fußball, ein in anderen Nachbarschaften seltenes außergewöhnliches Schauspiel. Eine Szene wie im Film, friedlich, jedoch weiter unten werden ohne Ende Kleindiebstähle begangen. Wer kann die Sicherheit all jener, Griechen und Ausländer, garantieren, welche dieser bedürfen?

Zu einer Stunde, wo laut Galbraith die zufriedene Mehrheit der Überflussgesellschaft dramatisch zu einer immer kleineren Minderheit schrumpft, scheint sich die Sicherheit des Bürgers zusammen mit dem sogenannten Migrationsthema nicht in guten Händen befinden. Die Konzentration von Polizeikräften neben Bankfilialen, wenn etwas weiter der Drogenhandel floriert, die miese Beleuchtung, die Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit, die Kreise zu zerschlagen, welche den Paria-Migranten ausnutzen – dies ist das Verhalten der Behörden gegenüber dem Problem. Hier liegt das Feld des Ruhmes für die wackeren Burschen der „Chrysi Avgi“. Die neue Kultur ist die Kultur der Not und der Angst, zu einer Stunde, wo alles was wir nötig hätten, die Pflege einer versöhnlichen und aufbauenden Kultur wäre. Werden die alten Normalitäten nicht zurückkehren, werden sich keine neuen Gleichgewichte zeigen.

Die Politik der Solidarität ist jedoch nicht nur ein großes Palaver. Sie enthält konkrete Aktionen, die niemals befolgt wurden. Die westliche Welt mag bei dem Anblick der aus ihrer Heimat vertriebenen Frauen und Kinder bis zu Tränen gerührt werden, hasst jedoch den Vater – Immigranten – Arbeiter und zittert vor ihm.

Unter dem Licht der griechischen Sonne entfällt die gesellschaftliche Schichtenbildung. An den Stränden sind Parias und Patrizier nicht zu unterscheiden. Außerdem präsentieren die halbnackten Körper eine erschreckende Ähnlichkeit. Die ethnologischen Unterschiede werden durch das Sonnenbaden ebenfalls eliminiert, da wir alle dazu neigen, dunkelhäutiger zu werden.

Das Heilmittel für die Leiden der Gesellschaft ist nicht die Philanthropie christlichen Typs mit den kurzen Beinen, die – wie das Erzbistum betont – im Sommer Urlaub macht. Das Heilmittel ist, dass jeder in seinem Herzen und seinem Verstand separiert, wer der tatsächliche Feind ist.

Quelle: Vradyni, S. 24
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Blut und Nahrung nur mit griechischem Ausweis

16. Juli 2012 / Aufrufe: 363 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Michalou

Thema: Chrysi Avgi unterhält Blutbank nur für Griechen

Die Chrysi Avgi stellt kostenlos Nahrung ausschließlich für Griechen bereit, aber auch … Blut! Schön, das Land befindet sich in einer Krise, aber mit einer solchen geistigen Krise hat niemand gerechnet, oder ist auch dies in der „Rechnung“ des Verfalls enthalten, die wir zu bezahlen aufgefordert sind?

Bisher wusste ich, dass der „Humanismus“ sich hauptsächlich auf die griechischen Bürger bezieht. Warum sollen wir jedoch so etwas tun – es ist nicht das selbe, dem System eine „Backpfeife“ zu verpassen oder dem Leben!

Diese neonazistische Partei erreicht jedoch, mit dieser Art kommunikativer Tricks die volkstümlichen Viertel mit sich zu ziehen, in der Altersgruppe von 25 – 44 Jahren, aber auch bei den ungelernten Arbeitnehmern / flexibel Beschäftigten (24,5%) sowie auch den Arbeitslosen (12,2%). Sogar auch bei den Arbeitgebern / Unternehmern mit einem Anteil von 20,3% ihrer Stimmen! Es ist offensichtlich, dass mehr als einer von fünf griechischen Arbeitgebern und Unternehmern die Anhänger Hitlers wählt (!) … . Die chauvinistischen Griechen beißen am Ende auf solche Tricks an!

Letztendlich sind wir Zuschauer bei einem Horrorfilm, mit Hauptdarstellern auf der absurden Bühne unser gesamtes politisches System und jetzt mit seinen Applaudierenden und als Regisseur die Chrysi Avgi, die praktisch das Destillat einer Gesellschaft der radikalen Rechten, der Exekutionen, der Folterungen, der Verfolgungen, der abgeschlagenen Köpfe ist … .

Und das Böse, welches die Regierenden all diese Jahre verübt haben, scheint keinen Einhalt mehr zu haben, da der ausbrechende Volkszorn keinerlei Logik haben wird.

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Machtphantasien

15. Juli 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 475 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Kostas Giannakidis

Thema: Neues Sparpaket über 11,5 Mrd. Euro in Griechenland

Die Troika wird am 23 Juli 2012 nach Griechenland zurückkommen, und zwar nicht um dem Jahrestag der Wiederherstellung der Demokratie Ehre zu zollen, sondern um sich mit all dem zu beschäftigen, was dem glücklichen Ausgang des nationalen Abenteuers folgte. Bis dahin schuldet die Regierung, einen Rahmen von Maßnahmen zu präsentieren, die 11,5 Milliarden Euro abwerfen. Simpel gesagt hat sie zehn Tage zur Verfügung, um überzeugende Vorschläge auszuarbeiten. Das hört sich absurd an. Und ist es. Man könnte sagen, ein Pinselstrich der Lächerlichkeit in dem durchlebten Drama.

