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Griechenland, Grundstück und Kolonie

25. November 2012 / Aktualisiert: 24. August 2013 / Aufrufe: 489 Kommentare ausgeschaltet

Autorin: Maria Kanellopoulou, Schauspielerin, Abgeordnete der SYRIZA-EKM in Achaia

Das Parlament bestätigte vor wenigen Tagen den nationalen Haushalt. In der Epoche der postmodernen Dreiparteien-„Bankenherrschaft“ unterliegen alle Begriffe der berühmten „Neuen Sprache“ Orwells. Wir sagen das selbe, meinen etwas anderes.

Nationaler Haushalt? National bedeutet, dass er von Griechen für Griechen erstellt wird, dass Griechen für die griechische Gesellschaft rechnen, denken und beschließen. Heute beschließen weder die griechischen Abgeordneten mit freiem Willen, noch geht es um die griechische Gesellschaft. Ich meine die wahre Gesellschaft, die zerschlagene Gesellschaft.

Wenn man Vorberechnungen anstellt, bedeutet dies, dass man sich für die Zukunft bindet. Die Regierung hat jedoch bereits zweihundert vor den Wahlen gegebene Zusagen verschlissen und verhält sich, als habe es niemals programmatische Erklärungen gegeben, und tauft mit einfachen Unterschriften die Brechung ihrer Versprechungen „Akte gesetzgeberischen Inhalts“.

Die Regierung wird keinen Haushalt einhalten, und wir wissen das. So, wie sie nichts von dem einhält, was sie sagt (oder Gott ihr diktiert!). Der Haushalt ist ein formales Verfahren, eine Demonstration institutioneller Höflichkeit, eine Tradition, so wie die Weihnachtslieder, das Lamm zu Ostern, von der gut ist, dass sie – sei es auch nur für die Augen des Volkes – nicht verloren geht. Nicht mehr. Leere Worte.

Ich erliege der Versuchung, 2 – 3 Dinge aus dem Katalog all dessen anzuführen, was sie zu tun versprachen und nicht taten:

  • Sie sagten und versprachen verbindlich, nur eine minimale Anzahl Schulen werden zusammengelegt werden. 1.500 erfahren wir jetzt.
  • Sie sagten uns: das Problem der Beförderung der Schüler zu den Schulen wurde gelöst. Alltäglich erreichen uns jedoch Beschwerden von Eltern und Lehrern, dass das Problem nicht gelöst worden ist.
  • Sie gaben uns tausend Versprechungen bezüglich des Gesundheitssystems, und dann kürzten sie dramatisch die Mittel sogar auch für die Dialysepatienten, die sie obendrein verleumden, den Staat zu bestehlen.
  • Sie sagten uns, sie werden die Schäden an den Häusern der Opfer der Erdbeben und Brände in Achaia und Westgriechenland beseitigen. Die Menschen reichten ihre Papiere ein, und obwohl sie alle Voraussetzungen erfüllen, wohnen sie immer noch in Containern und bei Verwandten.

Wenn dies bei der Bildung, der Gesundheit, der Unterbringung geschieht, dann kann die Analgesie überall triumphieren, also auch bei der Kultur, die so wie so immer als Luxus galt.

Ich werde als Mensch sprechen, der Jahrzehnte in dem Bereich arbeitete, nicht als Mandarin der Subventionen, nicht als Ausgewählte der Direktoren staatlicher oder anderer Theater, nicht als Berater der Show-Supermärkte, aber als einfacher Arbeiter. Ich möchte für die einfachen Menschen der Kultur sprechen. Weil im Gegensatz zu all dem, was geschickt kultiviert wird, abgesehen von einer kleinen Minderheit bevorzugter und privilegierter zeitloser Menschen der Kunst in diesem Bereich dutzende Menschen leben und arbeiten, welche die Krise heute irreparabel getroffen hat: Schauspieler, Techniker des Fernsehens und des Films, Bühnenbildner, Kuratoren, Autoren, Regisseure, alle zur Arbeitslosigkeit verurteilt, die dokumentiert 97% erreicht.

Mittelalterliche Verhältnisse

Diese Menschen leben heute ohne Sozialversicherung, ohne Krankenheft, ohne die Möglichkeit, eine Rente aus der Arbeit zu erhalten, der sie bis vor kurzem erfolgreich nachgingen. Wenn das öffentliche Fernsehen kein – wie geschuldet – griechisches Programm hat, wenn die privaten Kanäle, welche die öffentlichen Frequenzen als ihr Eigentum betrachten, im Namen des Profits von türkischen Produktionen überschwemmt werden, wenn sie nicht den ihnen entsprechenden vereinbarten Anteil für den griechischen Film zahlen, wenn mit der Abschaffung des nationalen Manteltarifvertrags jeder Regisseur demütigende persönliche Verträge mit den Schauspielern abschließen kann und wenn die fixen Bedürfnisse der Kultur mit der Zuflucht zu Gemeinschaftsprogrammen und eigennützigen Mäzenen gedeckt werden, dann verkommen sowohl die Kunst als auch die Kultur zu Parasiten, zu finanziellen Junkies, die nicht nach der nächsten Dosis suchen um zu leben und aufzublühen, aber um zu sterben.

Alles ist weise eingefädelt. Wenn die Kultur in unserem Alltag fehlt, ergeben sich ungebildete Menschen, Menschen in Unkenntnis der Geschichte, der weltweiten Kultur und Ästhetik kampflos dem Faschismus. Der Weg wurde vorher von dem Lifestyle-Nazismus in den Mittagssendungen, von „Big Brother“ (erinnern Sie sich?) und der Weihung von Seite der Massenmedien krimineller Organisationen geebnet, die sich als politische Partei präsentieren, die „regulär“ im politischen Ring mitspielt. Der Faschismus fällt überall ein, wo vorher Erinnerung und Wissen, deren Treuhänder die Kultur ist, mit Füßen getreten wurden, danach ist die Niederlage der Demokratie leichte Sache. Wenn Städte und Dörfer die Kunst nur aus dem kontrollierten Fernsehen kennen, dann wird unser ganzes Leben ein unendlicher „Theatertiegel“.

