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Elefanten und Beamten in Griechenland

29. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 481 1 Kommentar

Autor: Dimitris Kampourakis

Thema: Arbeitsreserve anstatt Beamten-Entlassungen in Griechenland

Der Mann ist leitender Angestellter bei einer privaten Firma, die Personalbewertungen durchführt. Während ich dachte, es gäbe nur sehr wenige solcher Firmen, teilte er selbst mir mit, dass es in den europäischen Ländern sehr viele gebe und einige von diesen bereits Mitarbeiter suchen, um Niederlassungen in Griechenland zu eröffnen, da sie Geld gerochen haben. Thema unserer Unterhaltung war die Bewertung der staatlichen Bediensteten und wie sie einheitlich und glaubwürdig auf einem öffentlichen Sektor erfolgen kann, der tausende verschiedene Zuständigkeiten und Arbeitsgegenstände hat. Bei der Gelegenheit fragte ich ihn jedoch auch nach seiner Meinung darüber, wie die berüchtigte Reduzierung des übermäßig aufgeblähten öffentlichen Sektors am besten zu erfolgen habe.

Mich überraschte weder seine Ansicht (aus der Unterhaltung hatte ich die Optik wahrgenommen, die er von den Dingen hat) noch der Zynismus des von ihm genutzten Beispiels. So sehr sein Vorschlag auch technokratisch vollständig zu sein schien, so sehr ich auch die einseitige Verteidigung der öffentlichen Bediensteten in einem Land als verzerrt erachte, das von schutzlosen Arbeitslosen überquillt, ließ mich etwas in seinen Worten erschauern. Ich vermittle sie möglichst getreu und denke, den Kern seiner Überlegung wiederzugeben:

Es ist nicht mein Job, zu beurteilen, ob der Staat viele oder wenige Beamten hat. Das ist der Job der Politiker. Wenn diese jedoch befinden, es müsse eine Reduzierung der Anzahl der Beamten geben, sind die mir zu Ohren kommenden Maßnahmen wie Versetzungen, Arbeitsreserve, Vorruhestand oder freiwilliges Ausscheiden für das angebliche Ziel, welches die Erhöhung der Produktivität des öffentlichen Sektors ist, völlig katastrophal. Der Weg ist einer und der einzige: die umgehende Entlassung aller, die überflüssig sind. Jedoch keine Entlassungen ohne Kriterien.

Der eine Teil der Entlassungen muss nach einer Bewertung je Dienststelle und Dienstgrad erfolgen. Man bewertet die neu eingestellten Beamten und entlässt die letzten, danach die älteren und entlässt wieder die letzten, und im weiteren Verlauf Abteilungsleiter und Direktoren und macht das selbe. Der zweite Teil der Entlassungen wird aus der Schließung nutzloser Organismen herrühren. Wenn beschlossen wird, dass ein Organismus nicht benötigt wird, schließt man das Gebäude ab und alle dort Beschäftigten werden ohne Ausnahme entlassen, von dem gestern eingestellten Büttel bis hin zum dienstältesten Direktor.

Der Betrieb einer Behörde stützt sich auf die Hierarchie und die Weitergabe von Wissen und Erfahrung. Wenn sie heute die öffentlichen Bediensteten um 30.000 reduzieren wollen und die Sache so steuern, dass 30.000 Direktoren, Dienststellenleiter und altgediente Beamten ausscheiden, wird die Funktion der Behörden sich nicht verbessern, sondern zusammenbrechen. Die bereits niedrige Produktivität wird in den Keller sinken. Die verbleibenden jungen Leute werden plötzlich gefordert sein, eine Aufgabe zu bewältigen, von der sie keinen Schimmer haben. Man wirft niemals nur die höheren Stufen einer Hierarchie hinaus, weil die Verbleibenden nur kleine Bruchstücke einer großen Aufgabe kennen und es niemanden mehr gibt, um diese zusammenzufügen. Entweder beschneidet man zu gleichen Teilen und proportional die gesamte Hierarchie oder man schneidet ganze Stücke ohne Ausnahme weg.“

Als ich ihn fragte, in welchem Land und bei welchen Behörden dieses von ihm beschriebene extreme und keinerlei gesellschaftliche Kriterien beinhaltende Modell angewendet worden ist, antwortete er mir mit einem Beispiel, das mich sprachlos machte:

„Es ist nicht nur die Wissenschaft des Unternehmensmanagements, die es uns lehrt, aber auch die Natur selbst. In den großen Parks zum Schutz der wilden Lebens, die in den 60er und 70er Jahren in Afrika geschaffen wurden, vergrößerten sich die Elefantenherden mangels natürlicher Feinde so sehr, dass in den Parks irgendwann die verfügbaren Ressourcen für ihre Ernährung schwanden. Damit nicht ihre gesamte Population unter Hunger leidet, beschlossen die Biologen, sie selektiv zu reduzieren. In den ersten Jahren und in Ausübung einer … sagen wir sozialen Politik, töteten sie die greisen Tiere, die ihren biologischen Zyklus fast vollendet hatten, und erhielten die jüngeren am Leben.