Das Land machte zwei Wahlkämpfe durch, damit sich das politische Umfeld für die Neuverhandlung gestaltet. Es benötigte praktisch drei Monate, um eine neue Regierung und neue Parteibeziehungen zu bestimmen. Nützlich und erforderlich. Der Ausdruck des Willen des Volkes und die Funktion der Demokratie stehen über allem. Ich weiß jedoch nicht, was in der konkreten Periode bedeutsamer war: den unverfälschten Willen des Volkes zu aufzuzeichnen oder substantielle Grundlagen für die Neuverhandlung der Kreditvereinbarung zu setzen? Um es anders zu formulieren, ich verstehe nicht, was es ist, was Samaras schaffen kann und Papadimos nicht fertigzubringen vermochte.

Mir mag gesagt werden, die Stärkung der SYRIZA kann für die Regierung bei den Verhandlungen eine Karte gegenüber der Troika darstellen. Schön, bisher brachte sie jedoch nicht einmal einen einzigen Tag der Verlängerung. Mir mag entgegnet werden, die Regierung zeige keinen Verhandlungseifer. Und ich werde fragen, ob jemand die anderen bereit sieht, darüber zu diskutieren. Im Vorliegenden gehört die Diskussion um „nationales Maulheldentum“ und „Kernwaffen“ fortan der Sphäre der Fiktion an und war möglicherweise auch niemals aus dieser herausgekommen.

Zehn Tage also. Nicht einmal 300 Stunden, damit es eine dokumentierte Achse von Maßnahmen gibt, die 11,5 Milliarden abwerfen. Es dürfte keinen historischen Begriff geben um es zu beschreiben, „Schlamperei“ und „Blödheit“ entbehren des spezifischen Gewichts. Glaubt jemand, dass es Raum und Zeit geben wird, damit die Innovation aufblühen und die Entschlossenheit vorherrschen wird? Glaubt jemand, die Gläubiger würden mit der Verhängung von Studiengebühren für Langzeitstudenten, der Verlängerung der Wehrdienstzeit und der Belastung der Kirche mit der Hälfte der Lohnkosten der Geistlichen überzeugt werden? Werden Sie überzeugt?

Ich neige zu glauben, dass sich inzwischen das gesamte System verschworen hat, um die Selben zu besteuern und die Widersprüche zu erhalten, welche es nähren. Wir befinden uns seit mehr als zwei Jahren in diesem Strudel und haben immer noch nicht fertiggebracht, ein gerechtes und funktionelles Steuergesetz zu schaffen. Auch nicht ein einzige ernsthafte Privatisierung ist „gelaufen“, nicht ein einziger Träger ist geschlossen worden.

De facto werden die Vertreter der Troika, wenn sie sich an den Tisch setzen, zuerst einmal die Maßnahmen fordern, welche sicher etwas abwerfen, und danach werden sie der Phantasie der Unseren gestatten, sich auszudrücken. Anschließend geben sie ihnen vielleicht auch Blätter, um die Maßnahmen zu malen – sagen wir einen Pastor, der vor einer Kirche und einer Bank steht.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Märchen …

13. Juli 2012 / Aufrufe: 444 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Dimitris My

Alle Märchen, die etwas auf sich halten, tragen Sorge, einen Drachen zu haben. Und die Tragödien einen Sündenbock. Giannis Stournaras stellt einen seltenen Fall dar, der alle Qualifikationen aufweist, beide Rollen zu verkörpern. Die des Drachen, im Märchen der Koalitionsregierung der nationalen Verantwortung, und des Sündenbocks in der aktuellen griechischen Tragödie.

Vielleicht entging dem neuen (eingesetzten) Finanzminister, dass der einzige, der ihm bei der Einnahme des Ministersessels etwas Herzliches und Unterstützendes zu sagen fand, Schäuble war. Möglicherweise nimmt Herr Stournaras – weil auch nicht gewählt, sondern eingesetzt – nicht wahr, dass die Leute, die meisten Leute auf besonders simple Weise denken und sagen „zeig‘ mir Deine Freunde, damit ich Dir sage, wer Du bist …„.

Höchstwahrscheinlich hat Herr Stournaras keine direkte Wahrnehmung der Realität, welche – im Durchschnitt, wie auch er selbst in seiner Sprache sagen würde – die griechische Gesellschaft durchlebt. Eine Realität, die bei immer größeren Teilen der Bevölkerung enthüllt wird, da sie die Kopfsteuer-Bescheide vom Finanzamt erhalten. Für all diese Bevölkerungsteile des leidenden Landes stellt die Erscheinung eines „Freundes von Schäuble“ offensichtlich den idealen Sündenbock dar … . Einen Bock, auf den bereits auch der Führer der PASOK-Partei zeigt, der seinerseits nach dem idealen Prügelknaben sucht.

