Japaner fälschen Joghurt aus Griechenland

23. September 2019 / Aufrufe: 605

Ein Botschafter Griechenlands in Tokio stellte eine gefälschte Bescheinigung zur rechtswidrigen Gräzisierung von Joghurt durch Japaner aus!

Der unerhörte Fall der rechtswidrigen Überlassung eines griechischen Warenzeichens an einen ausländischen multinationalen Konzern hat Griechenlands Regierung in Aufruhr versetzt.

Konkret und laut den Enthüllungen der Zeitung „Vradyni tis Kyriakis“ erstellte der griechische Botschafter in Japan eine gefälschte Authentizitäts-Bescheinigung, die er einem großen japanischen Milchwirtschafts-Industriebetrieb übergab, damit dieser Joghurt mit der Kennzeichnung „The Greek Yogurt“ herstellt.

„Authentischer“ griechischer Sahnejoghurt … aus Japan

Der besagte Botschafter Griechenlands schritt zu der konkreten Handlung, ohne eine Genehmigung von der zentralen Dienststelle des Außenministeriums erhalten zu haben und ohne das Ministerium für Agrarentwicklung und Lebensmittel zu informieren, dabei sogar auch die griechische Lebensmittelbehörde (EFET) umgehend.

Der Reportage zufolge wurde die strittige Bescheinigung den Japanern im April 2018 übergeben, während der griechische Botschafter bei einer damals gegebenen Pressekonferenz die Qualität des japanischen Joghurts hervorhob. Das sogar auch im Internet kursierende Dokument trägt die griechische Flagge sowie auch die Unterschrift des griechischen Botschafters, und darin angeführt wird der Hinweis „The embassy of Greece approves ‚meizi The GREEK YOGURT‘ as an authentic Greek Yogurt„.

Anschließend begann eine riesige Werbekampagne zur Promotion des rechtswidrig „hellenisierten“ japanischen Joghurts in allen Medien mit grundlegendem Motto der Firma, der Joghurt sei griechisch und habe die Genehmigung der Botschaft Griechenlands zu Tokio. Auf der Verpackung steht sogar die Phrase „traditionelles Rezept griechischen Sahnejoghurts„.

Das sich ergeben habende Thema ist besonders signifikant und hat ungeheure Dimensionen angenommen. Es reicht nur, zu berücksichtigen, dass die japanische Firma sich das Recht beibehält, ihren eigenen „authentischen griechischen Joghurt“ in alle Länder Asiens zu exportieren, wo sie auch aktiv ist, und zwar selbst, wenn der Joghurt in anderen Ländern produziert wird.

Griechenland will juristisch gegen illegalen Joghurt vorgehen

Vorstehendes hatte zum Resultat, dass das (echte) griechische Produkt völlig aus dem japanischen Markt verdrängt wurde, was die heftigen Reaktionen der griechischen Milchwirtschafts-Industriebetriebe hervorrief. Weiter sei angemerkt, dass ein Produkt in Griechenland produziert werden muss, um die Kennzeichnung „Greek“ zu führen, und was den Joghurt betrifft, hat er von der griechischen Gesetzgebung festgelegte konkrete Milchbestandteile zu enthalten.

Laut der „Vradyni tis Kyriakis“ wurde der Vorfall während der Amtszeit Nikos Kotzias‘ als Außenminister verzeichnet, während der besagte Botschafter 2016 in Tokio platziert wurde. Im Mai 2018, also nur einen Monat nach der Ausstellung der rechtwidrigen Bescheinigung, kehrte er auf Anweisung des Außenministers nach Athen zurück, gefolgt auch von dem Wirtschafts-Attaché der griechischen Botschaft.

Von der Zeitung nach einer Stellungnahme zu dem konkreten Thema gefragt, charakterisierte der heutige Minister für Agrarentwicklung und Lebensmittel, Makis Voridis, die Bescheinigung des damaligen griechischen Botschafters als völlig rechtswidrig und erklärte, der griechische Staat werde sich juristisch gegen jeden Verantwortlichen bewegen, wobei er klarstellte, der griechische Joghurt werde in Griechenland hergestellt und habe konkrete Vorschriften.

Die griechische Flagge darf auf den Produkten nur, wenn diese griechisch sind, und unter einem konkreten Genehmigungsverfahren platziert werden. Es ist absolut klar, dass die (strittige) Zusatzbescheinigung völlig rechtswidrig ist, da für das konkrete japanische Produkt keine der vorstehenden Vorschriften einhergehen„, sagte Makis Voridis diesbezüglich und fügte an: „Die griechische Regierung delegierte bereits die untersucht werdenden juristischen Schritte, die zur Verteidigung des griechischen Joghurts in Japan, aber auch der Erhebung von Entschädigungsansprüchen gegen jedweden Verantwortlichen erforderlich sind.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. GR-Block
    23. September 2019, 18:13 | #1

    Ja, wenn es um Joghurt geht, da kennt der Grieche keinen Spaß. Joghurt gehört zur nationalen Identität. Der Grieche isst Joghurt, der Joghurt ist Grieche. Das sollte endlich Schule machen, auch bei den Japanesen! Und überhaupt, der jammernde Ton des Artikels gefällt mir nicht.

    Dazu fällt mir jene Begebenheit mit drei kleinen Jungs an ihrem ersten Schultag ein. Die Lehrerin geht durch die Reihen und fragt die Kinder: Wie heißt du? – Ich heiße Achim – Nana, du heißt doch bestimmt Joachim! Und wie heißt du? – Ich heiße Hannes – Du heißt bestimmt Johannes! Beim Dritten angelangt, bricht der in Tränen aus. Ja warum weinst du denn? – Ich heiße … Jokurt.
    Hm, wie komm ich da jetzt drauf. Der Junge war doch gar kein griechischer Jokurt …

  2. Ingrid
    24. September 2019, 19:46 | #2

    Schade, dass eine rechtswidrige Bescheinigung nur bei griechischem Joghurt rechtliche Folgen hat.
    Wenn eine Lizenz zur privaten Nutzung eines Strandabschnittes, noch dazu in einem Naturschutzgebiet, ausgestellt (verkauft) wird, regt sich zwar jeder auf, Folgen hat es keine.

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