Und während man erwartet hätte, alles würde natürlich verlaufen, beobachteten die Biologen, dass die am Leben gebliebenen Elefanten schrittweise ein merkwürdiges und launisches Verhalten zeigten. Unbegründete Nervosität, Panikreaktionen, Entfernung von den alten genutzten Trampelpfaden, Unvermögen zur Auffindung der Wasserlöcher, Zerfall des Zusammenhalts der Herden, Rückgang der Geburten und Ähnliches kennzeichneten ihr Verhalten. Die Biologen kamen schnell zu dem Schluss, dass die Abschlachtung aller älteren Tiere die natürliche Weitergabe der Erfahrung und des Wissens der Ahnen von den älteren Tieren an die jüngeren unterbrach, mit dem Ergebnis, dass diese sich schwer taten, zu überleben. Wann immer sie die Reduzierung der Population wünschen, wählen sie seitdem eine Herde aus und töten sie vollständig, von dem ältesten männlichen Tier bis hin zu den Neugeborenen.

Arme Altelefanten, Elefantinnen und Elefäntchen des öffentlichen Sektors, wehe Euch, wenn mein Gesprächspartner schließlich den Job bekommen wird …

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Wenn die Griechen Steuern zahlen würden

27. August 2012 / Aufrufe: 1.148 9 Kommentare

Autor: Takis Michas

Die Epoche, die wir in Griechenland durchleben, wird nicht nur als die Epoche der großen Krise in die Geschichte eingehen. Sie wird auch als die Epoche der großen Mythen in den Annalen verbleiben. Einer dieser Mythen, der nach den Vorfällen auf Hydra eine neue Blüte erleb, istt: „Wenn die Griechen ihre Steuern zahlen würden, hätten wir nicht die Schulden und Defizite, die wir heute haben.

Dieser Mythos, der die Krise auf die auf die Steuerhinterziehung zurückführt, ist leider nicht nur einfach in Griechenland, sondern auch im Ausland weit verbreitet. Natürlich steht er in keinem Bezug zur Realität. Es trifft genau das Gegenteil zu: Gäbe es in Griechenland keine Steuerhinterziehung, wären die Schulden und Defizite noch höher!

Angenommen, die Steuerhinterziehung in Griechenland ist wirklich groß. Bedeutet dies, dass die Defizite geringer wären, wenn die Bürger die ihnen entsprechenden Steuern zahlen würden? Sicherlich nicht. Die Defizite und Kredite entstanden, um im Rahmen des von „Kundenbeziehungen“ beherrschten politischen Systems den riesigen und antiproduktiven öffentlichen Sektor zu füttern. Wenn nun alle Griechen ihre Steuern zahlten, wäre das Einzige, was geschehen würde, dass der öffentliche Sektor noch größer und seine Gehälter noch höher wären. Wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, würden die staatlichen Bediensteten 3 Millionen tangieren, das Durchschnittsgehalt bei den öffentlichen Unternehmen 5.000 Euro betragen und die ERT nicht einfach nur mehr Personal als der CNN, sondern mehr als CNN und BBC zusammen beschäftigen! Ebenfalls wäre die Anzahl der „Behinderten“-Renten dreimal höher als heute, und nicht nur die unverheirateten Töchter staatlicher Beamten, aber auch die verheirateten sowie die Enkel und Urenkel hätten einen Rentenanspruch!

Mit anderen Worten, wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe, würden die Defizite und Kredite im besten Fall auf den selben Ebenen wie heute verbleiben. Höchstwahrscheinlich würden sie jedoch auf noch höheren Niveaus liegen. Weil ganz einfach der öffentliche Sektor noch größer als heute wäre, mit dem Ergebnis, dass die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sich auf einem noch niedrigeren Niveau als heute befinden würde.

Die Folgen einer Handlung differieren von Gesellschaft zu Gesellschaft und hängen von der führenden Logik ab, die im gegebenen Raum vorherrscht. Beispielsweise trägt in Dänemark die Entrichtung der Steuern zur Senkung der Defizite bei. In Griechenland dagegen, wo die vorherrschende Logik jene des Kundensystems ist, bedeutet die Entrichtung von Steuern einfach nur die Ausweitung des öffentlichen Sektors, während die Defizite – im besten Fall – auf dem selben hohen Niveau verbleiben.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Finanzamt auf der Lost-Insel

24. August 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 521 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Kostas Giannakidis

Zu der Stunde, als die Beamten der Wirtschaftspolizei Hydra zu verlassen versuchten, begab ich mich an Bord eines Fischkutters im Hafen einer anderen Insel, viele Meilen von der Geburtsstätte der Helden der Revolution entfernt. Ich hatte keine Ahnung, was sich auf Hydra ereignete. Ich nehme an, dass es auch nicht der junge Mann wusste, der auf dem Deck des Kutters hinter einem hölzernen Tisch saß. Der Kutter führt alltäglich kleine siebenstündige Rundfahrten durch. Es werden drei Inseln besucht, während die Mannschaft Fleischspießchen, Salat und Wassermelone serviert. Der Preis beträgt dreißig Euro.