Allein und hilflos wird die Kultur zu Privileg und Luxus. Wird sie unterstützt, wird sie zur Eingangshalle des Fortschritts. Im Einführungsbericht des Etats lesen wir jedoch: „die staatlichen Zuschüsse an Theater, Museen, Festivals, Ligen und Sportzentren werden gekürzt …„. Sogar auch das vielbeworbene Griechische Festival wird mit ungefähr einer Million Euro weniger als 2012 bezuschusst werden. Und dies für wenige und imposante Dinge, konzentriert in der Hauptstadt, üblicherweise mit Ausländern, welche den hiesigen ungebildeten Eingeborenen zeigen werden, was Kunst ist.

Und während das Festival – ein unwiderlegbarer Beleg für den Provinzialismus der Regierung – überleben wird, wird die unvergessene Melina sich wegen der Schmähung der öffentlichen Theater, einer Institution, die sie uns aus dem Europa der Kultur und nicht der Banken brachte, im Grab umdrehen. Weil nach Melina Logiken folgten, die erachten, Kultur sei ein Hobby und Künstler so etwas wie Freizeitangler.

«Live your myth in Greece» sagten sie den Ausländern, Kultur und Tourismus in einem Ministerium. Ich antworte auf Griechisch mit den Versen eines wahren Dichters, des früheren Savvopoulos, aber ewigen Nionios: „Griechenland, blinde Sprache in der Geographie, Griechenland, Grundstück und Kolonie.“ Dieses Griechenland schaffen sie, dieses Griechenland wollen wir nicht.

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Diskussion um Griechenlands Euro-Austritt ist eine deutsche Diskussion

14. November 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 841 12 Kommentare

Autor: GR-Block

Thema: Griechenland: Fungiert nicht als Filipinas der Deutschen

Es ist eine Falschaussage, die griechische Bevölkerung habe sich verschuldet. Es ist der Staat, den die 300 Abgeordneten mit ihren Lobbys verschuldet haben. Dagegen waren die Privatkredite, wegen der griechischen Bauernmentalität, niemlas das Problem. Jetzt aber, wo ihre Einkommen halbiert sind, wird so mancher Privatkredit platzen noch bevor der Staat Konkurs geht. Denn der Grieche bekommt keine „Hilfs-“ Kredite.

Der Grieche gibt in seinem Leben nur halb soviel Geld aus für Autos wie wir. Wer in Griechenland nur Porsche und Mercedes sieht, sollte sich fragen, ob er nicht in den falschen Kreisen verkehrt. Auch wird man kaum einen Griechen am Potsdamer Platz erleben, der einfach mal so 1000€ für einen Auslandsurlaub hinauswirft. Stattdessen gibt er zuhause Fressgelage, von denen schon so mancher Tourist profitierte.

Auch wenn sich die Deutschen den Titel Exportnation verliehen haben, stimmt es nicht, dass GR nicht exportiert. Genau dort muss GR aber seine Hausaufgaben machen, nicht im Tourismus und Transportwesen. Das geht aber aber nur, wenn korrupte Lobbys (ND, PASOK) das Parlament und korrupte Unternehmen (SIEMENS, MERCEDES, FERROSTAAL, MAN usw.) das Land verlassen. In Brüssel müssen Rechte eingefordert werden, alte marktverzerrende Absprachen und Korruptionsgesetze müssen weg.

Es muss Wiedergutmachung bezahlt werden. Es nützt nichts, dass ein Staat MERCEDES wegen Korruption in GR verurteilt, wenn hinterher das abgeschlossene Geschäft trotzdem durchgeführt wird und die Strafe weit unter dem Schaden liegt. SIEMENS hat sich dadurch heraus gerettet, dass ein nicht gewählter Brüsseler für 6 Monate GR regierte und dabei schnell einen Deal mit SIEMENS unterschrieb, der eine weiter Verfolgung unmöglich machte. Und SIEMENS behielt alle Geschäfte. Noch mehr Firmen gehen bankrott. Wir alle wissen, dass seinerzeit Herr Papadimos die grandiose Leistung vollbracht hatte, mit Hilfe amerikanischer Finanzberater GR in den EURO zu hieven.

Es kann nicht angehen, dass wir hier deutsche Unternehmen steuerlich entlasten, wenn sie Schmiergelder im Bereich 1,3 Mrd. € (SIEMENS) auf dem Planeten verteilen und davon gewaltige 100 Mio. € in dieses eine Land GR drücken. Es ist eine Rassenhetze, wenn dann eine deutsche Organisation, die sich „International“ nennt, uns vorrechnet, die Griechen zahlen pro Jahr 1.600 € Schmiergelder, und dabei u. a. die 100 Mio. mit einrechnet.

Der griechische Unternehmer kann mit den mittel- und westeuropäischen Schmiergeldern nicht mithalten. Athener Lobbys kann er nicht auf seine Seite holen. Hier müssen Brüssel und Berlin Hausaufgaben machen. Wenn stattdessen an den Einkommen geschraubt wird, bricht die Binnennachfrage zusammen, griechische Unternehmen gehen bankrott und noch mehr Heuschrecken fallen über das Land her. Diese schaffen aber weniger Arbeitsplätze. Weil sie ja besser organisiert sind. Sie produzieren lieber in ihrer Heimat und in China, brauchen folglich die EU-Süderweiterung nur als Absatzmarkt.