Wir unterstellen keinesfalls, Herr Stournaras sei naiv, sich in den inländischen Spielen politischer Balancen benutzen zu lassen. Vielmehr ist absolut sicher, dass er bewusst übernommen hat, seine Rolle zu spielen, ohne daran zu denken, zu einem Opfer gemacht zu werden. Ihm ist bekannt, dass die politische Kraft im Griechenland des Memorandums weniger von dem inländischen Machtsystem vertreten wird und sich auch nicht aus dem Willen des Volkes ableitet. Ihm ist bekannt, dass sein Überleben vorrangig und hauptsächlich davon abhängt, wie erfolgreich er die Rolle spielen kann, die seine wichtigen Unterstützer von ihm verlangen, wie Schäuble …

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Die schmerzhafte Realität in Griechenland

9. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 6.943 7 Kommentare

Autor: „BtK“

Die andauernden Einbrüche bewaffneter Verbrecher in Häuser anständiger Menschen, welche sie terrorisieren, berauben und häufig misshandeln oder sogar auch ermorden, stellen ein ungekanntes Phänomen dar, extrem bedrohend nicht nur für die verblüffte Bevölkerung, aber auch die gesamte zivilisierte Welt. Das, was in letzter Zeit in Griechenland geschieht, von der Ermordung der beiden jungen Leute in Käsariani, die ausgelöscht wurden, nur weil ihnen jemand das Auto stehlen wollte, bis zur Ermordung des Greises in Pagkrati, dem sie die jämmerliche Rente raubten, oder der Ermordung des Apothekers in Renti wegen 300 Euro, ist alles andere als Zufall … . Es ist die Spitze einer Welle der Kriminalität, die – leider wahr – die Wirtschaftskrise in unserem von Tag zu Tag verarmenden Land mit der Anwesenheit einer sehr hohen Anzahl verelendeter illegaler Immigranten kombiniert. Vor allem ist es jedoch Zeichen einer schmerzhaften Realität, die im Namen der angeblichen Demokratie gewisser kleiner Minderheiten, die über eine Reihe von Jahren mit ihrer Dreistigkeit ihre Ansicht aufgezwungen haben, in einem hohen Maß zur vorherrschenden Strömung wurde. Diese schmerzhafte Realität ist die tiefe Verachtung eines großen Teils der Gesellschaft gegen die Gesetze und Institutionen, aber auch die Polizei.

» Die vorherrschende linke Wahrnehmung, die aus dem gerechtfertigten Misstrauen gegenüber der Polizei anderer unangenehmer Epochen entartete, als der Polizist ein Organ der Durchsetzung antidemokratischer Ansichten und Verhaltensweisen war, mutierte zur völligen Verachtung der ELAS als Korps, welches Ordnung und Gesetz durchsetzt, die wiederum eine Voraussetzung für das Funktionieren der Demokratie darstellen. Es gibt keine Demokratie und Freiheit ohne die Existenz einer Polizei, die für die Umsetzung der Gesetze Sorge trägt.

» Natürlich muss in Fällen polizeilicher Bestialität und Willkür die Gesellschaft reagieren, wie sie zu Recht im Fall der Ermordung des Alexis Grigoropoulos reagierte. Dies ist jedoch nicht das selbe mit der völligen Geringschätzung der Polizisten und ihrer Funktion. Wenn eine Gesellschaft erachtet, „die Bullen sind Schweine und Mörder“, und diese Ansicht keine Randerscheinung ist, sondern sogar auch einen großen Teil der gesellschaftlichen Gesamtheit auszudrücken scheint, existiert ein Problem der Legitimierung der Polizei und folglich ihrer Funktion. Wenn die Polizei verachtet wird, ist es für extreme kriminelle Elemente wie die Räuber, die eiskalt die beiden jungen Beamten der Sonderwache ermordeten, leicht, zu solchen abscheulichen Taten zu schreiten.

» Gleichzeitig wird offensichtlich, dass die Situation jeder Kontrolle entgleitet, wenn die Gesellschaft Muster der Missachtung der etablierten Ordnung und des Gesetzes zu zeigen beginnt. Wenn wir meinen, die Gesetze ignorieren zu können, keine Mautgebühren zu zahlen, keine gesetzlichen Beschlüsse zu akzeptieren, die U-Bahnfahrkarte nicht zu bezahlen, Steuern zu hinterziehen, öffentliche Gelder mit dem Argument „ist doch schnuppe, tun ja alle“ zu vergeuden, hat die Festigung der Logik „ich missachte das Gesetz und pfeife darauf“ als ihre extreme Form das Verbrechen, den Mord, die Gewalt. Wenn u. a. Ärzte, Apotheker und Ingenieure Ministerien stürmen und sich wie Hooligans benehmen, weil sie erachten, dass ihre Interessen beeinträchtigt werden, was müssen dann verelendete Immigranten tun, die nichts zu Essen haben? Sie werden töten. Und das haben sie getan. Nichts ist zufällig … . Wir sind eine Gesellschaft, die sich an die Gewalt gewöhnt hat. Wir selbst mit unseren Verhaltensweisen haben den Sack des Aiolos geöffnet, und jetzt laufen wir wie die Matrosen des Odysseus in Gefahr, in dem ungeheuren Sturm der Kriminalität zu ertrinken, der unser Land heimsucht. Und er wird weiterhin anschwellen, solange der Staat und die Gesellschaft nicht gemeinsam übernehmen, dem Problem mit mutigen Entscheidungen zu begegnen.

Quelle: Vradyni S. 2
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Chrysi Avgi, Immigranten und 10 Fragen

8. Juli 2012 / Aufrufe: 702 9 Kommentare

Autor: Nikos Kakarikas

Die Rechtsextremisten in Griechenland fordern die Abschiebung aller Ausländer. Sind die Griechen jedoch bereit, die leeren Stellen auszufüllen?

Die „Schlacht“ der Kommentare zu dem letzten Artikel des Dimitris Kampourakis lesend wurde mir nun völlig bewusst, dass ein beachtlicher Anteil unserer Mitbürger heftig mit der Chrysi Avgi und allem, was diese vertritt, sympathisiert oder ihr wohlgesinnt ist. Verständlich und respektabel. Es ist ihr Recht.

Die Chrysi Avgi fordert unter anderem die Abschiebung aller Ausländer. Nehmen wir an, den Zauberstab zu haben, und bereits morgen sind alle Ausländer – kriminelle und gesetzestreue – aus Griechenland weg. Einfach so. Perfekt also. Wir haben keine Ausländer, nicht einmal als Muster. Griechenland gehört wieder den Griechen.

Wie wird es jedoch weitergehen? Wer werden diejenigen sein, die all die „schmutzigen“ Arbeiten tun, die wir, die verwöhnten Griechen, nicht machen wollen? Arbeiten, mit denen ältere Generationen kein Problem und auch keinerlei Scham hatten, sie zu tun? Ich habe zehn aufzeigende Fragen zu dem was geschehen wird, wenn plötzlich alle störenden Immigranten aus Griechenland verschwinden werden.

  • Erste Frage: wird die griechische Jugend die Stellen der Ausländer in der ganzen landwirtschaftlichen Produktion in ganz Griechenland übernehmen?
  • Zweite Frage: wird die griechische Jugend die Stellen der Ausländer in den Spülküchen der Restaurants, Hotels und nächtlichen Vergnügungszentren ausfüllen?
  • Dritte Frage: wird die griechische Jugend alle Ausländer ersetzen, welche tausende Häuser und Unternehmen nur in Attika reinigen?
  • Vierte Frage: wird die griechische Jugend alle Ausländer ersetzen, die 10 Stunden lang an den Nähmaschinen in den Kellergeschossen des Zentrums von Athen arbeiten?
  • Fünfte Frage: wird die griechische Jugend alle Ausländer ersetzen, welche auf Groß- und Gemüsemärkten arbeiten?
  • Sechste Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze in der Viehwirtschaft in der gesamten Peripherie ausfüllen?
  • Siebte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze im Baugewerbe ausfüllen?
  • Achte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze auf dem Konstruktionssektor ausfüllen?
  • Neunte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze bei den privaten Unternehmern bei DEI, OTE und EYDAP ausfüllen?
  • Zehnte Frage: wird die griechische Jugend alle Arbeitsplätze bei den Transportunternehmen jeglicher Natur mit der unendlichen Schlepperei ausfüllen?

Keine der vorstehend angeführten Beschäftigungen bietet Büro, Klimaanlage oder Heizung, einen bequemen Sessel, Privilegien oder privilegierte Verhältnisse, Internetanbindung und Zugang zu Facebook oder Twitter. Alle fordern Erschöpfung, Schmerz und Geduld. Sind die Kinder der Griechen bereit?

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

KategorienMeinungen Tags: ,

Bier trinken und Griechenland retten

2. Juli 2012 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 1.673 10 Kommentare

Autor: Giorgos Nikolopoulos

Thema: Initiative zur Senkung der Verschuldung Griechenlands

Mit dem Volkan-Bier aus Santorin verfolgte Peter Nomikos nicht nur, dass wir einfach ein schmackhaftes Bier genießen. Er überlegte sich, dass wir sowohl trinken als auch gleichzeitig das Land retten, Schluck für Schluck. Sie lachen? „Indem sie das Bier kaufen, helfen die Konsumenten Griechenland, ohne dass es sie etwas kostet. Mit jedem Schluck tragen sie zur Senkung der Verschuldung bei. Wir haben reales Geld für die Rettung des Landes investiert„, erklärte er im Februar bei Athens Voice.

Wie genau Griechenland gerettet werden würde, wie die Verschuldung verschwinden werden würde, das war damals unklar. Die Erklärung ging damals in den Kleinmeldungen unter, vielleicht weil niemand dem Herrn Nomikos glaubte. Niemand? Fast niemand. Vangelis Marinakis, Präsident des Fußballvereins PAE Olympiakos, gab am Dienstag (26 Juni 2012) bekannt, die Verschuldung für 50 Griechen – Fußballspieler und Personal des Vereins – aufzukaufen, indem er griechische Staatsanleihen im Wert von 1,4 Millionen Euro erwirbt. Er führte sogar an, dass dies über die NRO Greece Debt Free (GDF) erfolgte, eine innovative Bewegung seines Freundes Peter Nomikos, eine „signifikante Initiative zur Minderung der griechischen Verschuldung„, welche der Olympiakos unterstütze. „Ich will ihre Freiheit kaufen„, verriet er Herrn Nomikos.

Wie zu erwarten war, „zwang“ die Schenkung des Präsidenten des Olympiakos Dutzende griechische Massenmedien, der Greece Debt Free Platz zu widmen, die meisten unter Hymnen und euphorischen Kritiken. Die Zeitung „Kerdos“ gratulierte herzlich zu der Initiative, der vielleicht „letzten Gelegenheit“ für das Land, auf „Sofokleousin.gr“ wurde geschrieben, dass somit alle „effektiv zur Reduzierung der öffentlichen Verschuldung beitragen“ können, während in „Ta Nea“ ein einschlägiger Artikel beherbergt wurde.

Was genau macht jedoch die Organisation Greece Debt Free und warum vertritt sie, das Land retten zu können? Die Begründung ist simpel: Wenn wir als Land eine Schuld von ungefähr 300 Milliarden Euro haben, „entsprechen“ jedem Griechen ungefähr 30.000 Euro als „persönliche“ Verschuldung. Wenn also jede Griechin und jeder Grieche griechische Staatsanleihen im Wert von 30.000 Euro kaufen würde, würde das Land in einer Nacht gerettet werden. (Der geniale Plan der Greece Debt Free nimmt sogar an, jeder von uns würde nur 3.000 – 4.000 Euro zahlen, weil die griechischen Obligationen auf dem sekundären Markt viel billiger gehandelt werden.)

Misstrauische Zeitgenossen könnten dagegen halten, dass die Kinder und Greise nicht zahlen können werden. Wie auch die Millionen armer Griechen ebenfalls nicht zahlen können werden. Dass diejenigen, die Millionen zahlen könnten, Marinakis und Nomikos, in Wirklichkeit jeder ungefähr 100.000 Euro gegeben haben. Dass es besser wäre, die möglichen Gelder gingen an wohltätige Zwecke, direkt an alle, die bedürftig sind. Dass die Preise der Obligationen sich wieder dem Nennwert nähern würden, wenn das Vorhaben glückt und die Greece Debt Free griechische Obligation im Wert von vielen Milliarden zu kaufen beginnt, und wir jeder näher bei 30 Tausendern zahlen werden müssen.

All dies sind begründete Argumente. Und trotzdem wäre es wieder eine sympathische Initiative. Vielleicht gutmütig, wahrscheinlich hoffnungslos naiv, völlig ineffektiv, jedenfalls erwähnenswert. Peter Nomikos würde so etwas wie Petsalnikos in der Business-Version sein, mit der entsprechenden Initiative des damaligen Parlamentspräsidenten für den – in die Hose gegangenen – Fonds zur Unterstützung Griechenlands. Jedoch ist er das nicht. Weil Peter Nomikos Geschäftsmann ist. Und objektiv bewirbt er mit der Greece Debt Free wunderbar sein Produkt.

Wie das geht? Herr Nomikos ermuntert – mit der Unterstützung auch des PAE Olympiakos – alle Griechen, massenhaft Produkte GDF (Greece Debt Free) zu kaufen zu beginnen, Produkte welche verpflichtet sein werden, die Hälfte ihrer Gewinnen für den Aufkauf von Obligationen abzuführen, und von der Organisation eine spezielle Zertifizierung erhalten. Das einzige Problem? Das einzige Produkt, welches bisher die einschlägige Zertifizierung erhalten hat, ist sein eigenes neues Produkt. Das Volkan-Bier wird somit bekannt und erhält gratis positive Erwähnungen in der Presse. Kurz gesagt, solange nicht auch andere entsprechende Produkte in Erscheinung treten, ruft Herr Nomikos uns auf, damit zu beginnen, fanatisch sein Bier zu kaufen, wenn wir Patrioten sind. Ist das ein Plan zur Rettung des Landes? Oder ein Werbetrick? Trink Bier, rette das Land …

PS: Das Thema erscheint fast so unglaublich, dass es das Interesse auch der ausländischen Medien erregte. Nicht mit den unüberlegten Hymnen der griechischen Medien, sondern zwischen Ernst und Spaß. Der Artikel in der englischen Online-Ausgabe des „Spiegel“ hat die (spöttische) Überschrift „Neues Projekt zur Rettung Griechenlands“ und beginnt mit der Frage „… are you serious?“, während er auch über die Steuerbefreiungen all jener erfahren möchte, die ihr Geld spenden. Das Wall Street Journal konzentriert sich auf den „gebräunten“ reichen Unternehmer mit den hautengen Jeans, dem das Rudern gefällt, führt das Bier Volkan an und schließt mit einer einschlägigen Erklärung des Vangelis Marinakis: anything “is worth trying”. Wirklich alles, zum Teufel?

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Sie retten die Banken und lassen die Menschen sterben

1. Juli 2012 / Aufrufe: 884 3 Kommentare

Autor: Giorgos Papasotiriou

Die Banken wurden gerettet, aber nicht auch die Menschen. Ein weiterer, der Rentner in Galatsi, stürzte sich vorgestern aus der 3. Etage vor die Füße des Gerichtsvollziehers.

Am selben Tag beschloss die politische Elite der Europäischen Union die Rettung des europäischen Finanzsystems. Die Austeritäts-Politiken werden jedoch weiterhin gelten, da die 120 Mrd. für die Konjunktur Krümel sind, weil sie für ganz Europa sind. Somit werden Millionen Arbeitnehmer weiterhin von dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein, sie werden tausende Rentner aus ihren Wohnungen sowie auch aus dem selbigen Leben vertreiben.

Ich kann nicht mehr! Warum? Warum?“ rief der tragische Selbstmörder in Galatsi in die Tiefe stürzend. Dieses ungeheure „Warum?“ eines Menschen, der sein Leben lang Häuser baute, und an seinem Lebensabend wollten sie ihn ohne Wohnung, ohne Unterkunft lassen. Die Politiker scheinen jedoch wichtigere Probleme als die Miete eines Rentners in einem Wohnbezirk in Attika zu haben. In ihren Augen hat diese Welt keine Seele, sie hat keine Menschen, sie hat nur Zahlen und Daten, sie hat nur Preise und Tabellen. Jene, die niemals mit ihren Augen ein Korn Weizen gesehen haben, entscheiden über dessen Preis, entscheiden über Leben und Hungertod hunderttausender Menschen. Um genau zu sein, sie beschließen nicht, sie verurteilen nur einfach, da für sie die Menschen überflüssig, unsichtbar sind.

Was jene betrifft, die glauben, der Beschluss der Gipfelkonferenz sei eine positive Entwicklung (siehe SYRIZA) und stelle eine Niederlage Merkels dar, machen einen großen Fehler. Deutschland erlangte in Gegenleistung für sein Nachgeben im Thema der Nichtbelastung der Verschuldung der Mitgliedstaaten der Eurozone (wegen der Rekapitalisierung der Banken) die Kontrollaufsicht des Banksystems aller europäischen Länder sowie deren Etats. Dies stellt mit anderen Worten eine Abtretung nationaler Souveränität an Deutschland dar! Das Vierte Reich ist also da. Und es brauchte keinen Krieg, sondern die wirtschaftliche Durchsetzung und Vorherrschaft.

Besteht die Möglichkeit einer Änderung dieses Kurses? Was Griechenland betrifft, ist es wahr, dass wir profitieren und die Kredite und die Verschuldung, die zur Rekapitalisierung der griechischen Banken erfolgten, um 50 Mrd. Euro mindern können. Das ist jedoch nicht genug. Griechenland benötigt einen Aufschwung, und Europa eine andere Politik, da die derzeit befolgte Politik weiterhin neoliberal ist und den nationalen Interessen der Deutschen dient. Weil das Nachgeben Berlins und seine … Solidarität immer mit der Gegenleistung der Abtretung nationaler Souveränität erfolgen. Das ist natürlich zumindest inakzeptabel.

Was wiederum die Allianz mit den Staaten des Südens betrifft, über die wir so lange sprechen, scheint sie danach ohne uns stattzufinden. Deswegen lasst uns endlich die Entwicklung unserer Allianz mit den südlichen, aber auch allen anderen peripheren Kräften wie Portugal und auch Irland sehen, damit Europa seine alten Ziele und seine verratenen Werte wiederfindet. Weil – wie wir schon sagten – der Ausgang aus der Krise entweder europäisch oder gleichberechtigt sein und die diachrone nationale Würde aller Völker respektieren oder nicht existieren wird.

Quelle: Giorgos Papasotiriou – Σώζουν τις τράπεζες, σκοτώνουν τους ανθρώπους
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Danke, stolze Patrioten in Griechenland!

30. Juni 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 942 9 Kommentare

Autor: Griechin62

Thema: Tzimeros über das Wahlergebnis seiner Partei im Juni 2012 in Griechenland

Thanos Tzimeris ist ein griechischer Bürger, der schlaflose Nächte hatte und es nicht mehr ertragen konnte, das Geschehen in Griechenland von seinem Sofa aus zu beobachten und beschloss, nicht mehr untätig sein zu wollen. Er beschloss zusammen mit einer handvoll Gleichgesinnter, eine Bürgerbewegung zu gründen, um den stillen Bürgern eine Stimme zu geben. Um so die Möglichkeit zu schaffen, zu zeigen, dass es auch griechische Bürger gibt, die keinen Marmor von Gebäuden abreißen, die nicht mit Molotows werfen, die nicht ganze Straßenzüge in Brand setzen oder tagelang streiken …, um der politischen Elite ihren Unmut über deren Umgang mit der Krise zu übermitteln.

Aus einer Bürgerbewegung ist eine junge frische Partei geworden, aus Bürgern wie Du und ich, mit aktiven Mitgliedern aus allen Schichten und Tätigkeitsbereichen. Thanos Tzimeros ist der Gründer und Vorsitzende dieser Bewegung und später der Partei, mit der meines Erachtens wunderbaren Gabe, das Problem Griechenlands beim Namen zu nennen, ohne Schonung der gesamten korrupten politischen Elite und deren Lakaien.

Das Ganze für Jedermann verständlichem klar auf Neugriechisch und nicht in der steifen Hochsprache der Behörden und Akademiker (Katharevousa) formuliert; obwohl er ein Befürworter für den Erhalt der altgriechischen Sprache ist. Er tat es aber, weil er es für sehr wichtig hielt, dass auch ein Kind und ein nicht gebildeter griechischer Bürger ihn verstehen kann – was niemanden der alten politischen Elite jemals interessiert hat, eher war sogar gewünscht, nicht verstanden zu werden! Da diese junge Partei „Dimiourgia Xana“ und deren Gründer in der politischen und medialen Szene unerfahren waren und immer noch sind, wurden sie von dieser Szene (vor allem von den Medien) in der Luft zerrissen und mit unvorstellbaren Dreck beworfen.

Bei dem ersten Wahlkampf, für die Wahl am 06 Mai 2012, wurden sie nicht ernst und auch teils nicht einmal wahr genommen. Staatliche (und ich glaube auch private Fernsehsender) gaben ihnen keine oder kaum Möglichkeiten, sich zu präsentieren, indem man ihnen die gesetzlich zugestandenen Sendezeiten vorenthielt. Sie erhielten diese Möglichkeit erst zwei oder drei Tage vor der Wahl und – wenn ich mich recht erinnere – erst nach einer im Eilverfahren erlassenen einstweiligen Verfügung. Vorher haben sie versucht, sich von Mund zu Mund, per Internet mittels Facebook, Twitter, YouTube usw. bekannt zu machen. Allein durch diese Versuche haben sie es geschafft, ein großes Interesse zu wecken. Diese eine Stunde Sendezeit gab ihnen dann auch noch einen Schub, so dass sie, obwohl der größte Teil der Bevölkerung sie gar nicht kannte, mit 2,2% die Überraschung der ersten Wahl wurden.

Danach fing die absurde und meiner Meinung nach ungerechte Schlammschlacht an. Medien ließen an Thanos Tzimeros kein gerades Haar mehr dran! Sie nahmen ihn auseinander und fingen an, Lügengeschichten über ihn zu verbreiten, wie beispielsweise, er sei Zeuge Jehovas – und zwar, weil im Parteiprogramm von der Trennung von Kirche und Staat die Rede ist. Im September 2011 schrieb er einen Brief an Angela Merkel, der medientechnisch ebenfalls negativ ausgeschlachtet wurde (für mich war dieser Brief der positive Auslöser, der mein Interesse für diese Partei weckte). Er wurde ständig gefragt, warum er sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin geschrieben hat; „sehr geehrte“ wurde ins Griechische irgendwie falsch übersetzt, ich glaube, in „sehr hochachtungsvolle“ Frau Bundeskanzlerin. Dann störte man sich daran, dass er geschrieben hat: Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, wäre ich an Ihrer Stelle, würde ich sagen: „Soll doch dieses Land zum Teufel gehen„. Diese Phrase wurde ihm als Hochverrat angekreidet und außerdem mit Absicht vermieden, auf den ganzen Inhalt des Briefes richtig einzugehen. Man warf Tzimeros auch vor, der Brief sei so verfasst, als ob er es ihm Namen des griechischem Volkes geschrieben hätte. Und daher wurde ihm auch ständig die Frage gestellt, wer ihn legitimiert habe, so einen Brief im Namen des Volkes zu schreiben und was er sich dabei gedacht habe, Interna des Landes und dessen Misere nach außen zu tragen und wer er zu sein glaube, der „Messias“, der Griechenland retten würde?!“

Der Arme Kerl wurde zu Kleinholz gemacht, trotzdem hat er immer wieder tapfer und mit Energie versucht, es zu erklären und richtig zu stellen. Ich fand und finde ihn immer noch Klasse und war und bin immer noch beeindruckt von seinem Mut und seiner Ehrlichkeit! Tzimeros hat zwar auch ein paar meiner Meinung nach kleine Fehler gemacht, wie beispielsweise, sich mit einer anderen kleinen Partei, nämlich mit der „Drasi“ zu einem Wahlbündnis zusammenzutun, um bei der Wahl am 17 Juni 2012 gemeinsam die 3%-Hürde für den Einzug ins Parlament zu überwinden. Deren Slogan lautete aber „Politik ohne Politiker“ und Parteivorsitzender der „Drasi“ war Stefanos Manos, ein Vertreter der alten politischen Elite. Das wurde Thanos Tzimeros aus den eigenen Reihen und von Wählern seiner Partei übel, und so rutschte seine Partei / Bewegung „Dimiourgia Xana!“ von den im Mai 2012  erreichten 2,2% im Juni 2012 auf 1,6% ab! Die Enttäuschung über das schmutzige Spiel der Medien und die Rufmordkampagnien hat ihn veranlasst, die in Rede stehende ironische und verbitterte Mitteilung zu schreiben.

Meine Meinung dazu: Der Umgang der Medien mit der Erscheinung dieser Bürgerbewegung, die sich entschied eine Partei zu werden, zeigt wie manipulativ die Medien in Griechenland agieren und wie wenig Interesse sie haben, dass Griechenland aus der Krise kommt, und mehr ihre eigenen Interessen verfolgen. Thanos Tzimeros griff nämlich auch die Journalisten an, und das war wohl ein schwerer Fehler. Denn den Journalisten war es wichtiger, ihn ins Aus zu katapultieren, als ihm Fragen zu stellen, über sein Parteiprogramm und wie er über die Krise und die Möglichkeit zu deren Überwindung denkt. Die griechische Bevölkerung wird manipuliert und in die Richtung geleitet, wie es die Interessenelite wünscht. Wie sagt man so schön: „ein Volk wird von denen regiert, die sie verdienen!“

Ich persönlich bin vom Wahlergebnis sehr enttäuscht und es hat mir gezeigt, dass wir Griechen noch nicht tief genug gesunken sind! Wenn ein Volk erneut die gesamte alte korrupte politische Elite wählt, die über Jahrzehnte im Parlament sitzt und das Land in die heutige Situation gebracht hat, dann kann es nichts kapiert haben und es kann noch nicht allen schlecht genug gehen!

Es waren in den letzten Jahrzehnten alle im Parlament beteiligt an diesem Spiel der Ausbeutung und Korruption, alle haben zugeschaut, regiert und oder nur Gegenpolitik gemacht. Es ging allen nur darum, etwas vom Kuchen abzubekommen, und es ging dabei nie um das Wohl des Landes und der Gesellschaft. Ob sie PASOK, ND, SYRIZA, KKE oder Lakaien heißen. Alle waren auf ihre Art und Weise an irgendeinem schmutzigen Spiel beteiligt. Die Bevölkerung hat aus Not, Habgier, Schwäche, Interesse und Vorteilen mitgemacht und sich so daran gewöhnt, dass sie sich nicht traut, etwas Neues zu probieren. Und glaubt fest daran, dass sie nicht in der Lage sei, mit ihrer Stimme etwas zu ändern, weil sowieso alles eine abgekartete Sache wäre. Sie machen etwas Brimborium mit ihrer Stimmabgabe, in dem Glauben, sie würden so ein Zeichen setzen und vielleicht ändert sich ja doch etwas, aber bitte nur das, was auch im eigenen Interesse liegt; lächerlich!

Ich war jetzt vor, während und nach der Wahl in Griechenland und habe mir einige Kommentare von meinen Landsleuten angehört, wie: Tzimeros mit der „Dimiourgia Xana“ entspricht mir zu über 80%, aber seine Partei ist nicht genug gegen Merkel, gegen Europa und gegen das Memorandum. Auf meine Frage, ob sie das Memorandum gelesen hätten, kam die Antwort „nein, brauche ich nicht, ich sehe und spüre am eigenen Leibe, was in Griechenland los ist„, und es heißt, dass das so im Memorandum stehe und von Merkel es so gewollt sei. Auf die Frage, ob sie sich nicht vorstellen könnten, dass man das Memorandum vielleicht anders in Griechenland umsetzt als es von den europäischen Partnern verlangt wird, kam, „nein warum sollten sie das tun?

Oder ein anderes Beispiel. Ich traf einige Leute, die mir offen erzählten, sie haben die Nazis gewählt. Auf meine Frage nach dem Warum kam die Antwort: „Damit sie ein Zeichen setzen und die verbrecherischen, korrupten Politiker, die Malakes verkloppen und in die Schranken weisen. Damit die das ganze Gesocks / die Ausländer aus dem Land jagen!“ Auf meine Frage, ob man nicht auch ein Zeichen gesetzt hätte, indem man etwas kleines Ungefährliches gewählt hätte, wie die Grünen oder so etwas wie die Dimiourgia Xana oder von mir aus die Demokratische Linke, wurde entgegnet: „Was können die schon ausrichten, da wäre meine Stimme doch nur verloren!“ Was für ein Witz, leider nichts zum Lachen! Von zehn Personen bekam ich nur von drei eine vernünftige Antwort; mein armes Griechenland, wann kommst du endlich zur Besinnung?

Meinen Urlaub, der so oder so aus unschönen Umständen kein Urlaub war, benutzte ich dafür, ohne Eigennutz für die „Dimiourgia Xana“ zu werben und Flyer zu verteilen. In den letzten neun Monaten habe ich nur zwischen 2 und 6 Stunden Schlaf gehabt, vor Sorge um meine Familie, meine Heimat und vor lauter Zukunftsangst. Habe versucht, so viel wie möglich an Informationen aus Fernsehen und Internet zu bekommen um zu erfahren, in welcher Richtung das Ganze mit Griechenland und Europa gehen wird.

Aber meine stolzen „patriotischen“ Landsleute wollten ein Zeichen setzen, idem sie ND, SYRIZA, PASOK, ANEXARTITI, Chrysi Avgi und KKE wählten! Die Grünen waren zu grün, ist ja auch zu anstrengend, etwas umweltfreundlich zu sein, die Dimiourgia Xana war ihnen zu ehrlich, zu viel Logik und Selbstverständliches, zu viel konnte man verstehen (das ist gar nicht gut!), zu viel für Memorandum, Merkel und Europa, ach einfach zu viele einfache Leute wie du und ich. Ach ja, da ist ja auch noch die „Koinonia“ und andere kleine Parteien, wer ist / sind das denn …? Ach, zu viele Parteien, da muss man sich ja die Zeit nehmen, um die ganzen Programme zu lesen und informiert zur Wahl gehen. Da ist es doch einfacher, man bleibt bei dem Altbewährten, da weiß man wenigstens was man hat, wir mischen das Ganze nur mal etwas durch, und die finden schon die passende Lösung für uns Bürger.

Danke meine stolzen Patrioten! Der Bürger „Ellinaras“ hat gewonnen, ob er rechts, links, extrem oder sonst wie ausgerichtet, hat es leider bei der Wahl gezeigt mit dem allgemeinen höchsten Prozentsatz! Und dem Bürger „Logik“, der für sein selbstverständliches Recht gekämpft und seine Stimme bei den kleinen Parteien abgegeben hat, zeigten die Wahlen, dass sie leider nur 5-7% der Bevölkerung ausmachen. Das heißt auch, dass der logisch denkende Grieche noch warten muss, bis in Griechenland das Selbstverständliche regiert. Solange warten, bis auch die über 90% der stimmberechtigten griechischen Bevölkerung kapiert haben, dass das gesamte Parlament und dessen Lakaien zum Mond geschossen werden müssen, damit wir vielleicht die Chance bekommen, vorwärts zu schreiten. Dieser Zeitpunkt wird jedoch leider der Sankt Nimmerleinstag sein!

KategorienMeinungen Tags: ,