Ich gab dem jungen Mann einhundert Euro und verlangte drei Tickets. Er gab mir einen Zehner und einen Blick voller Ratlosigkeit zurück. Was ich sonst noch wollte? Ich wollte eine Quittung. Vor sich hatte er einen Quittungsblock. „Der Herr möchte eine Quittung„, meinte er zu einem Typ, der das Sagen zu haben schien. Plötzlich tauchte auf dem Tisch eine Quittung auf, die den Stempel des Unternehmens aufwies, nicht registriert war, und das Datum war per Hand geändert worden. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um eine Quittung vom 13. August, die in eine Quittung des 18. umgewandelt wurde.

Die ist alt„, meinte ich. „Sie ist neu„, sagte mir jener, der das Sagen hatte. „Wir haben sie vorhin für Leute ausgestellt, die es sich schließlich anders überlegten und weggingen.“ Was für ein Durcheinander … . „Du stellst keine Quittungen aus„, sagte ich ihm. „Bleib hier und schau zu, ich stelle welche aus„, beschied er mir. Er stellte keine aus. „Es sind Tickets, die sie in ihren Hotels gekauft haben„, warf jemand ein. Blödsinn. Und warum gab er mir eine alte Quittung?

Es versteht sich, dass an der Bar des Kutters Kaffee und Erfrischungsgetränke zu niedrigen Preisen feilgeboten wurden, natürlich ohne Quittung. Quittungen tauchten auch nicht auf den drei Inseln auf, welche wir besuchten. Nun schön, die eine ist unbewohnt. Auf den anderen? Kann es auf den anderen jedoch angehen, eine Quittung von dem Grenzbewohner zu verlangen, der einen Stand aufgebaut hat und Kaffe und Sirupfrüchte verkauft? Und überall die selbe ekelhafte Antwort: „wir haben gerade einmal einen Monat, um auch etwas Arbeit abzubekommen. Wenn wir das Finanzamt bezahlen, werden wir kein Geld haben, um unsere Kinder anzuziehen„. Wirklich? Willkommen im Club.

Wieder auf der großen Insel angekommen, zeigte meine elementare Reportage, dass die meisten Geschäftsinhaber nur Griechen Quittungen geben. „Wenn die SDOE kommt, gibt mir mein Buchhalter per SMS Bescheid„, gestand ein lokaler Händler ein.

Nun werden Sie mich fragen, um welche Insel es sich handelt. Ich werde es Ihnen gerne sagen. Es sind alle Inseln. Es sind die Inseln, wo die SDOE eine Deliktrate von 100% feststellt. Ich überlegte mir, wenn auf der Lost-Insel Griechen wohnten, würden der Schwarze Rauch und der Polarbär das Finanzamt bestehlen. Es sind all jene Inseln, wo im Winter der Fernseher mit einschlägigen Gesten bedacht wird, wenn Nachrichten laufen und sie Merkel verfluchen, weil sie unser Leben kaputt gemacht hat. Diese kleinen Mistkerle, unsere großen Feinde.

Quelle: Protagon.gr
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Scharlatane mit Quacksalben zur Rettung Griechenlands

19. August 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 690 9 Kommentare

Autor: Kostas Melissopoulos

Was tun wir, wenn eine zur Heilung des Patienten verabreichte Therapie dessen Zustand verschlimmert und in mit mathematischer Präzision in den Tod führt? Was unternimmt also der Arzt? Das Simpelste: er wechselt das Medikament. Was geschieht, wenn er es nicht tut? Offensichtlich wird auch er für den „Tod“ mitverantwortlich sein, aber das ist den „Verwandten“ völlig gleich, da ihnen nichts ihren Menschen zurückbringen wird. Die gemeine Logik sagt also, den Scharlatan mit den Quacksalben rechtzeitig zum Teufel zu jagen und einen Profi zu suchen, der sein Werk versteht.

Ein makaberer, jedoch notwendiger Prolog. Unser Land liegt auf dem Krankenbett und die Troika und alle, die sie steuern, spielen die Rolle des Scharlatans, der uns mit Quacksalben zu retten versucht. Unser Zustand verschlimmert sich jedoch immer mehr.

Und man fragt sich: So viele schlaue Wirtschaftlerköpfe und niemand bemerkt etwas? Neulich wurde bekannt, dass die Präsidentin des IWF Christine Lagarde vertrat, die Verschuldung Griechenlands müsse auf ein „überlebensfähiges Niveau“ gesenkt werden um ihrem wohltätigen Fond zu gestatten, eine weitere Rate von Milliarden Euro zu gewähren. Der Lagarde ist zumindest sehr wohl bekannt, dass die tiefe Rezession in Griechenland das Programm zur Rettung des Landes um … Lichtjahre von seiner Bahn abgebracht hat. Und offensichtlich will sie retten, was von dem Geld ihres „Ladens“ zu retten ist.