Die Diskussion GR-raus-aus-dem-EURO oder wehe-ihr-wollt-raus-aus-dem-EURO ist eine deutsche Diskussion. Die Griechen hatten unter nur zaghaft die Möglichkeit erwogen, ob die damalige Entscheidung, im EURO zu sein, falsch war. Bis auf die KKE (5%) hat keine Partei die Drachme auf dem Programm gehabt. Warum die EU auf Anraten Deutschland sich auf eine junge Partei eingeschossen hatte, war für die Griechen unbegreiflich. Wir wissen den Grund. Kein Parlament darf im Handstreich die alteingesessenen Lobbys ausbooten und neu anfangen. Milliardenschwere Investitionen und Schmiergelder würden dadurch verbrannt werden. Zum Teufel mit der Demokratie.

Ja, jetzt läuft es wieder wie am Schnürchen. Die gewaltigen Staatseinkäufe bei diesen Firmen bleiben auf hohem Niveau. Stattdessen bieten die relativ geringen Gehälter nur unzureichendes Einsparungspotenzial. Das hat mehrere Vorteile für unsere Industrien. Durch die fehlende Binnennachfrage brechen lästige lokale Konkurrenten zusammen. Danach „überredet“ man die Politik mit viel Kreditaufwand, das Land zu „retten“. Die immer noch regierenden Lobbys kaufen weiterhin bei den gleichen korrupten Firmen ein und zahlen überhöhte Kreditzinsen an unsere Banken anstatt auf dem Weltmarkt dem günstigsten Anbieter den Zuschlag zu geben. Früher nannten wir das „übelsten Staatskapitalismus“, heute heißt es „nachhaltiges Wirtschaften“.

Warum trinkt Griechenland den Schierlingsbecher?

11. November 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 1.375 1 Kommentar

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Sparmaßnahmen in Griechenland treffen wieder die Schwächsten

Sie tranken und ergötzten sich daran, ihn zu quälen. Erflehte sie an, und jene drohten, ihn aufzuspießen. Ihre Befriedigung stieg analog zu dem Schmerz, den sie ihm verursachten. Ihm gelang die Flucht und sein Folterer wurde verhaftet. Jedoch wurde der Täter schließlich freigelassen und das Opfer begegnet der Sanktion der Abschiebung! (Anmerkung: Gemeint ist der jüngst bekannt gewordene Fall eines illegalen Immigranten aus Ägypten, der in Salamina von seinem griechischen Arbeitgeber und einer Gruppe weiterer Männer schwer misshandelt wurde, um dem Opfer laut dessen Aussage einen höheren Geldbetrag abzupressen.)

Die Hobbesche Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, wo der Kannibalismus von Salamina bis Berlin und New York eskaliert. Weil das, was mit dem ägyptischen Immigranten geschah, auch gegen Griechenland erfolgt, welches laut der New York Times das Plädoyer seiner Richter – Gläubiger, des Schäuble, der Merkel, des Draghi und der Lagarde befolgend den „Schierlingsbecher trinkt“.

Warum jedoch befolgen wir die Haltung des Sokrates? Welcher „Polis“ und welchen Gesetzen unterwerfen wir uns? Die Antwort ist, dass wir den Gesetzen des mafiösen Kapitalismus, des IWF und der Europäischen Zentralbank gehorchen, die nicht akzeptieren, den Verlust ihrer zinswucherischen Gewinne aus einem neuen „Schnitt“ der griechischen Verschuldung hinzunehmen.

Was verbirgt sich jedoch hinter der Folterung der Griechen? Das Spiel um die Vorherrschaft zwischen den USA und Deutschland. Die Vereinigten Staaten verfolgen, den Eindruck zu schaffen, dass der Euro zusammenbricht, damit sie alle europäischen Investitionen anziehen. Wie es auch geschah. Auf diese Weise hielt Obama die Krise und die Rezession der amerikanischen Wirtschaft in Schach. Das Problem des Ausbleibens der Investitionen und des Aufschwungs betrifft folglich nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa.

Jetzt haben wir eine zweite Runde des „Schlagabtausches“ aus Amerika, bei dem Moody’s in Kürze zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs schreiten wird. Paradoxerweise fordert die Bewertung Frankreichs auch Wolfgang Schäuble, das Spiel der Amerikaner spielend. Warum geschieht dies wohl? Weil Berlin verfolgt, Europa den deutschen Stempel aufzudrücken, ohne die Macht mit irgend jemand zu teilen. Dies – also die deutsche kurzsichtige und besessene Politik – unterstützt jedoch die amerikanischen geopolitischen Ziele.

Mit anderen Worten, die Halbzeit wird zwischen USA und Deutschland ausgetragen. Das Endspiel erfolgt jedoch zwischen USA und China. Deutschland hat bereits verloren, da seine Wirtschaft an dem Staub der Ruinen des europäischen Südens erstickt. Selbst im ehemals mächtigen Frankreich sehen wir die neue Armut auf den „barbarischen Märkten“ aufmarschieren und gebrauchte Kleidung und Schuhe verkaufen. Wie jener Obdachlose auf dem Markt in Frankfurt, der vor Jahren die Schuhe von seinen Füßen zog und sie zum Verkauf anbot.

Kurz gesagt, Verelendung überall. Warum jedoch befolgen wir angesichts der Lage weiterhin die Haltung des Sokrates? Und dies, wo es offensichtlich ist, dass die griechische Wirtschaft nicht mehr lange durchhält, wenn sie nicht die Gelder bekommt? Warum beharren wir weiterhin darauf, die neuen heftigen Austeritäts-Maßnahmen umzusetzen? Die Finacial Times Deutschland schreiben bereits über gesellschaftliche Destabilisierung und „anstehende Erhebung“ in Griechenland. Warum stellt in diesem zukünftigen Chaos die Rückkehr zur Drachme eine schlimmere Hölle dar als jene, in der wir uns bereits befinden?

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Warum trinken wir den Schierlingsbecher?
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gegensätze der Armut in Deutschland und Griechenland

25. Oktober 2012 / Aufrufe: 1.444 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Die grundsätzlichen Gegensätze in Europa

Neue Darstellung, neue inspirierende Werte, Würde, nationale Unabhängigkeit (wir sind kein Protektorat), Worte und Phrasen, die sich an die leidenden und alles Schreckliche ertragenden Arbeitnehmer und Rentner richten. Ziel ist die Reduzierung der Schwankungen im Inneren der Parteigebilde der Regierungspartner, aber auch der Minimalisierung der politischen Kosten im Rahmen der Gesellschaft. politischen Kosten im Rahmen der Gesellschaft.

Manche erachten, die Reaktionen der von drei Parteien gestützten griechischen Regierung beziehen sich auf die Einzahlung der berühmten Tranche der 31,5 Mrd. Euro auf ein Sperrkonto (Spiegel). Andere, dass die neuen Änderungen im arbeitsrechtlichen Bereich dem bereits aufgelösten gesellschaftlichen Gerüst mit der ungeheuren Arbeitslosigkeit und der fortan offensichtlichen humanitären Krise den Gnadenschuss versetzen wird. Deswegen stellen die arbeitsrechtlichen Regelungen die letzte Verteidigungslinie der Regierung gegenüber der Troika dar. Letztere scheint sich jedoch nicht all zu sehr um das Elend der griechischen Gesellschaft zu kümmern, trotz der Tatsache, dass darüber in ganz Europa gesprochen wird.

„Griechenland leidet, die Austerität tötet“, lautet der Titel einer Sendung im Radio France Inter. Ein stärkerer Beweis für die Verelendung der Griechen wird aber von der Mechanismen der Kommission selbst und konkret von der Eurostat geliefert, die sich auf die Gefahr für die Arbeitslosen in Deutschland bezieht, unter die Armutsgrenze zu fallen, da 70% der Arbeitslosen ein Einkommen von unter 952 Euro monatlich zur Verfügung haben (Quelle: Le Monde). Dieser Betrag liegt unter 60% des Durchschnittseinkommens der Deutschen und stellt die sogenannte „relative Armut“ dar.

Wenn jedoch dies für die Arbeitslosen Deutschlands gilt, was sollen dann die Griechen sagen, wo der Mindestlohn 586 Euro monatlich beträgt, also die Hälfte des Einkommens des „relativ armen“ deutschen Arbeitslosen? Warum eigentlich die einleuchtende Sensibilität für die deutschen Arbeitslosen und die Gefühllosigkeit für die Lage der griechischen Arbeitnehmer und Rentner und noch mehr der Arbeitslosen? Weil erstere der Hegemonialmacht Europas, Deutschland angehören. Zuallererst aber, weil diese mit ihrem erhöhten Konsum – wegen des Rückgangs der Nachfrage im europäischen Süden – die Last der deutschen Produktion zu stemmen haben.

Auf politischer Ebene richtet die bessere Lage der deutschen Arbeitnehmer gegenüber den übrigen Europäern sie leicht gegen die Arbeitnehmer der peripheren Staaten des Südens (ein Stück trockenes Brot mehr für die englischen Arbeiter gestattet der Bourgeoisie, sie leicht gegen ihre irländischen Kollegen zu richten – Irländisches Thema, Karl Marx).

Abgesehen davon wird die Kluft zwischen denen „oben“ und denen „unten“ immer größer, während der Reichtum sich in immer weniger Händen konzentriert. Bereits zu Beginn der Krise, im Jahr 2008, besaßen 50% der ärmsten deutschen Haushalte 1% des nationalen Reichtums, während 10% der reichsten Deutschen entsprechend 53% inne hatten (Eurostat). Heute ist die Konzentration des Reichtums noch größer geworden.

Mit diesem als gegeben wird offensichtlich, dass in Europa ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen Norden – Süden und ein Gegensatz im Inneren der verschiedenen Statten zwischen denen „oben“ und denen „unten“ existiert, wobei die Mittelschichten vollständig verraucht sind, während Länder wie Griechenland inzwischen auf das Irland des 19. Jahrhunderts verweisen, also auf die Epoche des großen Hungers.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Gegensätze
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland: Es reicht!

20. Oktober 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 876 2 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika erpresst Griechenland

Verelendung. Die Kinder gehen hungrig zur Schule. Diesmal gesteht es der Bildungsminister persönlich ein. Einer von zwei jungen Menschen hat keine Arbeit. 30% der Griechen leben unterhalb der Armutsgrenze, erhalten also weniger als 6.000 Euro im Jahr. Betrag und Anteil werden in einer einschlägigen Untersuchung angeführt. Gleichfalls leben 450.000 Familien von Beihilfen und Unterstützung der Kirche und anderer sozialer Organisationen, einer von drei Griechen hat keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Und wenn wir von den Arbeitslosen und Obdachlosen sowie auch den 100.000 Kleinunternehmern sprechen, die ihre Betriebe schlossen, dann ist die humanitäre Krise in Griechenland da und ist allgemein.

Trotzdem fährt die Troika darin fort, von Austerität zu sprechen, während sogar auch die eingefleischten Neoliberalen den großen Schaden sehen, den ihre Umsetzung der griechischen Wirtschaft und Gesellschaft zugefügt hat, dass die Medizin sich offenkundig als Gift erwiesen hat, wie einige von uns warnten. Obwohl die Troika, also IWF, EZB und Deutschland jetzt ihren Fehler sehen, versuchen sie ihn durch ein Spiel der Verzögerungen zu verbergen, welches auf die Gestaltung der Szenerie für eine politische Lösung des Problems abzielt. Und dies, weil weder die griechische Verschuldung überlebensfähig ist noch das volkswirtschaftliche Programm aufgeht.

Die „Rechenmaschinen“, welche die Gläubiger repräsentieren, scheinen jedoch kein Empfinden und Prinzipien und folglich nichts zu haben, was ihnen heilig ist. Und sie verlangen noch mehr Blut. Natürlich behaupten manche, außer der Kollision der Giganten, die sich in den Verhandlungen widerspiegelt, existiere auch die inländische Opportunität.

Konkret wird gesagt, es gebe einen Kontakt der Troikaner mit griechischen Großunternehmern. Anstatt ihre Forderungen der griechischen Regierung zu übergeben, geben letztere diese der Troika und agieren wie die „Kapuzenträger“ der Besatzungszeit. Weil hier – mit den Senkungen der Löhne und Renten, der Streichung von Beihilfen, der Abschaffung der Lohnbeförderungen – symbolisch und real Massenhinrichtungen der Arbeitnehmer und Rentner stattfinden.

Lasst endlich auch die Reichen etwas zahlen. Es sollen auch die zahlen, welche halb London gekauft haben. Es kann nicht angehen, dass die übrigen Griechen, die überwältigende Mehrheit, wie Lasttiere, wie Ersatzteile von Produktionsmaschinen behandelt werden. Weil historisch der Aufschwung einer Gesellschaft, das Wachstum einer Wirtschaft niemals auf den Tod von Millionen Menschen gestützt werden konnte. Nur die ägyptischen Pyramiden, die Paläste des Zaren und andere pharaonische Projekte blutbefleckter Mächte basierten auf der Sklaverei und dem Tod. Dies kann im 21. Jahrhundert nicht erneut geschehen. Und falls es geschieht, wird es nur von kurzer Dauer sein.

Die griechische Gesellschaft, Griechenland als Staat, das griechische Volk wird entweder ein lautstarker „Es reicht!“ ausrufen oder in dem unerträglichen Arbeitsdschungel verloren gehen, den die Troikaner und die inländischen Herren gestalten.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Es reicht!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Gesegnetes Griechenland, kleine Inseln und große Interessen

15. Oktober 2012 / Aktualisiert: 02. Juli 2013 / Aufrufe: 867 1 Kommentar

Autor: Panos Kolokotronis / Vradyni

Thema: Troika verlangt Evakuierung dünnbesiedelter Inseln in Griechenland

War es nicht der deutsche „Spiegel“, der vertrat, der Stab der Troika in Griechenland sei gar nicht so „technokratisch“, sondern treibe politische Interessen voran? Kurz gesagt, sogar auch wenn die Nachricht dementiert wird, dass die in Rede stehenden Herren – sei es auch formlos – verlangten oder vorschlugen, die Bewohner der kleinen griechischen Inseln sollen ihre Heime verlassen, könnte dies nicht aus anderen Gründen gesagt worden sein?

Ich erkläre: Währen all der vergangenen Jahre wurde von unabhängigen Forschern und von Kollegen viel über die Existenz signifikanter Vorkommen an Erdöl, Erdgas und anderen wertvollen Mineralen im Boden und unter dem Meer Griechenlands diskutiert. Damals wurden alle beleidigt, welche die einschlägigen Behauptungen vorbrachten. Das Thema war sogar bis in das Parlament gelangt, wo sich – wenn ich mich recht erinnere – Herr Pangkalos abwertender Phrasen bediente – damit wir nicht denken, das Parlament würde nur heute von einigen seiner Vertreter unterschätzt.

Im Verlauf der zeit – und relativ schnell – entdeckten wir Lagerstätten! Praktisch in Bestätigung aller Berichte, die vor fünf oder zehn Jahren das Licht der Öffentlichkeit erblickten, vertritt die Regierung heute offiziell, ja, wir haben all das, aber es ist doch nicht so viel! Aber, wenn es dies schließlich nicht war, warum beginnen wir uns plötzlich gegen jede Art externer Faktoren zu wehren, die etwas von der Ägäis, dem kretischen und dem libyschen Golf anstreben?

Weil wir auf der einen Seite die Türken haben, welche die Ägäis in ein „Meer des Friedens“ verwandeln wollen und darauf abzielen, gemeinsam mit den Griechen … etwas auszubeuten, und auf der anderen Seite sollen wir – wenn das Verlangen der Troikaner nicht fiktiv war – auch die Bewohner der Insel Gavdos umsiedeln, damit sie als „unbewohnte“ Insel nicht gar morgen oder übermorgen in die griechische Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) eingegliedert wird. Und es ist offensichtlich, dass die Vorkommen im Libyschen Golf gleichermaßen signifikant sind. Es sei an ein neuliches Telegramm von Reuters erinnert, laut dem der Wert der Vorkommen unter den griechischen Seegebieten mit konservativen Schätzungen 600 Mrd. Dollar tangiert.

Die internationale Nachrichtenagentur vertritt sogar, dass die in Rede stehenden Vorkommen auf Basis offensichtlich gewisser Messungen und Schätzungen viele gemeinsame Merkmale mit dem israelischen Gasfeld „Leviathan“ aufweisen. Womit wir uns vorstellen, um welche Energie-Ressourcen es geht. Auf jeden Fall sogar auch für einen Zusammenstoß geeignet, wenn wir die Konfrontationsfelder internationaler Interessen bedenken. Und gleichermaßen geeignet, damit – wir stellen eine einfache Überlegung an – unser Land sich im Schraubstock der Troika, also laut dem „Spiegel“ zwischen den Interessen von Brüssel und Washington befinden.

Quelle: Vradyni, S. 2
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Aufschwung in Griechenland – nur für Kleptokraten

11. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 618 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Die griechische Botschaft an Merkel

An der Ecke Mitropoleos und Parlament, vor dem alten Bildungsministerium, werden Jugendliche verhaftet. Ich berufe mich auf meine Eigenschaft als Journalist und frage die Polizisten, aus welchem Grund die Festnahmen erfolgen. Sie geben mir keine Antwort. Dies tun die Festgenommenen, die mir ihre „Verteidigungswaffen“ zeigen, wie ihnen gesagt wurde! Es handelt sich um Schwimmbrillen, Maalox-Gel und eine Gasmaske.

Die Absurdität ist offensichtlich. Ich rufe einen Kollegen, Redakteur bei der Polizeireportage, an und bitte ihn, in Erfahrung zu bringen, mit welchen Kriterien die Polizei zu Verhaftungen schreitet. Die Antwort kommt in wenigen Minuten: „Der Befehl ist, jeden zu verhaften, dessen Visage ihnen nicht gefällt.“ Die Polizeibeamten mutieren umgehend zu Security-Greifern und Türstehern der Nachtbetriebe, die ihre „Kunden“ einer Gesichtskontrolle unterziehen. Jeder Bürger, der friedlich und demokratisch demonstrieren möchte, ist auf Gnade und Ungnade dem Geschmack und dem physiognomischen Kriterium eines jeden Bullen der MAT ausgeliefert. Wehe Du bist jung, hast viel Haar oder Ohrringe.

Es treffen Abgeordnete ein und verlangen die Daten des Leiters der Gruppe der Polizisten. Jener wird fahl. Der Terrorismus geht auf den Pol über, den gerade noch er terrorisierte. Auf dem Platz versammeln sich Menschen. Die Rufe erklingen bis in den Himmel; wie mir jedoch Kollegen berichten, ist im Megaro Maximou absolut nichts zu hören. Zwei völlig verschiedene Welten, die nicht untereinander kommunizieren. Die Rufe der Menge, die Verzweiflungsschreie der Arbeitslosen verlieren sich in den Wipfeln der Bäume und kommen nicht an.

Nachdem Frau Merkel am Flugplatz unter dem Klang der kolonialen Philharmonie mit den charakteristischen weißen Uniformen die Landungstruppe inspizierte, kam sie in der Irodou Attikou an. Dort fragte sie den Premierminister dieses und jenes zu dem … Grundstück. Im Inneren des Megaro Maximou stellt sie fest, das Büro des Herrn Samaras sei „schön“! Und jener antwortet umgehend, dass „das selbe auch seine Amtsvorgänger inne hatten“. Nicht, dass die Frau gar denkt, wir würden Verschwendungen begehen. Jemand anderes hätte an seiner Stelle ein einfaches „vielen Dank“ gesagt. Aber hier steht viel auf dem Spiel. Wer weiß schon, was sich hinter jeder Frage verbergen mag?

Außerdem – sagte die Kanzlerin – sind wir „mit dem Ziel hierher gekommen, die Griechen besser zu verstehen„! Warum wurde sie dann jedoch nicht zum Syntagma-Platz gebracht, um die Griechen kennenzulernen? Warum wurde sie nicht in einen Helikopter gesetzt, um die demonstrierenden Menschenmassen zu sehen?

Aber wenn Frau Merkel von den Griechen spricht, meint sie nicht die Plebs, bezieht sich nicht auf die Überflüssigen, aber die Unternehmer, sie spricht nur von denen „oben“, von den Wenigen, von den Vermögenden und Besitzenden. Diese wollte sie kennenlernen und sollten ihre deutschen Kollegen kennenlernen. Diejenigen, die morgen für ein Stück Brot das griechische öffentliche Vermögen aufkaufen und in ein verarmtes Land investieren werden, wo die Menschen – so viele wie überleben – ihr Leben mit 200 Euro im Monat fristen werden.

Ja, die deutsche Kanzlerin sprach endlich über den berühmten Aufschwung, aber nicht über den Aufschwung, der alle betrifft, sondern jenen, der für die Wenigen, die ehemaligen verstrickten Kleptokraten sein wird, die nun legal dem Volk das Blut aussaugen. Das wollen die Deutschen. Das ist das Modell des neuen Europas. Eines Kontinents, der wie eine militärische Maschine funktionieren wird und wo die Arbeitnehmer Sklaven sein werden.

Mal ehrlich, ist dies das Griechenland, das wir haben wollen? Wollen wir eine solche Welt? Wer so etwas wünscht, hat jedenfalls zu wissen, dass die Reaktion der „da unten“ früher oder später fürchterlich sein wird.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Aufschwung für wen?
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Merkel in Athen

9. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 456 2 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Drakonische Sicherheitsmaßnahmen für Merkels Besuch in Athen

Frau Merkel wird auf den Straßen Athens die Öde des Autoritarismus unserer verderbten bürgerlichen Demokratie sehen, die Ausschließung des Protestes in Entfernung einer unsichtbaren Sicherheit, sie wird ein Athen sehen, blitzsauber von den Überflüssigen, von den Abfall-Menschen, da alle aus der Reichweite ihres Blicks und hinter die Schutzschilde der MAT verbannt worden sein werden.

Ja, die Verzweiflung wird in dem Versuch aufzuschreien auf die Schilde prallen und auf die Köpfe der Verzweifelten zurückfallen, in Form des eisernen Griffs des Schlagstocks der Bullen. Die Seelen sind bereits zertrümmert, die Gesichter gesichtslos, die Vielen eine ungeheure offene Wunde. Die Heere der lebendigen Toten werden morgen ihre Verzweiflung vorführen, welche die Kanzlerin mittels der Fernseh- und Fotolinsen zu sehen bekommen wird. So wird sie jedoch niemals zu diesem faulen Atem des Hungers, dem Geruch der fortgeschrittenen Verwesung der griechischen Gesellschaft gelangen. Vielleicht wird sie darüber informiert werden. Und wenn ihr berichtet wird, es sei absolut nichts mehr übriggeblieben, wird sie an die deutschen Kommandos der Unternehmerschaft den Tagesbefehl ausgeben, die Müll zusammenzukehren und ihren endgültigen Sturmangriff durchzuführen.

Das 4. Reich wird heute durch die Bombardierung der Bevölkerung mit aufeinander folgenden vernichtenden Sparmaßnahmen erzielt. Kanzlerin Merkel wird uns natürlich wieder sagen, wie sehr wegen des Leides des griechischen Volkes „ihre Seele blutet“, jedoch darauf beharren, dass mehr Blut, mehr Tod nötig ist. Die Führungselite des großartigen deutschen Volkes wird weiterhin mit dem Trauma der Niederlage in den beiden Weltkriegen voranschreiten, welches den deutschen Geist bestimmte und eine Tendenz zu Rückzug und nationaler Depression während der Perioden der Schwäche, aber auch absolutem Autoritätsanspruch und Aggressivität schuf, wenn das Gefühl der Macht existiert. Dies wird erneut Altkanzler Helmut Schmidt betonen.

Allgemein äußert sich diese atavistische Verhaltensweise der Deutschen bis zum Überdruss gegenüber Griechenland, dass anfänglich dämonisiert wurde, um danach als abschreckendes Beispiel zu dienen. Um genau zu sein, die Deutschen scheinen die Politik der WASPs (Weiße Angelsächsische Protestanten) in Amerika zu befolgen, die das gesamte Mosaik der aus der ganzen Welt in die USA strömenden Immigranten jedes Mal auf der Basis eines gemeinsamen (anfänglich inländischen und danach ausländischen) Feind-Dämons vereinten.

Jetzt wollen die Deutschen Europa auf Basis des nordischen, deutschen Geistes vereinigen. Der Sündenbock, oder laut anderen die „Iphigenie“ für die Schaffung der Vereinigten Staaten Europas ist Griechenland. Warum jedoch Griechenland? Weil es offensichtlich auf den politischen Beginn der europäischen Kultur verweist. Die moderne Fortsetzung der antiken Griechen werden folglich … die Deutschen sein. Mit diesem symbolischen Rüstzeug, ihrem wirtschaftlichen Elan und einem Europa, welches ein „Großes Deutschland“ sein wird, werden sich die Deutschen den USA und China entgegen stellen und die Autokratie des 21. Jahrhunderts schaffen.

Wird dies unblutig geschehen? Werden Amerikaner und Chinesen klaglos die Folgen zu ihren Lasten aus der Wirtschaftspolitik Berlins akzeptieren? Zur Zeit schlägt der Dollar auf den Euro ein, weil die USA diejenigen sein wollen, die sich die Welt mit China teilen werden. Was letztendlich mit Griechenland geschehen wird? Wird Merkel die „Iphigenie“ vom Altar nehmen und durch einen Bock ersetzen?! Vielleicht. Die Iphigenie wird allerdings auf immer und ewig Berlins Geisel sein.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Geisel
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland: Auf Messers Schneide

8. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 355 1 Kommentar

Autor: „BtK“ / Editorial Vradyni

Thema: Griechenland wird nicht zur sturmfreien Bude werden

Wir hoffen, dass der Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Dienstag der Anfang des Endes des Tauziehens der letzten Wochen um die Verabschiedung des Pakets der Kürzungsmaßnahmen und die Auszahlung der nächsten Tranche der 31 Mrd. Euro sein wird, die für das Überleben des griechischen Staates erforderlich ist.

Was bedeutet praktisch die Verhängung der neuen schmerzhaften Sparmaßnahmen durch die Troika, die dem Schnitt der öffentlichen Verschuldung um 50% auf Beschluss Brüssels folgte? Werden wir, wie von vielen vertreten, in eine Einschränkung der nationalen Souveränität geführt? Werden wir die nächsten Jahre unter Vormundschaft stehen? Selbstverständlich werden diese Einschätzungen für die nächsten Jahre gelten. Unsere Gläubiger werden uns im nächsten Zeitraum ihren Willen mit harter Faust aufzwingen. Manche stört dies. Andere nicht so sehr, unter der Berücksichtigung, dass die verantwortungslose Politik, welche über Jahrzehnte korrupte und unfähige griechische Regierungen befolgten, uns in diese traurige und gefährliche heutige Lage führte, mit dem Resultat, dass eine strengere europäische Kontrolle, die bei der Sanierung unserer volkswirtschaftlichen Verhältnisse helfen könnte, nicht unbedingt negativ wäre. Sofern es natürlich in der Realität kein Problem mit unserer Souveränität gibt, zumal Griechenland weiterhin ein kompakter und souveräner Staat bleibt.

Die Auswirkung des Schuldenschnitts ist in unserem realen Leben extrem anders. Und dies müssen wir sehen und feststellen. Und unsere Maßnahmen treffen. Zweifellos werden wir Griechen in den nächsten Jahren ärmer sein, wir werden gezwungen sein, mit dem zu leben, was wir produzieren. Und wir müssen eingestehen, dass dies nicht viel ist.

Jahrelang pflegten wir, mit den staatlichen Zuwendungen zu leben, die aus der unerschöpflichen Kreditaufnahme herrührten. Der griechische Staat, aber auch die griechische Gesellschaft muss lernen, zu leben und Überschüsse zu produzieren, um sich – nach wenigstens einem Jahrzehnt – mit erneuerter Seriosität wieder auf die Märkte begeben zu können. Ist das möglich? Natürlich ist es nicht leicht. Wenn ein Lebensmodell zusammenbricht, bedarf es langer Zeit und beharrlicher Anstrengung, damit es durch ein neues, realistischeres und funktionelleres ersetzt wird. Wir haben jedoch nicht den Luxus der Zeit. Die Dinge laufen davon. Und zwar mit schnellen Rhythmen. Und zwingen uns, uns anzupassen und zu ändern. Werden wir es schaffen? Unsere persönliche Ansicht ist, dass der Grieche anpassungsfähig, intelligent und kreativ ist, wenn das System ihn nicht daran hindert. Und der zuversichtliche Blick ist, dass er bald beginnen wird, sich anzupassen und zu produzieren.

Die nächsten Monate, vielleicht auch die nächsten Jahre werden außerordentlich schwierig und schmerzhaft sein. Und auf den Straßen der griechischen Städte wird – hoffen wir, nur im übertragenen Sinn – viel Blut fließen, wir werden alle „Wunden“ davontragen. Wir werden nach Lösungen suchen müssen, die vielen von uns – speziell denen, die sich in einem fortgeschritteneren Alter befinden – fast unmöglich erscheinen werden. Deswegen werden auch immer mehr Griechen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Und für diese muss es die – sei es auch minimale – Fürsorge seitens eines Staats geben, der bisher bewiesen hat, dass er unzulänglich und korrupt ist, und sich eiligst ändern muss.

Ebenfalls müssen wir erkennen, dass wir produzieren müssen. Es kann nicht angehen, dass wir in einem schlechthin landwirtschaftlichen Land 70% und mehr der von uns konsumierten Lebensmittel importieren. Wir müssen wieder jene Grundsätze entdecken, die wir einmal hatten: der kreativen und harten Arbeit, in Kombination mit dem Unternehmungslust, um unsere vergleichsweisen Vorteile zu entwickeln. Unsere Ansicht ist, dass wir es schaffen werden. Aber es wird viel Mühe und Zeit nötig sein. Und wir müssen beginnen, uns … seit gestern zu ändern.

Quelle: Vradyni
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

IWF, Hobsbawn … und die Troika in Griechenland

4. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 438 3 Kommentare

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika stellt neue absurde Forderungen an Griechenland

Die gegenwärtige Krise ist tief, „weil sie den selbigen Markt heimsucht„, sagte vor einem Jahr Eric Hobsbawm. Was wird wohl den Markt substituieren? Dies zu erfahren wird sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wie auch die Dauer des katastrophalen Prozesses. Hobsbawm sah den Beginn der Katastrophe, bekam jedoch ihr Ende nicht mehr mit, da er diese schnöde – wenn auch schöne – Welt verließ.

Alle wir, die wir hier verbleiben, verfolgen die Episoden des katastrophalen Prozesses, so wie jener, der in Griechenland stattfindet. Dieses Hintertürchen, durch welches die Menschen des Dollar den Euro zu unterwerfen versuchen. Diese Ansicht, die manche bereits seit zwei Jahren als überholt und graphisch verspotten, wird inzwischen auch von Informationsmedien des deutschen Establishments wie der deutschen Zeitschrift „Der Spiegel“ adoptiert.

Die seit gestern (wieder) in Griechenland befindlichen drei Funktionäre der Troika werden als Marionetten politischer Interessen charakterisiert. Wir würden sagen, auch wirtschaftlicher Interessen, da sich hinter den politischen auch die wirtschaftlichen Interessen verbergen. Wessen Marionette ist aus dieser Sicht jedoch Thomsen? Wessen Masuch? Die Zeitschrift gibt keine Antwort. Das Schlimmste für Griechenland ist nicht, dass die Drei gewisse „politische Interessen“ vertreten, sondern dass diese Interessen entgegengesetzt sind.

Poul Thomsen also, als Vertreter des IWF, scheint den amerikanischen Interessen und dem Dollar näher zu stehen, die mit Europa und dem Euro in einem Versuch kollidieren, denjenigen aufzuzeigen, der sich die Welt mit den neuen aufsteigenden Mächten und speziell China „teilen“ wird. Die Härte und der Widerstand des Herrn Thomsen erfolgen nicht, weil angeblich der IWF von seinen Mitgliedstaaten unter Druck gesetzt wird, welche Griechenland Geld leihen, sondern um die Umstände für ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro zu schaffen. Dieses Ausscheiden wird grundsätzlich nicht nur den wirtschaftlichen Bankrott Griechenlands, aber auch den Bankrott der symbolischen und politischen Idee des vereinigten Europas und seiner Währung – des Euro – bedeuten, was die Einleitung ihres völligen Zusammenbruchs sein wird.

Thomsens Trick ist die Fokussierung auf den finanziellen Zweig des griechischen Problems, wobei inzwischen klar ist, dass das Austeritäts-Programm die Rezession verschärft und die Lösung an dem erreichten Punkt nur noch politisch sein kann. Mit anderen Worten, werden die Deutschen den Euro zusammenbrechen lassen oder ihn retten, indem sie politisch beschließen, Griechenland zu retten? Die griechische Wirtschaft kann allerdings weder ohne ihren „Markt“ noch ohne ihr Volk gerettet werden, wie Hobsbawm sagen würde.

Werden jedoch die mörderischen Maßnahmen verhängt, wird sich früher oder später eine vom Süden bis hin zum Norden eine paneuropäische Protestbewegung entwickeln. Es ist unmöglich, dass die Reaktion gegen die humanistische Katastrophe sich nicht überall ausbreitet, „fast so, wie sich die Angst vor der Grippe-Epidemie ausbreitet“. Die große Anstrengung der ausländischen Oberherren und der inländischen Oligarchen ist deshalb, die Medien – also die „Wirte“ der Infektion – unter Kontrolle zu bringen. Alles und jeder, das bzw. der fortfährt, das arbeitsrechtliche Mittelalter und die Hobbessche Gesellschaft des Dschungels anzuklagen, wird ausgelöscht werden. Dies ist bereits mit denjenigen geschehen, die seit 2010 die Memoranden monierten.

Diejenigen, die heute denken, dass „wir (Anmerkung: die Journalisten) alle Verantwortung tragen„, urteilen, weil sie nur Ihresgleichen sehen, da sie nicht auch diejenigen zu sehen vermögen, die bereits „füsiliert“ worden sind.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – IWF und Hobsbawm
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog