Gebührenschock bei der Netbank

26. Oktober 2019 / Aufrufe: 649

Die deutsche Netbank gab eine harsche Anpassung der Konditionen für Girokonten mit Wirkung ab 2020 bekannt.

Die 1998 als reine Onlinebank in Deutschland gegründete „Hamburger netbank AG“ akquirierte im Lauf der Jahre nicht zuletzt zahlreiche im Ausland, also auch in Griechenland ansässige (Privat-) Kunden. Die netbank wurde in einschlägigen Testberichten zwar nie zum „Marktsieger“ gekürt, bot jedoch analog zu den Marktentwicklungen durchaus interessante Konditionen und Leistungen wie unter anderem eine kostenlose Kontoführung.

Letzteres begann sich allerdings nach dem 2015 eingeleiteten Aufkauf der netbank durch die Augsburger Aktienbank schrittweise zu ändern und gipfelte jüngst in einer äußerst harschen Anpassung der Konditionen zum 01.01.2020.

Netbank scheint Privatkunden vergraulen zu wollen

Konkret wurde Kunden der netbank 1 mit einem auf den 21 Oktober 2019 datierten Schreiben unter anderem mitgeteilt:

Ab 01.01.2020 gelten für Ihr netbank Girokonto mit Einkommenseingang folgende Konditionen:

  • Kontoführungsgebühr: 4,85 EUR pro Monat, unabhängig von einem Gehaltseingang
  • 25 Buchungsposten pro Monat frei; danach 0,15 EUR pro Posten
  • Kartenumsätze der Mastercard Debit und der Mastercard Premium werden nicht als Buchungsposten gezählt und entfallen damit aus der Buchungspostenberechnung
  • Gebühr für die Mastercard Debit: 10,00 EUR pro Jahr
  • Freie Bargeldverfügung mit der Mastercard Debit am Geldautomaten pro Monat: 2
  • Freie Bargeldverfügung mit der Mastercard Premium am Geldautomaten pro Monat: 3

Das muss man sich wohl erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Eine reine Onlinebank ohne physische Geschäftsstellen und Filialen erdreistet sich, allein für die Führung eines simplen Girokontos und die Ausstellung einer unabdingbar dazu gehörenden ordinären Debit- / Kontokarte Gebühren in Höhe von sage und schreibe jährlich knapp 70 Euro abzuzocken!

Weiter lautet es in besagter Mitteilung: „Wie bereits mit Ihnen in Nummer 1 Absatz 2 und Nummer 12 Absatz 5 unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinbart, gilt Ihre Zustimmung zu den oben dargestellten Änderungen als erteilt, wenn Sie uns Ihre Ablehnung nicht bis zum 31.12.2019 anzeigen. Einen von diesen Änderungen betroffenen Zahlungsdiensterahmenvertrag (z. B. Girokontovertrag) können Sie bis zum 31.12.2019 fristlos und kostenfrei kündigen.

Das Schreiben endet mit dem eher ironisch anmutenden Statement: „Dies würden wir sehr bedauern. Wir freuen uns auf eine weiterhin angenehme Geschäftsbeziehung mit Ihnen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – wie beispielsweise, sich mit einem rigorosen Rundumschlag lästiger Privatkunden entledigen zu wollen …

1 netbank ist eine Marke der Augsburger Aktienbank AG

  1. LiFe
    26. Oktober 2019, 12:42 | #1

    Was soll man dazu sagen? Kunden ködern und Konditionen ändern. Man muss nach solchen Bedingungen Banken wie Stromanbieter wechseln.

  2. Rysh
    26. Oktober 2019, 20:30 | #2

    Ich habe seit 15 Jahren ein Konto bei der Netbank. Ein 16. Jahr kommt nicht dazu.

  3. christian schramayr
    28. Oktober 2019, 10:27 | #3

    Über das politisch-mediale Getöse rund um „die Krise in Griechenland“ haben viele schon verdrängt, dass das gesamte Drama mit der Finanz- und Bankenkrise 2007/2008 begann. So wurden nicht nur „PIIGS-Staaten gerettet“, sondern europaweit ganz diskret auch Banken – aber erholt haben die sich bis heute nicht. Und die sehen, mangels zeitgemäß intelligenter Ideen und Negativzinsen, traditionell ihre Chance im „Groscherlgeschäft“ mit der Masse der privaten Kontoinhaber.

    Ein Schock kann die Netbank- Meldung für viele Griechen nicht sein. Sie passt lediglich ins Bild. Doch für manche geht ein Schlupfloch zu, den Kosten eines Kontos bei einer griechischen Bank zu entgehen.

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