Lesen Sie dies und ziehen sie Ihre Schlüsse: 68.000 griechische Kleinunternehmen schlossen in den ersten 6 Monaten des Jahres 2012. 190.000 Unternehmen erklärten, innerhalb der nächsten 12 Monaten von der Insolvenz bedroht zu sein. 1 von 4 Unternehmen in Griechenland vermag nicht, den Tilgungen seiner Kredite nachzukommen. 1 von 2 begegnet Schwierigkeiten bei der Zahlung der Löhne der Beschäftigten. Der durchschnittliche Umsatzrückgang der kleinen und mittleren Unternehmen im ersten Halbjahr 2012 betrug 34,5%. Und all dies bei mäßigen Berechnungen und ohne Lust, imponieren zu wollen, da die Realität immer schlimmer ist als das, was sich auf dem Papier darstellt.

Hier haben wir es nicht mit Rezession zu tun, sondern mit einer Politik der verbrannten Erde, die nicht einmal der härteste Eroberer anwenden würde. Das Einzige, was die Politik der Troika erreicht, ist die Zerstörung der griechischen Wirtschaft, die Auflösung des gesellschaftlichen Gerüsts und die Verwandlung des bis vor wenigen Jahren (sei es auch mit geliehenem Geld) blühenden Landes in eine endlose Landschaft der Depression und der Verzweiflung.

Die eine Version ist, dass sie uns abstrafen, damit wir ein Exempel für andere Länder werden, die in Zukunft Griechenland „nachahmen“ wollen. Blödsinn! Deutschland ist seit 25 Jahren Champion bei den Betrügereien mit den EU-Mitteln. Die andere Version lautet, dass sie das Land zerschlagen und für ein Stück Brot „kaufen“ wollen. Das Sichere ist jedenfalls eins: Ohne eine mutige Entschuldung wird Griechenland bankrott gehen, und zwar sogar sehr bald. Und wenn unser Land gerettet wird, wird es dieses nur dem Wunsch Einiger zu verdanken haben, die sich Merkels Plänen entgegenstellen und Griechenland aus ihren Gründen am Leben halten wollen, sei es auch auf der Intensivstation.

All dies annulliert jedoch natürlich nicht im Geringsten die ungeheure Verantwortung des griechischen Volkes und seiner Führer. Darüber wird jedoch … Theodoros Pagkalos schreiben. Nehmen wir ihm nicht seine Arbeit weg!

Quelle: Vradyni
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Beginn der Absurditäten in Griechenland

16. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 2.119 4 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Zwangsversteigerung von 100000 Immobilien in Griechenland

Es ist eindeutig, dass das griechische Problem sowohl in der hohen öffentlichen Verschuldung – welchem Problem in ihrer Mehrzahl fast alle europäischen Staaten begegnen – als auch – und hauptsächlich – in allem besteht, was sich auf den öffentlichen Sektor bezieht. In dem Maß, wo die Troika Maßnahmen zur Einschränkung der Verschuldung und die Reorganisation des Staates fordert, kann niemand etwas einwenden, da die Troika nicht von allein nach Griechenland kam, sondern von der Regierung Papandreou eingeladen wurde, die offensichtlich nicht vermochte, die wie auch immer gearteten notwendigen Änderungen durchzuführen und vorzog, im Ausland Hilfe zu suchen. Wie es sich bei der gleichermaßen indirekten wie klaren Äußerung des heutigen Vorsitzenden der PASOK-Partei Evavgelos Venizelos im Parlament, glücklicherweise existieren die Ausländer um uns zu ändern, weil wir es von allein nicht können, außerdem um eine wirklich tragische Erklärung eines Politikers handelt, der Anspruch darauf erhob und erhebt, sich in der ersten Reihe der politischen Entwicklungen zu befinden, und welche Erklärung die Krankhaftigkeit des selbigen politischen Systems des Landes enthüllt.

Dass die Troika eine Reihe von Maßnahmen zur Sanierung der öffentlichen Finanzen und ausgeglichenen Funktion des staatlichen Sektors verlangt oder fordert, ist also nicht absurd. Das Absurde beginnt bei Forderungen wie jener nach der Aufhebungen des Verbots der Zwangsversteigerung der Hauptwohnung für die Kreditnehmer, welche wegen der wirtschaftlichen Umstände auf dem Markt nicht vermögen, ihren Verpflichtungen gegenüber den Banken nachzukommen. Es handelt sich um eine Maßnahme, die auf keinen Fall zur Minderung der öffentlichen Verschuldung beiträgt. Auch steht sie nicht in Zusammenhang mit dem labyrinthischen und ineffizienten öffentlichen Sektor. Sie bezieht sich vielmehr auf einen Versuch zur Stärkung der Liquidität der Banken und gleichzeitigen Verelendung aller Bürger, die davon träumten, ihr eigenes Heim zu haben und – bis neulich – vermochten, mit einem Baukredit eine Wohnung zu kaufen. Diese Entwicklung, also die Tatsache, dass die Griechen im Gegensatz zu den Europäern über Eigentum verfügen, scheint Brüssel offensichtlich heftig zu stören – außerdem ist bekannt, dass der Vertreter der E.U. auch der eingefleischteste Hardliner ist.

Deswegen muss auch die griechische Regierung sehr gut aufpassen, wie sie hinsichtlich dieser Ebene voranschreitet. Weil es eine Sache ist, kontinuierlich mehr Geld von dem Bürger zu fordern, um als Staat den – und zwar ohne Genehmigung der Bürger – gegenüber den ausländischen Staaten eingegangen Verpflichtungen zu entsprechen, und eine andere, Beschlüssen zuzustimmen, welche tausende Menschen obdachlos machen. Die Griechen mögen sich nicht gegen das erheben, was ihnen in den beiden letzten Jahren geschickt aufgezwungen wurde. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie mit gefalteten Händen sitzen bleiben werden, sobald sie an dem Punkt angelangen, ihre Wohnung zu verlieren. Bis heute erfolgt die „Revolution“ vom Sofa aus. Wenn wir jedoch das Sofa verlieren …

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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Der private Sektor – das große Opfer in Griechenland

13. August 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 686 4 Kommentare

Autor: „BtK“

In Griechenland leben wir in einer virtuellen Realität. Andere Dinge geschehen und andere nehmen viele von uns wahr. In einer Periode, in der ersichtlich ist, dass die Situation in der Wirtschaft außer Kontrolle ist und die unmittelbare Insolvenz droht, weigern sich viele von uns die Realität zu sehen und leben weiterhin in ihrer Welt des Wohlstandes und der Ansprüche. Bezeichnendes Beispiel ist, dass die wie vergangene Tage offiziell bekannt gegebene Arbeitslosigkeit inzwischen 23% überstieg und in ihrer Gesamtheit aus dem privaten Sektor herrührt.

Auf dem öffentlichen Sektor, der den griechischen Steuerzahler mit dermaßen hohen Kosten belastete, verweigern trotz des Drucks der Troika sogar etliche derer, welche die Regierung stützen, nicht nur die Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor, aber sogar auch die stattdessen von dem zuständigen Finanzminister Giannis Stournaras vorgeschlagene „Arbeitsreserve“.

Ist das gerecht? Dass die schmerzhaften Kosten, welche heute das griechische Volk bezahlt, ausschließlich und allein der private Sektor übernimmt?

Nur wenigen Griechen ist heute bewusst geworden, dass die griechische Regierung durch die Erhebung von immer mehr Steuern zu Lasten der Unternehmen, welche auf dem letzen Loch pfeifen und nur noch bedingt betriebsfähig sind, diese entweder in den Konkurs oder die Reduzierung der Kosten, sprich zu Entlassungen führt. Um Gelder für die Deckung der überdimensionalen Lohnkosten 770.000 staatlicher Bediensteter des engeren öffentlichen Sektors zu finden und den ungeheuren Schulden der öffentlichen Unternehmen (DEKO) zu begegnen, verhängt die Regierung also Steuern, die zu den Entlassungen führen, welche das Gerüst des Unternehmertums, aber auch den gesellschaftlichen Zusammenhang zerstören. Ist dies eine gerechte und effiziente Politik? Dass die staatlichen Bediensteten die einzigen Privilegierten in einer Gesellschaft sind, die in der Arbeitslosigkeit versinkt, die – wie alle Demoskopien verzeichnen – dass größte langfristige Problem ist, dem heute unsere Gesellschaft begegnet?

Wir schrieben seit geraumer Zeit, dass die Schwierigkeit für den Herrn Samaras in seinen Bemühungen, die internationale Glaubhaftigkeit Griechenlands wiederherzustellen und die untragbaren volkswirtschaftlichen Defizite einzuschränken, nicht die Kürzung der Löhne und Renten sein wird, die in vielen Fällen sowohl ungerecht als auch unangemessen ist. Es reicht die Unterschrift des Finanzminister unter einem Verwaltungsbeschluss, um sie durchzuführen – und wie sie durchgeführt wurde.

Der schwere Part ist, zu den notwendigen strukturellen Änderungen beim Staat zu schreiten, welcher der große Patient ist und uns in den heutigen Zusammenbruch führte. Und bis zu diesem Augenblick hat die Dreiparteien-Regierung in dieser Richtung nicht das Geringste unternommen. Sich hinter ihrem Finger versteckend drückt sie sich dagegen davor, mit den etablierten Interessen und den starken Zünften zu kollidieren, wie es das Beispiel mit dem Fall der Arbeitsreserve und der Reaktionen der beiden anderen Parteiführer, der Herren Kouvelis und Venizelos aufzeigt, welche die Regierung stützten. Und dieses ist nicht das einzige …

Die Beispiele für diese überholte und katastrophale Logik sind leider zahllos. Und es ist offensichtlich, dass solange die Regierung darauf beharrt, aus Angst vor der Kollision mit Zünften und Interessen nicht ihre Pflicht zu tun, die Anstrengungen welcher Spekulantenkreise auch immer sich verstärken werden, den Bankrott Griechenlands herbeizuführen.

Quelle: Vradyni
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Ende der Selbstkritik in Griechenland

9. August 2012 / Aktualisiert: 05. Januar 2016 / Aufrufe: 535 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Kostas Giannakidis

Thema: Μαζί τα φάγαμε – Wir haben es (das Geld) gemeinsam durchgebracht

Die Internetbenutzer hängen wie Trauben von der Seite Mazi Ta Fagame des Theodoros Pagkalos herab. Die Vorhaben ist bekannt: Herr Pagkalos sammelt Aussagen und Meinungen von Bürgern, welche die Version der Mitverantwortung dokumentieren, so wie diese in dem – inzwischen klassischen – „Mazi Ta Fagame“ komprimiert wurde. Das Vorhaben wird erfolgreich sein, das ist sicher. Dort drinnen werden sich tausende Geschichten sammeln. Die Frage ist, was jeder von uns dort von Seite zu Seite sehen wird. Die einen werden einen Spiegel der Gesellschaft sehen. Und andere ein verzerrtes Bild. Dort liegt auch der Kern unserer Tragödie. Wir können uns immer noch nicht darüber einigen, aus welchem Grund all dies geschieht.

Betrachten Sie das Problem nun in einer anderen Dimension: Der Wirtschaftsstaatsanwalt Peponis lud den ehemaligen Vertreter Griechenlands im IWF vor, damit dieser ihm erklärt, was er meinte als er behauptete, dem IWF sei bekannt gewesen, dass das Programm Griechenlands kein Ergebnis haben werde. Und schön, als allgemeine Stellungnahme mag dies gerechtfertigt sein – wir leben in Griechenland, griechische Politiker sollten das Programm umsetzen. Panagiotis Roumeliotis hatte es jedoch konkretisiert. Falls Sie sich erinnern, er hatte geäußert, Papandreou habe einen Vorschlag von Strauss-Kahn zur Umschuldung abgelehnt. Als Meldung ist dies interessant und nur Strauss-Kahn könnte sie von Vermutungen reinigen. Roumeliotis hatte ebenfalls geäußert, dass wir Kredite zu hohen Zinsen von unseren Partnern aufnahmen und keine Verhandlungen über den Zeitraum der volkswirtschaftlichen Angleichung führten. Diese Anschuldigungen sind tatsächlich diskutierbar, speziell jene bezüglich des Zinssatzes. Hinter die Positionen des ehemaligen Repräsentanten stellen sich Etliche, die noch weiter gehen. Es gibt parlamentarische Parteien, welche erachten, es sei falsch gewesen, Kredite aufzunehmen und uns nicht China, Russland, den Mönchen von Athos und dem Öl in der Ägäis zugewendet zu haben. Gleichfalls gibt es in Parlament und Gesellschaft Kräfte, welche sich bereit erklären, die Verschwörung zum Völkermord an den Griechen zu beweisen. Resultat? Wir können uns nicht nur nicht über das einig werden, was uns widerfahren ist. Wir sind auch nicht fähig, uns darüber zu einigen, was wir getan haben oder was wir im weiteren Verlauf tun müssen.

Für jede von Pagkalos publizierte Geschichte „mazi ta fagame“ wird es auch jemanden geben, der protestieren und behaupten wird, nichts „durchgebracht“ zu haben. Für jede von der Regierung ergriffene Maßnahme wird es tausende andere geben, die glauben, dass es einen anderen Weg gibt. Und es würde einen anderen Weg geben, wenn Pagkalos und seine „Kaste“ in den vergangenen Jahren ihre Arbeit getan hätten. Es ist nicht nur eine Beleidigung des Rechtsempfindens. Es ist auch eine Ausgrenzung des gesunden Menschenverstandes aus der Diskussion, die wir zu führen versuchen. Selbst wenn Pagkalos Recht gehabt hätte, hat er dieses auf der Strecke der letzten drei Jahre verloren. Was zum Teufel haben sie unternommen, damit wir es nicht alle zusammen „durchbringen“? Wie viele Steuerhinterzieher nahm er in die Zange und wie viele Institutionen modernisierte er? Die Periode der Selbstkritik war erforderlich und zog zu Recht über unsere Leben. Sie verging ungenutzt. Jetzt darf sich niemand mehr fragen, ob wir es zusammen durchgebracht haben, ohne Antworten darauf zu geben, was danach geschah, und auf all das, was heute geschieht.

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Heißer August in Griechenland

4. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 352 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Panos Kolokotronis

Thema: Neues Sparpaket über 11,5 Mrd. Euro in Griechenland

Nach der Hitzewelle … kommt der Schauer. So war es immer und so wird es bleiben, wie zumindest Meteorologen einschätzen, laut denen der August wie üblich kühler sein wird.

Für die griechische Gesellschaft und Politik jedoch zeigen sich die Dinge umgekehrt, da der August einer der heißesten Monate sein wird, wenn wir das Maßnahmenpaket berücksichtigen, welches die Regierung umgehend vorantreiben muss, damit sich das für das Land negative Klima in Europa ändert. Weil klar ist, dass Gegner der Regierung derzeit weder Herr Schäuble noch Herr Rösler sind, die praktisch genau das Selbe erklären wie vor einigen Tagen in Athen auch der Kommissionspräsident Herr Barroso: Dass Griechenland nicht den Luxus der Zeit habe und schnellstmöglich die Reformen realisieren müsse, zu denen es sich verpflichtet hat.

Praktisch sagen also die europäischen Funktionäre nichts anderes als die Regierung. Nur bedienen sie sich einer unterschiedlichen Rhetorik und vermeiden im Fall der Herren Barroso und Junker jede Bezugnahme auf ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone, wie es vorsätzlich und immer vehementer alle Nase lang Herr Rösler anführt – und zwar mehr um zu beweisen, dass er die europäische Wirtschaftspolitik „mitgestaltet“, als um Druck auszuüben. Unter dem Strich bringt er mit diesen Äußerungen das europäische Konstrukt ins Schwanken und erleichtert es nicht, wie ihm gleichermaßen indirekt wie klar Herr Junker beschied.

Unabhängig von diesen Äußerungen ist es eine Tatsache, dass die Regierung sich entschlossen zeigt, diesen schwierigen Weg fortzusetzen. Es mag sich das Thema zusätzlicher Zeit stellen, damit umgehend eine Reihe struktureller Interventionen erfolgt, die – wie beispielsweise die Privatisierungen – mit dem öffentlichen Sektor in Zusammenhang stehen, und danach untersucht wird, in welchem Maß neue Eingriffe bei Löhnen und Renten nötig sind, jedoch ist klar, dass sich die Koalitionspartner auf einer gemeinsamen Resultante bewegen.

Dass der Wille zum „Wechsel der Szenerie“ bis zum Herbst besteht, bestätigte praktisch jüngst auch der Regierungssprecher, der in einem Radio-Interview erklärte, dass der ausgetragene Kampf ein Kampf gegen die Zeit sei und „eine mühsame Anstrengung auf allen Bereichen erfolge„, nicht nur im Thema der Maßnahmen, aber auch bei den Privatisierungen und Fusionen und Schließungen von Organismen.

Wie der Regierungssprecher erklärte, ist das Ziel der Regierung jedenfalls klar: „Wir müssen jene schützen, denen bereits viele Opfer abverlangt worden sind, aber langsam müssen wir auch die Rückgewinnung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit einleiten, weil man nicht behaupten kann, unabhängig zu sein, wenn man jeden Tag einen neuen Kredit benötigt …

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gibt es in Griechenland keine Aufklärer?

1. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 836 6 Kommentare

Autor: Peter Adam

Thema: Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

Hallo liebe Landsleute und Freunde des griechischen Volkes.

Ich schreibe als Grieche und Patriot, der schon lange Zeit in Deutschland lebt, sich jedoch noch sehr gut an die Zeit erinnert, als Griechenland noch seine ursprüngliche Währung, die Drachme hatte. Ich bin nun 50 Jahre alt und vielleicht kann man hier meinen Standpunkt dadurch besser verstehen.

All die Jahre im Euroraum ging es dem griechischen Volk scheinbar gut. Man hatte eine harte Währung, man konnte konsumieren und es ging dem Volk relativ gut. Doch ohne hier zu polemisieren möchte ich Griechenland wieder in der Drachme sehen, denn kein Mensch kann die Augen davor verschließen, dass das Volk unter den momentanen Zuständen immer weiter, für nichts und wieder nichts, verelenden wird, wenn nicht radikal gegengesteuert wird. Aufgrund seiner stetig schwindenden Wirtschaftskraft kann Griechenland sich den Euro als Währung nicht mehr leisten.

Natürlich wäre eine Rückkehr zur Drachme schmerzhaft, vor allem für diejenigen die bisher vom Euro profitiert haben und nun, aus Angst vor den zu erwartenden Verlusten, ein Horrorszenario nach dem anderen entwerfen. Aber ist der Horror nicht schon längst in unserem geheiligten Land angekommen? Weshalb erlauben wir als Gesellschaft es, das Kranke und Schwache so sehr leiden müssen? Weshalb hat das Volk nicht den Mut zusagen: „Genug ist genug“.

Vor dem Euro waren wir schon ein armes Volk, aber wir hatten medizinische Versorgung für alle, unser Land gab genug her, damit alle satt wurden, und unsere Sozialstrukturen waren weitestgehend in Ordnung. Gibt es denn wirklich keine Aufklärer, die dem Volk sagen was Sache ist? Wer bringt den Mut auf zu sagen, dass Griechenland den Euro verlässt, aus Gründen, die nach all den Horrorberichten und unhaltbaren Zuständen auf der Hand liegen?

Vorstellbar wäre doch, das Beispiel Argentiniens oder Islands zu praktizieren, was zwar hart werden würde, jedoch dem ganzen Volk eine größere Chance des Überlebens lässt als alle Spardiktate und Kürzungen, die uns in die Knie zwingen wollen. Wir haben als Griechen schon immer einen maroden Staat gehabt, aber noch nie einen, der sich bei den Banken und den Nordeuropäern wegen ein wenig Luxus anbiedert. Es ist einfach würdelos um Euros zu betteln, wenn man auch einen Weg der nationalen Einheit, der Wahrhaftigkeit und des Glaubens beschreiten könnte, der Griechenland seine Freiheit zurückgibt, zu tun was immer es zu tun beliebt, der unser Volk von den Knien holt und uns erlaubt, auf die Früchte unserer eigenen Arbeit stolz zu sein.

Das ist meine ganz persönliche Meinung, und ich habe durchaus Ideen wie man dies bewerkstelligen könnte. Da man aber nicht auf das hört, was ich sagen will, bin ich als Einzelner machtlos.

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Deutsche Dickköpfigkeiten

29. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 590 3 Kommentare

Autor: Panos Kolokotronis

Dass erneut das Thema einer neuen Umschuldung der griechischen Verschuldung auf den Tisch gebracht wird, stellt keine überraschende Nachricht dar.

Die in der Wirtschaft gut Bewanderten nehmen von Anfang an wahr, dass die Weise, auf welche der „Haircut“ der Verschuldung erfolgte, und speziell seine monatelange Verzögerung eine neue Umschuldung unausweichlich machen würde. Unter dem Strich bezog sich der „Haircut“ auf ungefähr 100 Mrd. der Verschuldung und die Kreditaufnahme auf … 130 Mrd. Euro. Die griechische Verschuldung ist weit davon entfernt, überlebensfähig zu sein, und den Funktionären des Internationalen Währungsfonds war dies bekannt und stellte sogar einen Punkt der Reibung mit Brüssel und Berlin dar.

Die Sackgasse befindet sich vor uns, sofern sie natürlich auf ihrer harten Linie beharren – sowohl in Berlin, das keiner verträglicheren volkswirtschaftlichen Politik zustimmt, als auch der Internationale Währungsfonds, der bereits durchsickern ließ, ein neues Hilfspaket von seiner Seite nicht mit gutem Auge zu untersuchen. Kurz gesagt spielte er den Ball der zusätzlichen Finanzierung Deutschland zu, das außerdem auch der einzige Nutznießer der Erhaltung der Krise in der Eurozone ist.

Es ist kein Geheimnis, dass bei jeder „Zuspitzung“ der Kurs des Euro gegenüber dem Dollar mit der Folge nachgibt, dass die deutschen Produkte in den Drittländern einen Nachfrageschub erfahren. Zusätzlich gelten die deutschen Anleihen als dermaßen sicher, dass sie inzwischen nicht mehr das Interesse der Märkte und Investoren anziehen. Fakten eines wirtschaftlichen Umfeldes, welche die Risiken und Verzerrungen reflektieren, welche die selbige deutsche Politik verursacht – und bis zu einem gewissen Grad die Lohnerhöhungen rechtfertigt, die vor kurzem Berlin in einem Versuch bekannt gab, den deutschen Inlandsmarkt zu stimulieren.

Auf jeden Fall ist offensichtlich, dass die deutsche Politik hinsichtlich der Länder der Eurozone eine gewaltsame Politik ist. Speziell gegenüber Griechenland scheint sie auch boshaft zu sein, wenn wir uns auf den langen Katalog der negativen Bezugnahmen des Finanzministers des Landes – Philipp Rösler – fokussieren, dem die Bundesbank Deutschlands sogar nicht zu entgegnen zögerte, sie erachte, das Gebilde der Eurozone umfasse konkrete Länder und werde ohne diese Länder praktisch nicht bestehen … .

Es handelt sich um eine Position, die nicht zum ersten Mal zum Ausdruck gebracht wird. Es ist bekannt, dass sowohl die Bundesbank als auch die deutschen Unternehmer die Gefahr für die deutsche Wirtschaft aus einen eventuellen Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone betont haben und die Kanzlerin unmissverständlich auffordern, eine nachgiebigere Politik zu wählen.

Was Deutschland in den nächsten Monaten tun wird, bleibt abzuwarten, obwohl klar ist, dass es Europa seine Wirtschaftspolitik aufzwingend praktisch ganz Europa vertritt. Werden die europäischen Länder und die USA ihm dies wohl weiterhin gestatten?

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog